Hallo Peter,
das ist sicherlich eine Definitions- und Verständnisfrage...
unter spielerischen und "künstlerischen" Aspekten ist es sicherlich schön einen Weihnachtsbaum so aufzunehmen, das eine Weihnachtskugel im Lichterglanz erstrahlt und die Umgebung sanft "zufließt".
Aber dann, wenn es darum geht, das unter eben jenem Weihnachtsbaum das mit großen Augen liegenden Baby (Neugeboren) nabzulichten, das gebannt auf die Lichterspiele sieht, kommst Du mit der ersten Vorstellung nicht weit.
Es ist immer eine Frage der Bildaussage, also was ist wichtig und was kann dies am Besten herausarbeiten.
Reportagefotografie z.B. ist in erster Linie gesehene Dinge festhalten.
Hier gilt der Grundsatz der Naturalistischen Wiedergabe. Alles soll so erscheinen, wie es das Auge des Betrachters gesehen hat.
Auch im Umgang mit alten Menschen wirst Du bereits erfahren habe, das ein in der Unschärfe verschwindender Weihnachtsbaum "Kopfschütteln" und mitleidige Blicke hervorruft und Mutter sagt " dem Jungen müssen wir mal eine ordentliche Kamera zu Geburtstag schenken, die Bilder sind ja nichtmal scharf"...
Soll eigentlich nur heißen, das Fragen der Bildgestaltung auch immer abhängig vom beabsichtigten Zweck und der Zielgruppe sind, für die das Foto gemacht wird.
Der Grafiker wird sicherlich über gekonnte Linienführung in einer Schwarz-Weiß Fotografie erfreut sein und Stilelemente wie partielle Unschärfe zu würdigen wissen und dem Fotografen Lob aussprechen..
Insofern schwankt das alles immer in den Augen des Betrachters und dem vom Fotografen beabsichtigten Zweck.. Also eine Zielgruppenfrage und insbesondere bei Auftragsarbeiten im Dokumentarbereich nicht erwünscht. Oder machst Du auch Freisteller von Deinen Baukränen?
Für mich war es immer die wichtigste und lehrreichste Übung, mir Bilder im Hinblick auf Schnitte anzusehen und daraus zu lernen, wie ich gleich bei der Aufnahme den korrekten Schnitt mache.
Dazu gehört unbedingt, bei Portraits die Seite des Bildes im Schnitt zu verlängern, in welche die Augen schauen z.B.
Und da gibt es unheimlich viel "Lernpotential", gerade bei Schnitten. Da ist dann später der Sprung zu guten Direktaufnahmen nicht mehr weit, wenn man erstmal weiß, welche Details möchte ich wie abbilden..
LG
Henry




Zitieren