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Thema: Nikon MT-2 Intervalometer: ohne Federn kein Kontakt

  1. #1
    Hardcore-Poster Avatar von Ando
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    Standard Nikon MT-2 Intervalometer: ohne Federn kein Kontakt

    Ein MT-2 Intervalometer kam zu mir.

    Dieses Gerät sieht man selten, es dient zur automatischen Auslösung von Nikon-SLRs wie F3 und F4, die über einen Motorantrieb verfügen.

    Dabei können die Auslöseintervalle frei eingestellt werden.

    Also zB alle drei Sekunden eine Aufnahme oder auch alle zehn Minuten eine Serienaufnahme über zehn Sekunden, wobei der Motor fröhlich rattert.

    Ich hatte den MT-2 hier schon vorgestellt, s.

    https://www.digicamclub.de/showthread.php?t=25850


    Probleme im Batteriefach


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    Mein Gast am Tisch ist in sehr gutem äußerlichen Zustand.


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    Hier die Rückseite mit geöffnetem Batteriefach.


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    Die beiden Pfeile zeigen auf die Probleme dort.


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    Hier ist die Kontaktfeder für die Batterien abgebrochen …


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    … und diese Kontaktfeder ist noch intakt aber kräftig korrodiert.

    Wie so oft wurden wohl die eingelegten Batterien vergessen und diese rächten sich über die Jahre durch Auslaufen. Die ausgetretene Batteriesäure griff dann die Federn aus Metall an.


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    Ohne Kontaktfeder kein Kontakt und ohne Kontakt keine Spannungsversorgung.

    Übertragen gilt das auch für die andere, korrodierte Kontaktfeder.

    Durch den Belag ist sie hochohmig geworden (wie ein Isolator) und leitet damit keinen Strom mehr.

    Dieser MT-2 braucht daher

    • eine neue und
    • eine wieder leitende Kontaktfeder


    Dann kann ich ihn an einer Nikon F3 mit Motor MD-4 auf Funktion testen.

    Ersatzteile gibt es selbstverständlich keine, auch nicht aus einem aufgegebenen MT-2.

    Daher werde ich aus einem Batteriehalter (MS-3) für den MD-4 Motor Drive eine Kontaktfeder aus- und in das Batteriefach des MT-2 einbauen.

    Die korrodierte zweite Kontaktfeder werde ich versuchen abzuschleifen. Dabei könnte es aber passieren, dass auch diese bricht und damit zu kurz ist. Dann gibt es eben zwei Transplantationen

    Oder ich baue die Feder aus und probiere es wieder in Bad Durgol, vielleicht ist die Korrosion nur oberflächlich.

    In jedem Fall steht einige Lötarbeit bevor.

    Dabei wird auch das Thema „bleifreies“ contra „bleihaltiges Lot“ aktuell.

    Heute wird bleifrei gelötet.

    Zur Zeit des MT-2, also in den 1980er-Jahren, war noch Blei dabei.

    Beide Lotarten haben einen deutlich unterschiedlichen Schmelzpunkt.

    Eine Herausforderung - mit Lösung

    Ich starte kommenden Montag, Bericht folgt.
    Gruß,

    Andreas

  2. Folgender Benutzer sagt "Danke", Ando :


  3. #2
    Ist oft mit dabei Avatar von waldbeutler
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    Hallo Andreas,

    dein Vorhaben ist ja ausgesprochen einfach zu bewerkstelligen, da beide Pertinax-Platten, welche die Kontaktzapfen und Kontaktfedern tragen, jeweils mit nur einer Schraube befestigt sind.
    Du brauchst das Gehäuse des MT-2 also nicht mal öffnen.

    Allerdings rate ich dir dazu, das Funktionieren dieses MT-2 erst zu überprüfen, indem du die benötigte Spannungsversorgung erst mal mittels Krokoklemmen von einer externen Stromquelle zuführst - nicht, dass dieser MT-2 innerlich schon völlig kaputt ist.

    Ein Ersatz für die Kontaktfedern sollte aber doch nicht durch einen Ausbau derselben an einem anderen funktionsfähigen Gerät erfolgen!

    Ich habe einige Kontaktfedern in alten schon seit 10 Jahren nicht mehr genutzten Blitzgeräten.
    Soll ich dir da zwei ausbauen?
    Gruß, Michael

    Nikon-Fan seit 1983
    Fotograf & Fotogeräte-Service seit 2009

  4. 2 Benutzer sagen "Danke", waldbeutler :


  5. #3
    Hardcore-Poster Avatar von Ando
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    Salut, Michael!

    Die Kontaktfedern dort sind eingelötet.

    Das Batteriefach entspricht dem Vorgängermodell MT-1, s. meinen Beitrag

    https://www.digicamclub.de/showthread.php?t=25857


    Dort hatte ich Ausbau und Reinigung beschrieben. Das Batteriefach war komplett versaut durch ausgelaufene Batteriesäure

    Auch bei diesem Gerät gibt es einige verschmutzte Stellen.

    Daher baue ich das Batteriefach aus, um sehen zu können, ob von der Batteriesäure etwas auf die Platine dahinter gekommen ist. Das Zeug ist ja tückisch und unberechenbar. Beim MT-1 gab es innen kleine Korrosionsinseln, die voneinander getrennt waren. Offenkundig Kondensatbildung.

    Danke für dein Angebot!

    Ich nehme die Kontaktfedern vom Batteriefach meines „Lehr-MD-4“ den ich für Studienzwecke zerlegt hatte.

    Dieser MT-2 sollte auch innerlich fit sein.

    Ich hab schon einige aufgemacht, da sind auch ein paar Elkos drin, aber alle einwandfrei.

    Daher tippe ich auch hier auf volle Funktion.

    Getestet hatte ich dieses Exemplar übrigens schon, die Batteriekontrolle sprach an.

    Aber das ist eine andere Geschichte
    Gruß,

    Andreas

  6. Folgender Benutzer sagt "Danke", Ando :


  7. #4
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    Vielleicht an dieser Stelle nochmals der Hinweis:

    Was ich hier an Reparaturen und Elektronikprojekten zeige, mache ich zu meinem eigenen Vergnügen bzw. an meinem eigenen Bestand.

    Weder arbeite ich gegen Honorar, noch nehme ich Aufträge an.

    Dieser MT-2 ist das Geschenk an einen Freund, der mich nun um eine Lösung für das Batteriefach gebeten hatte. Er möchte eben doch sehen, was der MT-2 so kann

    Allerdings fehlt ihm noch das Verbindungskabel MT-2 zu MD-4.

    Das ist ebenso selten und habe ich in der Bucht bei EUR 100,- gesehen


    Wer also professionelle Arbeit braucht und möchte, schickt seine Sachen zu Michael!

    http://www.foto-design.org/


    So hatte ich es jahrelang gemacht, bevor ich mich selbst für das Reparaturthema zu interessieren begann.

    Zu meiner vollsten Zufriedenheit
    Gruß,

    Andreas

  8. Folgender Benutzer sagt "Danke", Ando :


  9. #5
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    Am Werktisch


    Wie der MT-2 zu öffnen ist, weiß ich bereits von früheren Expeditionen:

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    Korrosionsspuren im Batteriefach.

    Die preußischblaue Ausführung an der Kontaktfeder fasziniert mich:

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    Innenansicht:

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    Das Batteriefach lässt sich einfach aus dem Gehäuse herausnehmen:

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    Plus- und Minusanschluss sind angelötet.

    Dieselben Lötpunkte fixieren auf der Rückseite die Batteriekontakte und Kontaktfedern:

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    Das ausgebaute und von der Verkabelung befreite Batteriefach:

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    Kontaktfeder Nr. 1 ist ausgelötet und erhält Gesellschaft von einem Tropfen Lot:

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    Ihre Reinigung erfolgt schrittweise:
    1. unbehandelt
    2. Metallbürste am Dremel
    3. Bad in Durgol-Entkalkerlösung
    4. Nacharbeiten der korrodierten Stellen an der Innenseite mit der Nadelfeile.


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    Jetzt ist die Kontaktfeder sauber und leitet wieder:

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    Ersatz für die abgebrochene Kontaktfeder Nr. 2 finde ich in einem Batteriehalter für den MD-4 Motor Drive:

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    Für harten Draht wie den aus dem die Kontaktfeder gemacht ist, nutze ich dieses Beißmonster von Knipex.

    “Präzisions-Hartmetallschneiden eingelötet in geschmiedete Rohlinge“

    https://www.conrad.at/de/p/knipex-77...5-1008222.html

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    Die entnommene Feder will für ihren neuen Arbeitsplatz geformt sein:

    • links eine zweite Feder nach dem Ausbau
    • in der Mitte die Referenz
    • rechts mein Biegewerk


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    An einer Seite des Batteriehalters muss eine Lötstelle mit einem Stück selbstklebender Kupferfolie (rechts) geflickt werden. Der ursprüngliche Besatz ging beim Ablöten des Verbindungskabels mit:

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    So schöne Lötstellen erhält man nur mit bleihaltigem Lot:

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    Mit dem Dremel trage ich die Korrosionsstellen am Batteriefach ab.

    Das kostet natürlich auch etwas Finish, aber das aggressive Zeug muss weg:

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    Die beiden Kontaktfedern - eine gereinigt, eine vom Spender - sind eingelötet:

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    Jetzt sitzen die Batterien wieder:

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    Der spannende Moment nach dem Zusammenbau.

    Lebt das System?

    Ja, die Batteriekontrolle spricht an:

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    Check an der Nikon F3 mit MD-4 Motordrive.

    Alles ist gut :-)

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    Fazit

    Dieser seltene Intervalometer wäre ohne Reparatur wohl im Elektroschrott verschwunden.

    Das wurde verhindert!



    Alle Hinweise selbstverständlich ohne Gewähr. Was in meinem Fall klappte, muss bei anderen nicht funktionieren. Bzw. gibt es sicher auch geeignetere Vorgangsweisen.
    Geändert von Ando (04.07.2022 um 22:22 Uhr) Grund: Disclaimer nachgetragen
    Gruß,

    Andreas

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  11. #6
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    Spannend. Krass der Microschalter, der dem Anschein nach nur dann schliesst, wenn eine Schraube eingedreht ist. Oder wie ist das zu verstehen?

  12. #7
    Hardcore-Poster Avatar von Ando
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    Zitat Zitat von Bessamatic Beitrag anzeigen
    Spannend. Krass der Microschalter, der dem Anschein nach nur dann schliesst, wenn eine Schraube eingedreht ist. Oder wie ist das zu verstehen?
    Ich weiß nicht, was dort passiert.

    Meine drei MT-2 haben das jedenfalls nicht.

    Die Schraube für den Batteriedeckel ist - schätze ich - zu kurz, um den Schalter zu schließen (?), ich hab das aber nicht näher untersucht. Aber was sollte sonst dort vorgehen?

    Ich schraub das Ding gleich wieder auf!

    Ohne Batteriedeckel lässt sich das Gerät jedenfalls betreiben.

    Service Manual mit Schaltplan/Blockschaltbild hätte ich gerne.

    Und die Original-Preisliste für diese Zauberkiste aus den 80ern!
    Gruß,

    Andreas

  13. #8
    Hardcore-Poster Avatar von Ando
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    Mich erreichte vorhin folgende Information:

    „Japanische Preisliste 1981, Intervalometer MT-2: 90.000 Yen zu dieser Zeit“

    Ich kenne den damaligen Kurs nicht.

    Aber ich vermute einmal, das war nicht das billigste Zubehör von Nikon
    Gruß,

    Andreas

  14. #9
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    Zitat Zitat von Ando Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht, was dort passiert.
    Du kannst schauen, wo die drei Kabel hingehen. Aber eben, weil es speziell zu sein scheint, hatte ich es erwähnt.

    Zitat Zitat von Ando Beitrag anzeigen
    „Japanische Preisliste 1981, Intervalometer MT-2: 90.000 Yen zu dieser Zeit“
    Im Mittel war der USD zu YEN Kurs 1981 bei 1 USD entspricht 220 YEN, somit sind 90.000 YEN ca. 410 USD aus 1981.
    Inflationsbereinigt wäre das heute ca. 1.320 USD oder ca. 1.265 EUR.

  15. #10
    Hardcore-Poster Avatar von Ando
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    Zitat Zitat von Bessamatic Beitrag anzeigen
    Im Mittel war der USD zu YEN Kurs 1981 bei 1 USD entspricht 220 YEN, somit sind 90.000 YEN ca. 410 USD aus 1981.
    Inflationsbereinigt wäre das heute ca. 1.320 USD oder ca. 1.265 EUR.
    Alle Achtung, jetzt verstehe ich auch die nur dreistelligen Seriennummern der vier Exemplare, die ich bisher gesehen habe.

    Schaltlogik in Hardware - mit vielen Einstellelementen und ohne Display!
    Gruß,

    Andreas

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