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Thema: Leica M3 analoge Infrarotfotografie

  1. #1
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    Standard Leica M3 analoge Infrarotfotografie

    Hallo zusammen,

    ich würde gerne mit meiner M3 (mit Summaron 3.5/35mm) infrarot fotografieren.

    Ich bin in dieser Hinsicht ein ABSOLUTER LAIE! Überall finde ich Tipps und tolle Umbauanleitungen zur infraroten Digitalfotografie, leider habe ich bislang nichts zu analoger Infrarotfotografie gefunden.

    Neben einem infarotemfpindlichen Film benötige ich ja auch einen guten Filter.

    Als Film hat mein Händler für mich den Rollei Infrared 120 bestellt. Er hat mir als Filter entweder den Heliopan RG 715 oder 695 empfohlen.

    Habt Ihr weitere Ideen zu (anderen) Filmen und Filtern? Ich bin für jeden Hinweis dankbar! :-)
    Herzlichst,
    Stefan


  2. #2
    Spitzenkommentierer Avatar von Waldschrat
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    Meine letzten Erfahrungen mit analoger IR-Fotografie sind jetzt leider schon ca. 12 Jahre alt.
    Hatte mich ca. 2005 gerade in den Umkehr-Entwicklungs-Prozess (brilliante SW-Dias!) des
    Kodak HIE eingearbeitet, da nahm Kodak seinen legendären IR-Film vom Markt.



    Ganz allgemein bringt Dir ein IR-Filter mit tiefer liegender Filterflanke (längerer cutoff-Wellenlänge) den stärkeren IR-Effekt.
    Du musst aber schauen, ob die Sensibilisierung des Filmes da überhaupt noch mitkommt! Darum ein Blick ins Datenblatt:
    https://s3-eu-central-1.amazonaws.co...tenblatt_d.pdf
    Aus der Sensibilisierungkurve (Seite 2 links oben) wird klar, dass der Film bei einem IR-Filter mit 750nm noch eine gewisse
    Restempfindlichkeit entfaltet, wobei die Belichtungszeiten sehr deutlich länger sein dürften, als bei Einsatz eines 715nm-Filters.
    Bei einem 780nm-Filter wäre dann beim Rollei IR aber so langsam "der Ofen aus".
    Als bekennender Stativ-Fotograf und Jemand, der gerne an den Limits des Machbaren kratzt, würde ich nach Anblick der
    spektralen Empfindlichkeit mich auf die Verwendung eines 750nm-Filters "einschießen". Die Filterempfehlungen Deines Händlers
    funktionieren selbstverständlich, sind aber "konservativ" angesetzt, führen zu deutlich kürzeren Belichtungszeiten, aber etwas weniger krassem IR-Effekt.


    Herzlicher Gruß, und lass uns teilhaben!


    PS: Kennste diesen DCC-Faden schon?
    http://www.digicamclub.de/showthread.php?t=16198

  3. 2 Benutzer sagen "Danke", Waldschrat :


  4. #3
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    Super, danke!

    Mein Händler sagte exakt das gleiche! Er hat mir deshalb zunächst zum 695er geraten. Nach dem Motto: "Die Bilder sind da noch nicht so krass."

    Ich denke, ich werde nicht um mehrere Filter herumkommen, um je nach Film und Motiv auch experimentieren zu können.

    Ohnehin sind Belichtungsreihen unvermeidlich, will man Erfahrungen sammeln, aus denen man Lehren ziehen kann.

    Ich bin aber sehr erleichtert, dass neben diesen Faktoren jetzt nicht noch mehr technische Dinge (der "Hardware") zusammenkommen, die ich bedenken muss. Es liegt halt mehr Verantwortung beim Menschen, aber das gefällt mir ja am analogen Fotografieren mit so einer alten Kamera ohnehin sehr.

    Klar laß ich Euch hier teilhaben. Wird halt leider noch etwas dauern mit den Bildern. Den Thread kenne ich, aber jedesmal wenn ich auf eine der Seiten gehe, lese ich was zu umgebauten digitalen Kameras und damit zusammenhängenden Aspekten. Gibt es (noch) keinen reinen analiogen Thread zu diesem Thema?

    Danke!
    Herzlichst,
    Stefan


  5. Folgender Benutzer sagt "Danke", Lux Optima :


  6. #4
    Hardcore-Poster Avatar von Kabraxis
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    Moin

    Ohnehin sind Belichtungsreihen unvermeidlich, will man Erfahrungen sammeln, aus denen man Lehren ziehen kann.
    Ein Problem was schnell zu einer gewissen Frustration führen kann, ist das du nur Indizien im Bezug auf die Lichtsituation mit den Augen erfassen kannst.
    Vor allen der fehlende Kontrast kann dir zu schaffen machen. Mein Tipp, am besten kommen die IR Bilder wenn die Sonne direkt (auch tief, gerade tief) strahlen kann. Dabei ist die Intensität egal.
    Hauptsache ist das der Himmel nicht komplett bedeckt ist. Falls dieses der Fall sein sollte ist der Kontrast sehr schwach und der "typische" schwarze (dunklere) Himmel fehlt auch noch.

    Was man einem Änfänger im IR Bereich auch immer noch mitgeben kann ist, das im IR Bereich die Bilder bei Offenblende schärfer werden. Die Beugung nimmt abgeblendet sehr stark zu.
    Bei Blende 8 sollte spätestens die Grenze sein. Die Tiefenschärfe ist dort noch nicht so ausgeprägt und verlangt einen guten Fokus (was nicht ganz so einfach ist). Eine Abhilfe können Weitwinkelobjektive sein.
    Hohe Tiefenschärfe, kurze Brennweite und meist mit IR Index. Wenn der IR Index fehlt immer ein wenig weiter in die Nähe fokussieren, das reicht für Film aus.

    LG Pascal
    Aktuell: Der Leitfaden für Grossformat im Format 4x5
    w
    ww.pascalstingl.ch besucht mich doch mal...
    www.flickr.com/photos/kabraxis/ Flickr

    Altglas Phase ? Alle abgeschlossen ! Ich fange dann mal wieder von vorne an ;-)

  7. 2 Benutzer sagen "Danke", Kabraxis :


  8. #5
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    Danke, Pascal!

    Das sind tolle Tipps, die mir hinsichtlich meiner Praxis sehr zusagen. Ich bin eine Nachteule und gehe sehr, sehr spät raus, um zu fotografieren. So gut wie nie vor 14 Uhr. Aber eigentlich ist Abendsonne mein Licht! :-)

    Und ich liebe die Offenblende! Bei meinem Summilux 50mm habe ich noch die Zwischenschritte. Ich blende normalerweise max. bis 5.6 ab. Ich habe bewusst noch nie bis 8 abgeblendet mit diesem Objektiv. 90% nutze ich Offenblende inkl. ganz geringen Abblendungen. Alternativ habe ich noch das 35mm, da fehlen mir aber noch Erfahrungswerte. Den Toleranzbereich bis 8 werde ich - wenn überhaupt - wohl eher mit dem WW ausnutzen, denke ich.

    Ich bin wirklich recht frustrationsresistent, was Fotografie angeht. Bei jedem mißlungenen Bild analysiere ich, was falsch gelaufen ist und merke es mir als Aufgabe fürs nächste Mal. Das wird dann ein paar Mal wiederholt. Wenn eine Sache partout nicht geht, schaue ich mal, ob es mit einem anderen Objektiv/Filter/Film etc. besser geht.

    Aber eigentlich geniesse ich es, dass jedes Material klare Schwächen hat, die einen zu einem bewussten Umgang mit ihm zwingen. Das Spektrum des "Machbaren" auszureizen, ist Belohnung genug.
    Herzlichst,
    Stefan


  9. Folgender Benutzer sagt "Danke", Lux Optima :


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