Ergebnis 1 bis 10 von 116

Thema: Jupiter-3 1.5/50mm

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    Spitzenkommentierer Avatar von Hias
    Registriert seit
    19.01.2018
    Ort
    München
    Beiträge
    1.373
    Bilder
    17
    Danke abgeben
    5.036
    Erhielt 7.191 Danke für 1.157 Beiträge

    Standard (Un-)Schärfe gegen Unendlich an der Sony A7II

    Ich habe heute ein wenig Zeit gefunden, eine Blendenreihe auf größere Distanz an der Sony A7II zu machen. Es ist klar, dass dies nicht die Paradedisziplin des Jupiter-3 ist, aber die Ergebnisse sind noch deutlich schlechter als ich erwartet habe. Die Aussagekraft das Ganzen darf man allerdings nicht überschätzen, die Bilder sagen im Wesentlichen nur aus, wie sich dieses Jupiter-3 mit der Seriennummer N680573, das Christian (gladstone) gehört, an dem verwendeten Adapter an meiner Kamera geschlagen hat.

    Gearbeitet habe ich wie immer, Kamera auf Stativ, mit Fernauslöser ausgelöst und (wegen des Fokus-Shift des Jupiter-3) bei jeder Blende mit der Lupe nachfokussiert. Fokus auf dem inneren der beiden großen Dachfenster.

    Die Bilder sind in großer Auflösung, so dass ihr selber nachsehen könnt, wie es aussieht.

    f 1.5 Name:  DSC01110.JPG
Hits: 360
Größe:  1,37 MB
    f 2
    Name:  DSC01111.JPG
Hits: 335
Größe:  1,45 MB
    f 2.8
    Name:  DSC01112.JPG
Hits: 363
Größe:  1,54 MB
    f 4
    Name:  DSC01113.JPG
Hits: 329
Größe:  1,59 MB
    f 5.6
    Name:  DSC01114.JPG
Hits: 361
Größe:  1,64 MB
    f 8
    Name:  DSC01115.JPG
Hits: 331
Größe:  1,50 MB
    f 11
    Name:  DSC01116.JPG
Hits: 325
Größe:  1,32 MB

    Ja, was soll ich sagen...

    Bei Offenblende in einem kleinen Bereich im Zentrum halbwegs scharf und kontrastreich, ansonsten eine Ansammlung aller nur denkbarer optischer Fehler. Sonnenlicht auf Metall (der kleine Metallkamin) mag es gar nicht.
    Bei f2 tut sich nicht viel.
    Bei f2.8 macht es einen Sprung, wird in der Mitte scharf und kommt jetzt auch mit dem sonnenbeschienenen Metallkamin klar. Ränder und Ecken verbessern sich nicht.
    Bei f4 bis f8 tut sich überraschend wenig, der scharfe Bereich in der Mitte wird größer, Ecken bleiben völlig unscharf und eigenartig verzerrt.
    Bei f11 tut sich nochmal was, der scharfe Bereich wird deutlich größer, die Ecken bleiben schlecht.

    Das hier https://phillipreeve.net/blog/review...er-3-50mm-1-5/ bei Phillip Reeve getestete, etwas ältere Jupiter-3 verhielt sich ähnlich, aber durchgehend auf besserem Niveau (sorry Christian, ich mache gerade Dein Jupiter-3 schlecht...)

    Ich hab dann den Versuch gestartet, bei f5.6 bis f11 mal auf die Ecken (auf die Birke rechts oben, hinter dem Haus) zu fokussieren, hat fast nichts gebracht und es ist sehr schwer, im Eck überhaupt den Fokus zu finden.

    f 5.6
    Name:  DSC01117.JPG
Hits: 360
Größe:  1,52 MB
    f 8
    Name:  DSC01118.JPG
Hits: 358
Größe:  1,47 MB
    f 11
    Name:  DSC01119.JPG
Hits: 384
Größe:  1,32 MB

    Ich weiß aber auch nicht, was ich falsch gemacht haben könnte. Ich habe dieses Vorgehen und auch dieses Motiv ja schon mehrfach beim Test von 50igern verwendet, z.B. hier https://www.digicamclub.de/showthread.php?t=25818 oder hier https://www.digicamclub.de/showthread.php?t=25619 und habe immer vernünftige Ergebnisse gehabt.

    Über Hinweise und Anregungen würde ich mich freuen. Ganz Klasse wäre natürlich, wenn ein weiterer Jupiter-3 Besitzer hier das Verhalten seines Exemplars zeigen könnte.

    Gruß Matthias

  2. 5 Benutzer sagen "Danke", Hias :


  3. #2
    Spitzenkommentierer
    Registriert seit
    28.12.2018
    Ort
    Mittlerer Neckar Raum
    Beiträge
    1.346
    Bilder
    2
    Danke abgeben
    16.864
    Erhielt 2.638 Danke für 1.010 Beiträge

    Standard

    Mein Dank für Deine Vergleichsbilder vom Jupiter f 1,5 mit 50 mm. Als ich das erste Bild, welches Du mit f 1,5 gemacht hast angesehen habe meinte ich so schlecht wie ich es erwartet habe ist es nicht. Ich war angenehm überrascht ! Bei Deiner zweiten Bilderreihe meinte ich dann auch, so richtig scharf wirds erst bei f 11, daher war es gut, dass Du diese Ausschnitte auch gezeigt hast.
    Solche extrem lichtstarken Objektive mit f 1,5 insbesondere mit älterem Herstellungs Datum sind nach meinen Erfahrungen für spezielle sehr dunkle Motive gut geeignet und voller Charakter aber bei hellen Lichtverhältnissen meist in allen Belangen der Abbildung mit lichtschwachen Linsen nicht vergleichbar.
    Ich meine das Jupiter 50mm f1,5 ist kaum das immerdrauf Objektiv. Soweit man sowas möchte sollte man sich mal diverse neu konzipierten Objekte, wie z. B. aus der ART Linie eines bekannten Herstellers für Fremdobjektive ansehen und gleich auch bedenken, dass so um +/- 1000 Gramm zu tragen sind.

    Beste Grüße Ulrich
    Geändert von CanRoda (07.10.2022 um 08:18 Uhr)

  4. 2 Benutzer sagen "Danke", CanRoda :


  5. #3
    Spitzenkommentierer Avatar von Namenloser
    Registriert seit
    01.03.2014
    Ort
    St. Ingbert
    Beiträge
    3.471
    Bilder
    31
    Danke abgeben
    23.374
    Erhielt 17.614 Danke für 2.884 Beiträge

    Standard

    Hallo Matthias,

    ich kann anhand meines Exemplares alle von dir getätigten Aussagen voll unterstützen (auch wenn ich gerade keine Belegbilder zur Hand habe, ich hatte weiter oben im thread ja auch ein paar Bilder gezeigt).
    Mein Exemplar ist bei f1.5 und f2 in der Mitte noch nicht wirklich scharf, genau wie bei dir wird es erst bei f2.8 in Ordnung. Weiter offen ist es halt sehr speziell,
    kann aber auch seinen Reiz haben.

    Auch das Verhalten abgeblendet ist bei meinem gleich. in Beitrag 98 ist das zweite Bilde bei f8 - da sieht man schon in der Forenansicht den enormen Schärfeverlust zum Rand, von den Ecken ganz zu schweigen.

    Ich denke, das ist das was man von einem Jupiter-3 erwarten darf.
    Trotzdem hat es mir schon einige sehr schöne, besondere Fotos beschert, ich werde mal in den Archiven kramen wenn ich Zeit finde.
    Meine Homepage: https://www.nikolaus-burgard.de/
    Instagram: www.instagram.com/nikolausburgard/
    Sony Alpha 7III / 7RIII und ein paar Objektive...

  6. 3 Benutzer sagen "Danke", Namenloser :


  7. #4
    Spitzenkommentierer
    Registriert seit
    26.08.2019
    Beiträge
    1.712
    Danke abgeben
    2.344
    Erhielt 2.615 Danke für 1.086 Beiträge

    Standard

    Zitat Zitat von Hias Beitrag anzeigen
    Ich habe heute ein wenig Zeit gefunden, eine Blendenreihe auf größere Distanz an der Sony A7II zu machen. Es ist klar, dass dies nicht die Paradedisziplin des Jupiter-3 ist, aber die Ergebnisse sind noch deutlich schlechter als ich erwartet habe. Die Aussagekraft das Ganzen darf man allerdings nicht überschätzen, die Bilder sagen im Wesentlichen nur aus, wie sich dieses Jupiter-3 mit der Seriennummer N680573, das Christian (gladstone) gehört, an dem verwendeten Adapter an meiner Kamera geschlagen hat.
    ...
    Ja, was soll ich sagen...

    Bei Offenblende in einem kleinen Bereich im Zentrum halbwegs scharf und kontrastreich, ansonsten eine Ansammlung aller nur denkbarer optischer Fehler. Sonnenlicht auf Metall (der kleine Metallkamin) mag es gar nicht.
    Bei f2 tut sich nicht viel.
    Bei f2.8 macht es einen Sprung, wird in der Mitte scharf und kommt jetzt auch mit dem sonnenbeschienenen Metallkamin klar. Ränder und Ecken verbessern sich nicht.
    ...
    Ich weiß aber auch nicht, was ich falsch gemacht haben könnte. Ich habe dieses Vorgehen und auch dieses Motiv ja schon mehrfach beim Test von 50igern verwendet, z.B. hier https://www.digicamclub.de/showthread.php?t=25818 oder hier https://www.digicamclub.de/showthread.php?t=25619 und habe immer vernünftige Ergebnisse gehabt.

    Über Hinweise und Anregungen würde ich mich freuen. Ganz Klasse wäre natürlich, wenn ein weiterer Jupiter-3 Besitzer hier das Verhalten seines Exemplars zeigen könnte.

    Gruß Matthias
    Das Objektiv ist die 50er-Jahre Evolution einer (bis) 1936 noch mit Rechenschiebern und Logarithmentafeln erstellten optischen Rechnung, die 1936 an der Grenze des für betuchte Fotografen machbare kratzte, gefertigt nordöstlich von Moskau. Auch die Überarbeitung der Rechnung dürfte noch "von Hand" (von Menschen ohne Computer) erfolgt sein - mit Ziel der Abbildung bei wenig Licht auf sich buckelndem körnigen Film und mit f1,5 eher auf dem höchstempfindlichen (körnigsten) der jeweils lieferbar war. Also ein Reportage-Objektiv, kein Repro-Objektiv.

    Rokkor, Planare und sogar das Pancolar wurden mehr als 30 Jahre später mit Computerhilfe gerechnet und auf deutlich neueren Maschinen gefertigt und sie konnten auf neu erschmolzene Glassorten zurückgreifen, auf synthetischen Linsenkitt (zumindest im Westen) und auf Mehrschichtvergütung. Und das waren "Universalobjektive" für engagierte Amateure, keine Repro-Objektive und keine 1,2er "für Profi-Reportagen". Dazu war das Sonnar 1,5/50 für eine Meßsucherkamera, die anderen für SLR-Kameras (man braucht bei Offenblende ein klares Sucherbild wenn der Kunde im Laden mal durchguckt!).

    Ich wäre enttäuscht XXL, wenn das Ergebnis wäre, daß dreißig (plus X) Jahre technischer Fortschritt der optischen Industrie ein Nullsummenspiel waren und die Geschichte von der Überlegenheit westlicher Technologie und größerer Exemplarstreuung bei russischer Fertigung nicht zuträfe.

    "Bei Offenblende in einem kleinen Bereich im Zentrum halbwegs scharf und kontrastreich, ansonsten eine Ansammlung aller nur denkbarer optischer Fehler. Sonnenlicht auf Metall (der kleine Metallkamin) mag es gar nicht." erfüllt bzw. befriedigt geradezu meine Erwartungshaltung.


    Alles richtig gemacht! (zur Not könnte man nochmal checken ob der Adapter präzise parallel/gerade ist)

  8. 5 Benutzer sagen "Danke", Jan Böttcher :


Ähnliche Themen

  1. Jupiter-8 2.0/50mm milchig, blass :(
    Von bobhund im Forum "Café Manuell" - Hier wird geplaudert..
    Antworten: 31
    Letzter Beitrag: 19.05.2013, 22:34

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •