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Thema: Filmen mit Fotoapparaten - ein praktischer Leitfaden von Anfang bis Ende

  1. #1
    Fleissiger Poster Avatar von CameraRick
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    Standard Filmen mit Fotoapparaten - ein praktischer Leitfaden von Anfang bis Ende

    Hallo liebe Leute,

    ich bin bislang nicht sehr aktiv im Forum gewesen, und das will ich nun teilweise ändern
    Vermutlich interessiert es hier nicht einmal ein Zehntel der Mitglieder, aber ich denke wenn auch nur 5% sind, dass die zumindest ihre Freude daran haben werden.

    Ich will hier einen Leitfaden zur Fotoapparat-Filmerei erstellen - dieser wird in mehreren Tagen (oder Wochen?) entstehen, also nicht alles auf einmal. Die Zeit habe ich leider nicht
    Untermauert wird das mit Bildern (sofern sinnvoll) und vielleicht auch Videos.

    Ich hoffe das hier ist das richtige Unterforum, wenn nicht bitte verschieben.

    Zu meiner Person:
    Ich bin zwar Jungspund, aber in der Materie mittlerweile "ziemlich drin" - dabei vor allem auf technischer Seite. Ich arbeite und studierte in diesem Bereich, filme seit erscheinen der 550D auf dieser und drehe fast jedes Projekt auf Spiegelreflex; mein Kenntnisstand bezieht sich (technisch) hauptsächlich auf Canon, aber vieles ist auch ohne Probleme auf andere Systemkameras oder so übertragbar.

    Und damit will ich dann direkt auch starten - aber Vorsicht: es wird lang!

  2. #2
    Fleissiger Poster Avatar von CameraRick
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    Standard AW: Filmen mit Fotoapparaten - ein praktischer Leitfaden von Anfang bis Ende

    Lektion 1 – Was soll das?


    „Was soll das?“ - nicht nur ein von mir geliebter Ausspruch Hagen Rethers, sondern auch die erste Frage die man sich leider stellen sollte, bevor man anfängt den Video-Modus irgendeiner Kamera zu nutzen.

    Wieso filme ich, was will ich fest halten, wie soll das mal aussehen nachdem ich hier fertig bin?

    Die Nutzen von Filmen sind verschieden: ich mache es aus Spaß, oder auch gegen Bezahlung. Aber grundverschieden sind diese Vorgaben nun nicht. Ich arbeite in der Regel szenisch, also wie „im Film“. Andere filmen ihre Familie, ihren Urlaub – auch das ist gut, solang es nicht zum klassischen Urlaubsvideo wird


    Wieso?

    Die Idee und die Motivation für einen Film oder ein Video können vielfältig sein.
    Ein Beispiel: Sad Lonely Lucas
    Dieser Film ist entstanden, als ich kurz nach unserem Umzug nach Berlin das zweite Mal ganz allein daheim war (ich habe die Jahre vorher kontinuierlich allein gewohnt, nun zum ersten mal WG).
    Die Message: ich bin allein, ich vermisse euch.
    Die gewollte Wirkung: das erzeugen einer traurigen, aber total fingierten Stimmung die absurd und lustig wirken soll (es ist eher ein Film für mein Umfeld als für „jeden Zuschauer“)

    Leider hat der gesamte Film darauf nicht basiert. Die Idee zu diesem Film hatte ich, als ich die GoPro HD Hero meines Mitbewohner das erste mal in der Hand hielt und etwas mit einem Waschbecken machen wollte. Und der Rest kam dann hinterher.

    Aber auch ich musste mich fragen: wie will ich diesen Film auflösen? Was mache ich da rein?
    Ein paar stille Einstellungen von Blumen und Landschaften kann durchaus schön sein, aber damit der Film auch länger als eine Minute spannend bleibt braucht es entweder eine echt tolle Location oder irgendetwas „gewagtes“. Es muss spannend sein, und auch bleiben.
    Ich habe mir in SLL überlegt, dass ich sehr gerne nur starre Einstellungen haben will (wie auch anders?), die dennoch spannend sind und unterhalten. Auch wenn so gut wie nichts passiert; die Spannung kommt durch den Inhalt, und natürlich auch durch die wunderbare Musik (ich kann das sagen, weil ich sie nicht selbst gemacht habe )

    Ich habe vor mehr als einem halben Jahr das Tokina 11-16mm f2.8 gekauft. Ein herber Weitwinkel, aber ich schwöre es: bei jedem Projekt, was ich seit dem Kauf realisiert habe, ist es zum Einsatz gekommen. Einfach weil sich ganz tolle Möglichkeiten bieten. Es ist wichtig, so etwas zu nutzen:
    Der starke Unschärfen-Look der DSLRs und Systemkameras ist durch unzählige Bokeh-Pornos auf YouTube und Co. sicher nicht populärer geworden. Es ist nun mitunter langweilig, man macht die Blende selten unter f4 (ich nehme mich da nicht aus). Es besteht nur noch aus Unschärfe, „weil es jetzt geht, und früher nicht“. Der Unschärfen-Look sollte Gestaltungsmittel sein, nicht Inhalt – und um dem zu entfliehen hilft auch mal eine Charakterlinse, ein Weitwinkel, die Sicht aus einem Waschbecken. Für viele hier mag das logisch klingen, das ist es aber leider nicht.

    Wenn etwas im Film auf unübliche Weise passiert, spricht man von der „Motivation“. Etwa ein klassischer Achsensprung kann komplett in Ordnung sein wenn er einfach motiviert ist. Sieht man etwa in der ersten Szene von „Der Pate“. Wenn die Kamera also wackelt wie Hulle, das Bild nichts zeigt außer ein Stillleben, wenn die Kamera „atmet“ (klitzekleine Bewegungen, um etwas Energie in die Szene zu geben), wenn es eine herbe Vignette gibt – alles ist Okay, solang das motiviert ist. Hier schneiden sich Profi und Amateur, denn der Amateur motiviert gerne mal etwas zu viel
    Das gilt aber auch genau so für die Geschichte. Wenn man sich im Kino manchmal bis zum Ende des Films fragt: „was sollte das?“, dann war es vermutlich nicht richtig motiviert.

    Ob wir nun Kinder oder den Urlaub filmen, die Frage bleibt: warum filme ich das gerade? Will man nur in zehn Jahren wie damals die Kinder aussahen (solche Aufnahmen gibt es auch von mir auf VHS-C – ganz grausig). Es kann aber auch sein, dass man eine Art „Unsere Erde“ will, aber eben mit dem Nachwuchs. Es kann etwas werden, was man auch anderen zeigen kann; schaue ich etwa die Videos eurer Kinder, habe ich keinerlei Bezug und bin vermutlich schnell gelangweilt (das trifft im Umkehrschluss aber nicht für meine Kinder-Videos zu, weil ich schon immer sehr unterhaltsam war ). Wenn das aber schön gemacht ist, dann bin ich interessiert und schaue es, einfach weil es ein schönes Video ist.
    Ich habe mir auch den ganzen Baraka angetan, und gelangweilt war ich da nie.


    Aber wie?

    Wie schafft man es nun, dass die eigenen Videos unter Umständen spannender werden?
    Im Prinzip ist das ähnlich wie in der Fotographie. Man macht keinen Blitz frontal aufs Objekt und macht immer gleiche Fotos ohne Inhalt, sondern man sucht sich „das Besondere“ - und das durchs Licht, durch den Ort, die Kadrage. Gerade beim Beispiel „Kinder“ ist es zum Beispiel spannend, auf das Level (also die Höhe) der Kinder zu kommen. Bei Tieren das Gleiche. Ach, da muss ich euch vermutlich am wenigsten erklären
    Auch wichtig ist, einfach mal den Standpunkt zu wechseln. Nach zwanzig Sekunden wird fast jede Einstellung langweilig – ein Film besteht nicht aus einer Kamera. Man muss nicht alle drei Sekunden schneiden, aber ein wenig „Action“ ist schon spannender; und selbst wenn es nur kurze Inserts sind (Mini-Clips, die man einfach so rein schneiden kann).

    Bewegung ist auch immer König, sofern glatt und schön. Es gibt für Kameramänner jede Menge Spielzeug, aber das grundlegendste ist und bleibt der Dolly. Ich besitze natürlich keinen, viel zu teuer; aber ich habe einen Slider. Das ist eine Schiene, auf die ein kleiner Schlitten gleiten kann. Alles Industrieteile, günstig selbst gebastelt; gibts aber auch in extrem teuer im Filmbedarf. Eine kleine Fahrt bringt pepp in jedes Video! Allgemeine Regel: "If you can ride it, it's a Dolly". Ein (gescheites) Spielzeug-Auto kann genau so taugen wie ein Pontiac Firebird.


    Halten wir fest:
    -alles was ich mache sollte eine Motivation haben
    -ich schneide nicht übertrieben, aber ein gewisses Pensum sollte da sein
    -ich halte nicht einfach drauf – ich kadriere meine Bilder sinnvoll
    -ein grober Ablauf-Plan, „worauf will ich hinaus“, ist sehr sinnvoll
    -Bewegung ist König


    Das war es nun zur ersten Lektion. Sehr trocken, findet ihr nicht? Aber so etwas muss auch sein. Keine Angst: der Rest wird ab nun quasi nur noch technisch und weniger Gebrabbel -
    Geändert von CameraRick (08.07.2011 um 01:08 Uhr)

  3. #3
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    Standard AW: Filmen mit Fotoapparaten - ein praktischer Leitfaden von Anfang bis Ende

    Lektion 2 – Vor und während der Aufnahme


    Speziell bei DSLRs und Systemkameras gibt es schon vor der Aufnahme ungefähr dreihundert Dinge zu beachten. Vieles davon lässt sich beim korrekten Verständnis umgehen, vieles aber auch nicht; hier gilt es, zu wissen was Sache ist, um die Probleme umgehen zu können.
    Fangen wir also mit der grundlegendsten an: der Kamera selbst.


    Ergonomie

    Jeder der mal einen richtigen Camcorder in der Hand gehalten hat weiß, wie unsäglich schlecht DSLRs und Systemkameras in der Hand liegen. Ihr grundlegendes Problem ist ihre Bauform; sind sind von Natur aus eher kurz. Das Problem ist, dass hier sehr schnell Wackler entstehen – und zwar ein kippeln, „hoch und runter“. Wenn eine Kamera wenige Grad geneigt wird, ist es ein ähnlicher Effekt wie wenn man die Kamera ohne Neigung ein paar Zentimeter anhebt – das steht aber nicht direkt im Verhältnis. Dieses Kippeln und das damit verbundene Wackeln entsteht selbst bei Leute mit ruhigster Hand wenn man „handheld“ aufnimmt.
    Ein Lösungsansatz ist das klassische Stativ, oder etwas, was die Kamera länger macht – so können die kniffligen Wackler gar nicht mehr richtig entstehen. Beispiel wäre da, ganz plump, ein Holzbrett mit Loch und 1/4“-Schraube.


    Belichtung

    Ja, einer der grundlegenden Parameter zur Belichtung fällt im Prinzip einfach weg, beziehungsweise wird starr. Ausgegangen von einer Bildfrequenz von 25 Bildern pro Sekunde (fps), ist die übliche Belichtungszeit 1/50 Sekunde. Das kommt vom typischen 180°-Shutter in einer Filmkamera (ja, dort ist ein Shutter eine abgeschnittene Scheibe), welcher die Hälfte der Zeit, die das Bild da ist, belichtet – also ist die Faustregel, dass man die doppelte Bildfrequenz belichtet. Bei 24p („p“ steht hier für Progressive, Vollbilder, meint hier auch „fps“) entsprechend 1/48, bei 100 fps wären es 1/200 Sekunde. Aber wieso nicht anders?
    Wir als Zuschauer haben uns an diese Belichtungszeit gewöhnt, die Bewegungsunschärfe ist hier für uns „normal“. Eine längere Belichtung würde ungewohnt „schmierig“ wirken, eine kürzere wirkt schnell Stakkato-mäßig (aber auch das kann man motiviert nutzen, wie bei „Der Soldat James Ryan“ in der Anfangsszene). Manchmal muss man aber auch umsatteln, etwa wenn man in der Post-Produktion noch eine Zeitlupe berechnen will.
    Um nun bei relativ offener Blende etwa draußen filmen zu können ohne das einem der Chip vor Helligkeit explodiert, empfiehlt es sich einen ND-Filter oder gar einen ND-Fader zu nehmen, um variabel auf die Helligkeit reagieren zu können.
    Im Dunkeln hilft dann nur noch die Blende, und die ISO – dies ist bei Video kritischer als beim Foto, aber dazu kommen wir später noch.


    Codec

    Spätestens jetzt beginnt der „lustige“ Teil.
    Wir zeichnen bei so ziemlich allen Kameras dieser Klasse im h.264-Codec in verschiedenen Container-Formaten auf, meistens MOV. Bei Canon haben wir dabei etwa 45mbit (mit Ausnahme der 500D), Panasonics nehmen etwas in den 20ern auf. Generell (ohne Hacks versteht sich, dazu später mehr) sind die Aufnahmen nun 8bit und mit dem Farbsampling 4:2:0 (was bedeutet denn der Quatsch?). Auch wenn die Datenrate etwas anderes suggeriert: das Material ist „Müll“. Es ist wirklich nicht gut; es hat, gerade bei Quicktimes MOV, vielerlei Probleme und im Endeffekt haben wir etwas schlechteres als wenn wir JPEGs aufnehmen würden.
    h.264 ist ein toller Codec zum anschauen; leider nicht zum Arbeiten. Er braucht einen recht potenten Computer, damit er gescheit bearbeitet werden kann. Auch hier kommen wir später erst zu Lösungen.
    Der Codec hier zeichnet dazu dem menschlichen Sehempfinden nach auf. Das heißt: dunkle Bereiche kriegen weniger Information gespeichert, „mehr Matsch“, als helle. Denn das Auge sieht im Hellen einfach viel besser als im Dunkeln. Das Problem ist nun, wenn wir am Material was machen wollen – hier ist manchmal nicht mehr viel zu holen. Aber man kann auch nicht maßlos überbelichten, denn Informationen in den hellen Bildbereichen kriegen wir gar nicht mehr wieder. Manch einem ist das vielleicht egal und er macht mit dem Material ohnehin nichts mehr – aber das ist nicht meine Welt und deswegen kommen wir direkt zum nächsten Punkt:


    Picture-Styles (ggf etwas stark Canon-bezogen)

    Ein Picture-Style ist nichts anderes als ein Algorithmus der regelt, wie das Licht, das auf den Sensor kommt, gespeichert wird. Jeder In-Kamera-Effekt (wie Monochrome oder so) ist nichts anderes als ein Picture-Style.
    Für mich war es damals ein Kaufgrund. Ich habe das schon an einer Canon XH-A1 erlebt, und auch eine Sony F23/F35 haben ähnliche Funktionen, die sie dort S-LOG nennen.
    Ich selbst bin kein Freund vom Canon „Standard“, aber ich liebe zum Beispiel Velvia (3rd Party). Velvia brennt einem nur einfach alles weg – aber das ist manchmal toll, etwa wenn ich zu Ostern im Garten sitze und die Kinder fotografiere. Im Video hat das aber wenig verloren. Denn der Picture-Style kann uns helfen, mehr Informationen zu speichern.

    Von eingebauten Styles ist bei Canon der „Neutral“ der erste Style der Wahl. Dieser ist eben neutral – nicht so viel Kontrast, nicht so viel gesättigt. Denn alles was wir in der Kamera haben, haben wir so – wir haben keine RAWs!
    Wir haben Chips die eine hohe Dynamik haben (11,0 Blenden bei der 7D und gleichen Chips, 11,2 Blenden bei der 5D MKII wenn man Zacuto glauben darf). Doch diese Dynamik will genutzt, nicht durch einen blöden Picture-Style künstlich gedrückt werden.
    Um nun das best-mögliche raus holen zu können, muss das Material möglichst „flach“ sein. Die hellen Lichter etwas dunkler, die dunklen Sachen etwas heller. Das sieht dann an sich echt nicht gut aus, aber wir haben eine Basis wenn wir das Material noch mal irgendwie anfassen wollen.
    Es gibt verschiedene Picture-Styles die das erreichen; einer meiner Lieblinge ist Marvell's Cine und auch Crooked Path Flat (unter Punkt 2). SuperFlat ist ein sehr bekannter, der rauscht mir allerdings zu viel in den Tiefen.
    Ganz „neu“ ist etwas ganz besonderes: Cinestyle von Technicolor. Technicolor und Canon haben zusammen an diesem kostenlosen Style gearbeitet um die 5D MKII aufgrund ihres großen Erfolgs in der Film-Szene noch etwas attraktiver zu machen.

    Schauen wir uns nun doch mal endlich an, was wir da kriegen:




    Der Vergleich zeigt die selbe Szenerie, selbes Objektiv, selbe Kamera. Standard, Neutral, Cinestyle.
    Ich habe mit Absicht meinen (sehr ordentlichen) Schreibtisch mit Objektiven gewählt, damit man mal sieht, wie viel Information man einfach mal mehr in den Tiefen kriegt. Hier ein anderes Beispiel: man beachte das Fenster am Haus gegenüber.

    Ich will ausdrücklich sagen, dass nicht jedes Video etwas derartiges braucht; es behält einem aber Flexibilität, und möglicherweise auch Qualität. Eine Art Pseudo-RAW. Tut euch aber einen Gefallen und nehm zumindest „Neutral“
    Hier ein Video, was gut erklärt wie man die Styles auf Canons installiert: click (von Farbkorrektur versteht der nichts, aber er vermittelt ganz gut)

    Wer keine Canon hat:
    Ich bin mir sehr sicher, dass Panasonic so etwas auch drin hat. Aber „ob so gut“ weiß ich nicht. Allgemein haben das viele Kameras, aber oft wird das nicht gewusst oder belächelt. Zu Unrecht


    Die CMOS-Problematik

    Fast jede Kamera hat heute CMOS-Sensoren. Das hat Vorteile, sehr viele sogar, aber ein großer Nachteil ist auch da. CMOS wird (noch) nicht progressiv ausgelesen. Sondern nur Zeile für Zeile.
    Für uns hat das nun einen blöden Effekt der bei Fotos nicht so oft durchkommt. Wenn wir die Kamera schnell bewegen oder schnelle Bewegungen filmen, dann ist das womöglich schneller als der Sensor.
    Das heißt für uns: bei schnellen Drehungen haben wir nachziehende Linien, das Bild wird kurz „schräg“. Oder der vorbeifahrende Bus ist schief.

    Es gibt Möglichkeiten das in der Post zumindest ansatzweise zu beheben; dabei gibt es ein kostenloses Programm (Windows only), und ein sündhaft teures Plugin für noch teurere Software. Ich werde zu gegebener Zeit auf beides eingehen.

    Und ich habe den ganzen Text zugebracht ohne es zu benennen: Rolling Shutter (Belichtung „rollt“ von oben nach unten) wird dieses vorgehen und das Problem genannt.


    Sensor-Binning

    Wie kommen die Daten eines 18mp (oder sogar mehr) Sensors in ein „HD“-Video? Wer denkt, die Kamera nimmt jederzeit die volle Auflösung und skaliert das runter, denkt leider zu optimistisch. Die Wahrheit ist, das Bild wird „gebinned“. Beim Binning werden mehrere Pixel zu einem zusammengefasst. So ergeben etwa ein Zusammenschluss aus 4x4 Pixeln (ich glaube so ist das bei der 5D MKII) einen im Video, und das hat Folgen.

    Die Schlimmste: das Bild ist verflucht unscharf. Jedes Bild einer 5D wirkt endlos scharf, aber nur weil so viel unscharf ist. Guckt man sich das nüchtern an ist es aber verflucht unscharf, und eigentlich echt blöde. Die „reale“ Auflösung liegt noch unter 720p, was der Grund dafür ist, dass ich meine meisten Filme in 720p* produziere; durch das Runterskalieren wird das Bild schärfer.
    Das hat mit Objektiven dabei auch wenig zu tun – die perfekt fokussierte L-Lens macht kaum ein besseres Bild als mein altes Vivitar Series 1 bei Blende 5,6.
    Bei Panasonic ist dieses Problem übrigens lange nicht so schlimm.

    Ein anderes ist, dass dadurch an gegebenen Stellen sehr schnell Moiré entsteht; prädestiniert sind Klinkersteinhäuser, gestreifte/karierte Hemden und Kühlergrille von Autos. Wenn es also geht: filmt das nicht.

    Selbst bei Sad Lonely Lucas ist es an sehr einfachen Stellen entstanden, wie man in diesem Outtake sehen kann (Crop der Original-Auflösung):




    Gut sieht man das in den Haaren und dem Rahmen der Brille. Lustige bunte Applikationen; in Bewegung ist es wesentlich deutlicher. An Häuserwänden wird das schnell zur Farben-Party – also sollte Vorsicht geboten sein, denn selbst in Haaren kann sich das abbilden. Besonders scharfe Objektive sind hier sogar weniger zuträglich, es wird eher schlimmer; innerhalb des Picture-Styles sollte daher auch die Schärfe gesenkt werden (es wird ohnehin nur nach geschärft; ein Wert von 1 oder 2 ist gut).
    Auch hier ist das Problem bei Panasonic zumindest nicht so schwer.

    * Obacht!
    Besitzer einer 7D/60D/550D/600D könnten nun meinen, in 720p zu filmen und dann noch 50p abzusahnen. Leider eine Milchmädchenrechnung. Denn: bei 720p wird das Bild noch mehr gebinned um auf die kleinere Auflösung zu kommen, also sind alle Probleme noch schlimmer. Ich würde, selbst wenn ich Zeitlupe brauche, immer zwei mal überlegen (oder besser: zwei mal drehen), ob ich diesen Modus nehme.

    Welche positiven Seiten das haben kann erfahren wir auch wieder später im Post-Teil


    ISO in Video

    Gerade die 5D MKII-Besitzer lachen immer etwas, wenn ich davon anfange. Aber durchaus ist auch hier Vorsicht geboten!
    Durch das Binning wird das ISO-Rauschen generell schlimmer, dazu wirkt es im Bewegtbild immer ganz anders. Wer sich erinnert: die Belichtungszeit können wir um Dunkeln vielleicht nicht weiter senken, also muss die ISO hoch wenn das Beste f1.2er an die Grenze stößt

    Nun ist ISO-Rauschen in Videos immer schlimmer als auf Fotos. Bei Fotos gehe ich ohne große Sorgen auf ISO1600 und kann die Fotos (solang ich sie nicht auf ein Plakat drucken muss), bei Video gräme ich mich sogar bei ISO800. Hier fange ich schon an, in der Post zu entrauschen.
    Da das Material ohnehin viel rauscht (egal welche ISO – ich sehe so etwas immer...) und das durch andere Picture-Styles schon manchmal verschlimmert, muss man wieder die Frage stellen: welche ISOs darf ich nutzen?
    Es gibt da immer den Kampf, was ist natives ISO, und was nicht. Mir ist das egal, ich lebe mit den Fakten. Hier ein interessanter Artikel dazu: click
    Die Erkenntnis für mich: nachts (und im Dunkeln) gehe ich auf die 160er, Tagsüber auf volle ISOs. So einfach mach ich mir das. Der Rest wird nicht angefasst.
    Gilt für Canon. Alle anderen, sorry, das weiß ich nicht :(

    Entrauschen kann man das Material in der Post meist ganz gut (entsprechende Anwendung vorausgesetzt).Die 7D/60D/550D/600D gehen bis 1600 ganz „passabel“, 1250 ganz gut, 800 kein Thema. Bei der 5D MKII verschiebt sich das etwa eine Blende nach oben; da finde ich die 3200 am Rande des erträglichen zum erfolgreichen entrauschen. Kommt auch immer auf den Anspruch an.

    Einige vergleichen ISO gern mit Filmkorn; das ist wahr und auch falsch. Generell sollte jedes Material ein wenig rauschen, sonst wirkt es tot. Man darf es nicht „Aalglatt“ machen und so lassen, das ist auch teilweise echt gruselig. Was ich gerne mache: ich mache es „sauber“ und rechne nacher (grobes) Filmkorn rein. Da stehe ich drauf. Aber man kann natürlich auch ein dezentes Rauschen rein machen.
    Wichtig für mich ist immer: lieber Korn, als ISO-Rauschen.


    Custom-Firmware

    Wie ich hörte wurde gestern auch die Panasonic GH2 gehacked – also mal ein modularer Punkt
    Ich weiß nur noch nicht was das kann. Update ich sicher mal.

    Seit einiger Zeit gibt es für die 5D MKII sowie die 500D/550D/600D/60D (ganz recht, die 7D nicht) eine Customfirmware namens Magic Lantern. Diese ermöglicht diverses, vor allem sehr viel was den Filmer in mir heiß werden lässt
    Features die ich nicht mehr missen mag: Focus-Peaking (manuelle Objektive im Fotomodus, ahoi!), Cropmarks, Falschfarben (zur korrekten Lichtsetzung), Waveform/Histogramm, Zebra (zeigt Über- und Unterbelichtung), mehr ISO-Stufen und numerischer Weißabgleich für 500D/550D/600D, One-Click Weißabgleich mit Magenta/Grün Korrektur. Und noch mehr.
    Ein wichtiger Punkt ist für viele, dass man die automatische Tonaussteuerung deaktivieren kann. Nun kann man selbst pegeln und so mit externen Mikros überhaupt erst korrekt arbeiten.

    Nun, das geht aber auch mit Risiken einher (ich habe noch von keiner beschädigten Kamera gehört, aber man weiß ja nie); es ist eben ein Hack, und damit hebt es die Garantie auf, auch wenn ich nicht sicher bin ob Canon das spitz kriegen würde.

    Zu Magic Lantern könnte ich ein Buch schreiben; ich bin nicht nur in der offiziellen Vimeo-Gruppe sehr aktiv, ich fungiere da auch als Moderator und stehe im engeren Kontakt zum Developer der 550D-Version. Hier alles reinschreiben wäre schwer, daher würde ich das, wenn ihr das nicht schon kennt, auf wo anders verschieben.


    Ton

    Da war was. 60% des Eindrucks eines Films erzeugt die Akustik, sagt man so. Nun, da hat man leider mit diesen Kameras verloren; man kann externe Lösungen kaufen, gute sind nicht direkt günstig und die Qualität immer so mittel. Die 60D kann als einzige Canon nativ den Ton manuell pegeln, der Rest hat Automatiken.
    Hier kann ich, weil ich Ton nur extern auf andere Rekorder aufnehme, auch gänzlich wenig zu sagen. Der Kameraton ist brauchbar wenn man die Kamera nicht zu viel anfasst und tolerant ist, einen IS oder ähnliches hört man aber auf der Aufnahme.
    Hier hilft mir, wie bei SLL, einfach gute Musik – oder eben ein externes Mikrophon wie das RØDE VideoMic Pro, und selbst hier wird nicht alles von alleine gut.... :/




    Das sollte die zweite Lektion gewesen sein. Die Dritte, etwas kürzer, befasst sich mit dem Schritt von der Speicherkarte in die Bearbeitung.
    Geändert von CameraRick (08.07.2011 um 17:18 Uhr)

  4. #4
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    Standard AW: Filmen mit Fotoapparaten - ein praktischer Leitfaden von Anfang bis Ende

    Lektion 3 – Von der Kamera zum Schnitt


    Manch einer wird fragen, wieso das hier eine eigene Lektion ist.
    Der typische Workflow hier wäre die Daten von der Speicherkarte respektive der Kamera auf den Computer zu kopieren und direkt anzufangen. Das hat allerdings ein paar Probleme, die viele von euch sicher schon mal erlebt haben könnten.


    Codec

    Ja, wieder der gute Codec. Der h.264 wurde mal erschaffen, um etwa im Internet bei geringen Datenraten eine gute Qualität zu gewährleisten; das macht er auch extrem gut, man schaue sich etwa mal die Filmtrailer auf Apple.com an. Aber leider ist er eben nicht zur Bearbeitung gemacht; er bildet nämlich gern mal Artefakte und braucht erheblich mehr Rechenleistung als zum Beispiel der gute alte DV-Codec aus Tape-Zeiten.
    Ein erster Schritt wäre nun, dass man die Daten in einen anderen Codec umwandelt um diese dann besser schneiden zu können; das ist tatsächlich recht normal und wird auch in meinem Umfeld fast immer getan.
    Um ein wenig zu prahlen (auf Ebenen die hier nicht so spannend sein dürften): ich habe, eben Arbeitsbedingt, einen extrem starken Computer. Ich habe in meinem Leben erst ein Projekt umgewandelt, und das nur, damit ich auf einem Mac(und einem MacBook) überhaupt erträglich schneiden konnte. Ich hatte es einfach nie nötig, das zu tun – bis vor kurzem, aber dazu später mehr.

    Zur optimalen Bearbeitung gehen wir am Besten in einen Codec, der auch zum Arbeiten da ist; die nennen wir für gewöhnlich „Intermediate Codec“. Beispiele dafür sind Apples ProRes oder DNxHD von Avid. Aber Achtung: die Daten nehmen an Größe massiv zu. Neben der besseren Bearbeitung geht meist auch eine bessere Qualität (zumindest bei der Nutzung von 5DtoRGB und dem CineFrom Studio, s.u.) einher.
    Was für viele jetzt ernüchternd klingen kann: 45Mbit einer Canon sind nicht viele Daten. Also im Vergleich zu den 25Mbit von DV schon, aber das war auch nur PAL. Bei 45mbit erhalten wir etwa 5,5 Megabyte pro Sekunde – zum Vergleich: ein unkomprimierter FullHD-Stream hat 1,5Gbit, das sind 187,5 Megabyte pro Sekunde. Unser Ziel ist etwas dazwischen.

    Wer an einem Mac arbeitet sollte für dich ProRes wählen – meine Lieblingsvariante ist ProRes LT mit einer Datenrate von etwa 80Mbit. Die großen Brüder sind für uns kaum Interessant: das Material bleibt ja gleich, es ändert sich ja nicht. PCs können (mit Quicktime Pro) dieses Format zwar öffnen und bearbeiten, nicht aber in dieses Format schreiben.
    Wer am PC arbeitet hat aus dem Hause Avid den DNxHD-Codec, den er nehmen kann. Diese kommen auch im Quicktime-Containerformat MOV, können also auch am Mac bearbeitet und geschrieben werden; wer Kompatibel bleiben will hat also hier ein größeres Los gezogen
    Ganz neu:
    Die Firma GoPro hat "vor kurzem" den Codec-Giganten CineForm gekauft, welcher eigentlich (teuer zu bezahlende) Codecs für High-End Lösungen anbietet. GoPro, eigentlich Hersteller von schönen Action-Kameras, wollte einfach die 3D-Möglichkeiten des Codecs für seine Produkte haben (da kauft man schon mal eine Firma, gell?).
    Das ist für uns ein riesen Vorteil: das kostenlose GoPro CineForm Studio ist optimal benutzbar, speichert die Videos "platzgünstig" und ist gut verarbeitbar.

    Die Daten werden also doppelt bis dreifach so groß wie sie ursprünglich waren, wenn wir von Canon aus kommen. Wer eine Panasonic hat hat noch mehr Datenmenge auf der heimischen Festplatte. Wie soll man sagen – es ist eben auch HD, was da bearbeitet werden will. Mit den CineForm-Codecs ist es schwer zu sagen, da die BitRate variabel ist. Er ist nun aber defintiv kleiner als DNxHD, meist unter 100Mbit!
    In der Theorie kann man das Material auch in HDV wandeln; dies ist ähnlich gut zu bearbeiten wie altes DV und besitzt die gleiche Datenrate. Das geht aber mit Verlust der vertikalen Auflösung einher – das Format wird nämlich anamorph gespeichert und beim anschauen/bearbeiten um den Faktor 1,33 gestreckt. Das ist nun aber auch in Anbetracht der ohnehin geringen Auflösung nicht so tragisch.
    Problem ist nur, ich weiß akut keine Lösung in dieses Format zu wandeln - denn MPEG2, was HDV ist, braucht eine (kostenpflichtige) Lizenz zum Erstellen und Abspielen.


    Umwandlung in DNxHD und ProRes

    Um das Format in DnxHD oder ProRes zu wechseln empfehle ich eine kostenlose Software – sie heißt MPEG Streamclip. Sie ist dabei sogar für Mac und PC erhältlich.
    Für CineForm nehmen wir das integrierte Studio - dazu später mehr.

    Die Bedienung ist Kinderleicht. Nachdem wir eine Datei geöffnet haben (File → Open Files oder STRG+O) gehen wir über File → Export to Quicktime (STRG+E) in die Konfigurationsmaske. Die wichtigsten Sachen von oben bis unten:




    Im oberen Drop-Down Menü wählen wir in diesem Beispiel den Avid DNxHD. Über „Options...“ daneben kommen wir (zumindest auf meinem PC) zu einem verkrüppelten Fenster; unten ist ein Drop-Down Menü versteckt, hier wählen wir den entsprechenden Codec für unser Format (man beachte Hauptsächlich die Auflösung, die Bildrate und p/i; die Datenrate wähle gern bei 120Mbit). Der Rest bleibt so.
    Zurück im großen Fenster wählen wir die Qualität bei 100%, links die Auflösung (vielleicht will man ja herunter skalieren). Ganz wichtig: bei progressiven Material (also Vollbildern, jede Canon nimmt so auf) muss der Haken bei „Interlaced Scaling“ entfernt werden. Falls wir Interlaced-Material (zum Beispiel Sony NEX und DSLRs zeichnen so auf) haben, können wir das wenig drunter direkt deinterlacen lassen. Das kleine Drop-Down Menü unten stellt uns vor die Wahl ob „Upper“ oder „Lower Field First“; das ist nur bei Interlaced-Material interessant und kann zum Beispiel mit MediaInfo ausfindig gemacht werden. Allgemein gilt: wenn ich Interlaced-Material habe und es progressiv will, auch einen progressiven Codec wählen!
    Über „Adjustments“ können wir noch kleinere Änderungen vornehmen; ich nutze hier höchstens das Wasserzeichen, um etwa verschiedene Schnittfassungen zu kennzeichnen oder dem Kunden die Verarbeitung zu unterbinden.
    „Make Movie“ ist nun der Button der Wahl, um das Material umzuwandeln; das kann etwas dauern, aber entlohnt eben unter Umständen mit einer besseren Bearbeitbarkeit (gibt es das Wort?).
    Auch Batch-Processing von vielen Daten auf einmal ist möglich, wenn man viele Clips zu verarbeiten hat.
    Das beschreibt nun den Workflow für DNxHD - am Mac funktioniert das mit ProRes genau so. Wählt einfach ProRes LT und - ganz wichtig! - in den "options" sollte die Gamma-Korrektur auf "ohne" stehen, nicht auf "automatisch". Das versaut einem die Helligkeit, und zwar dynamisch (aber hüpfend).

    Vielleicht hat jemand bei ProRes oder DNxHD die Proxy-Version entdeckt, mit 36Mbit. Die ist im allgemeinen nicht zu empfehlen – hier treten deutliche Blöcke hervor die stören können (versuchts mal aus). Dieser ist eben zum Schneiden mit Proxy-Daten da; man schneidet mit einer wesentlich schlankeren Version des Materials (etwa auf dem Notebook unterwegs) und ersetzt die Daten anschließend mit den Originalen. Bei einer Produktion, wo die Kamera selbst schon 300Mbit aufzeichnet, ist das natürlich interessanter als für uns.


    Umwandlung im CineForm Studio

    Obgleich man in dedizierten Kompressionsprogrammen wie dem Adobe Media Encoder ein paar Optionen mehr hat, reicht das Studio vollkommen aus und wandelt wunderbar um. Und einfach ist es auch!
    In der Theorie geht das für OSX und Windows. Die OSX-Version hat aber, so weit ich weiß, manchmal ein paar Probleme. Hier würde ich bei ProRes bleiben (nur um sicher zu gehen und komplett kompatibel mit allen Apple-Produkten zu sein).
    Für die, die des Englischen mächtig sind, habe ich ein Tutorial parat; falls nicht, hier die wichtigsten Fakten:




    Zuerst müssen wir nach der Installation das Symbol in der Taskleiste inspizieren und die Option "Filter 422 to 444" anmachen, damit das Subsampling besser wird (wichtig!). Nun machen wir das Programm auf:




    Erst einmal importieren wir die Clips, die wir wollen (1). Über einen kleinen Button am unteren Rand (2) kommen wir in ein Menü für erweiterte Optionen (3). Hier macht es Sinn, die Source-, also die Quell-Eigenschaften zu übernehmen. Falls wir aber zB 1080p Material haben, können wir auch gut direkt in 720p (1280x720 Pixel, oft auch HDReady genannt) umwandeln. Die Framerate sollte einfach übernommen werden (in Europa sind 25p üblich), die Audio-Source einfach so belassen (bei 3D-Kamera Setups interessant).
    Das Fileformat würde ich auf AVI lassen, da MOV hier gerne Probleme bereitet. Wer auf Mac UND PC arbeiten muss, sollte MOV aber durchaus probieren.
    Die Qualität ist auf Medium in Ordnung, High nimmt man für tadellose Qualität - Low sollte man nicht wählen (Pro-Tipp: über Programme wie den Adobe Media Encoder hat man nocht ein paar mehr Qualitätsstufen zur Auswahl; dies ist aber mehr für Projekte interessant, die sehr stark bearbeitet werden sollen)
    Remeber Settings behält die Auswahl für andere Dateien vor - und schon sind wir fertig!

    Über den großen blauen Button (4) können wir nun alle Clips, die wir wollen, zur Batch-Liste hinzufügen. Via "Convert All" (5) starten wir diese (ganz unten in der Mitte des Bildschirms können wir, falls gewünscht, einen alternativen Speicherpfad festlegen).

    Sind wir fertig, kann man im Edit-Menü (6) noch viele Parameter einstellen. In der Theorie ist die Bearbeitung hier die Beste, die man den Daten antun kann, da sie direkt im Codec arbeiten. Für kleinere Anpassungen (Weißabgleich, Helligkeit, etc) durchaus zu empfehlen!


    Umwandlung mit 5DtoRGB

    dieser Punkt fliegt raus. Zugegeben, 5DtoRGB war eine brauchbare Lösung, nun aber kostenpflichtig (für OSX) und immer noch schwer nutzbar für Windows. Mac-User sollten im AppStore nach 5DtoRGB schauen, PC-User brauchen das nicht - denn durchs CineForm-Studio wird es ohnehin obsolet!


    Unterm Strich

    Das Umwandeln kann uns helfen, muss aber nicht. Mit ProRes LT konnte ich auf meinem MacBook (Core2Duo 2,1GHz) halbwegs erträglich schneiden; ein Garant, dass das überall mit jeder Software geht, ist das freilich nicht. Intermediate-Codecs sind gerade für hochpreisige Schnittlösungen gemacht, eine Optimierung findet sich also nicht unbedingt in jeder Budget-Software; was das angeht gibt es vermutlich nirgends den perfekten Codec.
    Geändert von hinnerker (15.01.2012 um 08:29 Uhr) Grund: Lektion 3 wurde von Camera Rick überarbeitet..

  5. #5
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    Standard AW: Filmen mit Fotoapparaten - ein praktischer Leitfaden von Anfang bis Ende

    Lektion 4 – Schneiden ohne Narben: das Editing


    Für mich das aller leidigste Thema.
    Das Problem ist, dass ich beinahe jedes HighEnd-System bedienen kann und tatsächlich auch beherrsche. Aber wenn es um
    günstige, erschwingliche Software geht - puh, da bin ich ganz schnell am Ende meines Latein. Aber versuchen wir es doch
    mal.


    ...Software?

    Generell gilt: Stammsoftware des Betriebssystems muss nicht gleich schlecht sein. Für Kleinigkeiten, den reinen Schnitt
    etc., sind der Windows Movie Maker und Apples iMovie vollkommen tragbar. iMovie kann mittlerweile glaube ich sogar recht
    viele, interessante Sachen - ich habe es zugegeben aber nie verstanden (Version 9, so weit ich mich erinnere). Bevor
    etwas gekauft wird, sollte man dem eine Chance geben!

    Wichtig: Das nachgehende sind meine Eindrücke von meinem Standpunkt aus. Soweit ich das
    überblicke, hat jede Software eine Testversion. Testet diese für euch selbst aus! Kauft euch eine Zeitschrift (wie
    videofilmen oder VideoAktiv Digital) welche mehr auf "normale" Anforderungen, die nicht zu meinen gehören, eingehen.
    Aber immer - selbst testen, allein um zu schauen wie es auf eurer Hardware läuft.
    Wichtig ist mir etwa eine Möglichkeit zur guten Farbkorrektur (sonst würde ich unter Umständen keinen CineForm-Codec
    oder tollen Picture-Style, die das Bild verbessern, brauchen) und grundlegenden Usability. Da wir ja alle einen
    gewissen Foto-Background haben, ist es nur sinnvoll, diesen auch (in Anbetracht der Bildkorrekturen) korrekt zu nutzen.
    Was das angeht ist hier ja keiner ein DAU!
    Ich kann leider nicht jede Software unter die Lupe nehmen, das schaffe ich zeitlich nicht :(


    Für Studenten empfehle ich ganz klar eine Studentenversion der
    Production Premium-Suite von Adobe.
    Ist zwar nicht ganz günstig (ich bezahlte damals 350€), aber der Umfang ist immens. Mit Premiere Pro schneiden wir
    schnell und geschmeidig, mit After Effects bearbeiten wir die Clips wie in Hollywood, mit Audition kriegen wir den Ton
    etwas besser hin und mit Photoshop... ich hab gehört hier gibt es auch Fotografen, vielleicht findet sich da auch noch
    ein Nutzen drin
    Das Erlernen ist nicht ganz so einfach, aber es geht (ich habe damals mit 14 oder so auf Premiere 6.5 gelernt, es gab
    auch irgendwie nichts anderes).

    Bei Apple-Usern ist die Auswahl (bis auf Adobe) nun doch eher betrübt. Im Prinzip gibt es da heutzutage noch
    Final Cut Pro X (239,99€). Die alte Final Cut Express 4-Version würde
    ich, wegen veralteter Komponenten und schlechter Codec-Unterstützung, nicht mehr empfehlen.

    Gemäß dem Fall wir wollen in einem Segment um 100€ bleiben und "mehr als nur schneiden", ist die Auswahl eher gering.
    Ich komme auf Sony Vegas Movie Studio HD,
    Magix video Deluxe MX,
    Adobe Premiere Elements,
    Pinnacle StudioHDund für ein etwas höheres Entgeld von der gleichen Firma
    Avid Studio und
    GrassValley Edius Neo. Jede zweite davon kommt in
    verschiedenen Ausführungen; die teuerste hat meist (unsinnige?) Addons, die günstigste entbehrt sich oft praktischer
    Funktionen. Die Mitte ist, wie oft, goldig

    Magix fällt durch. Ich habe es mir mal geladen und getestet - erst mal kann ich CineForm-Daten gar nicht erst
    nutzen, da ist es mir auch egal ob es SmartRendering oder sonst etwas kann, ein schwacher Computer kann hier
    einbrechen. Was mich aber empörte war die (für mich) unübersichtliche Bedienung der Spuren und, und das ist das K.O.
    Kriterium, die Abstinenz jeglicher (sinnvoller) Farbkorrektur-Effekte. Helligkeit/Kontrast und eine einfache Einfärbung
    ist nicht genug. Falls wir unsere schönen Clips noch in Szene setzen wollten: hier können wir die Suche beenden.
    Premiere Elements und Pinnacle habe ich aus der Vergangenheit noch im Kopf. Nette Funktionen gibt es
    schon, aber das Essentielle (in meinem Fall eine gescheite, nicht auf Automatismen basierende Farbkorrektur) eben
    nicht. Ob sich das geändert hat kann ich nicht ausschließen.
    In Avid Studio habe ich persönlich die größte Hoffnung gesetzt - leider scheint es sehr Hardware-hungrig zu sein
    (wenn man Amazon glauben darf), dazu spielt es kein CineForm ab (echt schwach bei dem Preis). Die Farbkorrektur-
    Optionen sind eher so mittel, auch wenn ich den grundlegenden Aufbau des Programms echt gut finde. Schade eigentlich!
    :(
    Sony Vegas war für mich immer ein Exot; die große Version soll echt toll sein, die kleine kannte ich quasi
    nicht. Tatsächlich hat die mir am Besten gefallen.
    Das Design ist zwar komisch, aber die Logik der Video- und Audiospuren finde ich toll, auch wenn ich noch nicht ganz
    die genaue Bedienung verstanden habe. Effekte funktionieren in einer Pipeline, sprich es wird sehr logisch nach
    einander abgearbeitet. Das Projekt auf die korrekte Einstellung zu kriegen ist etwas lästig (es gibt kein 1080p25
    Preset, man muss einen Beispielclip angeben damit er die Daten übernimmt), außerdem fehlen mir Werkzeuge (vielleicht
    bin ich auch nur blind). Was toll ist: es gibt nicht nur eine 3-Wege Farbkorrektur, sondern sogar einen Curves-Effekt,
    also Gradationskurven; mein Lieblings-Tool! Diese sind, wenn man mit den Farbkanälen arbeiten mag, etwas blöd
    angelegt (die Farbkurven haben automatisch die Form der RGB-Kurve, was etwas komisch ist), aber man kann ja einfach
    eine zweite Instanz in die Kette dahinter legen und alles ist gut!
    Hier macht es sogar Sinn, eine der größeren Versionen zu kaufen; etwa kriegt man noch den DVD-Architect oder
    SoundForge, eine kleine Suite für die Tonbearbeitung und -aufwertung. In der größten Version
    ("Visual Effects Suite") findet sich sogar als Beigabe
    die Standard-Version von HitFilm, eine kleine Compositing-Anwendung für nette
    visuelle Effekte; dafür muss man aber auf Soundforge verzichten.

    HitFilm gibt es natürlich auch einzeln und eignet sich auch bedingt zum Schneiden (testen kostet nichts, aber ich
    entsinne mich dass die Standard-Version nur bedingt Farben anpassen kann). Ein Edius habe ich noch nie in meinem
    Leben bedient; man hört Gutes, aber kostet eben auch etwas mehr.



    Der gute Ton I

    Ton und ich, wir kennen uns nur vom hören.
    Ich war nie gut im Sound-Editing, ich habe Leute für so etwas tatsächlich haben kleinere Softwarepakete hier ab und
    an angeblich tolle Tools; gerade Magix wird hier oft gelobt. Mit SoundForge liegt natürlich auch Sony Vegas ein
    potentes Programm bei. Viel mehr als Rauschunterdrückung und einen einfachen Equalizer kann ich auch nicht bedienen,
    aber ist oft auch nicht unbedingt notwendig.
    Für wirklich immens besseren Ton zu Sorgen kann mitunter ein teures Unterfangen werden, da man noch Aufnahmegeräte und
    Mikros braucht, und ungefähr drei Arme.
    Filmt man mit externem Mikro, wie dem angesprochenen VideoMic, empfiehlt sich eine manuelle Tonaussteuerung (weil die
    Automatik totaler Käse ist). Hier kann das von mir angepriesene Magic Lantern zumindest bei Canon-Kameras einen weiten
    Weg helfen.

    So schwach das nun von mir auch ist - hier ist mit meiner Kenntnis Feierabend



    Der gute Ton II

    Was ich kann, das ist Musik. Zumindest suchen.
    Was wir oft wollen sind Soundfiles, die rechtlich unbedenklich benutzt werden können (Stichwort GEMA). Hier bieten sich
    dem ambitionierten Filmer mehrere Möglichkeiten!

    Incompetech.com (nur englisch)
    Hier findet sich für uns komplett freie Musik, so lang man den Künstler erwähnt (was legitim ist!). Die Musik ist
    manchmal etwas "billig" im Sound, aber sind auch echte Perlen bei. Habe nicht nur ein Projekt damit vertont!

    Jamendo.com
    Eine Musikcommunity in der hören (und zum Teil benutzen) nichts kostet - gut produziert und von allem was dabei! Hier
    muss man etwas forschen, wie die Rechtslage aussieht (immer im Abschnitt der CC, der Creative Commons).

    Vimeo Music Store (nur englisch)
    Vimeo hat seit kurzem einen Music-Store. Hier kann man für geringes Entgelt oder auch umsonst schöne Stücke auftreiben.

    Freesound Project (nur englisch)
    Weniger für Musik, aber für Geräusche aller Art bietet diese Plattform eine Anlaufstelle. Nicht immer stimmt das Format
    oder die Qualität, aber noch nie wurde ich nachhaltig enttäuscht. Fast alle Geräusche, die ich nicht selber erstellen
    kann, beziehe ich hier!
    Nur das Englisch ist manchmal etwas blöde. Weiß man etwa nicht, was Gießkanne auf englisch heißt, muss man schon mal
    bei leo.org reinschauen - aber bildet auch weiter *g*

    SmartSound SonicFire (Pro) (nur englisch)
    Das hier kostet unter Umständen wieder etwas - war aber meine Lieblings-Software 2011. Man kann sich Soundtracks aus
    generischer Musik (die nicht schlecht ist!) selbst erstellen. Auf die genaue Länge wie ich es brauche, sogar mit
    Anpassung der Stimmung und der Timings. Für mich der Hit - eine Entdeckung wert!

    Achtung: Für die kommerzielle Nutzung gelten ggf. immer andere Rechtslagen. Bitte vorher überprüfen falls nötig!


    Der gute Ton III

    Ich bin eher nicht so der Sprecher, nur ab und an mache ich Online-Tutorials. Viele Leute besprechen aber gerne ihre
    Videos, als Kommentar etwa. Viele Softwarepakete bieten eine Funktion, in der man live über das Video sprechen kann.
    Geht das nicht, kann man immer noch das Video in einem Player abspielen und mit Software wie
    Audacity mitschneiden. Wichtig ist nur, den Ton nachher richtig
    anlegen zu können. Einerseits braucht es dafür eine Markierung in der Ton-Spur (etwa ein Pfeifen wenn man das Video
    abspielt) und dazu etwas viel technischeres - die korrekten Sampleraten.
    Video hat für gewöhnlich eine Samplerate von 48kHz bei 16bit. ist die Tonspur nur 44,1kHz, wie es etwa die CD-Norm
    vorsieht, kann es schnell asynchron werden - also aufpassen!

    Aber was nun, wenn man kein geeignetes Mikrofon hat?
    Schnell klingt ein Headset oder ein Webcam-Mikro echt grausig und blechern. Hierfür eignen sich dann schöne
    Großmembran-Mikrofone, als einfache USB-Lösung gibt es etwa das Samson
    G-Track
    . Nicht ganz billig, aber bringt einen sehr feinen Sound zustande; verringert man den Sprech-Abstand auf
    ein Minimum, klingt es richtig satt und wertig.
    Generell bin ich kein Freund vom USB, aber es ist deutlich günstiger als ein XLR-Mikro plus Interface. Im Set nicht
    fehlen sollte ein günstiger Poppschutz (oder Damenstrumpf auf Kleiderbügel) gegen zisch-Laute; eine Spinne und ein
    größeres Stativ muss nicht zwingend sein. Wer vier Meter hohe Decken hat, so wie ich etwa der hat generell ein
    Problem mit Hall. Das kann man mit Annähern ans Mikro verbessern (wenn es zu satt wird, kann man in einem EQ oder mit
    einem Hochpass-Filter die Stimme locker wieder "entsättigen").
    Thomann ist ein feiner Laden für Sound-Sachen - 30 Tage Geld zurück (weder Versandkosten hin- oder zurück) und mit die
    besten Preise und den schnellsten Versand, den ich kenne. Abraten würde ich von t.Bone Geräten; sind zwar günstiger,
    aber den Unterschied hört man auch. Lieber ein paar Euros mehr ausgeben (oft vergessen wird, dass beim G-Track etwa
    schon ein Tisch-Stativ und sogar Software dabei ist).


    Konklusion

    Ein schwieriges Thema.
    Wie bei Kameras und Objektiven hat jeder seine Vorlieben - die einen mögen es dick, die anderen Kompakt, die einen
    bunt und die anderen trist.
    Bei Software ist immer ein Testen angesagt, wie bei der anderen Technik auch. Hoffentlich hat euch dieser Punkt
    zumindest ein wenig weiter geholfen!
    Geändert von hinnerker (15.01.2012 um 08:33 Uhr)

  6. #6
    Fleissiger Poster Avatar von CameraRick
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    Standard AW: Filmen mit Fotoapparaten - ein praktischer Leitfaden von Anfang bis Ende

    Lektion 5 – mach mal geiler: Farbe und Verbesserung


    Hier beginnt mein Metier, ein wenig. Leider hilft es euch nur bedingt, denn ich arbeite natürlich
    wieder ganz anders

    Um auch auf bezahlbarer Software Fuß zu fassen, stelle ich euch Möglichkeiten vor eure Footage
    anzupassen und etwas zu verbessern. Ich hoffe, dass hier ein wenig was brauchbares für euch rum
    kommt

    Vieles ist bestimmt schon durch die Bildbearbeitung bekannt, aber falls nicht wird das nun
    nachgeholt!

    ...Software, schon wieder?

    Tja, so kommen wir wieder auf das irgendwie leidige Thema. Je nach Softwarepaket stehen uns
    viele oder sehr wenige Möglichkeiten offen.
    Und tückisch ist es mitunter auch. Nicht jede Art und Weise, wie wir das Material behandeln, ist
    etwas was wir wollen. Immer gilt: wer das Signal (und die Verarbeitung dessen) respektiert, kann
    auch mit dieser "minderwertigen" Vorlage gut was erreichen; man darf nur nicht erwarten, dass
    Signal falsch aufzunehmen, anschließend extrem zu verbiegen und dann ein fehlerfreies Bild zu
    bekommen.
    Mit Canons Digital Photo Professional-Software kann man ziemlich gut sehen, was passiert wenn
    wir die Regler "Helligkeit" und "Kontrast" in einer Software-Suite benutzen. Das Ganze zeigt es
    uns anhand von Gradationskurven:



    Um den Kurvenverlauf zu verdeutlichen habe ich die resultierende Kurve farblich hervorgehoben.
    Ich bin ja, wie schon vorher erwähnt, ein großer Fan von den Gradationskurven, also den
    Curves.

    Sie sind sehr mächtig, weiß man sie richtig einzusetzen. Einen sehr guten Beitrag
    dazu findet man bei Cambridge in Colour.

    Wer des englischen nicht mächtig ist sollte die Seite mit Google übersetzen, auch so kann man die Grundzüge Anhand von Bilder und Text gut verstehen!

    Wenden wir uns nun noch einmal den Ergebnissen der Helligkeits-/Kontrastregler zu. Mit den
    gewonnen Informationen können wir ganz einfach erkennen, dass im Prinzip immer nur der
    Schwarz- und Weiß-Punkt verschoben wird und somit immer, egal was wir machen,
    Bildinformation unter- oder oberhalb des Wertes außen vor gelassen werden; man spricht hier von

    clipping.

    Ein besseres Ergebnis kann man erzielen, wenn man nicht die Endpunkte (bzw diese nur gering)
    verschiebt, sondern tatsächlich die Kurve selbst bewegt. So arbeiten wir nahezu verlustfrei und
    haben einen Erhalt der Information gewährleistet - wir behandeln das Signal mit Respekt und
    Anstand!

    Kurven kann man nun nicht nur auf den RGB- bzw den Luminanz- also Helligkeitskanal anwenden,
    sondern auch auf die Farben einzeln. Das eröffnet uns die Möglichkeit, zum Beispiel durch anheben
    bestimmter Farbtöne in hellen oder dunklen Regionen den Weißabgleich zu korrigieren oder die
    Stimmung gänzlich zu ändern. Etwa das einfache Verstärken der Rottöne in den Schatten kann an
    einen Look von Fotos aus den 70ern erinnern:



    Arbeitet man das nun exessiv aus, spricht man sofern ich weiß vom "Cross-Processing", aber da
    werde mich manche vielleicht korrigieren dürfen

    Ich bin also ein großer Fan davon. Bei meinem letzten Film habe ich nahezu ausschließlich Kurven
    zum Korrigieren der Farbe benutzt! Wie das aussehen kann, könnt ihr

    in diesem kurzen Making Of

    sehen

    Wer sich die Zeit nimmt, die Kurven beherrschen zu lernen, wird weit kommen - das gilt auch für
    seine Fotos!

    Natürlich gibt es auch andere Wege, tatkräftig zu werden; das erfordert natürlich, dass die Software
    das auch kann.
    Manche Programme wie Magix verstehen unter einer Farbkorrektur mitunter, einfach nur

    einen Farbkreis zu haben

    der das ganze Bild einfärbt; wozu das dient, habe ich noch nicht so recht verstanden.

    In professionelleren Suiten gibt es dafür die 3-Wege Farbkorrektur. Diese gestattet es, die
    Färbung individuell für dunkle, mittlere und helle Bildbereiche festzusetzen. Dies ist etwa ideal um den
    Weißabgleich etwas anzupassen - man arbeitet dazu komplementär:

    ist das Bild etwas bläulich, schiebt man den Regler einfach in die
    andere Richtung gen gelb/orange und kann so die Farbe wieder retten.

    Viele Filme und sonstige Medien sind auf einem bestimmten Kontrast getrimmt, nämlich
    blau/orange.

    Dieser Kontrast ist komplementär und lässt sich in der Natur finden; in der "blauen Stunde" haben wir kalte (=blaue)
    Schatten und warmes (=oranges) Licht. Das wird als angenehm empfunden aber auch oft
    übertrieben.
    Mit einer 3-Wege Farbkorrektur ist das alles kein Problem: einfach die Schatten gen
    blau, die Lichter gen orange! (ach und wer es nicht glaubt,

    schau mal hier )


    Größere Suiten haben das oft eingebaut, und für noch größere ließe es sich auch mit

    Colorista Free
    von Red Giant Software

    kostenfrei nachrüsten.

    Wer gut aufpasst merkt aber schnell, dass man dafür nicht unbedingt solche drei Kreise braucht. Es
    ist angenehm, aber nicht notwendig; auch mit dem Einsatz von Kurven kann so etwas realisiert
    werden

    Reinigung

    Es ist dunkel, das Objektiv ist nicht direkt mit bester Blende gesegnet, und trotzdem wollen wir
    filmen. Das kann gut und gern mal etwas rauschen oder auch bunt werden! Das ist weder besonders
    schön noch wünschenswert, und deswegen gehen wir dagegen an
    Wer Geld übrig hat und englisch beherrscht, den schicke ich nun mal
    hier her.

    Hier erkläre ich Anhand diverser Szenen einen Workflow, das ISO-Rauschen und die
    Kompressionsartefakte in Material zu minimieren.
    Von eingebauten Mitteln weiß ich nicht so viel, aber wenn es um Bereinigung von Video-Material
    geht, ist Neat Video das Maß der Dinge.

    Die Beispiele auf der Website sind tatsächlich nicht
    mal übertrieben - fragt ruhig auch YouTube mal dazu
    Das Extremste, was ich allerdings zur Rauschunterdrückung jemals finden durfte, ist

    vReveal
    .

    Hier dachte ich erst, ich schaue mir ein Bild und nicht meine Aufnahme an; es
    bewegte sich quasi nichts mehr.
    Die Ausgabemöglichkeiten sind spärlich und die Farbkorrektur-Geschichten fragwürdig, aber der
    Stabilisierer und das Entrauschen sind echt brauchbar und bei mir auf einer recht normalen
    Grafikkarte läuft der Spaß noch in Echtzeit! Und die Grundversion ist auch noch gratis.

    Deshake

    Habe ich Stabilisierung gesagt, ja? Durch die Handhabung unserer Spiegelreflex-Kameras und dem
    entstehenden Rollingshutter sind Verwackler nahezu alltäglich und ruinieren gerne mal das Bild.
    Das vom CMOS-Sensor ausgelöste "wabbeln" ist dabei nicht immer in den Griff zu bekommen,
    aber zumindest das Gezitter kriegt man heutzutage gut weg.
    Falls man keine Adobe CS 5.5 Suite mit After Effects und dem
    Warp Stabilizer hat, fand ich Mercalli immer sehr brauchbar.

    Es ist schnell und funktioniert ganz gut - Plugins für diverse
    Programme sind verfügbar!

    Auch hier gilt, mal zu schauen, ob es einen mitgelieferten Effekt in der eigenen Software gibt; auch
    diese sind oft nicht schlecht. Auch das eben erwähnte vReveal kann gut weiterhelfen!

    Der Vollständigkeit halber möchte ich dazu das Plugin
    Deshaker für VirtualDub
    nicht unerwähnt lassen.

    Ein sehr, sehr mächtiges Tool - was man so liest zumindest, wenn offenbar muss man das
    studiert haben um es korrekt zu benutzen :(

    Konklusion

    Jetzt weiß ich nicht: hat das geholfen? Sind noch Fragen übrig, habe ich alles abgedeckt?
    Ich würde mich freuen wenn ihr euch in den Kommentaren meldet um Fragen zu äußern - ansonsten
    wünsche ich zunächst einmal viel Erfolg bei der Aufwertung eures Materials!
    Wer übrigens eine größere Suite nutzt, kann auch neben Colorista Free andere Software von
    Red Giant beziehen – Quick Looks Free bringt einem eine Hand voll interessanter Farbkorrekturen ins Haus.

    Ich würde diese so nicht ohne weiteres nutzen, aber für den Anfang kann man hiermit sicher auch ein wenig
    Spaß haben!
    Geändert von hinnerker (10.02.2012 um 09:04 Uhr)

  7. #7
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    Standard AW: Filmen mit Fotoapparaten - ein praktischer Leitfaden von Anfang bis Ende

    Lektion 6 – Was mach ich eigentlich?


    Nun haben wir eine ganze Menge darüber gelernt, wie wir arbeiten und worauf wir alles achten müssen. So enorm viel! Aber über das eigentliche Arbeiten haben wir noch nicht gesprochen - das sollten wir mal!


    Editing
    Das reine Editing ist eine Kunst für sich. Es gibt nicht richtig und falsch, nicht schnell und langsam, aber ja wohl passend und langweilig. Langsame Schnitte müssen motivert (und spannend!) sein, sonst will so etwas keiner sehen; es tut gut, auch eine zweite Meinung neben der eignen dafür einzuholen. Zu hektisch kann auch ganz schnell falsch sein; ein gutes Verhältnis will gewählt sein.

    Ich selbst schneide "Intuitiv". In einem Film probiere ich viel, im Prinzip schneidet man ja auch "nur" die Handlung aneinander. Aber das will gut gemacht sein: zB nicht schneiden während einer blizelt, das gällt schnell auf. Ich erwähne das, weil ich immer in meinem Lieblings-Take vor diesem Dillemma stehe ansonsten ist bei vielem auch immer die Motivation da: schneide die Szene/Einstellung so kurz vie möglich. Keine halbe Sekunde wo jemand schweigt, wenn man es nicht braucht. Oder ein irrer Blick. Alles sollte irgendwie "rund" sein - das geht auch lang geschnitten, aber eben gescheit motiviert. Es ist nicht unüblich, am Ende mal drei Frames abzuhacken weil genau die drei Frames zu viel waren. Oder andersrum! In einem hitzigen Dialog kann man auch gern mal "überschneiden" und den Ton (damit keine Schnipsel fehlen) zusammen faden, dadurch entsteht Energie!

    Bei einem Musikvideo ist es anders. Je nach Lied muss man einfach nach dem Takt oder bestimmten Stellen schneiden, nach Beats oder dem Rythmus. Manchmal gehts aber "auch einfach so", ohne Grundlage. Aber irgendwann kribbelt es in den Fingern und ich merke "ich muss schneiden". Das ist so ein Gefühl, dass was Neues kommen muss. Stark hatte ich dieses Gefühl oft beim "Feinschnitt" von Confession Factory.
    Mal eine Anekdote zur Abwechslung:
    Ein sehr guter Freund aus Schulzeiten fragte mich, ob ich für sein Uni-Projekt (Medienmanagement, es ging um eine Label-Gründung) gern den Künstler visuell unterstützen mag. Natürlich sagt man so etwas für einen seiner engsten Freunde leichtfertig zu - und das nicht weit von meiner Deadline für die Bachelor-Arbeit entfernt. Natürlich wurden Drehs verschoben, und so kamen wir einen knappen Monat vor meiner Deadline (natürlich war ich nicht im zeitplan) zum Drehen. Leider hatte ich keine Zeit, den Schnitt komplett zu machen, das braucht viel Zeit und vor allem: Kopf. Das Konzept stand zwar, aber den Kopf alles zu verbinden und grundlgegend zu ordnen hatte ich nicht. Meine Auftraggeber fingen also an, das zu schneiden. Sie kamen auch recht weit, habe dann Kritik gegeben - die sie toll fanden, umsetzen wollten. Aber leider hatten sie auch Stress mit der Release-Party, also kamen sie nicht dazu; da die besagte Party nur noch eine Woche weg lag, entschloss ich mich das Projekt fertig zu machen, damit nicht alles umsonst war. Knapp eine halbe Woche später hatte ich auch alle Materialien, die ich brauchte - also gings los! In zwei Tagen habe ich dann das Video umgeschnitten (eine gute Grundlage war ja gegeben!) und dabei nur auf Takt und Intuition geachtet. Ich wusste einfach: nun muss ich schneiden. Daher fühlt sich das Video für mich auch sehr dynamisch, sehr aufregend an, auch wenn im Prinzip nichts passiert. Noch etwas Farbe drauf, ein wenig VFX, und schon war es fertig - das Label, die Gäste des Events und nicht zuletzt auch der Künstler waren alle zufrieden und begeistert. Und ich stand zwei Wochen vor meiner Deadline, ohne Layout, Präsentation und fertigem Text. Das ist aber eine andere Geschichte, und so viel sei verraten: lief alles gut

    Dokus sind da anders. Und darunter zähle ich auch Reisevideos und Familienfilme. Ich habe so etwas noch nie gemacht, gebe ich zu. Ich denke hier ist es wichtig, spannende und nicht zwangläufig jede Footage, die man gefilmt hat was ich nämlich weiss: das Drehverhältnis (also "wie viel filme ich" im Verhältnis zu "wie lang ist mein Film") ist bei dieser Art von Video am Größten. Ergo, "mach es spannend" - und gerade bei privaten Filmchen (Familie, Feste, usw) gilt: gut ist nicht was der gemeine Mann sagt, sondern was die sagen, die es nachher gucken. Also Familie und Freunde! Das führt mich aber auch direkt zum nächsten Punkt...


    Kommentar
    Der eine oder andere mag es, Filme und Videos zu kommentieren. Das ist super, und ich mag es auch sehr gern - aber will da ein wenig was beachtet sein!

    Zunächst für den gesprochenen Kommentar beim Filmen: man sollte niemals erklären, was man gerade sieht... weil, das sieht man ja grad. Etwa Auf einem Hochzeitsvideo zu kommentieren, dass das Brautpaar nun aus dem Auto steigt ist in keiner Form benötigt. Interessanter ist, wieso das Brautpaar zB zu spät kommt oder andere Details.
    Oder man schweigt, überlegt sich einen sinnigeren Kommentar und vertont das Video am Computer. Gerade ungeübten Kommentatoren und auch Leuten wie mir fällt nicht unbedingt spontan etwas wirklich stimmiges ein - also Mund halten, und "we'll fix that in Post"

    Am Rechner gilt das Gleiche: nicht erklären, was man sieht. Also, wenn man den Kommentar braucht um es zu verstehen (mehr erläuternder als beschreibender Natur versteht sich), dann ist es nicht nur in Ordnung, sondern auch erwünscht. Es braucht aber auch nicht jede Passage einen Text, gerne kommt man auch ohne Sprache aus - einfach schauen und genießen, nicht jedes Familienvideo muss einer Dokumentation gleichen


    Konklusion
    Viel gelernt haben wir heute nicht. Aber manchmal sind es auch die Kleinigkeiten, die es zu bedenken gilt.
    Habe ich was vergessen, gibt es Fragen? Einfach melden, wir machen was aus

  8. #8
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    Standard AW: Filmen mit Fotoapparaten - ein praktischer Leitfaden von Anfang bis Ende

    Lektion 7 – Das Ende der Reise: die Ausgabe

    Kommen wir zum Schluss der kleinen Reise.
    Und mit Schluss, meine ich Schluss: wir befassen uns mit der Auslieferung des fertigen Schnitts! Vieles gilt es hier noch zu beachten. Wo wollen wir hin? Welche Methoden haben wir? Dies und mehr entdecken wir nun.


    Methoden

    Bevor wir nun groß über Technik reden, wollen wir über Methoden sprechen.
    Ich selbst rendere meinen Film immer zunächst in ein Format wie etwa CineForm oder Quicktime (FotoJPEG, etwa) und komprimiere es anschließend in das Zielformat. Das hat ein paar Gründe.

    Zunächst glaube ich, dass wenn ein Computer am Film rechnet und gleichzeitig alles komprimiert, er etwas überfordert ist und ggf. Fehler einbaut. Oder dass die Qualität einfach schlechter wird als wenn ich zwei Schritte nehme; aber das ist blanke Theorie, ich habe keine Beweise.
    Zweitens ist es oft mal so, dass man etwas komprimiert und die Größe nicht stimmt, die Qualität schäbig ist oder was auch immer. Falls das der Fall ist, muss mein Computer nur die Kompression noch einmal machen, nicht den ganzen Film rendern - was oftmals sehr lange dauern kann, je nach Effekten und was man so getrieben hat.
    Nicht zuletzt habe ich Optionen. Ich kann den Film zur DVD bringen, zum Internet, oder sonst was - alles entscheidet sich erst nach dem Rendern. Ich muss auch hier wieder nicht doppelt rendern, wenn ich zB ins Internet und auf eine DVD will - spare also im Endeffekt (je nach Projekt) wieder Zeit.

    Das Problem ist, es kann natürlich, unter besten Voraussetzungen, länger dauern. Wenn man nichts mehr ändern muss, ist es super. Wenn die Kompression direkt richtig ist, alles super. Aber mir passiert das selten; Kleinigkeiten hier, dann mal zu schlechte Qualität da: schon dauert es länger. Ich lebe nach dem Prinzip "better safe then sorry", und das mache ich auch hier. Zwei Schritte, ggf. dauert es länger - aber ich habe das Gefühl, ordentlicher zu arbeiten.


    Orte und Ziele

    Der klassischste Ziel dieser Reise ist das Internet. Nun muss man sich entscheiden: wo dort?
    Wenn es für den eigenen Webspace ist, gibt es fast keine Probleme. Dann gibt's aber noch Streamingservices, am Populärsten bei uns sind Vimeo und YouTube (ansonsten gibt's auch noch MyVideo oder Dailymotion, aber auf die gehe ich nicht so ein).
    Auf YouTube kann man so ziemlich alles hochladen, unterstützt HD-Formate über den TV-Normen, und man kann sogar in Ausnahmefällen damit Geld verdienen.
    Vimeo hat die bessere Videoqualität, aber "nur" 720p. Dennoch ist dies besser als das 1080p von YouTube. Problem: nur 500MB/Woche, und nur ein HD-Film/Woche. Ansonsten kostet es Geld. Wenn man also nicht so viel hat, ist es Ok. 500MB für einen HD Film ist zB auch nicht sehr viel.
    Vimeo ist mehr eine respektvolle Community, YouTube mehr ein Kindergarten. Was man will, muss man nachher für sich selbst wissen. Ich nutze tatsächlich einfach beides!

    Will man auf eine DVD, so sollte man sich eine Software zum Designern von Menüs besorgen. Sofern ich das im Kopf habe, hat Sony hier den DVD-Architect direkt mit an Bord. Zu bedenken ist, mit keiner Gratis-Software kann DVDs machen. Einfach weil die benötigten Codecs kommerziell sind. Hierzu muss man auch nicht viel schreiben - die DVD-Software formt sich das Format/den Film schon selbst direkt ins korrekte. Falls nicht, den DVD-Standard sollte es überall als Preset zum Rendern geben - manuell einstellen sollte man ihn nicht, der winzigste Fehler führt zur Inkompatibilität!
    Was Blurays angeht… ja, da muss ich leider passen, so sehr es mich schämt. Ich besitze zwar einen Player, aber noch keinen Brenner.


    Rendern und Kompressionen

    Wie angekündigt befassen wir uns eher mit dem Rendern fürs Internet, oder auch fürs Archiv. Nicht jeder will etwa eine 10GB Datei auf seiner Festplatte beherbergen, wenn man nie wieder etwas ändern möchte sind auch AVC-Formate total in Ordnung.

    Ausrendern tu ich, auch wenn ich hier schon ewig CineForm gepredigt habe, immer ins Quicktime Format; MotionJPEG bei um die 97%. Qualität ist super, und es wird nicht zu groß und lässt sich gut weiter verarbeiten; denn mein geliebtes MPEG Streamclip aus den vorherigen Schritten will kein CineForm lesen. So was auch!
    Will man etwas anderes zum Komprimieren nutzen (da gibt es ja so viele Tools!), kann man natürlich auch mal CineForm testen.
    Aber keine Bange: beim Bearbeiten ist höchste Qualität gewollt, damit wir beim Bearbeiten das Beste erhalten können. Wenn der Film gerendert ist, ist das nicht mehr so wild. Eine Bluray, und die Qualität ist ja außerordentlich, ist auch kein Über-Format.

    Schauen wir uns mal MPEG Streamclip an. Nachdem wir den Film geöffnet haben, gehen wir auf Datei->Exportieren als MPEG-4. Das sieht dann wie folgt aus:




    Auch hier ist es immens wichtig, das "Interlaced Scaling" auszuschalten, das kann einem das Rendern schon mal vermiesen. Die Framegröße kann man so lassen - oder auch nicht? Man sollte nehmen, was einem liegt. Etwa rendere ich selten in 1920x1080, weil es (im Internet) nicht den entscheidenden Vorteil bringt und ein Umschalten auf 1280x720 ein paar Megabyte spart. Es gilt: gutes 720p ist einem miesen 1080p immer vorzuziehen.
    Ten Codec für Sound lasse ich gern, und die Kompression passe ich selten mal an. Hand aufs Herz, die paar Megabyte bei höherer Bitrate fällt quasi nicht ins Gewicht
    Die Datenrate des Videos ist da anders. Ich stelle sie nicht über den Regler ein, sondern begrenze die Datenrate und stelle es auf "Mbps" (wichtig! Nicht MB/sec!). Jetzt wird uns auch praktischer Weise angezeigt was das ganze nachher etwa wiegen wird. Ich nehme "fürs Archiv" gerne 10mbit oder mehr. Fürs Internet mindestens 4mbit, eher 5mbit. 1080p braucht eher etwas mehr, um gut auszusehen - im Nachhinein muss jeder selbst wissen, wie er das macht, da es auch viel auf die eigene Präferenz ankommt. Einfach mal testen!


    Konklusion

    Was soll man sagen - DVDs erstellen hängt immer von der Software ab, da kann man so wenig falsch machen, denke ich. Der Rest ist nun auch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber es gibt gute Ergebnisse - und ist es nicht das, was zählt?

    Nun sind wir am Ende der kleinen Reise. Es hat mir Spaß gemacht, auch wenn es lang gedauert hat. Ich hoffe, dass ich etwas beitragen konnte und stehe natürlich nach wie vor für Fragen bereit.
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  9. #9
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    Standard AW: Filmen mit Fotoapparaten - ein praktischer Leitfaden von Anfang bis Ende

    Hallo CameraRick, da bin ich ja mal gespannt, was Du uns zu lesen und ansehen zeigst; zumal mir das Metier auch nicht so fremd ist.

    Gruß Jörg

  10. #10
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    Standard AW: Filmen mit Fotoapparaten - ein praktischer Leitfaden von Anfang bis Ende

    Hallo Jörg,

    nun machst Du mich glatt etwas nervös. Die erste Lektion ist nun da und - zugegeben - nicht unbedingt meine Stärke. Ich bin eher so der Postproduzent; und darauf werde ich in den weiteren Kapiteln auch etwas mehr eingehen.
    Ich bin mir ohnehin sicher, dass ihr nicht mehr viel über Bildgestaltung und dergleichen lernen müsstet!

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