Henry, woher nimmst Du nur die Zeit...![]()
Henry, woher nimmst Du nur die Zeit...![]()
Ich stehle sie mir..
Quatsch.. das Objektiv kam am Freitag schon bei mir an. Es handelt sich um die Sachspende von fotocomte zugunsten des DCC..
Hatte auch erst gehofft, das es mit dem Einhängen der Blendenlamellen getan wäre.. aber leider ein Irrtum.
Der Fokusring war derart schwergängig, die Blendenlamellen derart durcheinander und dann noch der Glaspilz mitten im optischen System.. normalerweise ein Fall für die Entsorgung, weil der dahinter stehende zeitliche Aufwand bei der Entdeckungsreise der Objektiv-Innereien einfach nicht lohnt.
Aber auch eine Überholung bei Olbrich schied aus, denn in Anbetracht des geringen Gebrauchtmarktpreis für solch ein altes Sonnar.. lohnt es einfach nicht, da nochmal Geld reinzustecken..
Also steckte ich da in einer Zwisckmühle.. auf der einen Seite die Sachspende selbst, die ich klasse finde.. nur leider viel zu aufwändig..
auf der anderen Seite dann das Denken.. wenn schon noch irgendwas sinnvolles mit dem Objektiv anzufangen wäre, könnte es nur in der Form laufen, dass für das Forum und andere noch ein brauchbarer Artikel "rausspringt" und die Leut es zumindest mal grob umrissen von Innen gesehen haben.
So kann diese Erfahrung hier und da vielleicht jemandem noch nutzen und am Ende kommt doch noch ein wieder halbwegs brauchbares Objektiv dabei heraus.
Das ist schon ein Wert an sich.. auch wenn es materiell gesehen eigentlich eine ziemliche "Kopfschuss-Nummer" war, da insgesamt wohl so um die 10 Stunden in so ein Objektiv zu "versenken".. und soviel Zeit muss man rechnen, wenn man ein Objektiv wie dieses, dessen Mechanik man noch nicht kennt, erforscht und in allen Einzelheiten zerlegt und reinigt.
Insgesamt hab ich es 3 x auseinandergebaut.. heut brauch ich für die komplette Zerlegung und Reinigung nur noch ungefähr 1,5 Stunden.. weil ich nun weiß, wie es geht.
Bei diesem Exemplar kamen aber einige Dinge erschwerend hinzu, die mit dem sonstigen Allgemein-Zustand zu tun hatten.
Gleichwohl ist es auch für einen geübten keine leichte Aufgabe, dieses Blendenmodul zusammen zu fügen ohne die Hilfsmittel, die im Werk zur Verfügung standen.
Glücklicherweise hab ich vor Jahren schonmal mit einem Blendenmodul von einem CZJ 3.5/135er MC Sonnar lange gekämpft, bis ich auf den "Klebetrick" mit dem Discofilm gekommen bin.. da waren es aber noch bedeutend weniger Lamellen, als diese 18 Stück des 300er Sonnar.
Das Blendenmodul musste ich auch nochmal öffnen und den Verstelltubus umsetzen.. Dazu die Seite mit den Löcher für die Nieten dann nochmal kurz in Discofilm eingetaucht (bitte nur soweit, dass die Nieten in den Löchern gesichert sind und festkleben.. keinesfalls so tief, das auch der Verstelltubus was abbekommt) und durchtrocknen lassen... dann den Verstelltubus nun beim zweiten Mal endlich korrekt ausgerichtet und so passte es dann wieder. Hab aber bei dem Schritt auch "geschwitzt".. wenn alle Lamellen nochmals hätten "sortiert" werden müssen.. ich hätte das Objektiv dann wohl in den Fundus entsorgt.
War schon eine anspruchsvolle Reparatur, die nicht mal so eben - wie erhofft - zwischen Tür und Angel erledigt werden konnte..
Canon EOS 5D MKIII, 5D MKI, Canon 1D MK IV, Sony A7, NEX7, A7 II.. und viele, viele feine Objektive aus dem Altglas-Container..
Hallo Henry,
ein sehr spannender Bericht, faszinierend, was da an Gefummel in solch einem Klotz steckt.
Viel Erfolg beim Verkauf, ich denke das war eine gute Idee, es dem Forum zu spenden, und ein Exemplar mehr des Klassikers bleibt funktionstüchtig erhalten.
Jörg
Hallo Henry,
ich habe den Reparaturbericht gelesen, manches auch nicht verstanden. Verstanden habe ich das es ein enormer Aufwand war, das Objektiv wieder brauchbar zu machen, da muß ich vor Dir die Kappe reissen.
Nun gilt es nur noch einen guten Preis zu erreichen.
Gruß Burkhard
Alter Thread, aber für mich wird er eventuell aktuell: Was für ein Fett verwendet man für diese Sonnare sinnvollerweise?
Viele Grüße
Andreas
Da öffnest Du die Dose mit den Würmern.
Zu DDR-Zeiten wird man wohl "Ceritol" xyz genommen haben (alles krebserregend). Heute kann man dann "probieren" und "philosophieren".
Es sollte Ob´s stürmt oder schneit, Ob die Sonne uns lacht, Der Tag glühend heiß Oder eiskalt die Nacht schön gleiten UND es sollte kein Öl ausbluten, das dann zwischen die Blendenlamellen kriecht. Damit kommt man in Richtung "zwischen NLGI 1 und NLGI 2" (1 zu dünn, blutet aus, 2 zu zäh).
Ich habe mir mal Helimax XP besorgt, das ist in vielen Fällen "ganz gut". Diverse andere Fette, die ich ausprobiert habe, konnten "nicht immer" überzeugen. Diverse Fette mit MoS2 bluten Öl aus, diverse Fette sind zu zäh. Man kann auch über zueinander passende Komponenten im Fett (Grundöl und Verdickungsmittel) und den zu schmierenden Teilen (Stahl, Alu, Buntmetalle, Kunststoffe) und eventuellen Festschmierstoffen (Keramik, Graphit, MoS2, Teflon, ...) philosophieren.
Andere Leute machen es sich einfacher. Butter, Kokosfett, Gleitcreme, Vaseline, LM47, Öl, Silikonschmatze, Ballistol, Nivea ... "Wieso? Bei mir hat das funktioniert! Ich weiß gar nicht, was Du hast."
LM47 sollte man aber in der Werkstatt haben, und ein "universelles" lithiumverseiftes Universalfett (NLGI 2, Autobedarf)) und "Teflonfett" aus dem Fahrradladen (das billige) - oder aus dem Baumarkt.
In der Praxis kann man mal einen erbsengroßen Kleks Fett auf ein Stück Küchenkrepp geben und über Nacht liegen lassen und mal gucken, wie weit das Öl ausblutet ;-)
Geändert von Jan Böttcher (26.08.2024 um 17:22 Uhr) Grund: Graphit, nicht Grafit
Dann schau ich mal was ich rumliegen habe an Fett...
"Ob´s stürmt oder schneit, Ob die Sonne uns lacht, Der Tag glühend heiß...", das kenn ich auch noch als Expanzergrenadier... ...aber ob das heute noch gesungen werden darf?-)