Die fertigen Profile mit der Extension “.lcp” können sowohl in Camera Raw und Lightroom/Lightroom Classic als auch in Raw Therapee und Iridient Developer verwendet werden. Damit sie von den AdobeApps erkannt werden, muss man sie allerdings zuerst in den richtigen Ordner kopieren :
Mac : Users>Username>Library>Application Support>Adobe>CameraRaw>LensProfiles>1.0
Windows : User>AppData>Roaming>Adobe>CameraRaw>LensProfiles>1.0
Lightroom-Nutzer können die Profile dann im Panel “Objektivkorrekturen” des “Entwickeln” - Moduls aktivieren. Im Reiter “Profil” muss man zuerst das Häkchen neben “Profilkorrekturen aktivieren” und dann im Menü Objektivprofil die Marke des Objektivs wählen. Das gewünschte Profil kann dann in der Liste “Modell” ausgewählt und aktiviert werden. Unter “Profil” erscheinen dann die für die Objektivprofilierung verwendeten Arbeitsblenden und/oder Brennweiten.
Lightroom-Classic.jpg
Während die Default-Profile von Adobe hier keine Wahlmöglichkeiten bieten, könnt ihr hier meist zwischen verschiedenen Blenden wählen. Für Zoom-Objektive muss ich erst meine Methode verfeinern, um möglichst zeitsparend gute Profile zu erstellen. Wie weiter oben ja schon angedeutet, kommt man eigentlich nicht mit weniger als hundert Testfotos pro Objektiv davon.
Lightroom-Classic-2.jpg
Objektivprofile machen übrigens nur für Rohdateien wirklich Sinn. Bei JPEG-Dateien spielen ja die Bildverarbeitung in der Kamera und die verwendeten Parameter eine so grosse Rolle, dass ein erstelltes Profil nicht unbedingt für die Fotos von anderen Fotografen "gültig" ist. Meine Profile sind daher nur für Nutzer des RAW-Formats und insbesondere Besitzer von Sony-Vollformatkameras - für die Profile habe ich die Modelle A7 und A7R verwendet, aber abgesehen von möglichen Unterschieden in der Vignettierung aufgrund von verschiedenen Sensor-Designs müssten die Profile auch auf neuere Modelle übertragbar sein. Zumindest habe ich diese Erfahrung damals mit meinen Canon EOS 1Ds, 5D Mark II und 5D Mark III-Gehäusen machen können.
Die Korrektur der Verzeichnung gelingt in den meisten Fällen sehr gut. Sollte es allerdings einen Mix zwischen "Kissen" und "Tonne" geben, bleibt die am Bildrand auftretende kissenförmige Verzerrung meist unkorrigiert.
Die Korrektur der Vignettierung muss manchmal mittels des Sliders "Vignettierung" vermindet werden, um eine Aufhellung der Bildecken zu vermeiden. Das ist aber nicht der mangelnden Profilqualität zuzuschreiben, sondern das hängt damit zusammen, dass die Vignettierung meist mit abnehmender Entfernungseinstellung zunimmt.
Fortsetzung folgt...


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