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Thema: Rodenstock XR-Heligon 1.1/75mm

  1. #1
    Förderndes Mitglied Avatar von Helge
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    Standard Rodenstock XR-Heligon 1.1/75mm

    Hier kommt mal wieder die Vorstellung eines zweckentfremdeten und an die Sony A7 adaptierten Röntgenobjektivs:

    Das Rodenstock XR-Heligon 1:1,1 f=75mm

    Wie üblich muss man auch bei diesem Röntgenobjektiv etwas Kreatitivität aufbringen, um es fokussierbar an eine Digitalkamera zu bringen. Allerdings ist das Rodenstock 1.1/75 in dieser Hinsicht relativ harmlos. Ich musste an der Rücklinsenfassung gar nichts verändern und nur den hinteren Teil des Tubus um etwa einen Millimeter "verschlanken" um das Objektiv in einen fokussierbaren Adapter OM/NEX einsetzen zu können. Eine Fokussierung ist damit vom Makrobereich bis unendlich möglich. Allerdings wird der KB - Sensor nicht voll ausgeleuchtet, sondern es bleiben vignettierte Ecken unbelichtet.

    Ein paar technische Daten:
    Kameraseitiger Anschluss: nicht definiert, Durchmesser der Rücklinse ca. 30mm
    Gewicht incl. Adapter: ca. 870 g
    Gesamtlänge: ca. 99 mm
    Durchmesser Frontlinse: 69 mm
    Blende: f/1.1 nicht abblendbar
    Details zum optischen Aufbau unbekannt

    Name:  heligon75-14.JPG
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    Name:  heligon75-15.JPG
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Größe:  132,9 KB

    Hier erst mal ein unbeschnittenes und unkorrigiertes Bild am KB -Format, das den belichteten Bildkreis und das erhebliche Ausmaß der Randunschärfe und Verzeichnung zeigt:

    Name:  heligon75-16.JPG
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Größe:  164,5 KB

    Wenn man das Bild nachträglich entzerrt, bleiben auch etwas weniger große vignettierte Ecken übrig, aber ganz verschwinden sie nicht. So sieht das dann aus:

    Name:  heligon75-1.JPG
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Größe:  165,0 KB

    Diese Bearbeitung habe ich mir in LR als Objektivprofil für das Heligon 1.1/75 hinterlegt. Alle folgenden Bilder sind damit entzerrt.


    Im Makro-/Nahbereich ist die Vignettierung fast nicht mehr vorhanden. Allerdings scheint dort nicht unbedingt die Stärke des Objektivs zu liegen. Wobei sich natürlich grundsätzlich die Frage stellt, ob es sinnvoll ist, mit Blende 1.1 im Nahbereich zu fotografieren und bis auf einen halben Millimeter Schärfentiefe alles in Bokehbrei zu ertränken:

    Name:  heligon75-5.JPG
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Größe:  194,2 KB

    Vor allem intensives Koma ("Glühen") überzieht alle Kontrastkanten, die nicht absolut präzise im fokussierten Bereich liegen. Hier ist das ganz gut zu erkennen:

    Name:  heligon75-3.JPG
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    100%-Ausschnitt
    Name:  heligon75-17.JPG
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    Richtig interessant wird das XR-Heligon im mittleren Entfernungsbereich, für Portraits oder sogar eher noch Halbportraits. Da ist die Schärfe im mittleren Bildbereich völlig ausreichend für normale Bildschirmauflösungen und der Hintergrund kombiniert ein schönes, weiches Bokeh mit einem deutlichen aber nicht zu wilden Swirl in den Randbereichen:

    Name:  heligon75-6.JPG
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    Name:  heligon75-7.JPG
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    Name:  heligon75-8.JPG
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    Auf große Entfernungen (unendlich ist wie gesagt an der A7 erreichbar) ist ein nicht abblendbares so lichtstarkes Objektiv naturgemäß weniger interessant, zumal dann die Vignettierung auch immer deutlicher wird. Aber der Vollständigkeit halber auch davon ein Beispiel:

    Name:  heligon75-4.JPG
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    100%-Ausschnitt:
    Name:  heligon75-18.JPG
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    Überraschenderweise scheint das Objektiv eine relativ geringe Neigung zu Flares zu haben und kommt mit Gegenlichtsituationen ganz gut zurecht. Insofern nutze ich es ganz gerne auch bei Konzerten, um die ein oder andere stimmungsvolle Aufnahme auch bei ungünstiger Beleuchtung zu machen:

    Name:  heligon75-10.JPG
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    Name:  heligon75-9.JPG
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    Name:  heligon75-11.JPG
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    Name:  heligon75-12.JPG
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Größe:  169,4 KB


    Aufgrund der vergleichsweise leichten Adaptierbarkeit und der durchaus brauchbaren optischen Ergebnisse kann ich das XR-Heligon 1.1/75 insofern durchaus empfehlen als Einstieg in das Thema Röntgenobjektive für neugierige Bastler.


  2. #2
    Förderndes Mitglied Avatar von Helge
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    Standard

    Ein kleiner Vergleich noch als Ergänzung: In einem anderen Thread hatte ich das Meopta Stigmar 1.1/75 vorgestellt. Ebenfalls ein Röntgenobjektiv, gleiche Brennweite, gleiche Blende, auf den ersten Blick sehr ähnliches Erscheinungsbild. Sogar das Außengewinde im vorderen Bereich ist identisch, so dass ich die Streulichtblende des Stigmar auch am XR-Heligon verwenden kann. Da liegt die Vermutung nahe, dass es sich um ähnliche oder sogar identische optische Systeme handeln könnte.

    Name:  heligon75-13.JPG
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    Das kann ich aber schon nach den ersten Eindrücken definitiv ausschließen. Erstens hat das Stigmar eine plane Hinterlinse, während das Heligon eine konkave Rücklinse aufweist - aus meiner Sicht ein Pluspunkt, da plane Rücklinsen häufig zu Problemen mit Reflexionen zwischen Sensor und Linse führen. Zweitens ist das Erscheinungsbild hinter der Schärfeebene (Bokeh) grundverschieden. Während das Heligon einen leichten Swirl aufweist, streben die Highlights des Stigmar auf sehr charakteristische und bizarre Weise nach außen in die Ecken und sind teilweise zu kuriosen Formen verzerrt. Hier zwei Vergleichsaufnahmen, die das zeigen:

    Rodenstock Heligon:
    Name:  heligon75-2.JPG
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    Meopta Stigmar:
    Name:  stigmar75-1.JPG
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  3. #3
    Ist oft mit dabei Avatar von mhiller
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    They call him Mr. x-Ray!

  4. 3 Benutzer sagen "Danke", mhiller :


  5. #4
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    Wieder eine sehr interessante Vorstellung!

    Das Objektiv scheint es in mindestens 3 verschiedenen Gehäuseformen zu geben.

    Vom Bildeindruck gefällt es mir deutlich besser als das Stigmar.

    Ich finde die x-ray Linsen auch sehr interessant aber das Fotografieren damit ist echt eine Herausforderung vor alle, wegen dem Gewicht.

    Gruß Jürgen

  6. Folgender Benutzer sagt "Danke", gdh1 :


  7. #5
    Fleissiger Poster Avatar von Hias
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    @Helge

    Hab heute erst Deine Bilder mit den Röntgenobjektiven gesehen, v.a. mit dem XR-Heliogon 1.1/75mm. Finde Sie teilweise grandios. Bei Dir ist wirklich egal, wie komisch das Objektiv ist, Du machst irgendwie mit allem tolle Bilder .

    Gruß Hias

  8. 2 Benutzer sagen "Danke", Hias :


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