Sehr interessant! Vielen Dank für die Infos. Bin schon gespannt auf die Bildergebnisse.
Wie genau die Situation mit dem Ernostar Patent zu erklären ist, weiß ich nicht. Vielleicht hat Ernemann ja nicht viele Objektive mit dem diesem Ernostar-Design gebaut und war daher auch mehr darauf aus die neuen Varianten zu schützen. Eventuell ist es anderen Herstellern auch gelungen ähnliche Objektive zu kreieren, die sich einfach im Detail genug unterscheiden um nicht als gleich zu gelten. Den ersten Ernostar Varianten gelang es ja auch das Patent zu erhalten, trotz des ähnlichen früheren Designs vom "Ultrastigmat" von Minor. Jedenfalls hat Otto Hahn für Rüo Optik 1928 ein extrem ähnliches Objektiv mit 4/4 Konstruktion patentiert
und auch bei Emil Busch war um 1935 eine ähnliche Konstruktion Teil eines Patents
Auch das wäre also (soweit ich das richtig sehe) noch vor Ablauf der Ernostar-Patente von 1921/24.
Aber wie so oft gilt natürlich auch hier, dass ähnlich aussehende Konstruktionen nicht zwingend auch so ähnlich sind wie es den Anschein macht. Anhand rein optischer Ähnlichkeit gab es nämlich auch bereits 4/4 Anastigmate mit ähnlichem Aufbau lange vor 1924, sowohl in den USA, als auch in Deutschland... aber dennoch ist erst Bertele der Durchbruch damit gelungen - wohl aus gutem Grund.
Ich vermute mal, dass auch für den Foth-Anastigmat 2.5/75 dieselbe Konstruktion verwendet wurde. Laut Espen Susort - der ebenfalls eine Version vom 2.5/50 hat - ist der Bildkreis nicht ganz ausreichend für die Verwendung am GFX Sensor, aber nur knapp. Das 36x24 mm Format sollte also ohne Probleme abgedeckt sein.
Ich bin jedenfalls überzeugt, dass sich mit dem Foth-Anastigmat 2.5/50 tolle Aufnahmen machen lassen!


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