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Thema: Elektronische Verschlußzeiten

  1. #1
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    Standard Elektronische Verschlußzeiten

    Ich mache gerne Bilder in Museen oder Kirchen, soweit dies dort erlaubt ist.
    Allerdings habe ich bei meiner CANON EOS 6 das Problem, dass das Geräusch des Verschlußes und insbesondere der solide Spiegelschlag mich immer wieder abgehalten haben in Situationen mit anderen Besuchern zu fotografieren. Dieses Klack, Klack ... ist oftmals in stillen Kirchen oder Museen nur zu gut zu hören. Ansonsten ist die CANON EOS 6 mit ihrem 20 MP Sensor sehr gut geeignet für solche Bilder mit meist sehr hohen ISO Werten.

    Als ich mir letztes Jahr endlich die spiegellose CANON EOS R 6 II gekauft habe, hatte ich zuvorderst das nun geringe Auflagemaß im Blick und habe ich gefreut endlich auch mal meine Exoten wie z.B. das Apo Rodagon 50 mm bei oo zu verwenden. Die Möglichkeit, dass die CANON EOS R 6 II beim fotografieren auch die Verschusszeiten rein elektronisch bilden kann, also ohne jedwelche Bewegungen des Verschlußes, habe ich nicht erkannt. Das Benutzer Handbuch hat über 1000 Seiten.

    Nachdem ich dann nach einiger Zeit bemerkte es gibt einen geräuschlosen Verschluss und bei meinen ersten völlig geräuschlos aufgenommenen Bildern nicht wußte ob die Kamera überhaupt ausgelöst hat, habe ich im Menü der Kamera festgestellt, man kann ein kaum hörbares Klack zuschalten.

    Inzwischen mache ich nahezu alle Bilder mit den elektronisch gebildeten Verschlußzeiten der CANON EOS R 6 II und ärgere mich etwas über mich, dieses Ausstattungs Merkmal nicht schon beim Kauf der Kamera erkannt zu haben, der Entscheid zum Kauf wäre damals dann schon früher gefallen.

    Bild am Comer See, Chiesa dei Santi Nazaro e Celso mit CANON EOS R 6 II und Tamron SP 15-30mm f2,8 G2 bei 15mm f 6,3
    948A090807.jpg




    Comer See, Villa Monastro, Kamera wie vor mit CANON EF 24-70mm f2,8 II bei 24mm f5,0
    948A097507.jpg




    Comer See, Villa Carlotta, Kamera und Objektiv wie vor bei 24mm f7,1
    948A161207.jpg



    VG Ulrich

  2. 5 Benutzer sagen "Danke", CanRoda :


  3. #2
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    Schöne Bilder, Ulrich!

    Auch ich verwende an meinen Sony A7 den elektronischen Verschluss, stolpere allerdings immer mal wieder, wenn Kunstlicht im Spiel ist. Wenn ich da vergesse, auf den mechanischen Verschluss umzuschalten, ergeben sich oft hässliche Streifen durch das zeilenweise Auslesen der Pixel.

  4. Folgender Benutzer sagt "Danke", PeterWa :


  5. #3
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    Zitat Zitat von PeterWa Beitrag anzeigen
    Schöne Bilder, Ulrich!

    Auch ich verwende an meinen Sony A7 den elektronischen Verschluss, stolpere allerdings immer mal wieder, wenn Kunstlicht im Spiel ist. Wenn ich da vergesse, auf den mechanischen Verschluss umzuschalten, ergeben sich oft hässliche Streifen durch das zeilenweise Auslesen der Pixel.
    Besten Dank für den Hinweis mit den Streifen bei Kunstlicht!
    Ich hatte das schon mal aber war mir nicht sicher woher das kommt. Ich steige nun mal ins Manual der R 6II ein, damit ich die Rückstellung auf mechanischen Verschluss dann auch hin bekomme wenns Streifen gibt.

    VG Ulrich

  6. #4
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    Die Streifen, bekannt und ‚beliebt‘ als Banding, entstehen weil das Licht von (gepulsten) LEDs oder Leuchtstoffröhren mit der Netzfrequenz (bei uns 50Hz) oszilliert. Bei kurzen Belichtungszeiten erfassen Teile des Kamerasensors bei Nutzung des elektronischen Verschlusses wegen seiner langsamen Auslesung dann das Licht in dem Moment wo die Lichtquelle gerade einen Nulldurchgang hat, also dunkler wird.


    Der mechanische Verschluss alleine ist auch nur eine Teillösung. Bei sehr kurzen Verschlusszeiten (bei mir so etwa ab 1/500 Sekunde) sind beide Vorhänge des Verschlusses dann auch wieder nicht gleichzeitig völlig offen, sondern bilden einen schmalen Spalt, der über den Sensor wandert. Dann gibt es auch da Streifen.

    Um auch dieses Problem zu reduzieren, hat meine Sony eine extra "Anti-Flicker"-Funktion in den Einstellungen. Kann sein, dass die Canon auch sowas hat, aber ich weiß es nicht, weil ich beim Übergang zu spiegellos von Canon auf Sony umgestiegen bin wegen Canons restriktivem Umgang mit der Nutzung von Fremdanbieter-Objektiven beim RF-Mount.

    Gruß
    Michael

  7. Folgender Benutzer sagt "Danke", MWB :


  8. #5
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    Zitat Zitat von MWB Beitrag anzeigen
    Die Streifen, bekannt und ‚beliebt‘ als Banding, entstehen weil das Licht von (gepulsten) LEDs oder Leuchtstoffröhren mit der Netzfrequenz (bei uns 50Hz) oszilliert. Bei kurzen Belichtungszeiten erfassen Teile des Kamerasensors bei Nutzung des elektronischen Verschlusses wegen seiner langsamen Auslesung dann das Licht in dem Moment wo die Lichtquelle gerade einen Nulldurchgang hat, also dunkler wird.


    Der mechanische Verschluss alleine ist auch nur eine Teillösung. Bei sehr kurzen Verschlusszeiten (bei mir so etwa ab 1/500 Sekunde) sind beide Vorhänge des Verschlusses dann auch wieder nicht gleichzeitig völlig offen, sondern bilden einen schmalen Spalt, der über den Sensor wandert. Dann gibt es auch da Streifen.

    Um auch dieses Problem zu reduzieren, hat meine Sony eine extra "Anti-Flicker"-Funktion in den Einstellungen. Kann sein, dass die Canon auch sowas hat, aber ich weiß es nicht, weil ich beim Übergang zu spiegellos von Canon auf Sony umgestiegen bin wegen Canons restriktivem Umgang mit der Nutzung von Fremdanbieter-Objektiven beim RF-Mount.

    Gruß
    Michael
    Ja, gemäß dem CANON Handbuch gibt es für die EOS R 6 II auch so eine Funktion um die Streifen zu vermeiden, ausprobiert habe ich das noch nicht. Das Verstehen all der neuen Funktionen und geradezu überbordenden Funktionen der neuen Kameras sind für mich herausfordernd aber spannend zugleich.

    Bezüglich Fremdanbieter Objektive und RF -Mount bin ich mit der Blockade durch Canon auch sehr unzufrieden und überlege mir schon derzeit ernsthaft einen Umstieg auf Sony.

    Nicht so sehr begeistert mich gerade auch bei CANON RF, dass zahlreiche für mich interessante L-Objektive von CANON irgendwie nicht das drin haben was ich erwarte. Ihre Abbildungsleistung wird in weiten Bereichen der Verzeichnung und Randabschattung allein durch extreme rechnerische Nachbearbeitung in der Kamera auf ein Niveau gebracht das ein akzeptables sichtbares Bild zeigt und dazu sind besonders diese L-Objektive oft auch noch vergleichsweise hochpreisiger. Ich würde meinen, man bezahlt hier für die Programmierung des elektronischen Override damit eine ansehbare Abbildung möglich wird und nicht mehr für die Qualität der Optik im seitherigen Sinne und dann noch die Blockade, das ist nicht gut.

    VG Ulrich

  9. Folgender Benutzer sagt "Danke", CanRoda :

    MWB

  10. #6
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    Zitat Zitat von CanRoda Beitrag anzeigen
    ... Ihre Abbildungsleistung wird in weiten Bereichen der Verzeichnung und Randabschattung allein durch extreme rechnerische Nachbearbeitung in der Kamera auf ein Niveau gebracht das ein akzeptables sichtbares Bild zeigt ...

    VG Ulrich
    Hallo Ulrich,
    Vorschlag: Damit wir diesen Faden nicht mit einem off-Topic Thema kapern, hast Du Lust einen eigenen Thread dazu zu eröffnen? Fände ich spannend.

    Vorab schon mal: Der Trend nimmt zu, ist aber wohl unvermeidlich weil der Markt laut manchen Herstellern kleinere und leichtere Objektive will. Und das scheint offenbar nur über - auch bereits in die RAWs eingebettete - Korrekturen gehen, wenn man Gewicht und Glas einsparen will für mehr "Tragekomfort". Auch ein Grund warum ich die verbliebenen Perlen meiner EF-Objektive weiter per Metabones- Adapter an der Sony nutze - z.B. sehe ich bis heute keinen Grund, warum ich das tolle EF 70-200/2,8 ii ersetzen sollte, das seiner Zeit weit voraus war ... auch wenn der Autofokus (zumindest mit meinem Metabones-Adapter) etwas langsamer geworden ist.

  11. Folgender Benutzer sagt "Danke", MWB :


  12. #7
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    Wer diesem Problem entgehen will, muss eine Sony A9 III mit Global Shutter benutzen. Einfach schon mal den Bankberater vorwarnen.

  13. Folgender Benutzer sagt "Danke", Bessamatic :


  14. #8
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    Zitat Zitat von MWB Beitrag anzeigen
    Hallo Ulrich,
    Vorschlag: Damit wir diesen Faden nicht mit einem off-Topic Thema kapern, hast Du Lust einen eigenen Thread dazu zu eröffnen? Fände ich spannend.

    Vorab schon mal: Der Trend nimmt zu, ist aber wohl unvermeidlich weil der Markt laut manchen Herstellern kleinere und leichtere Objektive will. Und das scheint offenbar nur über - auch bereits in die RAWs eingebettete - Korrekturen gehen, wenn man Gewicht und Glas einsparen will für mehr "Tragekomfort". Auch ein Grund warum ich die verbliebenen Perlen meiner EF-Objektive weiter per Metabones- Adapter an der Sony nutze - z.B. sehe ich bis heute keinen Grund, warum ich das tolle EF 70-200/2,8 ii ersetzen sollte, das seiner Zeit weit voraus war ... auch wenn der Autofokus (zumindest mit meinem Metabones-Adapter) etwas langsamer geworden ist.
    Mein Dank für deinen Vorschlag. Mehr als du zum Thema Korrekturen dargelegt hast kann ich auch nicht beitragen. Ob da ein besonderer Thread mehr bringt kann ich nicht beurteilen. Aber ich sehe das auch so wie du und bin zumindest vorerst fest beim EF Anschluß. Nur eben reizen würde es mich schon wenn CANON den Weg z.B. zu einem Sigma 14mm f1,4 öffnen würde ich kanns nicht so recht glauben, dass das neue leichte CANON RF 14mm f1,4 L vergleichbar ist, ja es ist wesentlich teurer, warum auch immer?

    VG Ulrich

  15. Folgender Benutzer sagt "Danke", CanRoda :

    MWB

  16. #9
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    Zitat Zitat von Bessamatic Beitrag anzeigen
    Wer diesem Problem entgehen will, muss eine Sony A9 III mit Global Shutter benutzen. Einfach schon mal den Bankberater vorwarnen.
    Ich habe schnell mal nachgesehen, die A9 III ist wohl für den Profi ihren Preis wert. Für meine sehr überschaubaren Motive zu gut. Ein mechanischer Verschluss ist soweit ich das richtig verstanden habe nicht mehr verbaut und klappert somit nach 400 000 Aufnahmen auch nicht .

    VG Ulrich

  17. #10
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    Zitat Zitat von CanRoda Beitrag anzeigen
    Ich habe schnell mal nachgesehen, die A9 III ist wohl für den Profi ihren Preis wert. Für meine sehr überschaubaren Motive zu gut. ...
    VG Ulrich
    Auch außerhalb meiner finanziellen Reichweite, aber schade ist es schon.
    Besonders ärgerlich ist das beim Fotografieren auf Bühnen, wo mit billigeren RGB-LED-Leuchten gearbeitet wird, die PWM nutzen. Solche Leuchten erzeugen Licht mit anpassbarer Farbtemperatur durch additive Mischung von rotem, grünem und blauem Licht. Dabei wird die Intensität jeder Farbe durch Pulsweitenmodulation (PWM) gesteuert, also durch entsprechend schnelles, fürs Auge nicht wahrnehmbares Ein- und Ausschalten. Für den Bühnenbildner eine tolle Sache, für den Fotografen kann es zum Alptraum werden. Ist mir einmal passiert und weil die Bilder unwiederbringlich waren blieb mir nichts anderes übrig als wenigstens in ein paar davon die Streifen per Photoshop zu entfernen. Nie wieder, das ist eine Arbeit für jemanden der Vater und Mutter ermordet hat . Seitdem hoffe ich, dass es irgendwann mal eine bezahlbare Kamera mit Global Shutter geben wird.

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