Also ich kann eurer Argumentation hier nur in Teilen folgen.

Ein Objektiv einer festen Brennweite hat bei einer bestimmten Blende eine Schärfentiefe, die unabhängig vom Aufnahmeformat ist (Bildfeldwölbungseffekte mal aussen vor gelassen). Diese Schärfentiefe ist zunächstmal eine feste Größe, die unabhängig vom Sensor ist und auf die Definition des noch als scharf zu betrachtetenden Zerstreuungskreisdurchmesser zurück geht.

Wenn ich mit einem kleineren Sensor mit höherer Pixeldichte einen Auschnitt der Abbildung herausvergrössere, vergrössere ich die Schärfentiefe natürlich mit. Dann sieht es so aus, als ob man mit einem APS-C Sensor mehr Schärfentiefe hätte als mit einem FF-Sensor. Schneidet man aber aus dem FF-Sensor das Bildfeld des APS-C Sensors aus und vergleicht dann die Bilder ist deren Schärfentiefe identisch. In der praktischen Anwendung, ist die im "Bild wirkende Schärfentiefe" also tatsächlich größer. Trotzdem bleibt die Schärfentiefe des Objektivs konstant!

Bei praktischen Versuchen ist zu beachten, das viele Objektive bei Änderung der Entfernung auch die Brennweite ändern, insbesondere im Makrobereich ist dies der Fall. Das Leica R 2,8/100 APO-Makro ist im Makrobereich z.B. nur noch ein 90mm Objektiv. Diese Brennweitenänderung hat natürlich eine tatsächliche Änderung der Schärfentiefe auch aus Sicht des Objektivs zur Folge. Ein Vergleich ist daher nur durch Beschnitt der Aufnahmen mit grösseren Sensoren möglich und nicht durch verschiedene Entfernungseinstellungen!

Gruß,
Bernd.