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Thema: Negative und Dias scannen mit Nikon Coolscan IV ED (LS-40) und Vuescan

  1. #1
    Hardcore-Poster Avatar von Hias
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    Standard Negative und Dias scannen mit Nikon Coolscan IV ED (LS-40) und Vuescan

    Wie ich bereits im "Was habt Ihr zuletzt gekauft"-Thread vor ca. einem Monat geschrieben habe, habe ich einen ca. 20 Jahre alten Nikon Coolscan IV ED (LS-40) gekauft und möchte hier meine Erfahrungen teilen. Über Hinweise und Anregungen wäre ich sehr froh, auch wenn ich mit meinen Ergebnisse bereits in vielen Fällen recht zufrieden bin.

    Hier ist nochmal ein Bild vom Scanner mit dem FH-3 Filmhalter. Der SA-21 Filmstreifenadapter ist mittlerweile im Zulauf.

    Ich hab mir den Scanner gekauft, weil ich doch wieder mindestens 10 Filme im Jahr belichte und wir hunderte von alten Negativen und mehr als 1000 ungescannte Dias daheim haben. Da lohnt sich ein Scanner - hoffentlich hält der alte Nikon noch ein paar Jahre durch.

    Ich betreibe den Scanner unter Linux (Debian Stable) mit Vuescan, alternativ unter Windows 10 mit Nikon Scan 4.0.3, aber Vuescan hat die um ein Vielfaches übersichtlichere und intuitivere Benutzeroberfläche. Außerdem macht mir Arbeiten am Computer unter Linux einfach mehr Spaß (wenn alles läuft...).

    Zunächst meine Ergebnisse mit Farbnegativfilm und zwar knapp 20 Jahre alten Negativen, die einfach in der Papierhülle gelagert wurden.

    Das Bild vom Regensburger Dom Anfang September 2002 mit der Minolta 505 SI und dem Minolta AF 3.5-5.6/28-80mm auf Kodak Funtime 200 zunächst einfach mit den Default-Einstellungen für Farbnegativfilm gescannt. Das in Vuescan vorhandene Preset für Funtime 200 brachte weniger gute Farben und Kontraste.

    2021-12-15-0003.jpg

    Sieht bei einem gut belichteten Bild schon ganz ordentlich aus.

    Dasselbe Bild in Vuescan als Rohscan im DNG-Format gescannt und dann in Darktable mit dem Negadoctor-Modul entwickelt. Da ist noch ein bisschen mehr rauszuholen.


    Diesmal in voller Auflösung, man sieht hier schon, dass die mageren 2900 DPi des Nikon Coolscan IV ED diesen Film (zusammen mit dem grottigen Objektiv) an die Grenzen treiben.
    Man könnte hier natürlich noch mit den übrigen RAW-Werkzeugen schärfen, lokalen Kontrast oder Klarheit erhöhen, gerade der lokale Kontrast betont aber sehr das Korn und ich bin kein Fan von körnigen Aufnahmen.

    Ich benutze im Moment trotz des Mehraufwands überwiegend die RAW-Scan Methode, weil ich mit dem Negadoctor-Modul in Darktable gut klarkomme und die Ergebnisse meist doch ein bisschen besser gegenüber dem Negativ-Scan sind.

    Noch zwei Bilder aus der Bretagne vom August 2002 mit der Minolta 505 SI und dem Minolta AF 3.5-5.6/28-80mm auf AGFA XRG 200 Film (für das Forum verkleinert)

    Bretagne-004.jpg

    Bretagne-006.jpg

    Bei Farbnegativ- und Diafilm funktioniert die Staub- und Fingerabdruckentfernung des Nikon sehr gut, es ist erstaunlich, was die alles wegfiltert.

    Gruß Matthias

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  3. #2
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    Standard

    Ähnlich unproblematisch gestaltet sich das Scannen der alten gerahmten Farbdias.

    Hier scanne ich derzeit tatsächlich ganz einfach in .jpg und nur ausnahmsweise mache ich .tif-Scans, die ich dann bearbeite. RAW-Scans bei Dias habe ich noch nicht probiert.

    Ich habe den Scanner für die Diafilme mit IT-8 Profilen kalibriert. IT-8 Targets habe ich von hier http://www.targets.coloraid.de/ für AGFA, diverse Fuji-Diafilme und Kodak Ektachrome.
    Ich bin mir beim Kalibrieren zwar keiner Fehler bewusst und habe die vorhandenen Anleitungen abgearbeitet. Die Unterschiede zwischen den Scans mit und ohne erstellten ICC-Profil sind aber nicht sehr groß und m.E. eher Geschmackssache. Ich habe allerdings auch keinen farbkalibrierten Monitor.

    Bilder aus Paestum und Pompeji von 1987 mit der Minolta X-700 und dem Minolta MD 1.7/50mm (beide bei mir heute noch im Einsatz) auf AGFACHROME CTx 100.

    Das war ich mit 12 Jahren...

    Pompeji-024.jpg

    Und nochmal ein Bild in Originalgröße von einem der Tempel in Paestum, mehr oder weniger direkt aus dem Scanner (am rechten Bildrand habe ich Teile einer Person wegretouchiert - meine Mutter hatte neben notorisch schiefen Bildern auch eine Neigung ständig angeschnittene Personen im Bild zu haben) ohne Schärfen.


    Da gibt's wenig zu meckern und per tif- oder RAW-Scan wäre in Darktable sicher noch ein bisschen mehr rauszuholen.

    Und noch eine Katze aus Rom 1995, ebenfalls Minolta X-700 und dem Minolta MD 1.7/50mm auf AGFACHROME CTx 100.

    Rom -004.jpg

    Gruß Matthias

    P.S.: Ich würde meine IT-8 Targets an Forumsmitglieder gegen Übernahme der Portokosten auch verleihen, bei Interesse einfach melden.

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  5. #3
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    Sehr viel größere Probleme habe ich dagegen mit den wenigen (ganz wenigen) neueren Diafilmen (nicht abgelaufen !) die ich in den letzten Jahren belichtet habe. Die Bilder, die da rauskamen, waren alle etwas merkwürdig und sahen gar nicht so aus, wie die Dias früher.
    Ich bin auch nicht überzeugt, ob MeinFilmLab, wo ich die Filme entwickeln hab lassen, bei der E6-Entwicklung so richtig gut sind. Bei Negativfilmen machen sie dagegen tolle Arbeit.

    Bilder aus dem Sommer 2021 aus Grado (die Bildauswahl zeigt schon, dass ich sehr gerne in Italien bin) mit der Minolta X-700 und dem Minolta MD W.Rokkor 3.5/28mm auf Kodak Ektachrome 100.

    So kam das Bild ohne ICC-Profil für den Kodak Ektachrome aus dem Scanner:

    Grado 001.jpg

    und so mit ICC-Profil, wenig Verbesserung, nur anders scheußlich:

    Grado 004.jpg

    Erst ein .tif-Scan mit Nachbearbeitung des Weißabgleichs und der Farben in Darktable (Modul Farbbalance RGB, Einstellungen im Reiter 4 HSL) brachten hier ein vernünftiges Bild.

    Grado-001.jpg

    Hier muss ich auf jeden Fall noch weiter forschen. Eigenartig finde ich v.a. dass die alten 20 bis 30 Jahre alten gerahmten Dias so völlig unproblematisch sind, die neuen aber Schwierigkeiten machen.
    Soweit ich das sehen kann, sieht das hier gezeigte Dia gegen das Licht gehalten besser aus als auf den Scans. Aber um das wirklich rauszufinden müsste ich die Film-Streifen schneiden und die Dias rahmen (ein paar Rähmchen habe ich noch) und sie in meinem halb kaputten Diaprojektor anschauen. Den Aufwand scheue ich zur Zeit.

    Gruß Matthias
    Geändert von Hias (10.01.2022 um 09:26 Uhr)

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  7. #4
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    Da ich nur wenig schwarz/weiß mache, bin ich noch nicht tiefer in das Thema s/w-Negative eingestiegen.
    Ich habe bisher nur die halbwegs brauchbaren Bilder aus meiner Revue 400SE von unserem Italienurlaub Pfingsten 2021 im Po-Delta (Lido di Volano) auf "AGFA" APX 100 (das ist, soweit ich weiß, in Wirklichkeit ein Kentmere-Film) als .jpg eingescannt.
    Dabei habe ich entsprechend von Ratschlägen im Netz die Negative mit niedrigem Kontrast gescannt, um keine Tonwerte abzuschneiden und den Kontrast dann erst in Gimp bearbeitet.

    Lido di Volano-032.jpg

    Lido di Volano-023.jpg

    Mein Problem dabei ist die Beliebigkeit. Mit diesem Vorgehen kann ich ja die Besonderheiten des jeweiligen s/w-Films verfremden und ich weiß nicht, wie ich mich dem "originalen" Filmlook am Besten annähern kann, so dass die Besonderheit des jeweiligen Films sichtbar wird. Mir ist natürlich klar, dass der Filmlook eines s/w-Films auch durch die Entwicklung und das Vorgehen bei den analogen Abzügen stark beeinflusst werden kann und es "den" Look eines s/w-Films daher nur ansatzweise gibt.

    Diese Woche kommt ein Fuji Acros 100 II aus der Entwicklung, da stellt sich die Frage noch stärker. Mal schauen, ob ich einen Weg finde, die starken Kontraste und das feine Korn des Acros in die Scans zu retten.

    Was bei s/w richtig nervt, ist dass die Staub- und Kratzerentfernung nicht funktioniert und selbst bei dem neu entwickelten Film sind in kürzester Zeit enorme Mengen Partikel auf dem Bild. Bei den ersten Bildern habe ich schon kräftig weggestempelt, zum Vergleich zeige ich jetzt mal eins ohne Dreckentfernung . Scanner ohne Staub- und Kratzerentfernung braucht man damit eigentlich von vornherein nicht zu kaufen.

    Lido di Volano-035.jpg

    Gruß Matthias

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