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Thema: Nikon MD-4 Motor Drive: Betriebsarten-Wahlschalter gefixed

Hybrid-Darstellung

  1. #1
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    Schön wäre, wenn es so geklappt hätte.

    Hätte ich die Kontakte trennen können, wäre da eine Chance gewesen. Aber die sind quasi zusammengeschweißt. Sobald der eine absteht, ist sozusagen die Spannung draußen.

    Werden beide gebogen, greift der Nocken des Moduswahlrades nicht mehr.

    Ich weiß nicht, wie das damals gefertigt wurde, wohl alles von Hand.

    Aber wenn du möchtest, kannst du es gerne probieren, da müsste ich dir aber den MD-4 mit F3P schicken ;-)

    Das meine ich ernst - zumindest könnte ich dir den Schalter aus meinem schon zerlegten MD-4 zukommen lassen.

    Jedenfalls eine gute Gelegenheit, zusammenzufassen, worum es beim Fix geht:

    Fix da, wo es keine Ersatzteile gibt. Es müssen die bestehenden Bauteile verwendet/repariert werden.

    Dafür stehen nur die häuslichen Möglichkeiten zur Verfügung - je nachdem, worauf man spezialisiert ist.

    Die Chancen auf Erfolg sind meist gering, da man sich an Industrielösungen versucht, die von Konstruktionsteams entworfen und mit entsprechendem Aufwand gefertigt wurden. Als Fixer tritt man hier quasi gegen Nikons Ingenieure an.

    Es gibt auch meist nur eine Chance, da es dann entweder klappt, nicht klappt oder das Bauteil völlig unbrauchbar geworden ist durch den Reparaturversuch. Auch wenn Ersatzteile zur Verfügung stehen, müssen diese verwendbar sein. Hier ist der Schalter in eine Mini-Platine integriert und mit flexiblen Leiterbahnen verbunden. Den Aufwand, das sauber zu trennen und wieder herzustellen, muss man der Motivation gegenüberstellen.

    Daher ist jede Lösung richtig, die funktioniert - für Geräte, die sonst als defekt weggeben werden oder die von Werkstätten/Hersteller nicht angenommen werden.

    Gab man solche Fälle während der Garantieperiode an den Service des Herstellers, kam nach Wochen das Gerät zurück mit der Anmerkung „Elektronik getauscht“. Da wurde eben die komplette Platine ausgetauscht, was ein Servicetechniker nach Training konnte. Mit Pinzette und Lötgerät wurde da wohl nichts gemacht, das wäre zu viel Aufwand gewesen.

    Last not least Thomas Tomosy, der zum Thema Kamerareparatur wohl die meist beachtetsten Bücher geschrieben hat:

    Since some camera parts are difficult to come by, sometimes repairing the old, broken part is the only viable alternative.

    Kurz:

    Wir sind als Fixer unsere letzte Hoffnung
    Gruß,

    Andreas

  2. #2
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    Moin,

    das ist das Problem, das war damals alles Handfertigung, deswegen tut man sich auch so schwer zu erkennen, wie das gemacht wurde. Das dürfte bei nahezu allem aus der Zeit so sein, das etwas komplexer ist. Heute würde jeder Konstruktionsplaner die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, da muss alles auf eine Platine, die über das Band läuft, und möglichst alles in linearen Bewegungen an- und aufgesetzt werden, damit das ein Roboter hinkriegt. Das sieht man vielen modernen Bauteilen auch an. Durch die fortgesetzte Miniaturisierung würde man das manuell auch gar nicht mehr hinkriegen.

    Dein Erfolg gibt Dir erstmal recht, es geht wieder, wenn sich der Transistor mal lösen sollte bleibt nix anderes übrig als an die Kontakte zu gehen. Aber wie ich schrieb, ich kann durchaus verstehen, dass Du da die Finger von gelassen hast, je nach dem wie viele Kontaktpaare ein Satz hat sitzt man da manchmal Tage dran. Ich hab im Studium Stellplatinen für Modellbahnen gebaut ("Spielpartner", die zuggesteuert die Fahrwege geändert haben) mit Telekom-Relais vom Rückbau alter Telefonzentralen (die damals käuflichen Steuerungen waren unbezahlbar) - das Gefummel mit dem alten Zeug war damals egal, da hat einem die Zeit nix ausgemacht und das Geld konnte man als Student gut brauchen, heute ordne ich sowas der Masochistenszene zu... Und eine Strategie außer "von außen nach innen", gibt's nicht.

    LG
    Jörg

  3. #3
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    Toll finde ich auch, dass zB der MD-4 so gebaut ist, dass er über Jahrzehnte funktioniert, egal wie geschunden oder verdreckt er inzwischen ist.

    Ebenso meine F3P, der man die Dauernutzung ansieht.

    Vielleicht wurde sie in Intervallen gewartet - jedenfalls tut sie und versteht sich auch mit dem Motor.

    Einsatz vielleicht bei allen Wetterlagen, ohne große Rücksicht - da hatte man sich schon was ausgedacht

    Um den Transistor mache ich mir keine Sorgen, sollte die Lötstelle schlecht werden, löte ich nach. Vielleicht kann ich ihn noch besser am dahinterstehenden Gehäuse des anderen Schalters abstützen.

    Ich werde das Set zum Fotografieren verwenden und sehen, ob die Lösung eine bleibt.

    Jedenfalls macht mir das alles großen Spaß und viele Projekte warten :-)

    Danke für alle Hinweise und Kommentare!
    Gruß,

    Andreas

  4. #4
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    Zitat Zitat von Optikus64 Beitrag anzeigen
    Aber wie ich schrieb, ich kann durchaus verstehen, dass Du da die Finger von gelassen hast, je nach dem wie viele Kontaktpaare ein Satz hat sitzt man da manchmal Tage dran.
    Die Finger und meine besten Feinwerkzeuge hatte ich dran, aber ohne Erfolg ;-)

    Wie geht das mit dem Zurückbiegen wenn die Kontaktzungen fixiert sind?

    Gibt es da eine besondere Technik? Wie geht man dabei vor?
    Gruß,

    Andreas

  5. #5
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    Dann gibt es noch ein Problem, und zwar das Einbringen der Platine mit dem Schalter zurück in den Griff des MD-4.

    Die beiden äußeren Kontaktzungen müssen hinter die Nocken des Drehschalters gebracht werden - Biegegefahr!

    Dh auch wenn der Schalter mühsam wieder justiert wurde, kann er gleich wieder hinüber sein …

    Manchmal denke ich, da hat sich jemand beim Konstruieren einen bösen Spaß gemacht ;-))
    Gruß,

    Andreas

  6. #6
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    Ich hatte damals feine Zängelchen gekauft, die haben vorne ein leichtes, ausgerundetes V-Profil.

    Damit zwickt man ganz vorsichtig in die Federn und setzt sie damit etwas in die Richtung des "V".

    Biegen im klassischen Sinne geht ja meistens nicht, da man den ganzen Block verbiegt und damit meistens mehr Probleme schafft als wegbringt.

    Du hast ja beobachtet, dass dann z.B. der Antriebsnocken nicht mehr greift. Wenn das schonmal gemacht wurde um die Kontakte zu justieren siehst Du ganz feine Marken auf den Federn.

    Das Geschick des guten Elektromechanikers liegt dann darin zu erkennen, welche Feder bewegt werden muss, damit der Kontakt wieder schließt. Auch feinstes Handwerk...

    Bei der Montage ist ja immer die Frage, wann wurde das Teil denn integriert - Du mußt Dich mit dem zusammengebauten Teil rumschlagen, kann sein, dass es einen Montagestand gibt, wo das Teil quasi von selbst reinflutscht. Vielleicht sind bei Deiner Montage die Geister von ein paar Japanern brüllend von ihrer Wolke gekippt weil hier niemand mehr weiß wie das ging und man sich einen Abbricht wärend sie das so nebenbei gemacht haben.

    LG
    Jörg

  7. Folgender Benutzer sagt "Danke", Optikus64 :


  8. #7
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    Ich schließe daraus:

    Ein Job für Leute, die auch gerne selbst ihre mechanischen Uhren revidieren

    Vielleicht lassen sich die Kontaktzungen auch kleben, sodass der Kontakt schließt und vom Nocken wieder geöffnet wird, der Öffnungswinkel wird so also verkürzt.

    Durchaus berechtigt, auch hier von Komplikationen zu sprechen, wie bei den Uhren …
    Gruß,

    Andreas

  9. #8
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    Und es lässt mir keine Ruhe ;-)

    Ich schaue mir die Option mit einem Klebepunkt an, dann braucht es den Seilzug nicht mehr.

    Wo ich den ansetze, zeigt die aktuelle Lösung.

    Oder vielleicht geht es mit einem Bindfaden, da lerne ich dann auch gleich das Nähen

    Der Transistor mit Loctite drauf, der die Seilbahn trägt, kommt dann raus und einer aus Ersatz rein.

    Ich habe auch eine Montagezange für THT-Bauteile, also solche mit Drähten, die durch eine Platine gesteckt werden. Die macht in Anschlussbeine eine Einbuchtung, aber für hier wird sie zu groß sein.

    Wenn es gelingt, mache ich noch ein kurzes Thread update
    Gruß,

    Andreas

  10. #9
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    Moin Andreas,

    such vorher einen Feng Shui Berater auf - das ist immer so, bis man bei solchen Frickelsachen den Bogen raus hat kriegt man Krätze.

    Da sind meine beiden Patienten eher geduldig, kommende Woche mache ich meine Zeichnung für den Sonnar-Fuß und baue den Stativ-Fuß am Tair ab, das ist vergleichen mit Deinem Problem Feuerstein-Mechanik. Die Macht möge mit Dir sein.

    LG
    Jörg

  11. #10
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    Ich rate dir von so einer aufwändigen Tauscherei ab, Andreas.
    Versuche lieber, die verbogene Kontaktfeder zurecht zu biegen!
    Du hast ja eine Vorlage, wie sie korrekt gebogen sein muss.
    Gruß, Michael

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