Vielen Dank für den Einblick! Damals wurde in Jena noch ganz schön um die Ecke gedacht ...
An einem späteren Modell von 1982 sieht man, dass die Konstruktion vereinfacht bzw. die Fertigung rationalisiert wurde:
Das Objektiv benötigt nun weniger Federn und Teile, und die Mechanik ist vergleichsweise einfach zu demontieren bzw. wieder zusammenzubauen. Nach wie vor ist es sehr solide konstruiert, wenn auch kein Messing mehr vorkommt, dafür hat (z.B. beim Hebel am Federzug und einigen weiteren Teilen der Blendenmechanik) "Plaste und Elaste aus Zschopau" Einzug gehalten.
Mit dem obigen Exemplar ist es mir ähnlich ergangen, die Dinger haben ja auch meistens schon einiges durchgemacht. Es gehört jetzt vielleicht nicht hier her, aber es gibt schon einige konstruktive Schwachpunkte an der äußeren Fassung und am Getriebe: der Überwurfring (das feststehende Fassungsteil mit dem Feingewinde, in welches der Fokussierring als Gegenstück mündet), ist praktisch viel zu dünn und war somit prompt an einigen Stellen fast unmerklich eingedellt. Dies trug zu einem ruckartigen Fokussiergefühl bei, sauber ausbeulen war kaum möglich, die Fassung wurde, da sie an dieser Stelle lang genug war, einfach etwas zurückgeschliffen (auf dem folgenden Foto kann man es vielleicht sehen, inklusive Schleifspuren der ehemaligen Dellen). Die Einstellschnecke hatte sehr viel ungleichmäßiges Spiel und musste ungewöhnlich satt nachgefettet werden, ein häufiger Job auch für CZJ-Reparaturwerkstätten, wenn sich das Fett in den mit großzügigem Spiel gefrästen Scheckengängen etwas ausgelassen hat. Auch die nadelspitzen, metallischen Pyramiden am Fokussierring sind mir persönlich zuwider, nach kurzer Zeit tun einem die Finger weh, also wurden sie gekappt - das fühlt sich gleich unvergleichlich angenehmer an.
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