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Thema: Adapterbau Fuji GFX 50 Adapter für Fuji G690 Mittelformat-Objektive

  1. #1
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Standard Adapterbau Fuji GFX 50 Adapter für Fuji G690 Mittelformat-Objektive

    Einleitung:

    Da mit der Fuji GFX 50 nun auch das digitale Mittelformat in „greifbare“ und „finanzierbare“ Reichweite kommt und durch die stetig steigenden Preise mit jeder neuen Version der KB Kameras von Canon, Nikon, Sony und Co. auch kein Quantensprung im Preis zwischen den Systemen zum Mittelformat mehr herrscht (die Dinger werden ja immer teuerer), entstand bei einem Foren-Mitglied der Wunsch nach einem Adapter der die alten Objektive der „TEXAS LEICA“ (Fuji GL 690 Typen) an seiner neu erworbenen GFX 50s nutzbar macht.
    Der wohlüberlegte und aus monetärerer und technischer Sicht nachvollziehbare Schritt einen Adapter zu bekommen, ist angesichts des Bildkreises von mindestens 9 cm, den die alten Objektive ja für das 6x9 Format ausleuchten mussten, naheliegend. Diese Objektive sollten am deutlich kleineren Sensor der GFXs mit 43.8x32.9mm den "Sweet Spot" mit der im Bildzentrum liegenden, höchsten Schärfe erbringen.

    Er wandte sich deshalb mit der Frage an mich, ob der Bau eines Adapters technisch für mich realisierbar wäre.

    Es geht also um eine echte „Spezialität“ und ich möchte alle DCC User einladen, einmal mit zu verfolgen, wie ein Sonderadapter entsteht, den es so bislang wohl nicht zu kaufen gibt.
    Beim Entstehungsprozess werde ich Wert darauf legen, die ökonomischen Abwägungen bei der eventuellen, späteren Entstehung einer Kleinserie zu schildern.

    Beginnend wir bei der Machbarkeits-Studie, so wie die Gedankengänge bei mir abliefen:

    Zunächst sei einmal kurz die Fuji G 690 gezeigt und im Schnelldurchlauf beschrieben.

    texas-leica.jpg


    Bei der Fuji G 690 handelt es sich um eine alte, analoge Mittelformatkamera für 120er und 220er Rollfilme.
    Die riesigen Dimensionen dieses Geräts verbunden mit dem Meßsucherprinzip der Kamera zur Scharfstellungen brachten ihr den Spitznamen

    "TEXAS LEICA"

    ein.

    Leica ist mit seinen Kameras seit ewigen Zeiten der Vorreiter und Verfechter dieses Prinzips, bei dem über einen vom Objektiv bewegten Spiegel
    ein Mischbild für die Scharfstellung mit dem Bild im Hauptsucherfenster zur Deckung gebracht werden muss. Dies geschieht über ein zweites Sucherfenster, hinter dem der Umlenkspiegel sitzt, der mit mehr oder minder starker Parallaxe sein Teilbild in das Haupt-Sucherfenster „einblendet“.
    Hat wohl jeder Fotograf mal gesehen, denn dieses Mischbild-Prinzip gibt es auch bei anderen alten Analogkameras.

    Leica ist mit diesem M-Prinzip und der mit dieser sehr schnellen Art der Fokussierung untrennbar verbunden.
    In Texas ist eben vieles größer und gröber als im Rest der Welt, daher wohl der Name der bulligen Kamera… grins.


    Da man die Objektive zu dieser alten Kamera relativ günstig finden kann (im Vergleich zu den neueren MF Linsen zur Fuji GFX), kam also beim Anfragenden der Gedanke auf, diese Objektive der alten G 690 Typen an die GFX zu bringen um eine „günstige Alternative“ zu den neuen Objektiven zur Verfügung zu haben.

    Der Preisverfall bei diesen Kameras und Objektiven ist ähnlich dramatisch, wie bei Hasselblad, wo ehemals ziemlich teure Objektive inzwischen für einen „Spottpreis“ zu bekommen sind.

    Also insgesamt eine gute Voraussetzung, diese Objektive (Fujinon) an die GFX 50s zu bringen.

    Was man im Bild noch so sieht:

    Mittels eines drehbaren Ringes wird das Objektivbajonett nach dem Ansetzen (zentriert über eine Kerbe in einem Flügel in der 12 Uhr Position und einem im Kamerabajonett befindlichen Führungs- PIN) an die Kamerabjonett-Flügel durch die Gewinde-Steigung des Ringes herangezogen. Das funktioniert gut und nach ca. ¼ Umdrehung des Ringes im Uhrzeigersinn sitzt das Objektiv „bombenfest“. Also letztlich sehr ähnlich dem Canon oder Icarex - Außenbajonett, nur deutlich größer im Gesamtdurchmesser.

    Eine funktionierende Fuji G690 spannt den im Objektiv sitzenden Zentral-Verschluss über einen langen Hebel, der in einer langen Aussparungsbahn gleitet, wie man im Bild der alten G690 Kamera im Bereich zwischen der "5 und 7 Uhr - Position" erkennen kann.
    Und sie löst den Verschluss mit dem zweiten, kleineren Hebel aus…
    Das nur erstmal am Rande...

    -------------------------

    Stufe 1.

    Planerische Vorüberlegungen:

    In regem Mailverkehr mit dem User wurden zunächst einige Dinge abgeklärt und verabredet, notwendige Teilschritte besprochen und nach dem Kauf einer alten, komplett und irreparabel defekten G690 Kamera mit einem zugehörigen Wechsel-Objektiv konnte es dann losgehen, denn das Verständnis der Mechanik einer alten Kamera-Objektiv-Kombination ist immer essentiell beim Bau eines Adapters um nicht böse Überraschungen bei so einem teueren Vorhaben zu erleben.

    Die Recherche, wie denn das Auflagemaß einer alten Fuji G690 überhaupt ist… und weil sich im Internet da nichts wirklich finden ließ, machte die Anschaffung einer Kamera überdies notwendig. Für die mechanische Auslegung eines solchen Adapters war es natürlich auch erforderlich, sich das neue Fuji Bajonett für die GFX 50 anzusehen.

    Da es sich zunächst um Vorüberlegungen handelte, lag eine GFX 50 für den nachfolgenden Adapterbau noch nicht vor, aber um den Mount zu vermessen, wurde ein bei K&F schon erhältlicher EOS > Fuji GFX Adapter vom User beschafft.


    Somit war der zweite Teil erfüllt, nämlich eine Vorlage für das Objektivbajonett dieser neuen GFX Kamera in Händen zu halten. Zudem hatte ich mit dem EOS - Adapter ein Referenzauflagemaß, wenn ich schon keine Fuji GFX zur Verfügung hatte, konnte ich nun den "Umweg" über einen Canon EF Anschluss gehen und im nächsten Schritt dann das "Gesamtauflagemaß" bzw. die gesamte Adapterlänge/Höhe bestimmen.


    Als dritten Bestandteil verabreden wir, auch das Objektiv von der alten G 690 Kamera mitgeschickt zu bekommen.


    Ein solches Objektiv war erforderlich, um auf die Besonderheiten bezüglich überstehender Hebel, Übertragungs- PINs etc. einzugehen… z.B. welche beweglichen Teile wie Stößel, Aufzugshebel oder sonstigen überstehenden Teile eine stoßbündige Verbindung im neu zu schaffenden Adapter behindern könnten und bei der Konstruktion zu berücksichtigen sein würden.

    Hierzu muss man wissen, dass es sich bei den Objektiven um solche mit Zentralverschlüssen handelt.
    Die Auslösung und Spannung dieser Verschlüsse muss also kameraseitig durch den Aufzugshebel der Kamera erfolgen und mittels irgendwelcher Hebel an das Objektiv übertragen werden.
    Dies muss ein Adapter natürlich auch berücksichtigen oder eine sonstige Lösung außerhalb des Adapters gefunden werden, damit der Zentralverschluss der G-Objektive ständig offen bleibt bei der späteren Verwendung an der Fuji GFX.

    Ich gehe da später noch im Detail auf die Schwierigkeiten ein.


    Zunächst galt es also die Informationen zusammen zu tragen und soweit wie möglich Dinge anzuschaffen für die Entwicklung.

    Wichtig war heraus zu finden, um welche Art von Bajonett es sich bei dieser Objektiv-Kamera-Kombination handelt und welches reale Auflagemaß die Kamera hat.

    Nach dem Eintreffen der Kamera, des Objektivs und dem Canon EF auf Fuji GFX Adapter, begann das Ausmessen der Gegebenheiten.

    Da im Internet so gut wie kaum etwas zu finden war, blieb eigentlich nur das direkte Vermessen an der Kamera mit ihrem Bajonettanschluss bis zur Filmbühne mit einem digitalen Höhenmesser, der vom Nullpunkt der Auflagefläche aus 64,7mm bis zur Filmbühne anzeigte.


    Das war also das mit dem Höhenmesser bis zur Filmbühne gemessene Kamerabajonett-Auflagemaß… Nur fürs Protokoll, damit es mal irgendwo im Internet auch zu finden ist.

    -----

    Zunächst aber noch die Art des Bajonetts und die Konstruktion der überstehenden Hebel kurz beschrieben…

    Beim Bajonett der GL690 Objektive handelt es sich um ein typisches Außenbajonett, wie wir es z.B. von alten Canon FD oder auch Icarex BM – Mount Objektiven kennen.

    Hier schonmal an einem ersten Prototypen gezeigt... mit dem zunächst aus der Kamera übernommenen Bajonettring.


    hebelbahnen-unten.jpg


    Hier die Orientierungs-Nut am Objektivhals.. schön erkennt man auch den gerändelten Verriegelungsring mit der roten Markierung...

    Objektivzentrierungsnut.jpg


    Mittels eines drehbaren Ringes wird das Objektivbajonett nach dem Ansetzen (zentriert über eine Kerbe in einem Flügel in der 12 Uhr Position und einem im Kamerabajonett befindlichen Führungs- PIN) an die Kamerabjonett-Flügel durch die Gewinde-Steigung des Ringes herangezogen. Das funktioniert gut und nach ca. ¼ Umdrehung des Ringes im Uhrzeigersinn sitzt das Objektiv „bombenfest“. Also letztlich sehr ähnlich dem Canon oder Icarex - Außenbajonett, nur deutlich größer im Gesamtdurchmesser.

    Eine funktionierende Fuji G690 spannt den im Objektiv sitzenden Zentral-Verschluss über einen langen Hebel, der in einer langen Aussparungsbahn gleitet

    und löst ihn an einem zweiten Hebel, der in einer deutlich kleineren Aussparung gleitet aus…


    Hier ein Bild, das die beiden "Bahnen" zeigt, die in den Adapter gefräst werden müssen...


    zv-bahnen.jpg

    Damit die Objektiv-Zentralverschlüsse über diese im Bajonett sitzenden Hebel gespannt werden können, besitzt jedes der Objektive zwei "Gegenspieler-Hebel", die in die Fräsungen eindringen müssen. Diese Fräsungen im Adapter müssen ca. 3,5-4mm tief ausgeführt werden. Das nur nebenbei, denn sonst kann man das Objektiv nicht ansetzen, weil die am Objektiv sitzenden und später gezeigten überstehenden Aufzugshebel sonst ein Ansetzen blockieren.

    Das war schonmal die erste Hürde beim Adapterbau, weshalb man da nicht mit normalen "Bordmitteln" weiterkommt, sondern diese Dinge exakt vermessen und übertragen muss in den zu schaffenden Adapter.

    Mit dem Hebel in der langen Aussparung wird also gespannt und mit dem Hebel in der kurzen Aussparung wird die Bewegung des Auslösers an der Kamera an das Objektiv weitergegeben und der Zentralverschluss löst mit der am Objektiv eingestellten Zeit aus.
    Die mechanische Aufzugsmöglichkeit in einem Adapter zu etablieren ist schon eine echte Herausforderung… vielleicht später in einer nächsten Ausbaustufe wird auch das noch implementiert.

    Bei der Herstellung eines Prototyps galt es für mich zunächst eine Möglichkeit zu finden, den Verschluss dauerhaft offen zu halten um die nur indirekt zu vermessenden Dinge zu klären.

    Gut, es gibt die Stellung „B“ an jedem Zentralverschluss, aber die greift auch nur, wenn der Zentralverschluss des Objektivs vorher aufgezogen wird und in der Regel der Auslöseknopf der Kamera gedrückt bleibt. Und wenn versehentlich der Ring für die Verschlusszeiten aus der "B"-Stellung verstellt wird, schließt der Verschluss und muss händisch wieder gespannt werden. Das geht dann derzeit nur über das Abnehmen des Objektivs vom Adapter und dem erneuten Spannen des Verschluss mit Wiederansetzen des Objektivs an den Adapter...


    Also galt es für die weiteren Schritte zunächst einmal dafür zu sorgen, dass das „Dauerdrücken“ des Auslöseknopfes der Kamera am Objektiv „nachgebildet“ wird, also den Verschluss des Objektivs dauerhaft in der "B" - Stellung offen zu halten.

    Hierzu habe ich in den Schlitz, in dem der Hebel läuft, mit einem 3mm Gewindebohrer ein Gewinde geschnitten, in das dann eine 3mm Madenschraube eingeschraubt wurde. So bleibt das Objektiv dauerhaft ausgelöst, offen. Eine Madenschraube wurde deshalb gewählt, weil die keinen „Schraubenkopf“ besitzt. Ein „Schraubenkopf“ hätte durch den Überstand des Kopfes das Objektiv beim Ansetzten an das Kamera-Bajonett behindert, weil er breiter als der Schlitz ausgefallen wäre und nicht zu einer planen und stoßbündigen Verbindung geführt hätte. Also ging nur irgendwas blockierendes ohne breitere Köpfe.
    Es wurde dann im weiteren Verlauf aber ein passend zurecht geschnittenes Plasteröhrchen eines Q-Tipps, das als Sperre verwendet und auch am Objektiv verbleiben konnte um die B-Stellung zu halten.

    Auf diese Weise blieb der Zentralverschluss in offen und die Vermessung der Komponenten konnte weitergehen. Auch bleibt das Objektiv unverändert…

    ----------------------


    Da ich natürlich keine Fuji GFX 50 mein eigen nennen kann, müssen also zunächst die Verhältnisse für einen Adapterbau ausgemessen werden.


    Dafür wurde das mit 6 Schrauben leicht entfernbare Fuji Kamerabajonett von der Kamera geschraubt um Durchmesser, die Aussparungen für die Hebel und auch die Eindringtiefe des kameraseitigen Außenbajonett in den Kameravorbau zu bestimmen. Dies ist in den Bildern ja schon zu sehen...


    Prima… nun hatte ich eine Vorlage und wollte sehen, wo in welchem Abstand sich ein Unendlich ergibt.

    Das sogenannte „Free-Lensing“ also die Suche nach unendlich nur mit einem „frei vor die Kamera gehaltenen Objektiv ist mir oft „ein Graus“, weil man dazu im Grunde 4 Hände bräuchte

    Deshalb wird zunächst nur näherungsweise bestimmt, was zwischen Kamera und Objektiv passen könnte und das auf eine „Referenzkamera“ bezogen.

    Bei Mittelformat-Objektiven ist dies bei mir immer die EOS 5D MKII… sie hat ein bekanntes Auflagemaß von 44mm, es gibt hinreichend Adapter auch für andere Systeme… also ideal nachdem das Kamera-Auflagemaß der G 690 mit den 64.7mm hinreichend genug bestimmt worden ist. Zudem wird über diesen "Umweg" zunächst alles auf die Canon EF Bajonette zu konstruieren, der Adapter auch für Canon "anbietbar"...


    Durch den bereits vorliegenden EOS auf GFX Adapter brauchte ich nun erstmal nur dafür sorgen, dass ich einen Adapter von diesen Fujinon - Mittelformatobjektiven an meine Canon 5D MKII ausmessen und bauen musste.

    Zunächst wurde daher nur näherungsweise bestimmt, was zwischen Kamera und Objektiv passen könnte und das auf meine „Referenzkamera“ bezogen. Etwaige Differenzen könnten ja später noch auf der Drehbank nachbearbeitet werden, falls Unendlich noch nicht ganz erreicht ist.

    Wer aber nun glaubt… es sei ganz einfach dann die Differenz aus 64,7mm zu den 44mm, also 20,7mm wären das Maß der Dinge bei dem Adapterbau, der irrt sich gewaltig, denn nun kommen die feineren Dinge ins Spiel.

    Da ich einige selbst gebaute Canon EF – Canon EF Zwischenringe besitze, einen mit 8,6mm und einen mit knapp 12mm, erreichte ich ein angenähertes Unendlich mit dem 8,6mm Zwischenring… das konnte so bleiben. Mit ca. 1mm Drehwegveränderung war ich mittels dieses Zwischenrings am Ziel und hatte das Unendlich fast sofort getroffen. Ich war begeistert...

    Das macht die Herstellung so eines Probe-Adapters zunächst relativ einfach. Aber ich wollte das Ganze natürlich deutlich professioneller bauen lassen und das möglichst flexibel für die neuen Kamerasysteme von Nikon/Canon und Panasonic nutzbar machen und zu Papier bringen und stellte nun nachfolgende Überlegungen an..
    -------------------
    Der EOS auf GFX Anschluss und weitere Überlegungen bei der Herstellung:

    Bei der Entwicklung so eines Adapters wäre es wirtschaftlicher Blödsinn, ihn nur für dieses eine Fuji GFX- Kamerasystem zu bauen. Wenn ich schon einen schwierigen Adapter baue, so sollte der eben auch an einer Canon 5er oder einer der neuen Canon Kameras funktionieren und nicht nur an der GFX 50 von Fuji, für die mir hier ja ein EOS auf Fuji GFX- Adapter vorlag mit dem man standardmäßig EOS EF Objektive an die GFX50 bringen kann. Zudem warten das R und Z Bajonett auch auf Adapter..


    Durch meine Technik der Verwendung von Umkehrringen konnte ich ja schon an das VNEX oder die Samtfokussier Tuben die Kamera-Anschlüsse beliebig tauschen.

    So entstand die Idee, einen 3 teiligen Adapter zu bauen…

    1. Das Kamerabajonett in einen Tubus zu integrieren
    2. Ein das Auflagemaß anpassendes Zwischenteil
    3. Einen Umkehrring in dieses Zwischenteil zu integrieren, wie man es von den SFT kennt.

    So hätte man halt nicht nur einen Adapter, sondern kann mittels geeigneter Zwischen und Endstücken an so gut wie jede Kamera anpassen. Für die spiegellosen Systemkameras und die EOS Kameras käme man mit dem EOS Endstück sehr gut hin, weil wohl so gut wie jeder so einen EOS EF auf irgendwas Adapter rumliegen hat oder sich günstig für seine Kamera besorgen kann.



    >>>>>> FORTSETZUNG FOLGT<<<<<<<<<
    Geändert von hinnerker (25.03.2019 um 06:48 Uhr)
    Canon EOS 5D MKII, 5D MKI, Canon 1D MK IV, Sony A7.. und viele, viele feine Objektive aus dem Altglas-Container..

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  2. #2
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    Standard

    Kommen wir nun zu den Details in Bildern :

    Hier zunächst ein Bild von den ersten Versuchen mit dem 8,6mm Zwischenring, den ich vor langer Zeit für meine Canon Supertele zur Verbesserung der Naheinstellgrenze gebaut hatte.

    Nahring 8mm.jpg

    Dieses Bild liefert eine Reihe von Erkenntnissen (neben dem ungefähren Auflagemaß)...

    Zu sehen sind:

    1. Die beiden überstehenden Hebel für den Aufzug des ZV und der Auslöse-Hebel, die mit der Kamera korrespondieren und deutlich erkennbar in den Schlitzen des Mounts durchstechen.
    2. der gerändelte Verriegelungsring, wie man sie auch von den Canon FD Objektiven kennt... nur deutlich breiter
    3. im Hintergrund den EOS auf GFX Adapter mit einem zweiten, 10mm Zwischenring, den ich ebenfalls vor langer Zeit mal selbst gebaut habe um mit meinen langen Canon L-Tüten die Naheinstellgrenze zu verbessern.

    Mit den Zwischenringen hatte ich nun also die Gelegenheit, diese direkt an die 5D zu anzuschließen und den ungefähren Abstand für ein Erreichen des U-Punktes heraus zu finden.

    Mit dem aus der Kamera "herausoperierten" Bajonettring und meinen Zwischenringen konnte ich so also erstmal das genäherte Unendlich ermitteln, das dann zum sogenannten

    "ERLKÖNIG" (dem allerersten Prototypen)

    erlkoenig-GFX-Adapter.jpg

    führte.

    Es brauchte auf der Drehbank aus einem Alu-Block von 100mm Durchmesser ein entsprechendes "Abstandsstück" gedreht werden, dass dann das von der Kamera abgeschraubte Bajonett aufnehmen konnte und die Vertiefungen für die in das Bajonett eindringenden Hebel freigab.

    Mit dem von der Kamera abgebauten Bajonettring hatte ich nun auch die Vorlage/die Schablone für die Positionierung der Schlitze und Schraubenlöcher in dem Alu-Block, die später von der CNC Maschine gesetzt werden sollten.

    Mit dem Erlkönig sollte dann das finale Endmaß für den Unendlichkeitspunkt gefunden werden.

    Zunächst galt es aber im nächsten Schritt sich Gedanken um die Befestigung eines EF Bajonetts an dem so gebauten "Alu - Block" zu machen, denn schließlich sollte die Konstruktion ja erst einmal an die Canon 5D MKII gebracht werden und ein exaktes Unendlichkeitsmaß zu finden.

    Mit dem Anschluss wäre der G>GFX Adapter dann ja an die Sony und alle anderen Kameras zu bringen, die einen Canon EF Adapter benutzen können.

    Bedingt durch meine Entwicklungen VNEX und die diversen Samtfokussiertuben in 42.5, 52.5 und 62.5mm bei denen ich ja die Technik mit den Umkehrringen nutzte, kam natürlich sofort auch der Gedanke, diese Technik auch am GFX Adapter umzusetzen.

    Also wurde in die Rückseite des Adapters ein 52mm Filtergewinde geschnitten, um "52mm Canon - Standard - Umkehrringe" als Bajonett zu nutzen.

    Hier ein Bild von der Rückseite des Erlkönigs das diesen ersten Schritt zeigt. Endlich konnte es losgehen und der Adapter an die Canon gebracht werden.... zumindest dachte ich dies.

    rueckseite.jpg

    Tja, soweit so gut...

    Und sofort ergaben sich die nächsten Probleme... und das nun folgende Bild ist ein Zeichen dafür, weshalb es immer notwendig ist, auf die konstruktiven Details zwischen den "Verbindungspartnern" zu achten... Natürlich hat man bei so einer Entwicklung auch vermeintliche Rückschläge hinzunehmen... die aber behebbar waren und eine konstruktive Änderung in kosmetischer Hinsicht zur Folge hatten... hier zunächst das Bild...

    Problemzone-prismendach.jpg

    Wie man auf dem Bild deutlich sehen kann, kommt der riesige Durchmesser des Adapterblocks mit dem Prismendach der Canon Kameras in Konflikt... der Erlkönig ließ sich nicht an die Kamera ansetzen... da er zunächst am Prismendach nicht vorbei kam.

    Also musste - so die Erkenntnis - in der späteren Serie - eine konische "Verjüngung" des Durchmessers stattfinden.

    Hierzu war es erforderlich, den Anfangs- und Endpunkt dieses konischen Abtrags zu bestimmen, damit sich das Ganze auch optisch ansprechend unter das Prismendach einfügte.

    In dem Bild oben sieht man, dass dafür zunächst der Rumpfdurchmesser des Alublocks einfach abgedreht wurde... schon hatte ich für die CNC Maschine den "Startpunkt" für den Beginn der Verjüngung bestimmt, was dann eine Entwicklungsstufe später so aussieht...

    konisch.jpg

    Mit dieser "Schrägung" war es nun also möglich, an allen mir zur Verfügung stehenden Canon Kameras den Adapter sicher anzusetzen.

    Damit war nun das etwas "gröbere" Problem erledigt... aber es folgte - wie sollte es auch anders sein - das Zweite gleich hinterher, das ein wenig "Hirnschmalz" erforderte.

    indexmarkierungen-an-der-5D-verschoben.jpg

    Man beachte die verschobene Indexausrichtung des im Adapter sitzenden Objektivs. Wie also sollte dafür Sorge getragen werden, dass die Markierungen später auch auf "12 Uhr" stehen werden, wie wir es von den Objektiven gewohnt sind?

    Das Problem ergibt sich aus dem Ansatz, die 52mm Umkehrringe als Bajonett zu benutzen.

    (Kurze Erklärung für technisch Interessierte)

    Die CNC Maschine strehlt so ein Feingewinde mit einem beliebigen Einstiegspunkt ohne festen Bezug. Das heißt, es gibt keine feste Adresse auf der rotierenden Kreisbahn, bei der der Schnitt des 52mm Feingewindes beginnt.
    Das aber wäre Voraussetzung, damit die vorderen Einschnitte für die Hebel und eventuell doch noch notwendig werdende Gewinde-Löcher für die Bajonett-Verschraubung in korrekter Position zu den rückwärtigen Einrastpunkten der Umkehrplatte für das jeweilige Kamerabajonett zueinander stehen... damit die ganze Konstruktion stimmig die Index-Markierungen in der 12 Uhr Position hat. Mit anderen Worten, die vorderen Einschnitte für die Objektivhebel an der Vorderseite müssten mit dem hinteren Auslauf des Umkehrplatten-Gewindes in einer festen Beziehung stehen, was aber technisch mit diesen Maschinen nicht funktionieren kann.

    Die Folge ist, dass der Index immer an beliebigen Positionen stehen würde... aus meiner Sicht und der des beteiligten Drehers "unmöglich"...
    Auch wenn so ein Adapter dann später mal an einer anderen als nur der Fuji GFX 50 Kamera betrieben werden soll, sind die Einrastpunkte an den jeweiligen Kameras ja auch immer anders angeordnet (kann man sich ja mal vergleichend an seinen Kameras ansehen... Canon - Einrastkerbe und Pin liegen komplett anders als z.B. an einer Sony oder Fuji oder µFT... und bei den neuen Bajonetten von Canon und Nikon kommen dann wieder andere Punkte dazu)

    Also musste ich mir - wieder Zuhause angekommen - an dem Erlkönig" eine andere Befestigungsart überlegen und nicht nur schlicht mit einem sonst einfachen 52mm Fein-Gewinde für die Umkehrplatten gearbeitet werden.

    Die Lösung lag in einer "Zentriervertiefung"... hier näherrungsweise in einem Bild gezeigt, die dann beim nächsten Treffen in der Werkstatt umgesetzt wurde.

    zentriervertiefung.jpg

    Die Zentriervertiefung dient unter Verzicht auf das Filtergewinde der Umkehrplatte dazu, die spätere Position des Index durch die nun frei drehbare Umkehrplatte haargenau auf die jeweilige Kamera ausrichten zu können. Egal also, welche 52mm Umkehrplatte später mal an so einem Adapter als Bajonett dienen könnte... sie kann nun frei gedreht werden.

    Es ist also noch dem Bau des Adapter-Rumpfes noch ein händisch auszuführender Bearbeitungs-Schritt notwendig.

    Nachdem die CNC Maschine also den Grundadapter hergestellt hat, muss die Anschlussplatte ausgerichtet werden (das ist auch deshalb wichtig, weil die neuen Nikon und Canon Bajonette ja komplett andere "Einrastpunkte" für die Bajonett-Verriegelung haben... bei Canon sitzen die Vertiefungen für die Feder-Verriegelungs-Pins bei 3 Uhr von der Front aus betrachtet, bei anderen Kameras komplett an einer anderen Stelle)

    Daher musste die "einfache Filtergewinde" - Lösung hier ausscheiden und einer Lösung für im Winkel frei drehbare Umkehrplatten weichen. Die Umkehrplatte wird also später händisch an den Adapter gebracht und von hinten auch verschraubt.

    Um nun aber die finalen Bohrungen auf die jeweilige Umkehrplatte sauber übertragen zu bekommen, wäre es gut, neben dieser Zentriervertiefung noch 4 Punkte zu haben, mit denen "durchgezeichnet/durchgebohrt" werden kann für die späteren Durchgangslöcher in der Umkehrplatte.

    Hierfür bekam der Adapter-Rohling dann 4 Bohrungen... die in dem 3. Entwurf des Adapters eingebracht wurden. Wie man sehen kann, handelt es sich um ein inzwischen sogar einteilig hergestelltes Objektivbajonett am Adapterrumpf... bei dem die 6 Bohrungen für die Befestigungsgewinde entfielen, weil das Kamerabjonett nicht mehr als eigenständiges Teil hergestellt und eingearbeitet werden braucht, sondern direkt in den Adapterblock eingearbeitet wurde. Spart weitere Arbeitsschritte, wie das Schneiden der 6 Gewinde und eine notwendige Herstellung eines separaten Bajonett-Drehteil, wie wir es von der Kamera als "Vorlage" abgebaut hatten.
    Nun war alles "aus einem Guß"... und meine ursprünglich mehrteilige Lösung aus Umkehrplatte, Distanzblock, einsetzbarem Kamera-Bajonett wich einem einteiligen Rumpfadapter.
    So wird dann später bei einer eventuellen Kleinstserie nur der Alu-Rumpf in der Länge dem Auflagemaß der jeweiligen Kamera angepasst.

    Wichtig ist aber für die weitere Schilderung erstmal nur, die 4 "Löcher" im Adapterboden zu betrachten.

    verschraubungspunkte-zum-Durchzeichnen-als-Bohrschablone.JPG

    Mit einer Anreißnadel kann nun durch diese 4 Bohrungen hindurch der genaue Sitz der Umkehrplatte auf selbiger angezeichnet oder auch gleich durchgebohrt werden.
    Es ist quasi eine in den Adapter integrierte "Bohrschablone", wenn der finale Sitz der jeweiligen Umkehrplatte bestimmt wurde. So kann man dann mit einem extrem dünnen Bohrer von 1,2mm durch die Löcher hinweg "vorbohren" in die Umkehrplatte um in einem zweiten Schritt auf den finalen Durchmesser des Durchgangslochs Umkehradapter zu weiten und die Kopfsenkungen auf diesem einzubringen. Im Anschluss werden die "Schablonen-Löcher" dann mit den finalen Gewinden für die Befestigungsschrauben ausgestattet und so ist auch das Problem gelöst.

    Aber das nur am Rande..

    Zurück zum "Erlkönig".

    >>>>>>> Forsetzung folgt <<<<<<<
    Geändert von hinnerker (17.03.2019 um 08:48 Uhr)
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    Weiter geht es mit den nächsten Schritten:

    Kommen wir nun zu der kaufmännischen Überlegung:

    Da es sicherlich nicht allzu viele User geben wird, die bei einem Preis von ca. 4.500 Euro (Fuji GFX 50r) ins digitale Mittelformat wechseln werden, speziell wenn sie bei der neueren Version der GFX 50s für den Body ca. 6.500 Euro für den Body über die Ladentheke schieben müssen, steht bei der Entwicklung so eines „Spezialadapters“ für eine hochpreisige Kamera immer auch die Frage im Raum, welche Stückzahlen werden jemals davon verkauft werden können und lohnt eine solche aufwändige Kleinserie ?


    Beachtet man dies nicht, bleibt man unter Umständen auf einem Haufen Altmetall sitzen.
    Um das Risiko zumindest ein wenig eingrenzen zu können, war es also zunächst nötig, die für die Nutzung so eines Adapters „in Frage“ kommende Zielgruppe zu vergrößern…


    Mit dem bisher gegangenen Entwicklungsschritt den Adapter auf ein Canon EF taugliches Maß zu bringen, erschließt sich dann jede Systemkamera, an die ein Canon EF Adapter anschließbar ist.
    Canon EF als „Zwischenschritt“ deshalb, weil es Adapter für so gut wie alle Kamerasysteme gibt und die meist schon vorhanden sind und weil es den bislang größten Bajonettdurchmesser besaß (die neueren Z- und R Bajonett sind allerdings noch größer).

    Durch diese Wahl kam ich bei der Entwicklung nicht in das Problem, dass eventuell irgendwelche Vignettierungen durch die Adapterlänge/Tiefe zu erhalten.

    Zudem war ja – wie bereits bekannt und beschrieben – auch das Referenzmaß von 44mm des EF Bajonetts toll um den korrekten Auflageabstand für den Unendlichkeitspunkt zu finden.

    Das Einhalten des exakten Auflagemaßes wurde inzwischen vom User bestätigt, der mit all seinen inzwischen angeschafften Fujinon Objektiven zur alten G690 unendlich sauber erreicht.

    Nun ist der nächste Entwicklungsschritt gemacht, denn durch den vorliegenden EOS auf Fuji GFX Adapter brauchte nun nur noch das Gesamtauflagemaß bestimmt zu werden. Nach der Rücksendung an mich konnte es also direkt weitergehen


    Also nun den EF auf GFX Adapter mit dem Erlkönig zusammenschalten und das Gesamtmaß für einen direkten GL > GFX Adapter bestimmen.

    So sieht das dann aus...

    auflagemass-ueber-alles.jpg


    Es beträgt – wie im Bild oben zu sehen - von Auflagefläche zu Auflagefläche hinreichend genau 37,6mm !!!

    Zusammen mit dem angegebenen Auflagemaß der Fuji GFX von 26,7mm ergibt sich somit das Anfangs bestimmte Auflagemaß von 64,7mm abzüglich einer von uns festgelegten Sicherheitszugabe von 1-2 Zehntel für den Fall, dass ein Objektiv einmal das Auflagemaß nicht mehr erreicht.

    Damit haben wir eine „Punktlandung“ in Bezug auf das Auflagemaß hingelegt und es kann so bleiben.

    Wer sich jetzt fragt, wie die paar Zehntel Differenz zustande kommen, sei daran erinnert, dass eine absolut genaue Messung nicht möglich war, weil der Verschluss der „Muster G690“ sich nicht öffnen ließ (was eigentlich notwendig wäre um von der Andruckplatte des Filmes aus zu messen.
    Da ich den Verschlussvorhang aber nicht zerschneiden wollte, war der anfangs zugrunde gelegte Wert mitsamt dem Verschlussvorhang gegen die Andruckplatte gemessen.

    Der nächste Punkt bei der Entwicklung bestand nun also darin, ein GFX Objektivbajonett zu bauen, dass in den Adapterkorpus eingelassen, den Adapter vervollständigt.

    Hier ist das gute Stück:

    bajonettpassung.jpg

    Oben erkennt man das Bajonett, darunter dann die Passung, mit der dieser Teil dann in den Adapterblock eingelassen wird und frei drehbar ist.


    Und hier auf dem Adapterblock liegend um das anzudeuten:


    zwei-teile.jpg


    Dieser mit einer Passung hergestellte Bajonettring lässt sich - wie gesagt - zunächst frei drehen, so dass der unten sichtbare „Einrastpunkt“ exakt in die Flucht mit der Kamera gebracht werden kann, damit später die Indexmarkierungen am Objektiv korrekt sitzen.

    Hierzu bekam unser GFX Bajonett 4 Durchgangsbohrungen, die auch als Bohrschablone für das spätere Setzen der Schraubengewinde dienen.

    Diese 4 Durchgangsbohrungen stehen im 90 Grad Winkel zum Einrastpunkt für den Verriegelungspin an der Kamera.

    Diese Veränderung war notwendig geworden, weil die Tiefe des Adapters einen extrem langen Bohrer erfordert hätte (Spezialwerkzeug) der aber bei einem Durchmesser von nur 1,6mm sehr, sehr stark gefährdet ist… schließlich wirken hier an so einer Maschine doch gewaltige Kräfte und eine nur geringe Positionierungenauigkeit bei der Programmierung so eines CNC Automaten bringt den Bohrer direkt ins Altmetall, weil er abbricht. Und letztlich ist es egal, ob ich die Löcher durch den Adapter hindurch anzeichne oder durch die Bajonett-Platte.

    So nähert sich der Adapterbau fürs Erste seinem Ende zu.

    Im nächsten Schritt wird geklärt - nach dem 6. April (da ist der User wieder im Lande) - ob dieses Bajonett-Anschlussteil korrekt an die Kamera passt und einrastet.

    Dies ist insofern wichtig, als dass wir sehen müssen, ob beim Ansetzen des Bajonett noch irgendwas behindert, ob die „Flügel“ alle korrekt lang sind, die Position (also Beginn und Ende) der Flügelstrecken passen etc..).


    Dies konnten wir in Ermangelung der Kamera bislang nur indirekt durch Winkelmesser und „Lotfällung“ bestimmen…

    Sieht eigentlich alles ganz gut aus, aber wie so oft, steckt der „Teufel im Detail“.

    Sobald wir positive Rückmeldung des Users haben, geht es dann auch mit der Berichterstattung weiter.



    Fortsetzung folgt… >>>
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    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Und um die Zeit ein wenig zu nutzen, hab ich vor ein paar Tagen bei noch "durchwachsenem Wetter" ein paar erste Probeschüsse mit dem vorliegenden 65mm Objektiv der Fuji G690 gemacht... natürlich nur an meiner EOS 5D MKII. Später werden sicherlich etliche Bilder folgen, die mit der GFX 50 gemacht werden.

    Zum Objektiv gibt es zu sagen:

    Gerechnet für den Bildkreis 6 x 9 cm auf Film, ist dieses 65mm/f5.6 Mittelformat-Objektiv natürlich nicht mit den Lichtstärken der Objektive von KB Kameras zu vergleichen.

    Mit dieser Brennweite ist es wohl mit einem 50er WW bezogen auf 6 X 6 zu vergleichen, nur eben brennweitenmäßig deshalb etwas höher bei 65mm angesiedelt.
    (Bitte nagelt mich da nicht fest, ich wollte das nun nicht noch recherchieren).

    Wichtig ist für mich da in erster Linie die Frage, ob so ein Adapter-Projekt denn auch den Aufwand lohnt und die Objektive dazu gute Leistungen erbringen.

    Deshalb hier ein paar schnelle Fotos, die gemacht wurden, als der "Erlkönig" erstmals an die Canon angeschlossen werden konnte.

    Beginnen wir mit der Totalen zur Klärung, ob Unendlich erreicht wurde... ist noch nicht ganz getroffen... Unendlich ist aber immer auch eine schwierige Sache, weil atmosphärische Störungen (war etwas neblig den Tag) und leichte Fokusfehler an einer DSLR Kamera problematisch sein können.
    Zudem war auch das Objektiv, das an dem Kamera-Schrotthaufen hing, entsprechend problematisch, weil der komplette Linsensatz erstmal hätte gereinigt werden müssen.
    Bei Zentralverschluss-Objektiven mache ich das aber nicht selbst...

    Hier also die Totale

    unendlich-totale.jpg

    und bilden aus der Bildmitten einen 100% Crop...

    unendlich-crop.jpg

    Geht sich aber schonmal ganz gut an...

    Nun im Innenbereich... dem Atelier meiner Frau, also Nahbereich

    Galerie.jpg

    Crop daraus...

    Galerie-2.jpg

    Deko aus dem Holzregal... Kinderspielzeug (Handpuppe) für die Enkel.. der "Bursche" liegt da immer "faul herum"... die Enkel sind inzwischen zu alt dafür

    maikaefer-totale.jpg

    Und ein Crop daraus..

    maikaefer-crop.jpg

    Und nochmal kurz nach draussen im Nahbereich aufgenommen. Reflektoren der Toreinfahrt zu unserem Haus...

    reflektoren-nah.jpg

    mit nachfolgendem Crop...

    reflektoren-crop.jpg

    Wie man gerade im letzten Bild sehen kann, wurden diese Aufnahmen mit ISO 1600 gemacht um bei dem durchwachsenen Wetter noch im Handbetrieb arbeiten zu können.
    Bildausschnitt wurde noch etwas in der Helligkeit angehoben, was natürlich zu dem noch stärkeren Rauschen führt.

    Sieht man mal vom Sensorrauschen der 5D MKII und dem Problem dass dieses 65er beginnende Verpilzung und irgendeinen Belag zwischen den Linsen hat ab, sind die Ergebnisse schon recht gut zu nennen. Ist halt das Objektiv, dass an der defekten Kamera hing... mit entsprechendem Zustand, der dem der abgenudelten "Referenz-Kamera" entspricht...

    Sobald wir hier mal einigermaßen taugliches Wetter haben, gibt es besseres Material... zwischenzeitlich hab ich auch ein 180er Tele aus der Serie hier im Hause, das im Linsensatz sauber ist und keine Beeinträchtigungen macht.

    LG
    Henry
    Geändert von hinnerker (25.03.2019 um 08:41 Uhr)
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    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Hier in "loser Folge" ein paar weitere Fotos vom gestrigen Tag mit überwiegend sonnigen Anteilen.

    Gemacht wurden diese "auf die Schnelle" im hiesigen Garten, der noch auf den Ausbruch des Frühlings wartet...
    Also mussten da erstmal nur irgendwelche herumstehenden Dinge fotografiert werden... also kein Anspruch auf irgendwas "Schönes" sondern reine Demo-Fotos.
    Als Objektiv musste das Fujinon 5.6/180mm an der Canon 5D MKII bei Iso 160 herhalten. Alles Offenblende 5.6

    Dach des Nachbarhauses mit glasierten Pfannen... Entfernung ca. 35 Meter

    nabahau1.jpg

    Teils Licht, teils Schatten... mit Crop auf Fokuspunkt

    nabahau2.jpg

    Crop..

    nahbahau2crop.jpg


    Vogelhäuschen mit selbstgemalten Dachpfannen... an der unteren Nahgrenze von 2,5 Meter...

    vogelhaus-nah.jpg

    Crop..

    vogelhaus-nahcrop.jpg

    Stromverteilung am Garten- Sichtschutzzaun

    zaun2-steckdose.jpg

    Crop..

    zaun2-steckdosecrop.jpg

    Balkenköpfe des Sichtschutzzauns, übermalt...

    zaun.jpg

    Crop daraus...

    zauncrop.jpg

    Noch ein Blick in den Schattenbereich des Gartens... dort musste dann etwas mit den Verschlusszeiten / Iso - Werten jongliert werden um die überdimensionale
    Christbaumkugel abzubilden, die als Deko mit eingearbeitet wurde..

    kugelschatten.jpg

    Crop auf die Unebenheiten der Kugeloberfläche, teilweise auch noch Feuchtigkeit..

    kugelschattencrop.jpg


    Da ich grad "im Schatten" gelandet bin, hier eine Auffälligkeit dieses Objektivs.

    problembereich180er-streulichtblende-erforderlich.jpg

    Wie man deutlich sieht, neigt das Objektiv sehr stark zu Streulichtanfälligkeiten. Die sehr weit vorn sitzende Frontlinse ist der Schuldige an der Sache.
    Es bedarf unbedingt einer 72mm Einschraubsonnenblende, um das in den Griff zu bekommen. Die Original Sonnenblenden zu den Fujinon Objektiven kenne ich nicht, aber es gibt an der Front einen Orientierungspin für so ein Teil. Abschatten mit der gewölbten Handfläche vor dem Objektiv beseitigten sofort diese Erscheinung...

    Es ist also unbedingt ratsam hierauf zu achten. Prophylaktisch hatte ich zum Zeitpunkt der Aufnahme schonmal den gesamten hinterten Bereich mit Samtvelourstreifen beklebt gehabt und trotzdem diese Erscheinung, auf die mich schon der "Auftraggeber" bei seinen eigenen Versuchen an der GFX 50s hinwies und mir ein Bild schickte in Verbindung mit der Frage, ob dies vom Adapter käme.
    Ist eindeutig zu verneinen, denn zumindest an dem Adapter ist nun nichts mehr, was hätte Streiflicht an irgendwelchen Wänden erzeugen können. Eventuell muss noch mal geschaut werden, ob die Eloxalschicht der Umkehrplatte daran mitschuldig sein oder den Effekt verstärken könnte.
    Da das durch die neue Bauweise mit der selbst hergestellten Anschlussplatte künftig aber ausgeschlossen sein wird (wird mit Samtvelour im Innenraum beklebt) mach ich mir da aber keine Gedanken.

    Ich finde die Leistungen des Objektivs können sich sehen lassen, so dass sich aus meiner Sicht auch der Adapterbau lohnt und man nicht irgendwelche "Objektiv-Gurken" an so eine tolle Fuji GFX 50 bringt. Das ist nämlich bei aller Liebe zum Basteln und Erfinden eben auch die ganz große Gefahr.... so ein Projekt zu starten und dann später erst die Tauglichkeit der Objektive an digitalen Sensoren sehen zu können. Wenn es ganz dumm läuft, ist man nachher enttäuscht und hat viel Geld "verbrannt".

    Bei geeignetem Wetter werde ich wohl noch ein paar Aufnahmen machen... etwas anspruchsvoller als diese schnellen Schnappschüsse aus dem Garten.

    Dann wird mich in den nächsten Tagen auch eine Fuji GFX 50s eines weiteren Forenmitglieds erreichen, der mir die Kamera für die Entwicklungszeit zur Verfügung stellt.
    Damit haben wir dann schon zwei GFX Kamera-Besitzer hier im Forum...
    Mit gleicher Lieferung erhalte ich dann auch ein 45er der neuesten Generation zu der Kamera (wenn ich das recht verstanden habe), so dass ich auch die Unterschiede Alt/Neu sehen und beurteilen kann.

    (Ich hoffe für mich aber, das dieser teure Kelch an mir vorüber zieht...)

    Soweit erstmal... weiteres dann im Fortgang der Geschichte um den Adapter


    >>>> FORTSETZUNG FOLGT
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    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Standard Mission accomplished !

    Dank eines netten Foren-Users kann ich nun die Vollendung der Mission Adapterbau vermelden. Vielen Dank für das Vertrauen, mir die Fuji GFX 50s zuzusenden.

    Nun also ist es vollbracht, ein Fujinon 5.6/180mm der alten Texas Leica werkelt via einem direkten Adapter ohne den Zwischenschritt mit einem Canon EOS Adapter an der digitalen Fuji GFX 50s Mittelformatkamera.

    180er-an-der-GFX.jpg

    Hier ein Gruppenbild des modernen Objektiv-Plastikbombers Fujinon GF 2.8/45mm, in der Mitte die GFX 50s mit dem alten via Adapter angeschlossenen 5.6/180mm für die Texas Leica
    und ganz rechts noch zum Größenvergleich das alte Fujinon 5.6/65mm der Texas Leica, dass nun auch mittels des neu geschaffenen Adapters an der GFX 50s "werkeln" kann.
    Größentechnisch gibt sich das auch mit dem Adapter nicht viel, aber vom Gewicht her deutlich unterschiedlich.

    180er-an-der-GFX-groessenvergleich-ww.jpg

    Kommen wir nun zu dem fertiggestellten Adapter... zunächst das Außenbajonett, das direkt "aus dem Vollen" in den Alukörper gefräst wurde und so die umständliche Herstellung eines zusätzlich erforderlichen Bajonett-Werkstücks erübrigte.

    Man beachte auch die rote Indexmarkierung zur Ausrichtung des Adapters an das Kamerabajonett !
    Hier handelt es sich um eine durchgehende Bohrung, in die im Innenbereich ein 2mm Gewinde geschnitten ist und eine Madenschraube von 2mm die Orientierung des Objektivs in seiner NUT ermöglicht und zudem im Aussenbereich ebenfalls mittels so einer 2mm Madenschraube - wie zu sehen, die mit einem in rotem Nagellack getauchten und dann eingeschraubten 2mm Gewindestift diesen Markierungspunkt für das Ansetzen des Objektivs bildet.

    fertig-11.jpg

    Auf diese Weise wurden mit einer Querbohrung gleich zwei Dinge realisiert, Orientierungspunkt und Gleitfläche für die Nut im Objektiv zur Führung beim Ansetzen.
    Erforderlich wurde dieses Vorgehen, da mir absolut nichts einfiel, wie man diesen Objektivführung im Aussenbajonett für das Objektiv sonst mit der Maschine hätte realisieren können.
    So sind aber gleich "zwei Fliegen mit einer Klappe" erschlagen worden...

    Hier noch ein Bild dazu.. die 4 Durchgangs- /Anreißlöcher im Adapter-Inneren können künftig entfallen... wurden aber aus dem Maschinenprogramm noch nicht gelöscht und sind deshalb noch in dieser Adapterversion zu sehen. Sie besitzen aber keinerlei Funktion mehr.

    fertig-2.jpg

    Hier noch ein Bild von der neuen, rückwärtigen Bajonettbefestigung mittels 4 Schraubgewinden, wie bei einem typischen Objektivbajonett..

    rueckseite-mit-Bajonettverschraubung.jpg


    Schließlich und endlich wurde der gesamte Innenbereich mit Samtvelours belegt, bis an den hinteren Rand des Bajonetts, damit es kein vagabundierendes Streulicht mehr an den hochglänzenden Seitenwänden geben kann. Eine Eloxierung wäre natürlich noch denkbar um den Adapter in Schwarz zu haben, aber das würde wieder mit erheblichen Kosten für so ein "Einzelstück" verbunden sein. Über andere "Design-Varianten" kann man später vielleicht noch nachdenken.

    Bis hierher ist der Adapter fertig und mehr Geld wird da erstmal nicht ausgegeben.

    Eine Möglichkeit den ZV bei angesetztem Objektiv zu spannen, habe ich aus genau den Kostengründen verworfen. Wer den ZV neu spannen muss, bitte das Objektiv abnehmen, spannen und neu ansetzen.
    Zudem ist es ja einfach möglich, den Zeitenring am Objektiv mit einer dünnen Lage umlaufend verklebtem PVC Isolierband an einer versehentlichen Verstellung zu hindern.
    Minolta machte es bei einigen seiner KB Objektive ja auch so, dass sie sogar den ständig bewegten Fokusring mittels solcher PVC Isoband - Verklebungen gegen den Helicoid sicherte und das hält Jahrzehnte.

    Um kurz auch noch zu zeigen, wie diese Zentralverschlüsse der Objektive zur Texas Leica in der B-Stellung gehalten werden können, hier zwei Bilder, wie das am einfachsten zu realisieren ist.

    An der "kurzen" Hebelbahn" findet sich der Hebel, der vom Kamera-Auslöser im Moment der Aufnahme bewegt wird.
    Dieser wurde simpel mit dem Plastikröhrchen eines Q-Tipps gesperrt und so ein "Dauerdrücken" des Auslöseknopfes der Kamera simuliert.
    Objektiv muss dafür in der "B-Stellung" stehen... und schon bleibt der Zentralverschluss offen.

    qtippsperre.jpg

    Der Q-Tipp wurde gewählt, weil sein Plastikröhrchen "flexibel" ist und mit einer Kleinzange zusammengepresst werden kann, wenn er in den Spalt eindringt... er ist nämlich minimal größer im Durchmesser.

    Anschließend formt er sich in seine Ursprungsgröße zurück und quetscht sich damit gegen die Hebelbahnwandungen... da ruckelt dann nichts mehr, der Verschluss bleibt offen.

    Achtet auf diese QTipps.. bloß kein Holz... das splittert auseinander und die Splitter treiben sich dann irgendwo im Objektiv rum.

    qtippsperre2.jpg

    Alles in Allem mal wieder eine spannende Erfahrung, etwas neues zu entwickeln.

    Da die Objektive zur alten "Texas Leica" noch aus Metall gefertigt sind, wird die Kombination mit dem neuen Adapter schon ganz schön schwer insgesamt.

    Um einmal eine Hausnummer dafür zu geben:

    - das neue Fujinon 2.8/45mm wiegt 482 g auf meiner Küchenwaage
    - das alte Fujinon 5.6/65mm wiegt 580 g auf meiner Küchenwaage
    - das alte Fujinon 5.6/180mm wiegt 980 g auf meiner Küchenwaage
    - der Adapter selbst wiegt 317 g auf meiner Küchenwaage.

    Das heißt, man hat schon einiges an Gewicht zu schleppen..

    Soweit erstmal die Entstehung des Adapters für die Objektive an Canon Kameras und eines Adapters für die Fuji GFX 50 Kamera.

    Zu den Objektiven und vor allem der Fuji GFX 50s werde ich die Tage noch einen Bericht schreiben und bei hoffentlich gutem Wetter viele, viele Bilder machen können.

    Sicherlich interessiert noch der Preis für solch einen Adapter... der ist zwar noch nicht komplett durchkalkuliert, aber dürfte im Bereich von 200 - 250 Euro liegen... also kein "Schnäppchen", was aber auch nicht verwundern dürfte.

    Die Entwicklungskosten - nur um das mal zu erklären - sind beträchtlich.

    Wer also damit "liebäugelt" sich selbst mal einen Adapter herstellen zu lassen, kann von folgenden Vorgaben ausgehen:

    Einrichtungspreis für die CNC Maschine = ungefähr 90-120 Euro, abhängig von der Anzahl der angetriebenen Werkzeuge im Werkzeugrevolver der CNC Maschine.
    Programmerstellung, wenn keine CAD Zeichnungsvorgabe vorhanden ist... nach Ausmessen/Vermessen der Vorlage/n ca. 75 Euro
    Maschinenstunde = 85 Euro...
    Material (100er Rund-Alu) 1 Meter Stück ca. 100 Euro (man braucht so viel, weil dies in arbeitsfähige Abschnitte geschnitten werden muss, damit die Maschine sie aufnehmen kann).

    Bei einer finalen Kleinserie wird dann die exakte Laufzeit für die Herstellung pro Stück durch das Maschinenprogramm ermittelt, der notwendige Materialbedarf addiert (entweder man stellt selbst das Material bei, oder es kommt bei denen aus dem Lager)... die Fixkosten werden dann noch umgelegt auf das Stck... also Fixkosten-Umlage + Maschinenlaufzeit pro Stck. + Materialbedarf zzgl. MwSt.
    Dann kommen die weiteren Handlungskosten für die manuelle Nachbearbeitung dazu (ca. 1 Std pro Stck).

    Dann kommt das Finanzamt und möchte darauf dann noch die 19% "Märchen-Steuer"...

    Will man dann noch was dran verdienen, wird es eng...

    Die Maschinenlaufzeiten für die Prototypen waren hier etwa 5-6 Stunden. Durch die anfangs fehlende GFX 50 wurde einiges an Unsicherheiten und Unwägbarkeiten sowie die kreativen Möglichkeiten von mir und dem Dreher notwendig, da einige Dinge halt aufgrund der schieren Größe des Werkstücks (Adapter) nur über Umwege realisierbar waren.

    Stundensätze dafür rechnen wir erstmal gar nicht.. auch die Anfahrtskosten von mir und die nachfolgenden händisch noch zu erledigenden Dinge wie die Bohrungen von Durchgangslöchern, setzen von Verschraubungsgewinden, Samtzuschnitt und Beklebung etc... etc.. rechne ich gar nicht erst zusammen.


    Vielleicht wird daran deutlich, wie es zu solchen Stückpreisen kommt, sollten solche Prototypen - Adapter ernsthaft nachgefragt werden. Da die Programme natürlich nun vorliegen und der finale Adapterzuschnitt auch klar ist, wird sich das in einer Kleinserie vielleicht nachher auf 200-250 Euro "drücken" lassen... um das anfangs investierte Geld wieder herein zu holen und evtl. an so etwas wie einen Überschuss zu denken

    Das soll natürlich niemanden mit einer guten Idee abschrecken, aber eben auch realistisch aufzeigen, was bei professionellem Arbeiten für Kosten entstehen können.
    Ich hab natürlich den Vorteil, das nicht alle Kosten an mich durchgereicht werden, weil mich die Werkstatt bei den Entwicklung solcher Projekte unterstützt... im Hinblick auf eventuell dabei entstehende Folgeaufträge von Kleinserien.

    LG
    Henry, der leider noch auf gutes Wetter wartet, um die GFX 50s "spazieren" zu führen.
    Geändert von hinnerker (28.03.2019 um 06:17 Uhr)
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  10. #7
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Und am Sonntag hatten wir nun endlich brauchbares Wetter und haben es für einen kleinen Ausflug genutzt.
    Mit an Board die Fuji GFX 50s Mittelformatkamera und die beiden Objektive Fujinon 5.6/65mm und 5.6/180mm der alten Texas Leica an dem von mir gebauten Adapter.

    Zunächst ein paar Worte vorab zur Kamera... einfach nur genial, auch wenn ich bislang nicht die Zeit gefunden habe, sie in aller Tiefe zu studieren (und das muss man, will man einige Dinge im Menü "abschalten" und die Kamera "personalisieren" auf die eigenen Bedürfnisse).

    Das begann bei den riesigen Dateien, welche die Kamera "ausspuckt" und der Suche nach dem passenden Konverter... mein Lightroom 5.x konnte mit den Dateien noch nicht umgehen. Geht soweit ich weiß erst ab LR 6.0.

    Deshalb hab ich die Kamera im Menü zunächst erstmal den JPG Modus versetzt und einfach "drauf los" fotografiert.

    Die Fuji hat den Vorteil, dass sie sich für einen mit mehreren unterschiedlichen Kameras arbeitenden Fotografen recht schnell intuitiv im Handling erschließt. Drei oder vier auftauchende Fragen mussten in der knapp 280 seitigen BA nachgeschlagen werden, aber sonst ging eigentlich alles ganz flott von der Hand. Ein relativ einfaches Bedienkonzept der Fuji sei dank.

    Hier zunächst eine Hafenszene bei Ebbe...

    Der Husumer Hafen mit dem Fujinon 5.6/65mm


    hafenszene.jpg

    wirkt erstmal "matschig"... zuviele Pixel auf zu kleiner Bildschirmpunktauflösung... wir reden hier über 8256 x 6192 Pixel, die sich bei mir auf 1400 Bildpunkte meines Laptop-Bildschirms "zusammen-quetschen".

    Und ein Crop daraus...

    hafenszene_crop1.jpg

    nun sieht die Welt, Verzeihung die Auflösung schon deutlich anders aus...
    Trotz seines relativ schlechten "Linsen-Status" (hatte ich weiter oben beschrieben), erzeugt das 65er Fujinon noch prima Bilder an der GFX50s

    Die Kirche in Husum...

    husum-kirche.jpg

    und wieder ein Crop...

    husum-kirche_crop.jpg


    Nun hab ich dann mal das Fujinon 180mm/5.6 hergenommen und einige Details fotografiert..

    Skulptur im Schloßpark in Husum, "De Fischer un sin Fru"

    skulptur-180er-8.jpg

    Badestelle bei Nordstrand DLRG Turm

    dlrg.jpg

    mit einem Detail-Crop..
    dlrg-dachcrop.jpg

    Gegenlichtszene mit dem 180er im "Haifisch-Becken" bei Ebbe ...

    ebbe.jpg

    Aber zurück in den Hafen...

    kutter1.jpg

    und wieder ein Crop aus der Szene für das Auflösungsvermögen...

    kutter1-crop1.jpg

    An der Naheinstellgrenze des 180er ergab sich dieses Bild...


    poller.jpg

    und auch daraus ein interessanter Crop..

    poller-crop.jpg

    Im Schlick liegender Kutter... also Ebbe.

    Husum-Hafen-Ebbe.jpg

    und ein Crop...

    Husum-Hafen-Ebbe-crop.jpg

    Das nächste Bild hat vom Anschnitt leider nicht ganz gepasst. Bei der Aufnahme glaubte ich, den letzten Buchstaben noch mit "im Bild" zu haben, bei der Sichtung allerdings ist er leicht abgeschnitten. Das deutet - wenn es sich so verhält - darauf hin, dass der benutzte Sucher zur Fuji eventuell kleine Abweichungen hat... aber das untersuche ich noch genauer. Wahrscheinlicher aber ist, dass ich leicht verzogen habe.

    rosafisch.jpg

    rosafisch-crop.jpg

    Abschließend muss ich sagen, dass die Objektive gut sind...

    Das 65er ist an den extremen Rändern nicht so gut korrigiert wie ich es erhoffte, schlägt sich aber wacker für ein Uralt-Objektiv. Man müsste das nochmal mit einem sauberen Linsensystem probieren... eventuell ist es auch leicht dejustiert... keine Ahnung.

    Das 180er ist klasse...

    Bei beiden Objektiven ist aber - wie bereits ausgeführt - dringend anzuraten, entsprechende Streulichtblenden zu besorgen und definitiv auch zu benutzen, denn sie sind extrem streulichtanfällig, weshalb ich die meisten Bilder mit der Sonne im Rücken gemacht habe oder mit der flachen Hand "abschatten" musste.

    Ich werde die Gelegenheit die GFX 50s leihweise im Hause zu haben, in den nächsten Tagen für mich nutzen um einmal meine Hasselblad Altobjektive an ihr zu testen.
    Da ich einen HaBla auf EOS EF Adapter ja selbst habe und zudem den EOS auf GFX Adapter, hab ich damit diesen Weg auch frei.

    Insgesamt eine tolle Kamera, zu der ich auch noch ein paar Worte schreiben werde.

    Die Objektive zur Texas Leica sind qualitativ eine gute und preiswerte Alternative zu den teueren "Neu-Objektiven", obgleich natürlich das "Kampf-Gewicht" der schweren Metall-Objektive und die geringere Lichtstärke schon eine Hausnummer sind.

    In den nächsten Tagen möchte ich mir die Kamera aber auch mit dem neuen Fujinon 45mm/2.8 genauer ansehen, also ein modernes Objektiv gegen die alten Texas-Leica Objektive stellen und sehen, wieviel sich da im Objektivbau getan hat.

    Der Adapter scheint gelungen zu sein... alles funktionierte, wie es soll, keine Auffälligkeiten wegen Streulicht, mechanische Verbindung passt sauber und an den Objektiven ergab sich nicht einmal die Situation, den Verschluss neu spannen zu müssen, da man an das Zeitenrad des ZV nicht heranreichte bei der Fokusarbeit oder Blendenverstellung.

    Insofern betrachte ich die Herstellung des Adapters zunächst als beendet, obgleich ich noch eine Idee habe, wie ich die Justage der Bajonett-Endstücke künftig vereinfachen kann und keine Schrauben mehr durch die Bajonett-Platte hindurch einbringen muss.

    Darüber werde ich dann aber berichten, falls dieser Adapter tatsächlich mehr als nur einmal nachgefragt werden sollte.

    --- ENDE ---

    LG
    Henry
    Geändert von hinnerker (01.04.2019 um 16:48 Uhr)
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  12. #8
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    Vielen Dank für die klasse Dokumentation! Spannend finde ich noch den Vergleich zu Hasselblad und Neu-Objektiven

  13. Folgender Benutzer sagt "Danke", ropmann :


  14. #9
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Zitat Zitat von ropmann Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für die klasse Dokumentation! Spannend finde ich noch den Vergleich zu Hasselblad und Neu-Objektiven
    Hallo Roland,

    gern geschehen. Der Vergleich wird definitiv noch folgen, denn das interessiert mich auch brennend.

    Ich hoffe, die Mitlesenden mit den vielen technischen Details nicht "überfordert" zu haben, dachte mir aber es ist vielleicht für den einen oder anderen doch interessant, so eine Adapter-Entwicklung " Live mitzuverfolgen".

    Das digitale Mittelformat ist eine tolle Sache... auch wenn ich es bisher nur ganz kurz kennen gelernt habe durch die geliehene GFX 50s.
    Wenn nur der Preis nicht wäre...

    Zwar ist eine GFX 50R schon eine echte Option... speziell wenn man dann entsprechend gutes Glas für die Kamera aus den alten Tagen finden kann oder via anderer Adapter gutes Canon Glas nutzen kann.... so sind die Preissprünge von einer Canon 5Dsr oder wie die neueren DSLR heißen, inzwischen auch nicht mehr so groß, als das ein Umstieg extrem unterschiedliche Kosten verursachen würde.

    Es ist schon eine echte Option, wenn sich jemand im oberen DSLR Segment eine Kamera zulegen möchte. Die Kamera läßt sich auch auf KB zurückschalten, wie ich gesehen habe im Menü...

    Die 50 MPix der Kamera sind gut, da die Pixeldichte noch nicht so hoch ist und somit die Kamera auch gut für dunklere Szenen nutzbar ist ohne hohes Rauschen zu produzieren.

    Aber da gehe ich dann noch drauf ein, wenn ich die Kamera mit meinen gemachten Erfahrungen vorstellen werde. Das wird dann in den nächsten Tagen erfolgen, denn der Besitzer soll nicht allzu lange auf die Rückkehr seiner Kamera warten.

    LG
    Henry
    Canon EOS 5D MKII, 5D MKI, Canon 1D MK IV, Sony A7.. und viele, viele feine Objektive aus dem Altglas-Container..

    Bitte denkt bei geplanten Anschaffungen daran, dass Foto-Einkäufe in unserem Shop


  15. 2 Benutzer sagen "Danke", hinnerker :


  16. #10
    Ist oft mit dabei Avatar von gpz06
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    Hallo Henry,

    ich freue mich darauf von Dir zu lesen und zu sehen wie die GFX50s mit Deinen Hasselblad Objektiven funktioniert (vermutlich V-Mount).
    Die (noch) aktuellen 645 Hasselblad H-Mount Objektive stammen aus dem Hause Fuji. Hier bietet Fuji einen eigenen elektronischen H-Mount Adapter an. Der Adapter kann zusammen mit der GFX den Zentralverschluss der H-Mount Objektive - bis 1/800s - voll bedienen. Was das Blitzen in bestimmten Konstellation angenehmer macht.

    Für mich persönlich ist der Winkelsucher der GFX50s ein echtes Pfund in der Waagschale - ich mag den Sucher sehr gerne.

    Gruß Gerd und ich freue mich auf weitere Berichte.

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