Ein mehr als seltsames (Projektions-)Objektiv, das Zeiss Ikon Bambinox 2/100, je nachdem wie man es sieht eine 4/3 Ernostar Variante, oder - weil es scheint, dass ein zusätzliches LInsenelement in den entsprechenden Projektor-Vorsätzen mit einberechnet wurde - eine 5/3 Konstruktion. Da die Abbildungsleistung mit dem zusätzlichen Element zwar besser korrigiert scheint, aber sehr uninteressant, habe ich mich dafür entschieden das Objektiv mit seinen deutlichen Fehlern lieber in der ersten genannten Variante zu verwenden. Ich persönlich finde die Ergebnisse sehr interessant.
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Der Bildkreis ist sehr groß (6x6 cm) aber was davon scharf ist, durch das fehlende Korrekturelement extrem beschränkt. Wirklich faszinierend. Falls jemand weiß wer das Objektiv gebaut haben könnte, freue ich mich auf Hinweise. Ich persönlich denke, dass es sich vielleicht um Ernemann oder eine der Produzenten hinter ICA handelt.
Vermutung: "Bambinox" könnte was mit Askania oder deren Vorgängerbetrieb ("Carl Bambergs Werkstätten für Präzisions-Mechanik und Optik") zu tun haben, Geschäftsführer war Paul Adolf Bamberg, Gründer sein Vater Carl Bamberg. Die haben in der Zwischenkriegszeit u.a. Projektoren und Projektionsoptiken unter eigenem Namen hergestellt, vielleicht auch als Zulieferer für die Zeiss-Ikon.
Könntest Du bitte mal ein Bild von dem Objektiv zeigen? Danke![]()
Natürlich, schaut allerdings nicht besonders aus... wie ein Kino-Projektionsobjektiv, obwohl es das eher nicht war. Nur ein (überraschend lichtstarkes) Objektiv für "Lichtstreifen", also stehende Projektion.
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Danke! Ja, für Portraits mit Sicherheit interessant. Leider nur für Einzelportraits meiner bisherigen Erfahrung nach. Aber dafür (trotz der nicht übermäßig lichtstarken f/2 Marke) auch auf relativ große Distanz zu verwenden.
Vielen Dank für den Hinweis und die durchaus nachvollziehbare Vermutung. Der Name des Objektivs kommt vermutlich von dem des Projektors, namens "Bambino III" auf dem es verwendet wurde. Natürlich ist es denkbar, dass dieser Name (wurde erstmals von ICA verwendet) auf den erwähnten Paul Adolf Bamberg zurückgeht. Aber ich konnte bisher zumindest nichts finden was darauf hinweist. "Bambino" ist ja als italienisches Wort für Kind nicht unüblich für Projektoren, wenn man an die Namens des franz. Herstellers Pathe wie "Baby" oder "Kid" denkt.
Für 100mm sind f/2 doch schon recht beachtlich, oder?
Ja, schon - aber es kommt doch immer drauf an! Für ein Dia-Projektionsobjektiv ist das überraschend lichtstark. Für Kino-Projektion ist das mehr oder weniger Standard. Natürlich kommt das aber immer auch auf die optische Konstruktion und die Zeit drauf an. Da das Bambinox eine Ernostar Konstruktion hat, ist die Lichtstärke doch schon im oberen Bereich anzusiedeln. Je nachdem wer der Hersteller war, stammt das Objektiv vermutlich aus einer Zeit zwischen 1926-1938, aber Genaueres ist leider nach wie vor schwer zu sagen. Falls es aus den ersten Jahren des genannten Bereichs stammt, ist es tatsächlich überraschend lichtstark, vor allem für eine solche Konstruktion. Wahrscheinlicher ist aber eher, dass es in Richtung Mitte der 1930er gebaut wurde und da gab es tatsächlich neben einigen deutlich lichtstärkeren Petzval-Projektionsobjektiven, aber bereits ein paar andere mindestens gleich lichtstarke Ernostar/Sonnar Varianten von Emil Busch, Zeiss, Som Berthiot und Schneider Kreuznach.
Ich hab hier mal angefangen eine kleine Übersicht zu erstellen was die Entwicklung der diversen lichtstarken Serien von Objektiven für die Projektion angeht:
https://deltalenses.com/the-race-to-...ojection-lens/
Ist natürlich nicht ganz komplett, aber sollte doch einige wichtige Punkte umfassen.
Laut einer verlässlichen Quelle war das Bambinox aber auf alle Fälle ein "Inexpensive projection objective" was vermutlich nicht zuletzt an dem kleinen nutzbaren Bildwinkel liegt...