Hallo Bernhard!
Ich hatte vor Jahren einige wenige Dias, vorgesehen für Ausstellungen, mit einem "richtigen" Filmscanner Nikon LS-4000ED gescannt, und dazu folgende Erinnerungen:
Das Gerät war ein "Profiteil", damals 4000,-DM, heute gebraucht immernoch um 1000,-EUR gehandelt. Damals waren die Rechner noch nicht so weit, mit den riesigen Dateien sinnvoll zu arbeiten. Das hat sich natürlich geändert. (Heutzutage erzeugen Digitalkameras ähnliche Auflösungen wie Diascanner in Form entsprechend großer RAWs.) Die Arbeit war sehr zeitintensiv. Mehrere Anläufe pro Dia, Nachbereitung der Daten. Insgesamt 1-2 Tage pro Bild. Bei leicht gewölbten Dias reichte die Schärfentiefe der Scanzeile des LS-40000ED leider nicht aus, um das ganze Dia gleichmäßig scharf zu erfassen. Das steht so nicht im "Hochglanzprospekt." Und welches glaslos gerahmte Dia liegt schon wirklich plan? Dieser Punkt spricht m.E. sehr für Abfotografieren, oder eben einen anderen Scanner, wo die Schärfeebene nicht nur Bruchteile eines Millimeters beträgt- Diese Nikon-Scannerfamilie ist für Farbdias (Farbstoffwölkchen im Film) optimiert und kommt mit SW-Negativen (Silberkorn) weniger gut zurande. Für SW-Arbeit wurde damals in von mir frequentierten SW-Fotoforen statt der Nikon-Scanner die Minolta Dimage Scan Elite-Reihe (5400?) empfohlen. Der Grund war glaub ich auch das verschiedene Durchleuchtungskonzept: LED-Zeile bei Nikon, Kaltlichtlampe bei den Minoltas. Das sehr nützliche ICE (Stauberkennung per parallelem Scan im Infraroten und nachträglichem automatischen Herausrechnen der Stäube) hat mit dem Nikon LS-4000ED bei SW-Negativen nicht funktioniert.
Soweit ein paar meiner Erinnerungen an Filmscans.
EDIT: Vielleicht erscheint das erstmal wie ein Affront, aber Du kennst mich glaub ich nun schon lange genug, das pure Wohlwollen dahinter zu sehen: Ich würde mir angesichts des immensen Aufwandes sehr sehr genau durchdenken, wofür diese Scannerei eigentlich gut sein soll. Was genau ist das zu erreichende Ziel? Dann genau die paar zur Zielvorstellung passenden Dias/Negative/Aufsichtsvorlagen (und nur die!) jedoch in bestmöglicher Qualität scannen und ausarbeiten. Vorstellen kann ich mir da nur absolut nicht wiederholbare Spitzenbilder von entlegenen Weltregionen, sowie als zweite (größte?) Gruppe Fotos mit persönlichem, emotionalem Gehalt (Familie, Eltern, Großeltern, Kinder als sie noch klein waren, Ehefrau als sie noch jung..., usw.) Da hat natürlich Jeder seine Prioritäten.
These: Die meisten Fotos kann ich, kannst Du, können wir Alle, heute doch wesentlich besser machen als damals! Neu fotografieren braucht pro Bild ganz grob in etwa die Zeit, wie das Aufwärmen der alten Schätze per Scan, macht aber m.E. wesentlich mehr Spaß, und fördert zudem die weitere Entwicklung des Fotografen.![]()
Liebe Grüße, gute Entscheidungen, und viel Erfolg!![]()


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