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Thema: Minolta MC Apo Tele Rokkor 400 mm f/5,6

Hybrid-Darstellung

  1. #1
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    Standard Verzeichnung, Vignettierung und chromatische Aberrationen

    In Sachen Verzeichnung ist das Objektiv völlig unauffällig und die Vignettierung tritt auch nur bei Offenblende auf, um dann um eine halbe oder eine Stufe abgeblendet völlig zu verschwinden.

    Ein Teleobjektiv muss sich immer auch an seinen chromatischen Aberrationen messen lassen und ich gab Euch ja mit den Ausschnitten weiter oben schon einen vagen Vorgeschmack. Um es auf den Punkt zu bringen, verdient das MC Apo Tele Rokkor 5,6/400 mm sein Label “APO” meiner Meinung nach in vollem Umfang. Auch wenn bei einer Vergrösserung von 200 % scharfumrissene und sehr schmale Farbsäume in den Ecken auftauchen können, bleiben diese bei kleineren Vergrösserungsmassstäben weitgehend unsichtbar und verschwinden auch vollständig nach einer automatischen Korrektur in Lightroom/Camera Raw. Ich habe bis jetzt noch keine einzige Aufnahme gefunden, bei denen sich der Einsatz der händischen Werkzeuge zur Entsättigung der Farbsäume irgendwie gelohnt hätte - es genügt also, die Korrektur der chromatischen Aberrationen in einem bei der Öffnung der Fotos in ACR angewandten Preset zu speichern, um Farbfehler völlig vergessen zu können !

    Name:  bokehfringing.jpg
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    Übrigens handelt es sich bei den chromatischen Aberrationen um minimale Querfehler (laterale CA), während Längsfehler (longitudinale CA) von Haus aus perfekt korrigiert sind. Es gibt also keine nennenswerten Farbsäume vor und hinter der Schärfenebene !


    Name:  mouette.jpg
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Größe:  3,54 MB

    Beide Fotos ohne Korrektur der chromatischen Aberrationen !


    Das Minolta MC Apo Tele Rokkor 5,6/400 mm ist also wie auch moderne Teleobjektive mit Spezialgläsern besonders pflegeleicht, was die Bearbeitung der Aufnahmen angeht. Unter meinen häufig verwendeten Altgläsern ist es auch das einzige, bei dem ich bisher auf die Erstellung eines Objektivprofils verzichtet habe.

    Fortsetzung folgt…

  2. 9 Benutzer sagen "Danke", Alsatien :


  3. #2
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    Standard Bokeh

    Natürlich kann das Objektiv in Sachen Bokeh mit einem lichstärkeren Objektiv nicht wirklich mithalten. Eine Offenblende von f/5,6 reicht bei 400 mm Brennweite im Allgemeinen aber aus, um den Hintergrund in cremige Farbflächen zu verwandeln. Das Bokeh wirkt dabei sehr harmonisch und drängt sich auch nicht in den Vordergrund, was wahrscheinlich mit der weitgehenden Korrektur der Bildfehler zusammenhängt. Einzig bei Spitzlichtern sieht man manchmal ein “kristallenes Glitzern” in den Unschärfekreisen, was möglicherweise dem Kalziumfluorid geschuldet ist.

    Name:  Bokeh-01.jpg
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    Name:  Bokeh-02.jpg
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    Name:  Bokeh-03.jpg
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    Name:  Bokeh-04.jpg
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    Fortsetzung folgt…


  4. #3
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    Standard Nahbereichserweiterung

    Nach den ersten Aufnahmen mit dem MC Apo Tele Rokkor 5,6/400 mm fühlte ich mich durch die Nahgrenze von 5 Metern stark in meiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt und suchte nach Lösungen, um dieses Problem zu umgehen.


    Name:  Bokeh-05.jpg
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    Sumpfdotterblume mit Vivitar Auto Macro Converter ohne Linsensatz-minimaler...

    Wenngleich auch die Bildfehler eines Objektivs immer nur für einen bestimmten Abbildungsmasstab optimal korrigiert werden können, sollte das Apo Tele Rokkor eigentlich aufgrund seines fantastischen Korrektionszustands auch bei kürzeren Entfernungen noch zufriedenstellende Resultate liefern können. In der Praxis ist das der Fall, auch wenn das hohe Gewicht und die fehlende Innenfokussierung den Spass auch mindern können.

    Name:  Bokeh-04_1.jpg
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    ... und maximaler Auszug

    Ich habe das Objektiv sowohl mit einen variablen Zwischenring (Vivitar Auto Macro Converter ohne Linsensatz) als auch mit einer achromatischen Nahlinse (Sigma AML72-01) eingesetzt und in beiden Fällen sehr ansprechende Resultate erzielen können. Ideal wäre die von Minolta dem MD 100-500 mm f/8 spendierte Nahlinse gewesen, aber diese wird meist zu astronomischen Preisen angeboten. Verglichen mit anderen Nahlinsen, wie zum Beispiel dem Modell Canon 500D, bietet sie eine wesentlich grössere und damit auch praktischere Mindestenfernung. Die achromatische Nahlinse von Sigma, ursprünglich für das Sigma 18-300 mm gerechnet, harmoniert übrigens hervorragend mit dem MC Apo Tele Rokkor 5,6/400 mm.


    Name:  Bokeh-06.jpg
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    Tulpe mit achromatischer Nahlinse Sigma AML72-01


    Fortsetzung folgt…

  5. 9 Benutzer sagen "Danke", Alsatien :


  6. #4
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    Beitrag Telekonverter Minolta 300L

    Zu Analog-Zeiten war ein Telekonverter das einzige Mittel, um bei weit entfernten Motiven eine besonders für Dia-Fotografen wichtige formatfüllende Abbildung zu erreichen. Aber lohnt sich dieses Zubehörteil mit heutigen pixelstarken Sensoren und Upscale-Algorithmen überhaupt noch ?

    Obwohl der Minolta 300L unter meinem Dutzend von Telekonvertern wohl eindeutig zu den optisch ausgereiftesten gehört, zweifle ich doch an seinem praktischen "Nährwert".


    Name:  Enten.jpg
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    Mit einem Lichtstärkenverlust von zwei ganzen Blenden und einer für die Optimierung der Bildschärfe notwendigen Abblendung von einer Blende wird das Minolta APO 400 mm f/5,6 zu einem 800 mm f/16 Teleobjektiv - das Stativ wird also unausweichlich, wobei an dessen Stabilität durchaus hohe Ansprüche zu stellen sind, um überhaupt an scharfe Bilder denken zu können. Für lebendige Motive kann man das Ganze entweder vergessen oder aber auf ideale Lichtverhältnisse hoffen. Zumal man auch bei guten Lichtverhältnissen kaum unter 800 ISO davon kommt.


    Name:  Ralle-4.jpg
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    In den meisten Fällen wird es aber besser sein, die Fotos in seinem Raw-Entwickler, Photoshop oder einem speziellen Plug-in auf grössere Dimensionen aufzublasen, die Ergebnise werden einfach besser (siehe unten)


    Testszene mit 400 (MC Apo Tele Rokkor 5,6/400 mm) und 800 mm (MC Apo Tele Rokkor 5,6/400 mm + MD 2 x Konverter 300L)

    Name:  konverter-null.jpg
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Größe:  3,35 MB

    400 mm

    Name:  konverter-eins.jpg
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    800 mm


    Bildmitte (400 mm links und 800 mm rechts)


    Name:  konverter-mitte.jpg
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    Bildecke unten rechts (400 mm links und 800 mm rechts)


    Name:  konverter-rand.jpg
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    Fortsetzung folgt…
    Geändert von Alsatien (17.04.2021 um 10:21 Uhr)


  7. #5
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    Standard

    Hallo Volker,

    auf diese Vorstellung habe ich schon lange sehnsüchtig gewartet. Vielen Dank für die bisher präsentierten
    Kapitel Deiner Vorstellung, gepaart mit interessanten Infos und schönen Fotos. Ich hoffe Du läßt noch einige
    Kapitel folgen...

    Eine kleine Korrektur zur Einführung des ED-Glases von Nikon. Laut Nikon wurde das ED Glas bereits 1971
    entwickelt und kam ab 1972 im 2,8/300mm zum Einsatz. https://www.nikon.com/about/corporat...1946/index.htm

    Zurück zum Minolta 400: Ich hatte mir eigentlich immer vorgestellt, dass das 400 APO ein ganz besonders
    gutes Objektiv ist. Deine Fotos beweisen es nun. Die leichten CA`s sind nicht so störend wie bei manchen
    anderen APO-gelabelten Konkurrenten und wie Du ganz richtig schreibst kommte es in erster Linie auf die
    Korrektur des Farblängsfehlers an, welcher sich softwaremäßig nur schwer beheben läßt.

    Nur zum Vergleich: ich hatte für kurze Zeit das modernere Pentax "green star" 4/300mm, welches konstruktiv
    mit 3 ED-Glas Linsen bestückt ist, aber einen ausgeprägteren Farbquerfehler gezeigt hat und der Farblängsfehler
    war auch nicht berauschend auskorrigiert.

    In diesem Sinne freue ich mich auf die Fortführung dieses Threads.

    LG, Christian

  8. 4 Benutzer sagen "Danke", gladstone :


  9. #6
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    Standard

    Hallo Christian,

    vielen Dank !!

    Du hast recht, Nikon hat schon vor 1977 mit ED-Glas experimentiert. Allerdings ist das 1972 erschienene 300 mm f/2,8 nur in 72 Exemplaren gebaut worden (Quelle : Nikon Pocket Book von Peter Braczko) und der während der Olympiade von Montreal 1976 vorgestellte Prototyp war noch seltener. Also beides keine "offiziellen" im Handel erhältlichen Objektive.


    Ja, der Farblängsfehler ist beim Minolta wirklich verblüffend gut korrigiert worden. Zumal mal auch das schon fast "biblische" Alter des Objektivs berücksichtigen muss. Um die leteralen chromatischen Aberrationen überhaupt sehen zu können, musste ich sie erst manuel deaktivieren, ich hatte also am Anfang den Eindruck, ein perfekt auskorrigiertes Objektiv vor mir zu haben. Mit Innenfokussierung wäre es perfekt !


    Was das Pentax anbetrifft, war ich damals als Pentax-Fotograf schon skeptisch , denn die Miniaturisierung des Objektiv ist extrem, was die Rechnung sicherlich nicht einfacher machte (hochbrechende vs. niedrig dispergierende Gläser).

    LG Volker

  10. 3 Benutzer sagen "Danke", Alsatien :


  11. #7
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    Standard Fazit

    Als das MC Apo Tele Rokkor 5,6/400 mm auf den Markt kam, sollte es wohl die Profikamera XM begleiten, der aber letztendlich der grosse Durchbruch versagt blieb.

    Name:  Vögel-01.jpg
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    Deshalb sind das Objektiv, sein grosser Bruder mit Innenfokussierung 6,3/600 mm und die Zoom-Schwester 8/100-500 mm Apo auch zunächst die einzigen Versuche geblieben, auf dem Markt der professionellen Sport-und Naturfotografen Fuss zu fassen. Erst zum AF System hat der Hersteller dann lichtstarke Objektive mit Spezialgläsern herausgebracht, konnte aber Canon und Nikon nicht mehr einholen.

    Name:  Vögel-02.jpg
Hits: 761
Größe:  458,8 KB

    Das Minolta MC/MD 400 mm f/5,6 ist auch aus “historischen” Gründen ein interessantes Objektiv. Viel interessanter noch finde ich es aber im Einsatz, obwohl die “traditionelle” Entfernungseinstellung per Schneckengang zumindest am Anfang eine gewisse Spontanität verhindert. Man muss also ein wenig üben, um die operationellen Nachteile aufwiegen zu können.

    Name:  Vögel-03.jpg
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Größe:  472,3 KB

    Von der Bildqualität her bin ich vollauf begeistert, hier hat Minolta wirklich keinerlei Kompromisse gemacht und beim Sichten der Ergebnisse fühle ich mich sogar an das Leica APO-Telyt R 180 mm f/3,4 eines Freundes erinnert, das ich mal eine Zeit lang ausführen durfte.

    Name:  Vögel-04.jpg
Hits: 876
Größe:  458,1 KB


    LG Volker

  12. 10 Benutzer sagen "Danke", Alsatien :


  13. #8
    Spitzenkommentierer
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    Standard Weitere Bildbeispiele

    Name:  Beispiele-01.jpg
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    Name:  Beispiele-02.jpg
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    Name:  Beispiele-03.jpg
Hits: 757
Größe:  1,17 MB

    Name:  Beispiele-04.jpg
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Größe:  249,7 KB

    Name:  Beispiele-05.jpg
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    Name:  Beispiele-06.jpg
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Größe:  622,1 KB

    Name:  Beispiele-07.jpg
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    LG Volker


  14. #9
    Spitzenkommentierer Avatar von Jubi
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    Standard

    Zitat Zitat von Alsatien Beitrag anzeigen
    Als das MC Apo Tele Rokkor 5,6/400 mm auf den Markt kam, sollte es wohl die Profikamera XM begleiten, der aber letztendlich der grosse Durchbruch versagt blieb.
    (...)
    Das Minolta MC/MD 400 mm f/5,6 ist auch aus “historischen” Gründen ein interessantes Objektiv. Viel interessanter noch finde ich es aber im Einsatz, obwohl die “traditionelle” Entfernungseinstellung per Schneckengang zumindest am Anfang eine gewisse Spontanität verhindert. Man muss also ein wenig üben, um die operationellen Nachteile aufwiegen zu können.
    Also, das ist Dir offenbar problemlos gelungen, Volker!
    Tolle Aufnahmen!


    Zitat Zitat von Alsatien Beitrag anzeigen
    Von der Bildqualität her bin ich vollauf begeistert, hier hat Minolta wirklich keinerlei Kompromisse gemacht und beim Sichten der Ergebnisse fühle ich mich sogar an das Leica APO-Telyt R 180 mm f/3,4 eines Freundes erinnert, das ich mal eine Zeit lang ausführen durfte.

    LG Volker
    Dem kann ich mich nur anschließen: Schärfe und Farben sind wunderbar!


    Gruß

    Jubi

  15. 4 Benutzer sagen "Danke", Jubi :


  16. #10
    Spitzenkommentierer
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    Standard

    Zitat Zitat von Jubi Beitrag anzeigen
    Also, das ist Dir offenbar problemlos gelungen, Volker!
    Tolle Aufnahmen!

    Vielen Dank, Jubi!

    LG Volker

  17. Folgender Benutzer sagt "Danke", Alsatien :


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