Sehr schön, danke auch für das Bild in Originalauflösung. Das Color-Ultron liefert hier ja eine rundum gute Leistung ab. Die Farben springen ins Auge. War da EBV dran? Leider gibt es keine EXIFs...
LG,
Heino
Sehr schön, danke auch für das Bild in Originalauflösung. Das Color-Ultron liefert hier ja eine rundum gute Leistung ab. Die Farben springen ins Auge. War da EBV dran? Leider gibt es keine EXIFs...
LG,
Heino
Hallo Heino,
Die Ausgangsdateien ohne Bearbeitung DSC00450 ARW+OOC JPEG
Im Archiv «für Heino.rar»
Nach der Verbannung herunterzuladen. https://yadi.sk/d/dRqk-O5RnW2YE
Die Aufnahmen aus der Kamera A6000 auf den Computer werden vom Programm Lightroom transportiert.
Deshalb wird ihr Titel in Exif dargestellt werden,
Die, wer nicht versteht Exif zu lesen, denken, dass sie auch die Dateien betrügen sind schon bearbeitet.
Laden Sie das Archiv, klicken Sie auf der Inschrift herunterladen(Скачать)
LG,
Sergey
Geändert von klein_Adlerauge (21.01.2016 um 15:41 Uhr)
Hallo Sergey,
danke für die Aufklärung. Ich bin erstaunt und begeistert, was das Color Ultron ooc für kräftige Farben produziert. Deshalb musste ich da mal "nachfragen". Die Linse macht ihrem Namen alle Ehre...
LG,
Heino
VOIGTLÄNDER COLOR-ULTRON 1.4 55 AR by Sergey, on Flickr
Hier nun eine möglichst umfassende Vortsellung des Voigtländer Color Ultron AR 1.4/55mm (Mamiya-Rechnung: Rolleinar 1,4/55mm, Mamiya-Sekor 1.4/55mm) am Vollformatsensor (Sony A7)
Spezifikationen
7 Elemente in 5 Gruppen
Anzahl Blendenlamellen: 6
Blendenstufen: 1.4 - 16 in ganzen Blenden
Naheinstellgrenze: 45cm
Anschluss: Rollei QBM
Filtergewinde: 52mm
Gewicht: 310 Gramm
Den besten Ruf genießt das Voigtländer Color Ultron AR 1.4/55mm nicht. Es könne dem "Planar nicht das Wasser reichen" (womit es freilich in allerbester Gesellschaft vieler Altgläser ist) und sei auch nicht so gut wie das Color-Ultron 1.8/50. Als ich es vor mehreren Jahren erwarb, waren meine Erwartungen entsprechend nüchtern und nach einigen Testschüssen, die meisten bei Offenblende, hätte ich das damals auch so unterschrieben. Vor ein paar Wochen holte ich es wieder aus dem Schrank, machte ein paar Testschüsse (hier zusehen), war dabei doch recht angetan und kündigte diesen Test an.
Ich kann zunächst das bestätigen, was auch bei anderen Beiträgen hier schon festgestellt wurde: das Color-Ultron trägt seinen Namen zurecht. In Lightoom arbeite ich oft mit dem Profil "Camera Standard", aber selbst damit wird die Anzeige auf dem Monitor tatsächlich zu einem ultra-coloristischen Stresstest für die Augen. Das Profil "Vivid" habe ich nicht einmal aus Spaß ausprobiert, vermutlich aus einer unbewussten Befürchtung heraus, die Grafikkarte würde dann sofort durchbrennen…
Soweit nicht anders angegeben, sind alle Fotos mit der Sony A7 als RAW-Dateien aufgenommen, aufgrund der guten Wetterverhältnisse während der meisten Tage vorwiegend mit ISO 100. Import in Lightroom 6, Profil "Adobe Standard", allenfalls Anpassung der Tonwerte von Schatten und Lichtern, unveränderter Export als JPEGs. Crops sind 1:1-Ausschnitte.
1. Testreihen
Ich beginne wieder mit ein paar Testreihen anhand verschiedener Motive und Entfernungen, die vorhandene Stärken und Schwächen auch in normalen Fotosituationen sichtbar werden lassen. Ich habe oft nur die ersten drei Blendenstufen f1.4, f2 und f2.8 verwendet, hier sollen sich lichtstarke Objektiven ja beweisen, kleinere Blenden kommen aber auch noch.
Vorab und grundsätzlich glaube ich, dass Mamiya einen Fehler beging, unbedingt auf f1.4 als größte Blende zu setzen und hier auch der eigentliche Grund zum schlechten Abschneiden im Vergleich zum Color-Ultron zu sehen ist. Mit Offenblende ist das Color Ultron AR 1.4/55mm bei zu vielen Situationen zu sehr überfordert, für die meisten Motive brauchbar ist es erst ab Blende 2, aber es gibt ein paar Ausnahmen.
#Entfernung ca. 18m
#Motiv vor Himmel, Entfernung ca. 2m
#Motiv vor dunklem Hintergrund, Entfernung ca. 3m
#Motiv vor Himmel, Entfernung ca. 10m
Hier fällt sofort auf, dass bei einem Fokus jenseits von 10-15m die Offenblende nur als Effekt genutzt werden sollte. Extreme Überstrahlungen/Koma, kombiniert mit Unschärfen und Vignettierung schon im Randbereich, in den Ecken wird's ganz schlimm. Im längeren Auszug des Nahbereichs machen sich diese Fehler nicht so extrem bemerkbar. Diese Fehler sind zwar bei vielen 1.4er-Objektiven vorhanden, aber hier sind sie auf einem Niveau mancher lichtstarker Linsen berüchtigter Handelsmarken. Nur eine Stufe auf f2 abgeblendet, ist im mittleren Bildbereich die Abbildungsleistung schon erheblich besser, die Ränder und Ecken bleiben dafür ein Problem.
Geändert von Kielerjung (17.10.2020 um 14:59 Uhr)
Eine weitere Testreihe auf Entfernung von ca. 10m:
Bei der Spiegelung im Wasser fällt auf, dass CA's trotz der stark leuchtenden Spiegelung hier bei f2.8 nur noch moderat vorhanden sind, während in den Testreihen davor die Aberrationen auf dem Dach des Bauernhofs noch bei f4 erkennbar sind.
Hier bringt Abblenden auf f4 außerdem schon sehr gute Abbildungsleistungen im mittleren Bildbereich, die bei f5.6 und f8 sogar hervorragend sind.
Interessanter ist die Testreihe auf Unendlichkeitseinstellung:
Auch hier zeigt sich klar: Offenblende auf unendlich tut nichts für das Objektiv…
Während die Bereiche außerhalb der Bildmitte und vor allem die Ränder bei f2 weiterhin kaum Verbesserungen zeigen, ist der mittlere Bildbereich bereits akzeptabel mit guten Kontrasten und Detailzeichnungen. Diese Entwicklung setzt sich bei f2.8 fort: hier ist die Bildmitte bereits sehr gut, außerhalb des mittleren Bereiches bleiben die Verbesserungen moderat. Erst bei f4 ist eine typische Schärfeverteilung sichtbar, wobei die Bildmitte bereits hervorragend abgebildet wird mit nur noch wenig Luft nach oben. f5.6 zeigt dann die beste Leistung außerhalb der äußersten Ränder, die erst bei f8 scharf werden, leider mit ersten, aber nur minimalen Verlusten in der Bildmitte.
Fazit hier: bis f4 sollte man das Color Ultron AR 1.4/55mm nicht für Landschaftsfotografie einsetzen, bei f8 ist es uneingeschränkt auch dafür zu verwenden.
Angesichts der erstaunlich hohen Abbildungsleistungen bei f5.6 und f8 habe ich das Objektiv einmal an meine A7RII adaptiert, um zu sehen, ob es in der Lage ist, bei f8 auch den Rand des 42 MP-Sensors zu bedienen. Mit dem Ergebnis hier habe ich nicht ehrlich gesagt nicht gerechnet, am Bildrand spielt es in der gleichen Liga wie bspw. mein Zuiko MC 1.4/50 mit Seriennummer über 1.1 Mio.
#OOC f8
Angesichts dieser Leistung bei f5.6 und f8 konnte ich nachvollziehen, dass Rolf (@Rob70) in seinem hervorragenden (und viel zu selten zitierten) Blog bei einem Test von 50 50ern dem Objektiv eine so gute Note bescheinigte.
Geändert von Kielerjung (17.10.2020 um 16:28 Uhr)
2. Aberrationen, Gegenlicht und Flares
Im vorherigen Beispiel der Reflexe in der Wasserspiegelung war bereits erkennbar, dass das Color Ultron 1.4/55 abgeblendet CA's recht gut im Griff hat. Das zeigt auch das Beispiel des Maibaums, in der Gesamtaufnahme ist hier auch die extreme Vignettierung bei Offenblende zu sehen. Bis zu einer Entfernung bis etwa 15m sind Aberrationen bei f2 bis in allen Situationen mit starken Lichtkontrasten am stärksten, bei f2.8 reduzieren sie sich auf ein gut akzeptables Maß. Jenseits von 15m sollte auf f4 abgeblendet werden.
Ein weiteres Beispiel auf kürzer Distanz (ca. 5m) unterstreicht das Verhalten, Blätter vor hellem Himmel: f2.8 kann man schon so übernehmen, bzw. ist problemlos zu korrigieren, bei f4 einwandfreie Wiedergabe.
#Gegenlicht
Schräg einfallendes Sonnenlicht mag das Color Ultron nicht, es ist sehr empfindlich und selbst mit Gegenlichtblende muss man sehr genau aufpassen, dass kein Sonnenstrahl die Vorderlinse erreicht.
#Flares
Das Objektiv neigt im direkten Gegenlicht dagegen nicht zu einem sofortigen Kontrastverlust oder Hot spots, das ist ziemlich gut korrigiert. Die sechs Blendenlamellen generieren jedoch prominente und wenig schöne Flares, auch die Sterne sind nicht die schönsten.
3. Verzeichnung
Das Color Ultron AR 1.4/55mm zeigt eine ausgeprägte tonnenförmige Verzeichnung über alle Blendenstufen hinweg, die man in dieser Stärke eher bei einem Weitwinkelobjektiv erwarten würde.
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