Genau.
Ganz analog wirken sich übrigens auch suboptimale Farbfilter beim Sensor aus (bei CCDs wurde z.B. früher nicht selten die Rotwiedergabe kritisiert).
So als Anhaltspunkt kann man mal durch das Objektiv eine gleichmäßig beleuchtete weiße Wand beäugen. I.d.R. wird der Farbstich um so größer ausfallen, je komplexer das Objektiv und je schlechter die Vergütung.
Mit Abstand mein kritischstes ist das 1983er Tokina-Zoom AT-X 28-85 3.5-4.5 (16 Elemente / 10 Gruppen, mehrschichtvergütet), in welchem etwas mehr als eine halbe Blendenstufe hängenbleiben muß. Seinen Grünstich bügelt der Auto-Weißabgleich i.d.R. nicht mehr vollständig aus. Die Offenblende ist übrigens wohl bereits in Tstops angegeben, geometrisch ist es die besagte halbe Blendenstufe größer. Die Grünstichigkeit ist übrigens auch auf Bildern des bekannten Angenieux-Zooms (AT-X Pro 28-70 2.6-2.8) recht gut zu sehen, abgesehen vom Kontrastverlust dieser für ihre Zeit sehr komplexen Konstruktion.
Beim Pentax-M 80-200 4.5 kann ich dagegen fast gar nicht glauben, daß das 15 Elemente in 12 Gruppen haben soll, dieses über 30 Jahre alte Zoom liegt in Sachen Transmission irgendwo zwischen dem 18-55er Kit (11/8) und einem Sigma 70-300 DG OS (16/11).
Fast alle meine Festbrennweiten sind übrigens unkritisch - OK, fast alle sind auch mehrschichtvergütet. Aus dem Rahmen fällt dabei nicht etwa das einsame einfachvergütete Exemplar, sondern meine zwei 50er Auto Revuenon / Chinon MC (1.4 und 1.7) mit deutlichem gelbgrünlichen Farbstich, welcher der Verkittung zweier hinterer Elemente geschuldet scheint. Es würde mich mal sehr interessieren, ob die ab Werk so waren oder ob da was vergilbt ist (wobei ich fast gar nicht glauben mag, daß man da in den 80er Jahren noch radioaktive Glassorten verbaut hätte, wie sie ja bei manchen älteren Objektiven für Gilb sorgen).



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