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Thema: Sigma Mirror-Telephoto 1:8 f=600mm multi-coated

  1. #1
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    Standard Sigma Mirror-Telephoto 1:8 f=600mm multi-coated

    Hallo zusammen,

    ich bin vergleichsweise günstig (60€) an das o.g. Objektiv gekommen, aber ich musste feststellen, dass dies vielleicht 60€ zu viel waren (und insofern dann doch nicht günstig *hmpf*). Das Objektiv selbst ist in gutem Zustand, und ich kann nichts erkennen, was Spiegel oder Linsen beeinträchtigen würde. Trotzdem ist die erreichbare Schärfe ziemlich gering. Die Optik liegt auf dem Niveau der unsäglichen Low-Cost-Spiegellinser, die in der Bucht verramscht werden. Eigentlich™ sollte das Sigma das doch etwas besser können...

    Und jetzt die Frage: lässt sich an diesen Optiken noch irgendetwas justieren / korrigieren? Ansonsten muss ich den aufgewendeten Betrag wohl als Lehrgeld verbuchen. Ein 1:8 500mm Tamron mit Adaptall-Anschluss ist demgegenüber erheblich besser und ich frage mich, ob der Unterschied wirklich so eklatant sein kann.

    Bitte gebt mir eine Rückmeldung, wenn ihr mehr Informationen benötigt - egal ob zum Objektiv oder auch Bilder, die mit dem Teil entstanden sind.

    VLG
    Stephan

  2. #2
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    Hallo Stephan,

    ich hatte in den frühen 90er Jahren das 600mm Spiegeltele von Sigma. Es handelte sich
    um die hellgrau lackierte Version (ich glaube es gab noch eine schwarze und eine olivgrün
    lackierte Version, die sich aber vom optischen Aufbau her nicht unterschieden haben)

    Aus meiner Erinnerung heraus war die optische Leistung nicht schlecht. Es vignettierte zwar
    recht heftig und war extrem streulichtanfällig, aber Schärfe und Kontrast waren ganz gut.

    Das Sigma Spiegeltele ist aber definitiv kein Freihandobjektiv. Fotos die unbrauchbar sind,
    könnten aus einer gewissen Verwacklungsunschärfe resultieren, oder aber auch aus einer
    leichten Fehlfokussierung. Bei f/8 ist der Sucher schon recht dunkel und die Fokusierhilfe
    (soweit vorhanden) in der Regel recht ungenau.

    Für eine genauere "Ferndiagnose" wäre es gut, wenn Du ein, zwei Beispielfotos einstellen
    könntest, die mit dem Objektiv entstanden sind und ein Foto vom Objektiv selbst, wobei
    es hilfreich ist, wenn Du von hinten mit einer Taschenlampe durchleuchtest.

    Hast Du schon mal versucht ein Foto zu machen, wobei das Objektiv auf einem stabilen
    Stativ montiert war und der Fokus mittels Live-View und Sucherlupe eingestellt wurde?

    Generell: Versuche bitte nicht ein Spiegeltele zu zerlegen, das bekommt man normalerweise
    nicht mehr justiert, da kann ich ein Lied davon singen...

    Sollte der Fehler tatsächlich am Objektiv selbst liegen, dann kann es durchaus sein, dass ein
    Vorbesitzer selbst einen Reperaturversuch unternommen hat, oder das gute Stück vielleicht einen
    Schlag abbekommen hat. Dann kann nur noch eine Fachwerkstatt weiterhelfen, wobei es dann
    fraglich ist, ob die Kosten dafür nicht den Wert des Objektives übersteigen...

    LG Christian

  3. #3
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    Vielen Dank für die Antwort. Es wird etwas dauern, aber spätestens zu Beginn der nächsten Woche sind die Bilder da. Ich probiere Objektive immer vom Stativ mit Spiegelvorauslösung aus. Die Fokussierung ist natürlich immer ein Problem. Da werde ich auch ein Bild liefern, das eine gewisse Tiefenausdehnung hat (irgendeine Mauer oder sowas) damit man zumindest sieht, ob irgendwo Schärfe liegt.
    Schauen wir mal was dabei heraus kommt.

    Schöne Grüße
    Stephan

  4. #4
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    @gladstone

    Das mit den Spiegelobjektiven ist eine interessante Sache. Ich frage mich, was kann an solch einer Linse ohne Blende kaputtgehen, dass man sie reparieren muß? Ausser Fokus ist da nicht so viel. Die Streuung bei der Herstellung spielt möglicherweise auch eine Rolle. Ich hatte vor einigen Jahren ein Sigma 2,8 200 mm beim Händler neu gekauft, das war erst so ab Blende 8 scharf und ich habe das große und schwere Objektiv gegen ein lichtschwaches Takumar 4,0 200 mm eingetauscht, welches ich noch heute zur Zufriedenheit habe. Nachdem ich bis dahin mit Sigma eigentlich bessere Erfahrungen gemacht hatte meine ich, dass dies nur Serienstreuung war.

  5. #5
    Hardcore-Poster Avatar von DD_Ihagee
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    Zitat Zitat von CanRoda Beitrag anzeigen
    @gladstone

    Das mit den Spiegelobjektiven ist eine interessante Sache. Ich frage mich, was kann an solch einer Linse ohne Blende kaputtgehen, ...
    Der Spiegel ist gern verspannt.

    VG
    Holger
    Diverse Dresdner Kameras und einige dazugehörige Objektive aus Jena und Görlitz - viel analoges Zeug also .............und nebenbei eine Canon 30D

  6. Folgender Benutzer sagt "Danke", DD_Ihagee :


  7. #6
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    Zitat Zitat von waldbaer59 Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    ich bin vergleichsweise günstig (60€) an das o.g. Objektiv gekommen, aber ich musste feststellen, dass dies vielleicht 60€ zu viel waren (und insofern dann doch nicht günstig *hmpf*). Das Objektiv selbst ist in gutem Zustand, und ich kann nichts erkennen, was Spiegel oder Linsen beeinträchtigen würde. Trotzdem ist die erreichbare Schärfe ziemlich gering. Die Optik liegt auf dem Niveau der unsäglichen Low-Cost-Spiegellinser, die in der Bucht verramscht werden. Eigentlich™ sollte das Sigma das doch etwas besser können...

    Und jetzt die Frage: lässt sich an diesen Optiken noch irgendetwas justieren / korrigieren? Ansonsten muss ich den aufgewendeten Betrag wohl als Lehrgeld verbuchen. Ein 1:8 500mm Tamron mit Adaptall-Anschluss ist demgegenüber erheblich besser und ich frage mich, ob der Unterschied wirklich so eklatant sein kann.

    Bitte gebt mir eine Rückmeldung, wenn ihr mehr Informationen benötigt - egal ob zum Objektiv oder auch Bilder, die mit dem Teil entstanden sind.

    VLG
    Stephan
    Ich habe vor einiger Zeit nach dem Kauf eines Sigma 600 mm f/8 Spiegellinsers (erste Ausführung mit 6 Elementen in 6 Gruppen) die gleiche Erfahrung gemacht wie Du. Obwohl das Objektiv in hervorragendem Zustand und auch mechanisch wirklich perfekt war, hat es extrem kontrastarme und auch unscharfe Bilder geliefert, besonders bei kurzen Entfernungseinstellungen. Ich habe es dann schnell wieder verkauft. Leider gibt es bei dem Objektiv nichts zu justieren.

    Walter E. Schön attestiert in einem in der ColorFoto 5/80 veröffentlichten Test von Spiegelobjektiven dem Sigma (1. version) "knapp zufriedenstellende Schärfe im gesamten Bildfeld mit einem für ein Spiegellinsenobjektiv relativ guten Kontrast für grobe Strukturen". insgesamt reicht es innerhalb des Testfeldes nur für einen Platz im unteren Mittelfeld, weit hinter den Objektiven von Tamron (55B) und Tokina. Ich habe diese beiden und kann bestätigen, dass sie sichtbar besser als mein Exemplar des Sigmas sind. Das französische Magazin "Chasseur d'images" sprach von einer nur mittelmässigen Schärfe, einer "kolossalen" Vignettierung (-1 IL) und einer nur geringen Verzeichnung. Das zweite Modell (7 Elemente in 4 Gruppen) schneidet übrigens auch nicht besser ab (ein Stern für die Abbildungsqualität, 2 Sterne für das Preisleistungsverhältnis, ähnlich dem Tokina, aber schlechter als das Tamron SP 55B mit 2 und 4 Sternen.

    Ich nehme mal an, damals schon gab es beim Sigma gewisse Schwankungen bei der Produktion, die erklären würden, warum das Objektiv in manchen Tests ziemlich gut abschneidet (aber niemals so gut wie die beiden Tamrons, deren Toleranzen bei der Herstellung anscheinend wesentlich geringer waren).

    LG Volker

  8. Folgender Benutzer sagt "Danke", Alsatien :


  9. #7
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    Zitat Zitat von gladstone Beitrag anzeigen

    ich hatte in den frühen 90er Jahren das 600mm Spiegeltele von Sigma. Es handelte sich
    um die hellgrau lackierte Version (ich glaube es gab noch eine schwarze und eine olivgrün
    lackierte Version, die sich aber vom optischen Aufbau her nicht unterschieden haben).

    Ja, das erste Sigma gab es in unterschiedlichen Farbvarianten. Es gab aber auch noch eine zweite Version mit AF und MF Anschlüssen (aber immer mit manueller Fokussierung). Sie hatte einen anderen optischen Aufbau (7 Elemente in 4 statt 6 Elemente in 6 gruppen), grösseres Gewicht (830 statt 620 g) und Durchmesser (99 statt 92 mm), aber gleiche Mindestentfernung (2 m, 1 : 3).

    LG Volker
    Geändert von Alsatien (12.06.2019 um 12:25 Uhr)

  10. #8
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    Zitat Zitat von Alsatien Beitrag anzeigen
    Ich habe vor einiger Zeit nach dem Kauf eines Sigma 600 mm f/8 Spiegellinsers (erste Ausführung mit 6 Elementen in 6 Gruppen) die gleiche Erfahrung gemacht wie Du. Obwohl das Objektiv in hervorragendem Zustand und auch mechanisch wirklich perfekt war, hat es extrem kontrastarme und auch unscharfe Bilder geliefert, besonders bei kurzen Entfernungseinstellungen. Ich habe es dann schnell wieder verkauft. Leider gibt es bei dem Objektiv nichts zu justieren.

    Walter E. Schön attestiert in einem in der ColorFoto 5/80 veröffentlichten Test von Spiegelobjektiven dem Sigma (1. version) "knapp zufriedenstellende Schärfe im gesamten Bildfeld mit einem für ein Spiegellinsenobjektiv relativ guten Kontrast für grobe Strukturen". insgesamt reicht es innerhalb des Testfeldes nur für einen Platz im unteren Mittelfeld, weit hinter den Objektiven von Tamron (55B) und Tokina. Ich habe diese beiden und kann bestätigen, dass sie sichtbar besser als mein Exemplar des Sigmas sind. Das französische Magazin "Chasseur d'images" sprach von einer nur mittelmässigen Schärfe, einer "kolossalen" Vignettierung (-1 IL) und einer nur geringen Verzeichnung. Das zweite Modell (7 Elemente in 4 Gruppen) schneidet übrigens auch nicht besser ab (ein Stern für die Abbildungsqualität, 2 Sterne für das Preisleistungsverhältnis, ähnlich dem Tokina, aber schlechter als das Tamron SP 55B mit 2 und 4 Sternen.

    Ich nehme mal an, damals schon gab es beim Sigma gewisse Schwankungen bei der Produktion, die erklären würden, warum das Objektiv in manchen Tests ziemlich gut abschneidet (aber niemals so gut wie die beiden Tamrons, deren Toleranzen bei der Herstellung anscheinend wesentlich geringer waren).

    LG Volker
    Bei Sigma musste man früher mit Montagsexemplaren rechnen.

    Manche Testredaktionen ließen sich die Objektive von den Herstellern zur Verfügung stellen - es lässt sich denken, dass es sich um sorgfältig herausgepickte Exemplare gehandelt hat. Mit höchstem Lob bedachte Sigma-Objektive wurden dann bald schon massenhaft auf dem Gebrauchtmarkt angeboten - ich selbst bin auf ein 400 APO hereingefallen, das höheren Ansprüchen keinesfalls genügt hat.Ein sehr frühes Sigma 600 war mein erstes Spiegelobjektiv - erworben auf einer Zollauktion. Es ist mein schlechtestes geblieben. Heute scheint das Unternehmen in manchen Kategorien durchaus zu den guten Adressen zu gehören.

  11. Folgender Benutzer sagt "Danke", degreeceheim :


  12. #9
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    Zitat Zitat von CanRoda Beitrag anzeigen
    @gladstone

    Das mit den Spiegelobjektiven ist eine interessante Sache. Ich frage mich, was kann an solch einer Linse ohne Blende kaputtgehen,...
    Hallo,

    also neben Verspannungen des Spiegels (da reichen schon geringste Verspannungen um ein komplett
    unbrauchbares Bild zu erhalten) ist natürlich auch die Verspiegelung selbst so eine Sache.

    Die Verspiegelungen sind gewissen äußeren Einflüssen ausgesetzt, auch wenn diese in einem
    Gehäuse sind, geschützt von Glaslinsen vorne und hinten.

    Die aufgedampften Spiegelschichten sind Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit und chemischen
    Stoffen, zB vom Fett, bzw. der Schmierung des Gewindeganges ausgesetzt. Diese Verspiegelung
    ist sehr viel empfindlicher als eine hartvergütete Linsenoberfläche.

    Viele Astronomen waren schon mit der Nachverspiegelung ihrer Teleskopspiegel konfrontiert...

    Übrigens vielen Dank für die Info, dass Sigma zwei verschiedene optische Rechnungen hatte,
    das war mir neu.

    Als Alternatve wäre übrigens die gute alte Beroflex "Wundertüte" oder die heutigen Derivate zu
    empfehlen. Das sind simple achromatisch korrigierte Linsenobjektive (4 Linsen), die
    ebenfalls bei 500mm Brennweite eine Lichtstärke von f/8 aufweisen und optisch gar nicht sooo
    schlecht sind. Ich hatte mir seinerzeit als Schüler mit knappen Budget eines geleistet und war
    recht angetan.

    LG Christian

  13. 2 Benutzer sagen "Danke", gladstone :


  14. #10
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    Standard Wundertüte

    Auch bei der "Wundertüte" - je blöder der Ausdruck, desto sicherer setzt er sich durch - gibt es Varianten. Die beste war nach meiner Erfahrung die erste von Beroflex mit 72mm Filtergewinde. Die heutigen, unter vielfältigen Namen und Herstellern haben, bei kürzerer Bauweise, 67 mm, Die Mehrzahl der Anwender kann mit ihnen nicht umgehen, weshalb sie oft zu Spottpreisen abgestoßen werden. Stativ alleine reicht nicht: Spiegelvorauslösung und Zweipunktabstützung sind geboten. Dann ergibt sich, vor allem beim Urmodell ein erstaunliches Auflösungsvermögen (bezogen auf den Preis). Bei s/w verbessert ein Rotfilter die Schärfe.

  15. 2 Benutzer sagen "Danke", degreeceheim :


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