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Thema: Zukunft der Kunstfotografie

  1. #11
    Hardcore-Poster
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    Ich zitiere mal einen Abschnitt aus dem von Erik verlinkten Blog:

    Doch dieser Einwand überzeugt nur, wenn man Handwerk mit Kunst gleichsetzt. Und genau das tun wir in
    anderen Kontexten gerade nicht. Bei der Aufnahme eines Bildes interessiert uns nicht, welche Kamera
    verwendet wurde, welche Filmmarke, welche Lichtformer oder welche technischen Tricks zum Einsatz
    kamen. Wir vergeben keine Fleißsternchen für schwierige Belichtungen oder aufwendige Setups. Uns
    interessiert im Idealfall alleine das Bild, seine formale Stringenz, seine inhaltliche Verdichtung, seine
    ästhetische Eigenlogik.

    Somit ist es doch gleichgültig, ob und wie das Bild geprintet/dargestellt wird. Hauptsache, es fasziniert
    den Betrachter in der jeweiligen Bearbeitung. Alles darüber hinaus mag für Museen interessant sein,
    im Amateuerbereich ist es bedeutungslos.

  2. 2 Benutzer sagen "Danke", PeterWa :


  3. #12
    Fleissiger Poster
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    Oweh, eine Kunstdiskussion...
    Aber - was ist Kunst? Eine Frage, die tödlich ist. :-)
    Ich enthalte mich heutzutage; ich bin kein "Kunst"kenner, will es auch nicht sein.

    Einordnen aber ließe sich für mich die Frage, was denn überhaupt Kunstfotografie sei.
    Von Anbeginn nämlich hatte die Fotografie, das Malen mit Licht, gar keinen künstlichen Stellenwert; die frühen Gegner (Kunstkenner) erachteten das simple Knopfdrücken nämlich nicht als Kunst.
    In Bezug auf die heutige Zeit (digital) wirds jetzt womöglich spannend:
    Anerkannt als Kunst wurde die Fotografie Jahrzehnte später gar nicht mal hinsichtlich des Auslösevorganges, sondern in Bezug auf die Ausarbeitung des Rohmateriales (Negativ) zum Positiv, und zwar nachdem sich die Piktorialisten die Finger wundzischelten, Druckverfahren zweckentfremdeten, Tonwerte händisch aufs Papier brachten, und so fort.
    Anerkannt also wurde vor Allem das händische Tun, womit, nach meinem Verständnis, die Kunstfotografie historisch und untrennbar mit der entsprechenden Ausarbeitung auf Papier, oder anderen Materialien, zusammenhängt.
    Na ja, ein paar pfiffige Kerlchen, gerne Galeriebesitzer, wußten den Vorteil von Fotokunst ja auch für sich zu nutzen - wie auch immer, plötzlich gabs diese neue Kunst, als Kunst.

    Gern würde ich nun sagen, daß die digitale Fotografie keine Kunst sein kann. Ein paar Tasten drücken, das war (s.o.) und ist doch keine Kunst?
    Aber ich vermute, daß sich dies auch ein Stück weit mit o.G. beißen würde, weil es wurde und wird doch was geschaffen. Das Festgehaltene wird manipuliert, im Wesentlichen sogar mit den gleichen, nur halt anderen Mitteln wie damals :-)

    Also bitteschön, digitale Fotografie kann ebenfalls Kunst sein - aber ist das denn überhaupt noch Fotografie???
    Ich würde z.B. den Begriff "digitale Bildschaffung" hier lieber sehen, soweit meine Gedanken dazu.

  4. #13
    Fleissiger Poster
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    Wie sehe ich die Zukunft der zeitgenössischen Kunstfotografie?
    Schlecht, ich hab ja keine Ahnung von Kunst.
    Ansonsten: Von Geburt an verwesend, kurz vor der letzten Ölung.

    Zum Einen wird massiv und zunehmend zensiert, zum Anderen wegen der Natur von Daten, wegen der für spätere Archäologen unsere Zeitzeugnisse auch analog anstatt digital für die Nachwelt vergraben werden.

    Nachtrag:
    Und hier im verlinkten Artikel zeigen sich ebenfalls Abgründe auf, danach hab ich auch direkt abgebrochen:

    ""Demand wird konkret: „I remember a colleague who was having a retrospective and reprinted all his works, old and new, at the same time. Seeing them flattened in this way, something felt wrong. The chronology had collapsed.“ Da kann man ihm nur zustimmen und ergänzen, dass manche seiner Kollegen im gleichen Prozess bisweilen sogar noch die Bildgrößen verändern – als sei dies eine beliebige Entscheidung.""

    Was der Schreiber fühlt, oder was er für Ansprüche/Erwartungen an Retrospektiven hat, ist mir *******gal - die Attitüde dahinter, mit "chronology had collapsed" zum Ausdruck gebracht, widert mich an.
    Selten wird eine Retrospektive aufgezwungen oder inhaltlich vorgegeben, hoffe ich doch stark. Also entscheidet der Fotograf. Selbst.
    Sich dann noch über die Dreistigkeit der Fotografen, übrigens auch die Autoren mit allen Rechten an Ihren Werken, auch noch eigenmächtig an den Bildgrößen zu schaffen zu machen, ist für mich nicht nur der Gipfel an Frechheit.
    Es drückt den Zeitgeist aus, Andren den eigenen Stempel aufdrücken zu wollen, und, wie oben gesagt, somit den für mich nahen Tod der Kunst als Solche.

    Was die hier angesprochene Haltbarkeit von Abzügen kontra Drucke anbelangt, scheint mir übrigens schlicht falsch.
    Auch ist mir nicht bekannt, daß Fotografen, die seit Jahrzehnten auf Langzeitstabilität Wert legen, Ihre Abzüge nicht tonen. Das Problem liegt vielleicht eher beim geizigen oder unwissenden Hobbyisten, der auch gerne bereits beim Fixieren schludert.

    Es gibt zahlreiche Zeitzeugnisse (Fotos!), welche 100, teils sogar 150 Jahre überlebt haben. Ähnliches gilt für Dias, die nicht wöchentlich Hitze und Licht der projektion ausgesetzt waren.
    Und es gibt sogar Glasplatten, die überhaupt erst 100 Jahre nach der Belichtung aus dem Eis geborgen, und erfolgreich entwickelt wurden.
    Dem Platindruck bescheinigt man eine Haltbarkeit von min. 200 Jahren, der Bromölprint ist nach hinten raus ölfarbenbasiert, wird also wie die Ölbilder halten, sofern keine Milben den Papierträger wegnagen. Jo, und das sensationelle Dye Transfer-Bild wird auch ewig halten.

    Von Ausdrucken wiederum ist meines Wissens bekannt, daß die nicht allzulange stabil bleiben; Glicee wird hier, denke ich, noch Beweise liefern müssen, scheint aber durchaus vernünftig zu sein.

  5. #14
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    Zitat Zitat von Unschärfe Beitrag anzeigen
    Oweh, eine Kunstdiskussion...
    Aber - was ist Kunst? Eine Frage, die tödlich ist. :-)
    Als ich den Faden gestartet habe ging es gerade nicht darum was Kunst ist, diese Diskussion in sinnfrei, das kann und soll jeder gerne sehen wie er oder sie es möchte.
    Es geht darum wohin die Kunstfotografie geht, also keine Reportagen oder Produkt/Werbefotos und auch keine Testfotos mit Altgläser oder Passfotos sondern Fotos die aus einem rein künstlerischen Anspruch heraus gemacht wurden.
    Hier wurde gleich wieder eine Grundsatzdiskussion daraus was Kunst ist und was nicht, jeder quakt dann aus seiner Schublade heraus und will recht haben und dafür gestreichelt werden.
    An dem eigentlichen Thema gehen die meisten Beiträge völlig vorbei.
    Es geht auch nicht darum ob nun ein Tintendruck, ein C-Print oder eine Platindruck das einzig Wahre ist, das darf ebenfalls jeder für sich entscheiden.
    Die Frage von mir war was ist ein Original oder das Original und wie Ihr dazu steht, es hat aber anscheinend auch in diesem Forum keinen Sinn eine solche Frage zu stellen.
    Zu scheiben das etwas völlig schwachsinnig ist und das alles zensiert wird ist Donald Trump Level, etwas behaupten ohne irgendeinen Beweis zu liefern, ist auch schön einfach.
    Schon etwas armselig das Ganze.

  6. Folgender Benutzer sagt "Danke", arri :


  7. #15
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    Zitat Zitat von Unschärfe Beitrag anzeigen

    Zum Einen wird massiv und zunehmend zensiert,
    Dann lass mal hören wo massiv und zunehmend zensiert wird. Das interessiert mich jetzt wirklich.

  8. 2 Benutzer sagen "Danke", arri :


  9. #16
    Fleissiger Poster
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    Na, gleich wieder am Maulen und Abwerten?


    ""jeder quakt dann aus seiner Schublade heraus und will recht haben und dafür gestreichelt werden.""

    Jajaa. Erwartungen werden meistens enttäuscht, das liegt aber an den Erwartungen.


    ""Das Original ist das Negativ (oder die RAW-Datei). Alles andere sind Interpretationen des Negativs zum Zeitpunkt der Herstellung. ""

    Der David ist eine Interpretation dessen, was laut Michelangelo für Ihn im Stein zu sehen war (ein David). Er hats "nur" rausgearbeitet.
    Das macht doch aber den Stein nicht zum Original?

    Ein Negativ ist ja nicht mal ein Positiv - also ich gehe mit Deiner Aussage nicht mit. Denn zu kaufen gibt es das Negativ nicht - es ist doch die kunstvoll interpretierte Ausarbeitung zum Positiv.
    Ich gehe davon aus, daß "Kunstwerke" , welche vom Kunstkenner nicht beachtet / nicht gekauft werden, vielleicht gar keine Kunst sind.
    Digital mag das anders laufen: Knipsen, Monitor zur Ausstellung buckeln - ahh, kann man das kaufen?
    Ja, ich drucke ihnen eine Kopie vom Original.. :-)

  10. #17
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    Ich habe die Ausstellung "The World of Steve McCurry" 2021 in der MAAG Halle, Zürich besucht, wo ca. 150 seiner Werke zu sehen waren. Das waren grossformatige Bilder, gezielt beleuchetet und in sonst dunkler Umgebung präsentiert. Vermutlich Fine‑Art‑Pigmentdrucke. Ich habe das ebenso als Kunst gesehen, wie die Bilder bei einem Rundgang im Städel oder in der Neuen Pinakothek. Über die genaue Mechanik der Herstellung habe ich mir keine Gedanken gemacht, ausser vielleicht den Einen, dass es keinen Kodachrome mehr gibt.

  11. #18
    Ist oft mit dabei Avatar von schlicksbier
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    Zitat Zitat von Unschärfe Beitrag anzeigen
    Na, gleich wieder am Maulen und Abwerten?
    So habe ich eher Deine beiden Beiträge wahrgenommen, als arris Antwort darauf. Auf die Frage, was massiv und zunehmend zensiert werden soll, bist Du auch noch eine Antwort schuldig ...

    Der David ist eine Interpretation dessen, was laut Michelangelo für Ihn im Stein zu sehen war (ein David). Er hats "nur" rausgearbeitet.
    Das macht doch aber den Stein nicht zum Original?
    Wir hatten es schon mal: Nicht alles was hinkt ist auch ein Vergleich. Eine gemeißelte Statue ist ein singuläres Kunstwerk. Wenn Du Dich schon auf gewagte Vergleiche einlassen willst, dann hättest Du besser das Original genommen, was für die Herstellung einer Gussform benötigt wird, um davon dann weitere Kopien herzustellen, die davon verkauft werden sollen ...

    Ein Negativ ist ja nicht mal ein Positiv - also ich gehe mit Deiner Aussage nicht mit. Denn zu kaufen gibt es das Negativ nicht - es ist doch die kunstvoll interpretierte Ausarbeitung zum Positiv.

    Aber wie kunstvoll ist es denn herausgearbeitet? Bei einem C-Print wird eigentlich gar nichts mehr getan. Abwedeln und Nachbelichten gibt es in dem Sinne eigentlich nur in der s/w-Fotografie. Ein wenig hatte ich zu dieser Negativ-/Positiv-Diskussion ja auch in meinem Blogbeitrag was zu geschrieben.
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