Ergebnis 1 bis 9 von 9

Thema: AF 2,8/105 micro

  1. #1
    Ist noch neu hier
    Registriert seit
    27.06.2025
    Beiträge
    27
    Danke abgeben
    0
    Erhielt 61 Danke für 14 Beiträge

    Standard AF 2,8/105 micro

    Hallo,

    wie ich schon einmal erwähnte habe ich zwei Wohnsitze. Dadurch bedingt habe ich meine Fotoausrüstung aufgeteilt um nicht immer alles von A nach B und wieder zurück schleppen zu müssen. Am Ort B habe ich nun eine Notausrüstung für Nahaufnahmen. Eine Nikon D300 und das alte Nikon AF 2,8/105 mm micro. Normalerweise benutze ich ein modernes 2,8/90 mm auf einer spiegellosen Systemkamera (Kleinbild) sowie meine beiden Lieblinge Olympus OM 4,5/135 mm und 4,0/80 mm. Damit sind aus technischer Sicht extrem hochwertige Nahaufnahmen möglich.

    Und hier nun mein Problem: seit letzter Woche habe ich einige kleine grüne Mitbewohner welche ich gerne ablichten möchte. Sie sind ca. 2 mm groß und sollen demnächst gekillt werden. Mein erster Versuch ging mit der Nikon voll in die Hose. Eigentlich bin ich hinsichtlich Nah- und Makrofotografie sehr erfahren. Das Nikon Makroobjektiv habe ich schon lange, benutze es aber so gut wie nie, weil es eine regelrechte Fehlkonstruktion ist, Im Bereich Unendlich ist es super stark, je näher man damit kommt, umso schwächer wird es (Farbsäume, Schärfe). Und jetzt kommt es, ich meine nach mehr als 30 Jahren erkannt zu haben, daß es eine massive Schärfeverschiebung bei 1:1 hat. Wenn ich mit dem live-view bei offener Blende einstelle und dann leicht abblende (1 bis 2 Blenden) sind alle Fotos unscharf. Ich glaube nicht, dass ich Fehler machte bzw. die Blumen mit den Blattläusen während der Aufnahmen leicht wackelte. Auch dass die Beugung so stark schon sichtbar ist verneine ich.

    Ich bin mir nicht sicher, neuerdings habe ich – weil ich wie gesagt nicht immer alles von A nach B schleppen möchte – einen zweiten Einstellschlitten gekauft. Dieser ist nicht das Gelbe vom Ei. Ich habe an der falschen Stelle gespart. Der neue Schlitten von Sirui ist allenfalls zweite Wahl. Sobald man ihn feststellt verzieht er die Schärfe. Folglich habe ich ihn nie ganz festgestellt. Vielleicht liegt mein Ergebnis daran? Ich glaube das nicht, möchte es aber auch nicht ausschließen. Zwischenfazit: wer beim Kauf eines Einstellschlittens geizt spart am falschen Ende. Gute Einstellschlitten sind extrem teuer, aber ihr Geld in der Praxis wert. Sie erleichtern die Einstellarbeit ungemein.

    Fazit: alle meine Fotos zeigen bei offener Blende dass ich exakt einstellte. Alle Bilder, bei welchen ich leicht abgeblendet habe, sind unscharf. Ich habe den Eindruck, die Schärfe liegt hinter dem Motiv. Wer hat ähnliche Erfahrung mit dem alten Nikon AF 2,8/105 mm micro gemacht? Wie gesagt, mit meinen drei anderen Objektiven, welche ich seit Jahrzehnten verwende, kenne ich diese Erscheinungen nicht. Das Nikon habe ich vom ersten Tag an nicht gemocht und deshalb so gut wie nie benutzt; zumindest nicht für Nahaufnahmen. Es mitzunehmen war ein Fehler – ich sollte es still und leise entsorgen.

  2. #2
    Spitzenkommentierer Avatar von waldbeutler
    Registriert seit
    17.09.2019
    Ort
    Kutzenhausen
    Alter
    70
    Beiträge
    1.123
    Danke abgeben
    1.459
    Erhielt 2.079 Danke für 724 Beiträge

    Standard

    Hallo und schönen ersten Mai!

    Ich verstehe nicht ganz - verwendest du das AF 105/2.8 Micro Nikkor direkt an der D300 oder schaltest du etwa einen Makro-Einstellschlitten dazwischen?
    Wenn letzteres, brauchst du dich nicht über Abbildungsfehler wundern, weil das Objektiv beim fokussieren von oo bis Abbildungsmaßstab 1:1 die Abstände der einzelnen Linsengruppen seines Linsensatzes zueinander verändert, damit die Bildebene plan bleibt und die Abbildungsschärfe nicht nachlässt, wenn es direkt an das Kamerabajonett montiert ist. Höhere Abbildungsmaßstäbe durch eine Vergrößerung des Abstandes hinteres Objektiv-Ende zum Bildsensor der Kamera verschlechtern die Abbildungsleistung, da der Linsensatz nicht dafür ausgelegt wurde.
    Wenn ersteres, ist etwas im Objektiv defekt - ich wüsste ad hoc allerdings nicht, was.
    Gruß, Michael

  3. Folgender Benutzer sagt "Danke", waldbeutler :


  4. #3
    Ist noch neu hier
    Registriert seit
    27.06.2025
    Beiträge
    27
    Danke abgeben
    0
    Erhielt 61 Danke für 14 Beiträge

    Standard

    Hallo Michael,

    ich verwende das Objektiv direkt an der Kamera. Das von mir beschriebene Phänomen nennt sich Fokusverlagerung oder neudeutsch focus shift:

    Das Objektiv ist nicht defekt, es ist eine Fehlkonstruktion!

    Darum noch einmal meine Frage: wer kennt das Problem bei seinem Makroobjektiv, hier Nikon, auch? Bisher, bei meinen beiden Objektiven von Olympus, ist mir das nicht aufgefallen. Die Uraltrechnungen funktionieren diesbezüglich fehlerfrei. Sie haben auch weniger Farbfehler und sind allgemein im Nahbereich schärfer.

    Das Nikon ist für super präzise Makroaufnahmen von Blattläusen unbrauchbar. Was nützt es mir, wenn ich exakt auf die Augen der Winzlinge scharfstelle, und die Bilder nach leichtem Abblenden unscharf sind, weil die Schärfe auf den hinteren Beinen liegt und nicht mehr auf den Augen? Einverstanden, das ist nicht einmal eine Verschiebung von 0,25 mm. Aber sichtbar, ärgerlich und somit nicht akzeptabel.

  5. #4
    Kennt sich aus
    Registriert seit
    20.11.2013
    Beiträge
    72
    Danke abgeben
    142
    Erhielt 90 Danke für 39 Beiträge

    Standard

    Zitat Zitat von Hans Dampf Beitrag anzeigen

    Das Objektiv ist nicht defekt, es ist eine Fehlkonstruktion!
    Ich verwende meines seit Jahrzehnten und kann deine Probleme nicht nachvollziehen. In diversen Tests hat es immer recht vernünftig abgeschnitten. Ich vermute es liegt am Einstellschlitten. Wäre es eine Fehlkonstruktion, wäre das in der Fotoszene ja bekannt. Es wurde 15 Jahre lang gebaut, zunächst als AF, später als AF-D. 2006 wurde es vom 105/2.8 G Micro IF-ED VR abgelöst.

    The Micro-Nikkor AF 105mm f/2.8 D may be a relatively old lens but it is still capable to deliver excellent results. Optically it is a near-flawless lens with high resolution figures, low vignetting, low CAs and non-existent distortions. The mechanical quality is very high but it also feels a little dated here with its independent AF-MF switch.

    https://www.photozone.de/nikon--nikk...t?start=1Nikon is big in the microscope and scientific world. They don't mess around when it comes to macro lenses! This baby is just about perfect optically and pretty well made mechanically for an AF lens.

    https://www.kenrockwell.com/nikon/105af.htm


    The 105mm f/2.8 Micro-Nikkor is one of our personal favorites. It’s on the big and clunky side, and doesn’t focus terribly quickly (it depends on the focus motor in the camera body, rather than on a fast “Silent Wave” motor in the lens itself, but its optical characteristics are just so good that we can forgive its minor shortcomings.....this is the lens that we use for all our resolution tests of Nikon-mount digital SLRs.

    https://www.imaging-resource.com/len...-micro-nikkor/

  6. #5
    Spitzenkommentierer
    Registriert seit
    04.02.2019
    Beiträge
    2.409
    Danke abgeben
    603
    Erhielt 5.301 Danke für 1.537 Beiträge

    Standard

    Ich selber habe das Nikon AF Micro-Nikkor 105mm f/2.8 FX an der Nikon D750 im Einsatz und keinen Grund zur Klage:
    https://www.digicamclub.de/showthrea...l=1#post314436

    Vielleicht mal den AF für das Objektiv kalibrieren?

  7. #6
    Ist noch neu hier
    Registriert seit
    27.06.2025
    Beiträge
    27
    Danke abgeben
    0
    Erhielt 61 Danke für 14 Beiträge

    Standard

    na, dann scheint meine Erfahrung lediglich durch die KI (chatgpt und google) bestätigt zu werden. Sie sagt, ich zitiere:

    "Ansonsten ist das 105mm der ersten Generation bei 1:1 leider bekannt dafür, dass die sphärische Aberration so stark ist, dass der Fokuspunkt beim Abblenden schlicht "wandert"."

    Seid mir bitte nicht böse, meiner jahrzehntelangen Erfahrung mit Nahaufnahmen gepaart mit der völlig neutralen KI vertraue ich hier deutlich mehr als Euren Aussagen. Es geht zwar wahscheinlich nur um einen Bereich von ca. 0,1 mm bis 0,2 mm, aber denau das sieht man wenn man Blattläuse fotografiert.

    Fazit: das Objektiv ärgert mich nicht länger, es ist inzwischen in der Mülltonne!

  8. Folgender Benutzer sagt "Danke", Hans Dampf :


  9. #7
    Kennt sich aus
    Registriert seit
    20.11.2013
    Beiträge
    72
    Danke abgeben
    142
    Erhielt 90 Danke für 39 Beiträge

    Standard

    Dass spiegellose Kameras zum fokussieren abblenden, könnte ein Grund sein, warum die Olympus das Problem nicht hat.

  10. Folgender Benutzer sagt "Danke", Stefan_N :


  11. #8
    Spitzenkommentierer
    Registriert seit
    04.02.2019
    Beiträge
    2.409
    Danke abgeben
    603
    Erhielt 5.301 Danke für 1.537 Beiträge

    Standard

    Zitat Zitat von Hans Dampf Beitrag anzeigen
    Fazit: das Objektiv ärgert mich nicht länger, es ist inzwischen in der Mülltonne!
    War das nicht etwas vorschnell? Aktuelle Preise für verkaufte Auktionen auf eBay liegen so grob zwischen 100 und 200 EUR.

  12. 2 Benutzer sagen "Danke", Bessamatic :


  13. #9
    Ist noch neu hier
    Registriert seit
    27.06.2025
    Beiträge
    27
    Danke abgeben
    0
    Erhielt 61 Danke für 14 Beiträge

    Standard

    Zitat Zitat von Bessamatic Beitrag anzeigen
    War das nicht etwas vorschnell? Aktuelle Preise für verkaufte Auktionen auf eBay liegen so grob zwischen 100 und 200 EUR.
    Ich würde mich schämen jemanden einen solchen Schrott zu verkaufen - ein Makroobjektiv welches für Nahaufnahmen nur bedingt brauchbar ist möchte ich niemanden andrehen. So viel Ehre erwarte ich von mir.

  14. Folgender Benutzer sagt "Danke", Hans Dampf :


Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •