Das IST bitter. Wenn Du nicht gerade Daguerreotypin mit Quecksilber entwickelst oder Pyrogallol-Entwickler nutzt, ist das alles handhabbar. Früher[tm] sind selten mehr als 80% der Hobbyfotografen an der Fotochmie gestorben (oder an grusligen Gschwüren oder so erkrankt). Und da rede ich nicht einmal davon, das einst beim "Kristalle züchten" Kalimumdichromat als Kinderspielzeug verkauft wurde. Rodinal oder Neofin blau, Essig (oder für Weicheier Zitronensäure), Ammoniumthosulfat, ein-zwei Tröpfchen Mirasol und reichlich Dihydrogenmonoxid.
Dann würde ich mir den Umweg über den teuren Film sparen. Da ist z.B. auch Gelatine drin, die wird aus (toten) Kühen gemacht und Kühe sind verantwortlich für ganz viel Treibhausgas.
Das Negativ ist ein Unikat, der Print ist anfaßbar. Scans und Dateien sind eine ganz andere "Sache" (eben gar keine "Sache", nur virtuelle, beliebig kopierbare Nullen und Einsen).
Da es heute nicht mehr Dutzende unterschiedliche SW-Filme gibt, sollte ein Großlabor mit dem Standard-SW Film klarkommen. Da sollte man auch mal in den Hintergrund blicken, wer sich unter welchen Umständen über "miese" Großlaborarbeit ereifert. Ich würde dem Labor des Drogeriemarkts, der Dir den Film verkauft einfach mal eine Chance geben.
Früher[tm] gab es viele untrschiedliche Filmsorten und viele Entwickler und auf dem Beipackzettel sehr unterschiedliche Angaben zur Entwicklungszeit, es gab aber "schon immer" Universaltentwickler fürs Großlabor, in dem extrem viele Filmsorten gleich lang zu entwickeln sind (Quelle: Eigenes Erleben, zur Not ein Orwo-Rezeptbuch von vor 1989). Heute gibt es wenigr Filmsorten und wenn man nicht gerade Exoten anschleppt (oder push/pull zu brauchen meint oder einfach falsch belichtet), dann muß das Labor es hinkriegen.
Wenn das schiefgeht, kann man immernoch nach einem "Fachlabor" suchen. Das kostet dann aber eben Geld. Wenn die Aufnahmen es "wert" sind, ist es auch egal, ob die Entwicklung 2,55€ oder 15,-€ (oder 62,-€ mit Scans) gekostet hat.
Im Drogeriemarkt wird es allerdings etwas "schwierig", wenn man mal etwas reklamieren möchte (und selbst Bescheid weiß und das Personal im Laden und im via Telefon befragten Großlabor eher "uninfomiert" scheint), im Fachlabor kämpft man mit Pech auch mal mit Leuten, die eine andere Ansicht haben, aber auf einer anderen Ebene ;-)
Im "Walk in" Fachlabor (bei mir um die Ecke) kommt noch der Spaßfaktor dazu, wenn andere Kunden da sind. Manche Kunden haben von Tuten und Blasen echt keine Ahnung aber viel in diesem Internetz gelesen von dem jetzt alle reden. Andere Kunden bringen dann mitunter auch mal ganz ansehnliche Sachen mit.
Probier erstmal den Drogriemarkt aus bevor Entwicklung und Scan des ersten Films mehr kosten als die ganze Ausrüstung!



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