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Thema: Zeiss flektogon 4/20

Baum-Darstellung

  1. #32
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Zitat Zitat von einser Beitrag anzeigen
    Hallo Henry,

    vielen Dank für die umfangreiche und vor allem aufschlussreiche Antwort!

    Dieser Umstand scheint vielen Benutzern mit einem m42-eos Adapter nicht bewusst zu sein.

    Im Internet/div.Foren liest man immer wieder das die CZJ 20mm auf unendlich nicht scharf sind.

    Gruß

    einser
    Das was da so in den Foren zu lesen ist, kommt daher, das man sich mit diesen messtechnischen Hintergründen nicht auseinandersetzt, sondern immer nur "fertige Produkte" fordert, ohne sich einen "Kopf" um die Physik dahinter zu machen.
    Man bezahlt Geld, also hat man Anspruch das alles passt am Adapter. Danach werden massig Adapter durchgetestet und schließlich landet man beim Novoflex Adapter, der dann "maßhaltig" produziert zu sein scheint, es aber auch nicht immer ist.

    Es gibt nämlich noch andere, wichtige Gründe neben dieser genannten Auswirkungen der Relation "Untermaß zu Fokussierstrecke" bei verschiedenen Brennweiten, die die Erreichung des exakten Unendlichkeitspunkt, der ja mit der Unendlichkeitsbegrenzug am "Infinity-Symbol" stimmen soll, verhindern.
    ......
    Exkurs:

    Die Objektive von denen wir im manuellen Altglasbereich reden, also gebrauchte, oftmals 30, 40 oder mehr Jahre alte Objektive haben natürliche Alterungserscheinungen in der Mechanik.

    Die Gewindefette verharzen bei Nichtbenutzung, die Gewindegänge werden zunehmend schwergängig durch die Austrocknung der Schmierstoffe... etc..

    Dann ist es absolut notwendig, sich klar zu machen, wie z.B. der Fokusring am jeweiligen Helicoid (=Fokusschnecke) befestigt ist. Es gibt viele Konstruktionen, wo der Fokusring mit drei oder vier kleinen Madenschrauben den Helicoid quasi "einspannt" um ihn bei der Fokussierung zu drehen und die Drehbewegung dafür sorgt, das die optische Einheit sich - zwangsgeführt von der Geradführungsstange im Inneren des Objektivs - vor und zurückschiebt in den durch die Anschlagsbegrenzungen vorgesehenen Drehwinkeln.

    Ist das Gewindefett im Helicoid im Extremfall komplett eingetrocknet und das Objektiv lange nicht genutzt worden, so hab ich schon viele Objektive in der Hand gehabt, die sich anfänglich nicht, oder nur Millimeterweise drehen ließen und sich erst mit brachialer "Gewalt" wieder etwas normaler, aber eben mit immer noch sehr hohem Widerstand bedienen ließen. Stückchenweise ging es dann nach einer Zeit besser, aber eben immer noch mit hohem Widerstand.

    Da dieses - ich nenne es mal wieder "einlaufen" der Gewindegänge mit "starkem Druck" - ja erfolgreich etwas Besserung brachte, machen viele User eine richtige Roßkur und Drehen und Drehen mit starkem Druck den Fokusring sehr oft und heftig in der Anfangsphase um das Ganze "geschmeidiger" werden zu lassen.

    Darin liegt auch eine ganz große Gefahr, denn die 3 oder 4 kleinen Madenschrauben, mit denen der Fokusring am Helicoid befestigt ist, können erst "ausleiern" bzw. sich am Helicoid etwas verschieben, je nachdem was "Stärker" war... der aufgewandte Druck um den Fokusring wieder geschmeidiger arbeiten zu lassen, oder das Anzugsdrehmoment mit denen die Madenschrauben den Fokusring am Helicoid befestigten.

    Nicht selten also kommt es vor, dass sich durch solche Zusammenhänge der Fokusring mit seiner Skala nicht mehr exakt dort befindet, wo er einst im Werk einjustiert an seinem Endanschlag durch die Madenschrauben gesichert wurde.

    Insgesamt ist die Frage der Maßhaltigkeit ein sehr schweres Thema, bei dem eben auch Aspekte der Vorgeschichte eines Objektivs eine erhebliche Rolle spielen können.

    Gerade weil viele "Unwägbarkeiten" in diesen Aspekten liegen, rate ich immer dazu, sich einen Meßschieber zu besorgen und Adapter selbst zu vermessen und zu "tunen", sprich also an das Objektiv anzupassen.
    Pro Objektiv ein angepasster Adapter und man spart sich viel Geld für die Neujustage von Objektiven. Denn das alle Objektivbrennweiten an einem Adapter wirklich absolut gleich unendlich erreichten am Begrenzungsanschlag hab ich seltenst erlebt.

    Das alles "schnallt" (versteht und durchschaut) man aber oftmals erst, wenn man Objektive selbst umgebaut, angepasst und auch eigene Entwicklungen durchgeführt hat, wie ich mit meinem VNEX System und vielen, vielen Umbauten.

    LG
    Henry
    Canon EOS 5D MKIII, 5D MKI, Canon 1D MK IV, Sony A7, NEX7, A7 II.. und viele, viele feine Objektive aus dem Altglas-Container..

  2. 6 Benutzer sagen "Danke", hinnerker :


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