Sind ja echt geile Vergleiche hier .. Löwen, Pilze, Sportler... usw.
Eigentlich einerlei. Der Werkzeugkasten muss voll sein mit den Werkzeugen, die für eine bestimmte Arbeit benötigt werden. Niemand kommt auf die Idee mit einer Wasserpumpenzange Nägel in die Wand zu schlagen oder einen Spachtel zum 18er Schraubenschlüssel zu verformen.
Im Bereich der Bühnenfotografie oder Low Light Fotografie muss eben das feinere Werkzeug her, weil das notwendig ist. Im Sommer am Tage, tut es eigentlich jedes Objektiv einigermaßen "passabel". Insofern sollte man sich ab einem bestimmten Level über das Werkzeug keine Gedanken mehr machen brauchen, genau wie der Automechaniker seine HAZET Werkzeuge benutzt und nicht die ausm Baumarkt.
Also Werkzeugkoffer zu, ist halt Grundvoraussetzung für die Auswahl.
Darüber hinaus ist es in jedem Fall das Auge, das in stärkerem Maße das Bild macht. Es nutzt das Beste Werkzeug nix, wenn der Bediener nicht gucken kann. Hab Fotografen gesehen, die mit 3 Canon 1DS Mark III !!!!!!!!!!! um den Hals auf einer Bühne vor mir ( ich fotografierte dort für die Band, er für ne Zeitung), der aber mit seinen 3 x 1DS Kameras absolut nix zu wege brachte, was man in der Zeitung hätte abliefern können. Der hat z.B. schlicht keine Ahnung gehabt, von dem was auf einer Bühne und in der Musik so abgeht.
An allen Soli-Parts hat er es fertig gebracht, gerade da zu stehen, wo der Solist nicht ist. Nach rund 10 Minuten "Sinnlosigkeit" hat er aufgegeben und mich "nachgeäfft".. also sich abgeguckt, was macht der kleine "Spacken" da mit seiner 5D und seiner 400D und ist eigentlich nur "hinterhergetrottet"..
Oder in Eutin vor einigen Tagen, wieder ein gutes Beispiel. Fotograf 2 x EOS 5D MKII um den Hals, aber steht bzw. sitzt genau da, wo die Modelle, in die Sonne gucken und blinzeln müssen, wenn sie in seine Richtung sehen. Aber dicke Hose, 2 x 5D MKII, 100-400L und alles was gut und teuer ist. Der Mann hat sich während der Vorstellung nicht einmal umgesetzt oder geschnallt, das es so nicht gehen wird. Und so könnte ich reihenweise Beispiele aufzeigen, wo einfach das fotografische Sehen, ein geschultes Auge und genaue Überlegung einer dicken Ausrüstung meilenweit überlegen sind.
Im Portraitbereich ist es das Gleiche.. hier geht es darum, technisch so fit zu sein, das der Fotograf sich auf sein Model konzentrieren kann, auf Gesten, Mimik und die Haltung insgesamt. Models wollen geführt werden, angespornt und auch unterhalten werden. Wer da mit seiner Technik am rumfummeln ist, hat schon verloren. Die muss sitzen und die konzentration geht auf das Model, sitzt das Make up, stimmen die Haare, sind die Augen geöffnet im Moment der Aufnahme, wie ringe ich ihr / Ihm in der Unterhaltung ein Lächeln ab.. etc.. !!
Das sind die Dinge, die letztlich über ein Bild entscheiden. Nicht die Frage der Kameratechnik, sondern was sehe ich und wie komme ich dahin, das was ich zeigen will, in Bildern festzuhalten. Technik ist dabei einiges, aber auch nur, wenn man sie so beherrscht, das sie eigentlich nicht auffällt und keinesfalls präsent ist.
LG
Henry



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