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In den 1920ern gab es in den USA mehrere Softfocus Objektive die nur aus einer einzelne Quarzglaslinse bestanden, z.B. das Hanovia Kalosat oder das Carl Struss Objektiv.
Lt. den Herstellern besteht der Unterschied darin das nicht nur das sichtbare Licht auf die Platte/Film gelangt sondern auch das UV Licht. Dazu muss man wissen das analoger Film empfindlich für UV Licht ist, mancher Film bis etwa 340nm und z.T. noch weniger.
Das Bild des sichtbaren Lichts wird dann quasi von einem zweiten Bild überlagert das aber unschärfer ist weil das UV Licht einen anderen Brennpunkt hat. Das kann zu wirklich sehr schönen Ergebnissen führen aber auch zu wirklich ganz übel überweichen Bildern die nicht das Filmmaterial wert sind das dafür verwendet wurde.
Bei den oben erwähnten moderneren Objektiven ist das zumindest bei einigen anders, dort sind alle Lichtwellenlängen auf einen Brennpunkt vereint, auch das UV Licht, z.B. bei den Makroobjektiven von Coastal Optics ist das so. Die gehören mit Sicherheit zum Besten was es an Objektiven für Kleinbildkameras jemals gab, das sind wirklich echte Apochromate weil von UV-IR durchkorrigiert.
Die meisten anderen UV Objektive zeigen bei sichtbarem Licht Schwächen weil sie auf UV Licht korrigiert sind. In meinen Augen sind das reine Sammlerobjektive, für eine normale Anwendung sehe ich jetzt keinen wirklichen Nutzen. Gerade Digitalkameras sind bei der Empfindlichkeit im UV Bereich recht begrenzt, selbst wenn es Vollspektrum Umbauten sind. Die Sensoren sind einfach nicht empfindlich genug in diesem Bereich. Bei den meisten Kameras ist bei 380nm Ende, analoger Film ist da deutlich im Vorteil. Röntgenfilm geht runter bis etwa 330nm wobei die Empfindlichkeit immer geringer wird je kürzer die Wellenlänge des Lichtes ist.
Will man reine UV Licht Aufnahmen machen gibt es zwei Möglichkeiten, 1. nur mit UV Licht beleuchten oder 2. Filter verwenden. Diese Filter sind sehr teuer, sie filtern alles sichtbare Licht raus, auch das Infrarote, was besonders wichtig bei Digitalkameras ist. Ein 52mm Filter liegt bei etwa 300 Euros. Das Glas dafür muss halt auch aus Quarz bestehen weil normales Glas bei spätestens 365nm zu macht.
Da ich mir weder ein Kalosat noch ein Struss Pictoral Lens jemals werde leisten können habe ich mir diese diese Objektive selber gebaut, für Kleinbildkameras bis hin zum 8x10" Format. In Kleinbild ist es eine 75mm Quarzglaslinse, für 4x5" eine in 270mm und für 8x10" eine in 500mm mit 150mm Durchmesser. Denke das die mal so viel wie eine neue MB E-Klasse gekostet hat.
Ich habe hier zwei Beispiele angefügt welche die Bildwirkung dieser Objektive ganz gut zeigen, sie wurden mit einer einzelnen 3,2/75mm Quarzglaslinse aufgenommen, Kleinbild schwarzweiß Negativfilm, ohne Filter, es sind daher alle Lichtwellenlängen von etwa 350-700nm sichtbar.
Es ist sehr schön zu sehen das alles was im hellen Licht ist eine Gloriole zeigt die z.T. durch das UV Licht erzeugt wird, teilweise auch durch sichtbares Licht weil eine einzelne Linse alle möglichen optischen Fehler aufweist. Leider habe ich keine Vergleichsaufnahme um die Unterschiede besser zu verdeutlichen.

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