Viele Mikro Objektive sind nach dem Prinzip gebaut. Im Nahbereich wird nur noch ein kleinerer Bereich des Bildkreises genutzt und in der Bildmitte hat jedes Objektiv seine Stärken.
Die Luminare von Zeiss sind z.B. sehr einfach gebaute Objektive aber wegen ihres Einsatzgebietes mussten sie extrem genau gefertigt sein. Das 16mm ist ein Fünflinser, das 25mm ein Tessar Typ und das 40mm müsste sogar nur ein Dreilinser sein.
Sie haben bei voller Öffnung schon die höchste Auflösung, abblenden ist nur nötig um die Schärfentiefe zu vergrößern.
Das Oylmpus Makro 3,5/50mm hat ebenfalls nur fünf Linsen, das 3,5/38 ist genauso gebaut nur um 180° gedreht, das 3,5/20mm ist eine Tessar Variante.
Erst mit den Nachfolgern hat sich das Design geändert was aber daran lag das sie alle Objektive lichtstärker gemacht haben. Trotzdem ist das 3,5/50mm für mich ein echtes Sahnestück, in Retrostellung bis 2:1 einsetzbar mit sehr hoher Auflösung.
Wenn keine hohe Lichtstärke benötigt wird und der Bildwinkel bescheiden bleibt braucht es nicht mehr als vier Linsen. Bei den heutigen digitalen Sensoren sieht es u.U. etwas anders aus, chromatische Fehler fallen deutlicher auf als auf analogem Film, daher liefern einige Tessar Objektive hier keine optimalen Ergebnisse. Z.B. die Zeiss Tessare aus Jena haben mich nie so wirklich überzeugt, bei offener Blende sind sie eher mau. Ich meine die Versionen die nach dem Krieg herauskamen.
Dagegen sind die Voigtländer Color Skopare erstklassige Objektive die ich immer wieder mal nutze, analog und auch digital. Unglaublich günstig und wie es der Konstrukteur Tronnier sagte, nahe apochromatisch korrigiert.
Das MS Optics jetzt einen erweiterten Tessartypen mit fünf Linsen baut finde ich sehr gut, für mich ist das zwar auch nichts aber ich begrüße es immer wenn noch gute mechanische Objektive hergestellt werden, egal wo und von wem.
Günstig werden die bestimmt nicht sein aber ihren Preis sind sie sicher wert.



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