Hallo Horst,
vielen Dank für das Angebot, das zwar etwas früh kam weil das Samyang erst mal nur auf meiner Wunschliste stand. Jetzt habe ich aber glücklicherweise ein gebrauchtes in neuwertigem Zustand mit FT-Bajonett gefunden und würde gerne bei Gelegenheit darauf zurückkommen. Am besten warten wir noch auf den Frühling, dann gibt es bessere Motive...
Grüße,
Helge
So, heute vormittag hatte ich endlich Gelegenheit, den Sonnenschein zu nutzen und den gewünschten Vergleich von metallischen Glanzlichtern und harten Kontrastkanten hinsichtlich Farbsäumen / CAs zu fotografieren. Als "Referenz" habe ich noch das Samyang 1,4/85 dazu genommen, allerdings auch auf 2,0 abgeblendet. Belichtung war manuell und selbstverständlich bei allen identisch (1/4000 bei ISO 100).
Und so sieht das bei metallischen Glanzlichtern aus (von links nach rechts Nikkor, Zuiko, Samyang):
![]()
![]()
Und hier die Crops mit den "schönsten" Farbsäumen:
![]()
![]()
Ich überlasse die Detailauswertung mal lieber den Experten, würde aber drei Punkte doch recht eindeutig sehen:
- Das Nikkor ist bei Offenblende deutlich kontrastärmer und etwas weniger scharf und die Lichter zerlaufen ihm am stärksten.
- Es scheint einen Zusammenhang zu geben: Je schärfer und kontraststärker ein Objektiv, desto farbiger die Säume.
- Das Samyang ist tatsächlich alles andere als China-Schrott sondern ein ganz hervorragendes Objektiv.
Und hier noch Kontrastkanten mit Sonnenschein auf größere Entfernung:
![]()
![]()
![]()
...und die Crops:
![]()
![]()
![]()
Diese Feststellungen treffen es schon deutlich. In den Crops (Schraube Bildmitte unten im Gartengeräte Bild) ist zu sehen, wie das Nikkor durch die harten Überstrahlungen zuläuft und lichthofartig einen Farbrand ausbildet. Es wird aufgrund der wenig effektiven Vergütung zum "Weichspüler".. zeigt aber dafür nur einen einfarbigen Farbsaum !
Beim Zuiko hingegen ist die Schärfe und der Kontrast entsprechend höher, jedoch erzeugt es in längsrichtung zwei Farbsäume.. unten Magenta und nach oben.. hinten entsprechend noch einen blauen Farbsaum.
Dieser Blausaum ist es, der mir bei etlichen Zuikos auffiel und den ich unschön finde.
Es ist auch meine Beobachtung, das je höhere Kontraste ein lichtstarkes Objektiv darstellen kann, desto stärker abgegrenzt sind natürlich auch die Farbsäume.
Von der Schärfe und dem Kontrast ist natürlich in diesem Punkt das Zuiko vorn, obgleich ich diese "Doppelfarbe" im Farbsaum nicht mag, speziell nicht, wenn es sich um derart starke Blauanteile handelt. Dies gefiel mir beim meinem Zuiko 1.4/50 und auch beim Pentax SMC-M 2/85mm auch nicht, deshalb gingen die auch, trotz ihrer Schärfeleistungen wieder weg. Auch mein Angenieux hat leider diesen Blaustich bei Offenblende 2.5... aber damit lebe ich bei dem Zoom einfach.
Eine Farbe zu korrigieren, ist in der Nachbearbeitung ok, aber Doppelsäume durch Magenta und Blauanteile mag ich halt nicht. Am KB macht sich das teilweise noch stärker bemerkbar..
Zum Samyang..
Ja, es ist ein hervorragendes Objektiv, das in keiner Ausrüstung für das Geld fehlen sollte.
LG
Henry
Canon EOS 5D MKIII, 5D MKI, Canon 1D MK IV, Sony A7, NEX7, A7 II.. und viele, viele feine Objektive aus dem Altglas-Container..
Ich sehe einen
Fehler im Versuchsaufbau: das Licht bei den Klarinettendarstellungen wandert, Du schreibst "Aufnahmen in der Abendsonne". Wenn das Licht abnimmt und gleichzeitig wandert, kann es durch lange Wechselzeiten/Unterbrechungen durchaus vorkommen daß es Unterschiede in den Bildern gibt- das liegt aber dann nicht an den Objektiven, sondern daran daß ein Bild mehr Lichtintensität abbildet (und die hellen Metallreflexionen) und das andere nicht...
Ist mir nur nebenbei aufgefallen, die anderen, nachfolgenden Bilder habe ich nicht weiter verglichen ...
Ungeduld ist keine Schwäche ...
--> Fehler im Versuchsaufbau:
Dieser Vergleich erhebt nicht den Anspruch, absolut präzise Ergebnisse zu liefern und ist definitiv nicht unter Studiobedingungen entstanden sondern mit Fehlern behaftet. Ich habe mir aber schon Mühe gegeben, diese möglichst gering zu halten.
In dem konkreten Beispiel mit der Klarinette war die Kamera auf dem Stativ und ich habe die Bilder so schnell wie möglich hintereinander gemacht - da das Wechseln des Objektivs ja nur ein paar Sekunden dauert, war es also nur das manuelle Scharfstellen, das dazwischen lag. Ich würde mal sagen maximal zwei Minuten. Dass sich das Licht innerhalb dieser Zeit auch schon etwas ändern kann, ist sicher möglich, aber die neuen Bilder bei definitiv unverändertem strahlendem Mittagssonnenschein zeigen ja genau das gleiche Ergebnis, insofern kann man wohl schon davon ausgehen, dass es sich hier um Objektiveigenschaften handelt und nicht um Artefakte: Bei Offenblende hat dass Zuiko den höheren Kontrast und die bessere Schärfe während das Nikkor dazu neigt, etwas "matschig" mit stärker zerlaufenen Lichtern abzubilden.
Wobei aus meiner Sicht immer noch gilt was ich anfangs geschrieben hatte: Die beiden Objektive befinden sich in der gleichen Liga und die Unterschiede sind nur in speziellen Situationen und auch dort teilweise nur im 100% Crop erkennbar. Denn eines muss man ja auch mal anmerken: Bei strahlendem Sonnenschein metallisch glänzende Objekte mit voller Offenblende zu fotografieren, würde ich schon fast als Missbrauch einen Objektivs bezeichnen. Das macht man mal probeweise, um das Verhalten in solchen Extremsituationen zu testen, aber wenn es mir primär um ein gutes Bild ginge, würde ich in einer solchen Situation sicher etwas abblenden bzw. wenn es um den Freistelleffekt bei Offenblende geht, ein anderes Licht abwarten.