Ich würde gerne auf Heiko's Anmerkung antworten. Theoretisch hast Du absolut recht. Aufgrund der unterschiedlichen Arbeitsweise von Digicam und menschlichem Auge, ist die Digicam immer gezwungen massiv die Signale vom Sensor zu manipulieren, damit ein digitales Bild überhaupt entstehen kann. Damit ist ein Bild von einer Digicam immer schon per Definition ein bearbeitetes Bild. Soweit sind wir uns einig. Was mich jedoch nervt ist, daß es immer zum Trend wird, durch digitale Tricks die Realität ungeniert zu betrügen. Und hier gibt es einfach verschiedene Philosophien. Mein Anspruch ist, ich möchte auf dem Bild das sehen, was ich mit dem Auge wahrgenommen habe. Und was mein Auge wahrgenommen hat, habe ich nur unmittelbar zum Zeitpunkt des Fotografierens im Blick. Das ich zur Erreichung dieses Zieles je nach Motiv extrem in die fotografische Trickkiste greifen muß, liegt auf der Hand. Denn alleine die deutlich unterschiedliche Wahrnehmung von Kontrasten (Auge vs. Digicam) stellt einen Fotografen vor großen Herausforderungen. Viele wollen aber heute diesen Bezug zur Realität gar nicht mehr und manipulieren Bilder, um ein "schönes" Bild zu bekommen. Schwarz/Weiß gemalt: Da wird im Computer aus einer reifen Frau ein faltenfreies, junges Supermodel. Ich fände es aber viel spannender die schönste Perspektive zu finden, um dem Bild Attraktivität durch Authenzität zu verleihen.
Ein Beispiel: http://www.digicamclub.de/attachment...achmentid=9317
Und um den langen Kommentar zu beenden. Ich verurteile niemanden, der sein Bild aufbereitet, manipuliert oder verfremdet aber gefallen tut es mir nicht.


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