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Thema: Agfa Isolette I

Hybrid-Darstellung

  1. #1
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    Wenn im Verschluß altes Schmiermittel ist und man entfernt das nicht, sondern man "spült" es nur an irgendeine andere Stelle im Verschluß ... oder wenn man das komplett rauswäscht, aber welches da reingehört und zwar an bestimmte Stellen ... dann?

  2. #2
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    Update: heute in der Früh hat sich der Fokus schon mit überschaubarem Kraftaufwand lösen lassen. Das grüne Zeig ist in Flocken rausgekommen, hat sich also nicht im Waschbenzin gelöst. Wahrscheinlich hat das Waschbenzin nur den Fettanteil gelöst. Vielleicht wäre Alkohol günstiger gewesen, aber raus ist raus... Die Gläser sind für meinen Anspruch auch sehr sauber und dank Graphitfett von Liqui Moly ist der Fokus wieder wie gewünscht. Das Fett habe ich schon seit den 80ern und es ist immer noch gut; es gab also damals schon gutes Fett, nur nicht bei Pentacon... Es ist eigentlich für Lager gedacht mit Notlaufeigenschaften. Da wo keine Gefahr besteht, dass es in Blende oder Verschluss kommt, nehme ich es auch hin und wieder für Kameras und Objektive.

    Die mittlere Gruppe hat zwei Kerben, d.h. die kann man dann gut montieren. Der Fokusring muss wahrscheinlich beim Zusammenbau nicht runter. D.h. wer sich da Arbeit zum Justieren sparen will, und wem es wuscht ist, ob darunter noch Dreck ist, lässt den Ring besser drauf.

    Verschluss: Ich habe schon mal vor längerer Zeit erfolgreich an einem Compurverschluss eines Linhofobjektivs gespielt. Bei dem waren vor allem die langen Zeiten zu lang und 1sec ist hängen geblieben. Da habe ich im wesentlichen mit Nadelspitzen mit Uhrmacheröl gearbeitet an den Stellen wo ich den Eindruck hatte, dass es hakt. Waschbenzin habe ich nicht hergenommen. Innen hat der Verschluss aber sehr sauber ausgesehen. Die ursprünglichen Schmiermittel der Compurverschlüsse sind da, wie man so schön sagt, "über alle Zweifel erhaben", nur, dass es vielleicht in der richtigen Menge und damit sehr sparsam aufgetragen wurde und damit sozusagen womöglich buchstäblich verdampft ist. Wenn der Verschluss innen auch wieder sauber ausschaut werde ich das wieder probieren, wobei mein Verdacht ist, dass vielleicht irgendeine größere gemeinsame Reibfläche betroffen ist, weil alle Zeiten systematisch zu langsam sind, und es vielleicht nicht das Langzeit und Kurzzeitwerk sind. Mal schauen. Ich weiss noch nicht ob ich heute nochmal Zeit und Ruhe finde. Gerade letzteres werde ich für den Verschluss bestimmt brauchen...

  3. Folgender Benutzer sagt "Danke", pandreas :

    eos

  4. #3
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    Leider ist es etwas daneben gegangen... Es ist etwas Öl in den Verschluss gekommen. Dann doch zuerst Waschbenzin...

    Jetzt laufen die kurzen Zeiten dem Anschein nach korrekt und die Blende verstellt sich sehr leicht, aber die langen Zeiten laufen nicht richtig und bleiben manchmal sogar hängen. Ich nehme an, dass die Zahnradlager vom Langzeitwerk auch an der Unterseite etwas Öl bräuchten. Ich bin aber daran gescheitert, das Langzeitwerk auszubauen. Die Schraube, bei der auch die Hauptfeder mit dran hängt, habe ich nicht aufbekommen; ich habe Angst, dass ich sie abreiße und dann gar nichts mehr geht. Vielleicht blicke ich es aber auch noch nicht so ganz. Ich habe zwar Compur Beschreibungen gefunden, aber nicht für einen Compur Rapid, der wie dieser ausschaut. Er sieht irgendwie aus wie ein abgespeckter Compur Synchro; dessen Zeichnungen scheinen am besten zu passen.

    Keine Ahnung, ob ich an der Isolette weiterbastle; die Schraube hat mich deutlich demotiviert... ...vielleicht mach ich aber den Verschluss doch nochmal auf und mach ein Bild von der dämlichen Schraube.

    Die Isolette ist meine erste Mittelformat Klappkamera. Ich bin mit ihr etwas hin- und hergerissen. Auf den ersten Blick macht sie keinen schlechten Eindruck. Auf den zweiten dann die Mechanik aus viel schwarzlackiertem vernietetem Stanzblech und der Plastikbalgen. Und für mich am schlimmsten: Keine vernünftige Schärfentiefenskala am Objektiv. Das scheint es nur mit dem 75er zu geben. Das Gimmik der Isolette II ist ein sehr rudimentärer "Schärfentiefenrechner" an der Oberseite, und die Werte muss man man dann übertragen.

    Was auf den ersten Blick für mich aber gut gelöst ist und sehr praxistauglich sein könnte, das ist der Mechanismus für die Filmspule, die sich abwickelt. Die wird nämlich automatisch gebremst. Zusammen mit dem Standardvorgehen, dass zuerst der Verschluss gespannt wird, dann transportiert, dann ausgelöst, sollte es bei der Isolette wenig Probleme mit der Planlage vom Film geben. Die Lösung ist zwar auch wieder relativ dünnes vernietetes Blech, aber konstruktiv doch irgendwie gut gemacht. Das korrekte Filmeinlegen könnte bei der Isolette deutlich einfacher sein als bei der Pentacon Six...

    Viele Grüße,
    Andreas

  5. #4
    Spitzenkommentierer Avatar von ulganapi
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    Zitat Zitat von pandreas
    Keine Ahnung, ob ich an der Isolette weiterbastle; die Schraube hat mich deutlich demotiviert... ...vielleicht mach ich aber den Verschluss doch nochmal auf und mach ein Bild von der dämlichen Schraube.
    das Beste wird sein, die Kamera beiseite zu stellen und mit einer anderen zu beginnen. Die größten Fehler beim Basteln passieren immer dann, wenn man emotional aufgeladen ist, weil irgendetwas nicht richtig funktioniert
    und man es unbedingt jetzt und auf der Stelle richten will.
    Wenn man Profi ist kann man natürlich nicht aufhören, aber als Hobbyist hast Du Zeit und vielleicht fällt Dir nach ein paar Monaten (und einige Kameras weiter) eine andere eventuell bessere Lösung zu diesem Problem ein.

    Gruß Dieter
    Fotografiere meistens digital - hauptsächlich mit Objektiven der 50er bis 70er Jahre https://www.zonerama.com/Gastfresser/300955
    falls doch analog, dann Kleinbild mit Minolta AF, Mittelformat mit Bronica 6x7 und 4,5x6

  6. 2 Benutzer sagen "Danke", ulganapi :


  7. #5
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    Zitat Zitat von ulganapi Beitrag anzeigen
    das Beste wird sein, die Kamera beiseite zu stellen und mit einer anderen zu beginnen. Die größten Fehler beim Basteln passieren immer dann, wenn man emotional aufgeladen ist, weil irgendetwas nicht richtig funktioniert
    und man es unbedingt jetzt und auf der Stelle richten will.
    Wenn man Profi ist kann man natürlich nicht aufhören, aber als Hobbyist hast Du Zeit und vielleicht fällt Dir nach ein paar Monaten (und einige Kameras weiter) eine andere eventuell bessere Lösung zu diesem Problem ein.

    Gruß Dieter
    So hat man dann 27 zerlegte Kameras rumliegen und die Erben wissen nicht mehr, welche Teile zusammen eine Kamera ergeben ... einfach wutentbrannt mit voller Wuche an die Wand werfen und die Reste zusammenkehren und in den Müll damit. Simplify your life!

    Man könnte der Schraube mal gut zureden. Draufklopfen, Lötkolben (vorher einschalten, warm werden lassen, das warme Ende nicht in die Hand nehmen sondern den Griff und dann das warme Ende auf den Schraubenkopf drücken), WD40 (nein, nicht sprühen sondern in ein Gefäß sprühen und dann eine kleine Menge davon möglichst nah ans Gewinde der Schraube bringen), bei mit Lack gesichrten Schrauben Aceton, Spiritus oder Nitroverdünnung, ... ach so und schön einen passenden Schraubendreher nehmen zur Not den Griff etwas dicker machen (Schlauch drüber) für mehr Drehmoment.

    Wenn das nicht hilft ausbohren. In diesem Fall hieße das wohl "Kopf ab" und den Rest dann wenn das Hemmwerk raus ist mit der Zange packen und rausdrehen.

  8. #6
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    Ich hab mir die von Jan eingestellten Videos nochmal etwas mehr im Detail angeschaut um rauszufinden wie Chris Sherlock das Schmierproblem löst. Mein fotomechanisches Fachenglich ist leider nicht so gut; ich habe manchmal Probleme ihn zu verstehen. So weit ich verstehe nimmt er an den meisten Stellen gar nichts, an einigen nur Graphitstaub und selten "molybdenum"; damit meint er dann vielleicht Molybdängraphitfett. Vielleicht genau das, was ich fürs Objektiv genommen habe und ursprünglich in den 80ern dafür gut war meine Ente abzuschmieren. Hat da jemand mit diesen kleinen Compurverschlüssen Erfahrung was man wo am besten hernimmt? Doch eher klassisch Uhrenöl? Wo überall und welche Sorte?

    Vielleicht probiere ich es doch bei Gelegenheit mal den Verschluß ganz zu zerlegen. Dass die Schraube nicht aufgegangen ist war übrigens vielleicht sogar Glück, sonst hätte ich die Justage vom Langzeitwerk verloren. Das einzige, was ich sicher wieder zusammenbekommen muss, ist die Blende, damit ich das Objektiv auf Digital hernehmen kann. Der Rest tut dann oder nicht.

    Manchmal muss man wohl was wegschmeissen können. Für Dinge, die einem leid tun, kann es eine Schachtel "zu verschenken" sein... ...das wär dann sinnvoll, wenn ich den Verschluss nicht zum Laufen bekomme und das Objektiv an Digital nicht taugt. Ansonsten ist es wahrscheinlich sinnvoll sich bei Lebzeiten von den Sachen zu trennen, falls die Kinder kein Interesse haben. Mir fällt es übrigens sehr schwer, so eine alte Kamera für 100 oder 150 zu kaufen, anstelle einer für 10, obwohl ab einem bestimmten Einkommen das erstere wohl sinnvoller ist, speziell wenn es dann die ist, die man wirklich haben will. Bei der würde ich dann aber auch nie das Objektiv ausbauen und an Digital ausprobieren...

    Mir ist übrigens aufgefallen, dass die Nagel Vollenda 48 von meinem Opa einen sehr ähnlichen "Schärfentiefenrechner" hat, während schon die Vorkriegsretinas wie meine Nachkriegsretina "normale" Schärfentiefenskalen haben. Offenbar hat das Agfa sehr spät erst umgestellt, allerdings nicht nur am Solinar; mittlerweile habe ich auch ein Apotar mit Schärfentiefenskala gesehen. Ein Solinar 85 mit Schärfentiefenskala habe ich aber immer noch nicht gesehen. Zuerst dachte ich, dass das eine reine Marketinggeschichte von Agfa war, welches Objektiv damit ausgerüstet wird und welches nicht, aber es hat wohl doch vielleicht auch andere Gründe.

  9. #7
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    Zitat Zitat von pandreas Beitrag anzeigen
    ... damit meint er dann vielleicht Molybdängraphitfett. Vielleicht genau das, was ich fürs Objektiv genommen habe und ursprünglich in den 80ern dafür gut war meine Ente abzuschmieren..... Dass die Schraube nicht aufgegangen ist war übrigens vielleicht sogar Glück, sonst hätte ich die Justage vom Langzeitwerk verloren ....
    Graphit ist Graphit und Molybdändisulfid ist Molybdändisulfid.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Graphit
    https://de.wikipedia.org/wiki/Molybd%C3%A4n(IV)-sulfid

    Davon (besser MoS2 als Graphit) sollte man sich Pulver organisiern, und ein MoS2-haltiges Fett (z.B. Molykote BR2 plus oder G-Rapid plus (besser beide und noch ein paar)).

    Das MoS2-Pulver schlämmt man in Alkohol auf (in diesem Fall eher egal ob Spiritus oder Isoprop) und bringt die Suspension an die zuschmierenden Stellen (und arbeitet sie möglichst ein) wo man nicht den Klebeeffekt von Fett und Öl gebrauchen kann. Beim Synchro-Compur z.B. am "Seestern" an der Achse und an "der Feder" (der Synchro hat eine geringelte Feder, die als Schenkelfeder arbeitet, der Rapid eine Schraubenzugfeder (an der gibt es wenig zu schmieren))

    Das Mos2-haltige Fett läßt man auf einem Stück Küchenkrepp erstmal Öl ausbluten und verwendet es dann sparsam an "ein zwei" kritischen Stellen im Compur, z.B. im Synchro dort. wo der Seestern die Kraft ans Hemmwerk überträgt und dort, wo der "Haken" für die Auslösung eingreift und bei der Feder mit der Bremswirkung, die ein Prellen verhindern soll.

    Die schnell laufenden Räder des Hemmwerks bekommen NACH DER REINIGUNG etwas Öl an die Lagerstellen (gerade soviel, daß die Kapilarkraft das Öl in den Lagern halten kann, nicht die Platine fluten. Da kann man erstmal Klüber Isoflex PDP 38 nehmen. Nimmt man zuviel kriecht das "irgendwo" hin, am liebsten zwischen Verschluß und Blendenlamellen wo es dann gut klebt.


    Die Justage des Langzeitenwerks gehört "zum Job dazu". Da kann man sich nicht drum herum drücken oder denken "ich öle alles (ohne vorher den Dreck rauszumachen) und dann läuft es wieder ohne jede neue Justage".

    Man kann es aber pingelig (elektronisisches Meßgerät) oder "praxisnah" machen (Metronom, hat bei Leica viele Jahre genügt). 1s kann man ja noch "auf der Armanduhr" ablesen (wenn man eine mechanische mit schnellschwingender Unruh und großem Sekundenzeiger hat), 1/8s hört sich einfach "charakteristisch" an, wenn man das ein paar mal gehört hat, ist das Gehör darauf "geeicht" (und die Präzision reicht für Diafilm, auch, wenn der elktronsiche Tester Dir Abweichungen nachweisen wird). "Kritisch" ist beim Synchro Compur noch 1/15s, da "ratscht" das Hemmwerk kurz mit, sonst hasst Du eine kürzere Zeit als 1/30s oder eher 1/8. Beim Rapid müßte ich erst reingucken, was kritisch ist, aber 1/10 sollte nah bei 1/8 sein und 1s sollte eben 1s sein. Man kann auch mal versuchen, sein Gehör zu kalibrieren und mit anderen Verschlüssen vergleichen, und man sollte mal bei ein paar Kameras durchgucken und sich den visuellen Effekt der ganz kurzen Zeiten einprägen.

  10. 7 Benutzer sagen "Danke", Jan Böttcher :


  11. #8
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    Zitat Zitat von Jan Böttcher Beitrag anzeigen
    So hat man dann 27 zerlegte Kameras rumliegen
    PS: Ich baue gleich immer alles wieder zusammen, auch wenn es nicht repariert ist, allein weil sonst die Gefahr besteht, dass ich die Teile nicht wiederfinde und nicht mehr weiß wie es zusammengehört. Es soll auch Kinder geben, die mal was in die Hand nehmen und nicht mehr so hinlegen, wie es gelegen hat oder womöglich auch nicht bemerken, dass lose kleine Schrauben in den Löchern stecken, die dann weg sind...

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