So unterschiedlich können Auffassungen sein. Mich nerven die ewig megascharfen Aufnahmen und die völlige Ideenlosigkeit bei der Umsetzung. Das Betrifft ganz bestimmt nicht alle Fotografien aber die Masse ist es auf jeden fall.
Ein scharfes Objektiv macht von alleine kein gutes Fotos. Mir ist das inzwischen alles so über technisiert und den meisten geht es hier sicher ähnlich, darum treffen wir uns auch in einem Forum über alte Objektive.
Wenn es um eine Bildaussage geht spielen Objektive auch nur eine Rolle von vielen, ich muss als Fotograf wissen wie ich dorthin komme wo ich hin möchte. Wenn es ein spezielles Objektiv braucht dann geht es nicht anders.
Inzwischen ist es aber so das die Eigenschaften von Objektiven als das alleinige Gestaltungsmittel eingesetzt werden. Mir fallen da auf Anhieb die Milliarden von Superweitwinkelfotos ein die genaugenommen gar nichts zeigen und auch nichts wollen. Sie sind scharf, haben Kontrast sind aber nur laaangweilig. Z.B. die Rheinbrücke vor dem Kölner Dom, mal von rechts mal von links, mal mit Farben der Dämmerung mal ohne aber es ist immer das Gleiche, Kopien der Kopien von Kopien.
An den Pinhole Fotos gefällt mir das ich keine Probleme mit dem Scharfstellen habe. Die Schatten werden im Verhältnis besser aufgehellt.
Schärfe vermisse ich nicht in den Aufnahmen, die Reduzierung auf das eigentliche Bild kommt für mich deutlicher hervor. Der hohe Kontrast einer vergüteten Optik hätte mir die meisten Aufnahmen zunichte gemacht. Mit einem Objektiv würde ich auch ganz anders fotografieren.
Leider ist es so das spätestens seit Ansel Adams und der neuen Sachlichkeit nur das scharfe Foto eine Existenzberechtigung hat. Sein Krieg gegen die Pictoralisten ist sicher gut bekannt, es ist aber offensichtlich das er es nie verstanden hat. Abgelehnt hat er es pauschal, egal was die Aufnahme zeigte oder wie sie gemacht wurde. Völlig ignorant. Es war die typische Auflehnung der Jungen gegen die Alten, völlig in Ordnung nur eine Doktrin sollte man daraus nicht machen.