Das Spezialisieren auf Sonnenuntergänge braucht viel Zeit. Man kann zwar auch auf die schnelle ganz hübsche Sonnenfotos machen. aber ein echter Sonnenuntergang will geplant sein, wenn es sein muss auch an mehreren Abenden.


Auch ein Sonnenuntergang am See braucht Vordergrund, sonst wird er langweilig


Wegen der Einschränkungen des Lichts beim Eintauchen der Sonne ins Meer bedarf es bei der Motivgestaltung noch mehr Sorgfalt, denn viele Objekte sind nur noch als Scherenschnitte sichtbar.
Es bleibt nicht viel Zeit, die Sonne vor dem Verschwinden zu fotografieren. Mehr als 30 Minuten dauert dieses Schauspiel nicht. Die Umgebungshelligkeit stimmt, wenn der Himmel nur eine halbe Blende heller ist als das Objekt im Vordergrund. Es sollen ja ein paar Feinheiten abgebildet werden und kein reines Scherenschnitt-Muster.


Auch bei widrigen Lichverhältnissen sollten Details sichtbar sein

Daher gilt: Automatik ausgeschaltet lassen und sich die Mühe machen manuell zu belichten. Meist wird der Fehler gemacht, die Fotos zu früh zu schießen. Dann wird das Bild zu hart belichtet, die Romantik ist futsch. Der Unterschied in der Helligkeit zwischen Sonne, Himmel und Objekt im Vordergrund wird zu groß, man erkennt die Sonne und schwarze Scherenschnitte.

Der Standpunkt und der Zeitpunkt müssen geplant werden:
- der Zeitpunkt des Sonnenuntergangs
- an welcher Stelle geht die Sonne unter?
- wieviel Zeit bleibt zum fotografieren?
- wann muss mit dem Aufbau der Kamera/Stativ begonnen werden?


Hier hat die Belichtung nicht funktioniert, der Himmel ist überbetont. Trotzdem ein nettes Foto.



Hier wäre ein starkes Teleobejtiv besser gewesen, die Sonne ist zu klein


Wenn die Speicherkarte groß genug und auch leer ist, dann sollten viele Aufnahmen gemacht werden.
- Bilderserien mit wechselnden Belichtungen schießen (Belichtungsserien)
- ohne Stativ muss die Lichtempfindlichkeit auf 400 ASA gesetzt werden
- mit Stativ reicht eine Lichtempfindlichkeit von 100 ASA, zudem wird ein Bildrauschen vermieden
- Kamera-Displays neigen dazu, Kontraste stärker abzubilden als sie real sind

Wenn die Sonne sehr groß abgebildet werden soll, dann muss ein Teleobjektiv benutzt werden. Nur lange Teleobjektive (ab 200mm) geben den Eindruck wieder, den man selbst von der Sonne bekommt. Der Einsatz eines Normalobjektives (40 bis 50mm) lässt die Sonne auf einen winzigen hellen Punkt schrumpfen.

Auch mit der Automatik lassen sich ordentliche Bilder schießen, wenn man mit Schattenrissen zufrieden ist oder sie sogar möchte. Dafür die Bäume in der Vordergrund plazieren und die Helligkeit des Meeres messen. Der Effekt ist, dass dann die Bäume oder Palmen als Schattenrisse sichtbar sind, dass Meer jedoch noch genügend Details zeigt und die Sonne nicht zu sehr überbelichtet ist.


Palmen als Schattenrisse


Die Plazierung der Palmen im Vordergrund kann auch als Stilmittel zur Bildaufteilung benutzt werden, was dem Bild mehr Spannung gibt.
Sehr eindrucksvoll sind Spiegelungen bei tief stehender Sonne. Es muss nicht immer das Meer als Objekt herhalten, sondern das kann auch ein ruhiger Fluss sein oder ein stiller See. Hier darf auch die Kameraautomatik benutzt werden.
Sehr reizvoll ist auch ein Sonnenuntergang mit Unterlicht. Das Heißt, die Sonne steht unterhalb von Wolken und leuchtet diese von unten an. Der Effekt ist auch als Abendrot bekannt.


Spiegelungen erhöhen den Reiz des Sonnenuntergangs, insbesondere wenn die Vordergrundkomposition stimmt.



Unterlicht bietet einen zusätzlichen Reiz