Mit der Aldi Dremel hab ich auch einige Abenteur hinter mir - ist soweit kein schlechtes Gerät denke ich. Und wenn meine mal den Geist aufgibt, kann das am Glasstaub diverser geschliffener Filter liegen...

Die Canon FD Objektive wurden lange Zeit als "uninteressant" für Umbauten eingestuft.
Zum einen ist das Auflagemaß etwas unschön. Und zum anderen reicht es bei den FD Optiken nicht aus nur hinten ein anderes Bajonett anzuschrauben, und vielleicht nocht etwas abzufeilen/schleifen/fräsen/drehen, sondern es muß zusätzlich noch die Blendenübertragung irgendwie gelöst werden. Das ist je nach Objektiv unterschiedlich schwierig, wobei es bei den newFD Optiken zumindest eine gewisse Systematik gibt. Bei den kürzeren Brennweiten (momentan denke ich die meisten oder alle unter 100 mm Brennweite) ist der Blendenhebel im Blendenbauteil gelagert. Bei den längeren hingegen ist die Lagerung im Bajonett - und die ist meist einem Umbau im Weg. Diese Optiken waren die meiner Einschätzung die "gefürchtesten" Bajonettumbauten.

Erst 2009 hat Kersten Kircher einen Bajonett-Umbau-Weg für das FD 300/2.8L gezeigt , soweit ich mich erinnere mit massivem Geräteeinsatz.
Von D.T. Tang gabs wohl wie ich das verstehe auch Anfang 2009 eine detallierte Umbau-Beschreibung eines FD 300/4.0L.
2010 habe ich ein 100er Makro und dann auch das FD 300/2.8L umgebaut - das alles noch mit der Aldi Dremel.
Und jetzt gibts immer mehr ED-EF Umbauten - je mehr Veröffentlichungen es darüber gibt, desto besser und risikoärmer lassen sich solche Arbeiten angehen.
Bei vielen Optiken wird ja erst in letzter Zeit klar, ob sie sich überhaupt für die Nutzung an einer Vollformat-Kamera ohne angeschliffenen Spiegel eignen - das ist oftmals ein wichtiges Kriterium.
Bei meinem FD 20/2.8 habe ich damals nichts dazu gefunden - es paßt nicht. Beim FD 24/2.4L konnte ich jetzt sehr entspannt sein, das gabs schon - bzw. zumindest die SSC Variante (bei der nFd weiß ich gar nicht genau)

Zum Beispiel gibts die schönen FD 85/1.2L.
Da gibts schon längers einen Umbauweg, bei dem das Rückteil mit einer festsitzenden Rücklinse (Floating Element) komplett versetzt wird, und sozusagen drum herum das EF Mount gestülpt wird. Dabei wirds wohl hinten im EF Mount extrem eng - mit eventueller Kurzschluß-Gefahr bei den EF Kontakten der Kamera, oder einer mechanischer Beschädigung. Zudem war das ein One-Way-Ticket - also einiges am Original wurde zerstört, bzw. bleibend verändert. Dies war auch der einzige Weg der kommerziell angeboten wurde.

Bei Ebay gabs mal 6 Stück dieser feinen Objektive mit zerstötem Bajonett, und zum Teil fehlenden Teilen - die gingen immer noch um je 300 Euro und mehr weg! Das waren vermutlich die Reste eines sehr bemühten aber unglücklichen Bajonettumbaues.

Henry hat für das SSC 85/1.2 Aspherical einen eleganteren Weg realisiert, und ich habe mir das nFD 85/1.2 vorgenommen. Mein Ziel waren dabei wieder vollkommene Reversiblität - also ohne irgendwelche Canon FD Teile anzubohren oder sonst zu verändern. Ich wollte dabei die Möglichkeit die verschiedenen Methoden zu testen (für die EOS 5D mit oder ohne angeschliffenen Hauptspiegel).

Inzwischen ist zumindest eine der kommerziellen Werkstätten auch auf den Zug der "Reversiblität" aufgesprungen, wobei ich vermute das das Objektiv da zwar rückbaubar ist, aber halt zumindest intern einige neue Bohrungen aufweist. Das sind dann persönliche Vorlieben / Ansichten - wie vieles hier bei den Bastlern.

Das so als Hintergrund warum die FD-EF Umbauten als Königsklasse eingestuft werden :-)