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Thema: Minolta MD (III) 24 mm f/2,8

Baum-Darstellung

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    Standard Auflösungsvermögen und Kontrast nahe Unendlich

    Ein sich unter Fotofreunden hartnäckig haltender Irrglaube geht davon aus, dass Objektive mit einer aufwendigeren optischen Konstruktion durchweg eine bessere Bildqualität abliefern als andere mit weniger verbauten Linsen.

    Dazu trugen auch japanische Hersteller wie Minolta und Nikon bei, die bis in die Siebziger Jahre die Anzahl der Linsen und/oder Gruppen ihrer Objektivs in deren Namen anführten und damit suggerierten, dass die Bildqualität unmittelbar von der Anzahl der Glaselemente abhängig wäre. So wird auch beim MD (III) 24 mm f/2,8 oft angenommen, dass es seinem komplizierter aufgebauten Vorgänger (9 Linsen in 7 Gruppen statt 8 Linsen in 8 Gruppen…) optisch unterlegen sei und das, obwohl unter den selbst ernannten “Experten” wohl nur wenige beide Varianten in der Hand beziehungweise auf der Kamera hatten.

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    Morgendämmerung in Port-Bail, Normandie


    Eines ist jedenfalls sicher : die freistehenden Linsen der neuen Version lassen dem Objektivdesigner mehr Freiheiten bei der Korrektur der diversen optischen Aberrationen als die zwei verkitteten Linsenpaare der älteren Version. Man kann also getrost davon ausgehen, dass das “Plain MD” dem MC/MD Rokkor zumindest ebenbürtig ist.

    Folgende Testaufnahmen sind mit einer auf einem soliden Dreibein befestigten Sony A7 II entstanden. Letztere wurde über den Selbstauslöser mit elektronischem ersten Vorhang und 2 Sekunden Vorlauf ausgelöst. Die Tonwerte und Farben der Raw-Dateien wurden in Camera Raw bearbeitet, die chromatische Aberration blieb aber unkorrigiert und die Schärfung wurde auf Standardwerten belassen. Um eine bessere Lesbarkeit zu gewähren, zeige ich hier Ausschnitte mit 200% Vergrösserung.

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    Übersicht bei Offenblende. Die heftige aber für derartige Objektive fast normale Vignettierung ist hier leicht auszumachen.

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    Offenblende.Ausschnitte vom oberen Bildrand (links), der Bildmitte (Mitte) und der linkeren unteren Ecke (rechts).

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    F/4. Ausschnitte vom oberen Bildrand (links), der Bildmitte (Mitte) und der linkeren unteren Ecke (rechts).

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    F/5,6. Ausschnitte vom oberen Bildrand (links), der Bildmitte (Mitte) und der linkeren unteren Ecke (rechts).

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    F/8. Ausschnitte vom oberen Bildrand (links), der Bildmitte (Mitte) und der linkeren unteren Ecke (rechts).

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    F/11. Ausschnitte vom oberen Bildrand (links), der Bildmitte (Mitte) und der linkeren unteren Ecke (rechts).

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    F/16. Ausschnitte vom oberen Bildrand (links), der Bildmitte (Mitte) und der linkeren unteren Ecke (rechts).

    Weit offen bietet das Minolta MD (III) 24 mm f/2,8 schon eine gute Schärfe, die sich über 90% der Bildfläche erstreckt. Nur die äussersten Randbereiche und Bildecken zeigen eine ziemlich ausgeprägte Weichheit, die auf optische Restfehler, vor allem sphärische Aberrationen und Koma zurückgeht.

    Bei f/4 ist ein leichter Kontrastanstieg zu beobachten, der vor allem am Rand zu einem besseren Schärfeeindruck beiträgt. Um zwei Stufen abgeblendet (f/5,6) zeigen die Randbereiche des Bildes eine “knackige” Schärfe, die der des erweiterten Zentrums kaum nachsteht, bei f/8 gibt es eine weitere Kontraststeigerung in der Peripherie, während die Bildqualität im Zentrum weitgehend konstant bleibt. Eine Abblendung auf f/11 bringt keine weiteren Qualitätsgewinne am Rand und in den Ecken, während erste Beugungseffekte den Kontrast in der Bildmitte leicht beeinträchtigten.

    Das Objektiv kann ohne Weiteres bei Offenblende für nicht “randkritische “ Motive” genutzt werden, sollte aber für anspruchsvolle Architektur-oder Landschaftsaufnahmen mindestens auf f/5,6 abgeblendet werden. Die besten Leistungen im gesamten Bildfeld werden bei f/8 erreicht.

    Die Blendenwerte f/16 und f/22 (hier nicht gezeigt) sollten bei grösseren Ansprüchen an die Bildqualität vermieden werden, denn sie führen zu einer kontinuierlichen Aufweichung der Kontrastkanten und damit zu einer deutlichen Minderung des Schärfeneindrucks. Für maximale Schärfentiefe bei Landschaftsaufnahmen können sie aber immer noch genutzt werden, solange bei der Bildbearbeitung eine Anhebung der Schärfe und des Mikrokontrasts gewählt wird.

    Bei 200% sind laterale chromatische Aberrationen in den Randbereichen zwar deutlich sichtbar, sie können aber ohne grosse Mühen bei der Bildbearbeitung und insbesondere bei der Rohdatenentwicklung beseitigt werden. Das Minolta MD (III) 24 mm f/2,8 zeigt auch eine deutliche Abschattung in den Randbereichen (Vignettierung), die erst bei Abblendung auf f/8 weitgehend verschwindet.

    Fortsetzung folgt...


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