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Thema: Zukunft der Kunstfotografie

  1. #1
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    Standard Zukunft der Kunstfotografie

    Link:
    https://www.foto-kunst-theorie.de/fo...he-fotografie/
    Stefan Gronert bezieht sich in seinem Beitrag auf ein Gespräch das zu dem oben genannten Thema im Artforum stattfand.
    Ich finde es werden einige sehr wichtige Punkte angesprochen die es der Kunstfotografie inzwischen sehr schwer machen überhaupt noch ernst genommen zu werden.
    Z.B. das ein Fotograf seine Bilder für eine Retrospektive alle neu printed, zur selben Zeit und damit natürlich seine eigene Chronologie zerstört.
    Ein ähnliches Thema habe ich vor etwa zwei Jahren bereits in einem anderen Forum angesprochen, ich hatte mich seinerzeit beschwert das in der Lee Miller Ausstellung im Bucerius Forum in Hamburg die Fotos alle Reprints aus einem Tintenstrahldrucker waren.
    Meiner Meinung nach waren es daher nicht mehr die Fotos von Miller sondern bereits eine Interpretation ihrer Arbeiten.
    Wie steht Ihr zu dem Thema "Was ist das Original?" Wo fängt es an und wo endet es, wie handhabt Ihr es selber z.B. was Reprints angeht in unterschiedlichen Formaten?
    Die Meisten von uns sind Amateure und das Thema betrifft uns nur am Rande aber ich finde diese Diskussion nicht unwichtig, selbst für uns.
    Bei Ausstellungen höre ich immer wieder von Besuchern das es "nur" Fotos seien die immer wieder neu erstellt werden können.
    Das "Wissen" und die Einstellung zu dem was ein echtes Original ist hat sich anscheinend sehr verändert.
    Preise für Fotografien verfallen immer mehr, selbst die Arbeiten von längst verstorbenen und namhafte Bildautorinnen und Autoren sind davon nicht ausgenommen. Was um das Jahr 2000 noch als Wertanlage galt ist heute u.U. ein Ladenhüter.
    Für junge Menschen, die in diesem Bereich ihr Auskommen suchen, wird es immer schwieriger Käufer zu finden.





  2. #2
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    1. Giclée geht gar nicht. Auch nicht "zeitgenössisch". Das war schon bei Vivian Maier absolut indiskutabel. Keinen Cent für Tindendrucker-Output (auch nicht für Gursky).

    2. Sprengel Museum geht ... mir am Sitzfleisch vorbei. Alles, was ich jemals dort gesehen habe war Spinnkram. Aber ich lese den Artikel später mal ;-)

  3. #3
    Ist oft mit dabei Avatar von schlicksbier
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    Zitat Zitat von arri Beitrag anzeigen
    Wie steht Ihr zu dem Thema "Was ist das Original?" Wo fängt es an und wo endet es, wie handhabt Ihr es selber z.B. was Reprints angeht in unterschiedlichen Formaten?

    Das Original ist das Negativ (oder die RAW-Datei). Alles andere sind Interpretationen des Negativs zum Zeitpunkt der Herstellung.


    Zitat Zitat von Jan Böttcher Beitrag anzeigen
    1. Giclée geht gar nicht. Auch nicht "zeitgenössisch". Das war schon bei Vivian Maier absolut indiskutabel. Keinen Cent für Tindendrucker-Output (auch nicht für Gursky).
    Sie sind archivfester als ungetonte s/w Prints und alle Farbprints und auf dem gleichen Level wie getonte s/w Prints. Auch Giclée Prints müssen vernünftig vorbereitet sein, um einen guten Druck zu ergeben. Ob das Abwedeln und Nachbelichten jetzt vorher und währenddessen stattfindet, ist doch völlig egal. Wüsste auch nicht, warum ein Handabzug, der meist gar nicht vom Fotografen selbst stammte, also so viel besser sein sollte.
    Neue Ausgabe: "Gedanken zur Fotografie - 5" Zine // gedruckte Version und kostenloser Download aller Ausgaben: https://www.schlicksbier.com/gedanken-zur-fotografie-zine

  4. #4
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    Zitat Zitat von Jan Böttcher Beitrag anzeigen
    1. Giclée geht gar nicht. Auch nicht "zeitgenössisch". Das war schon bei Vivian Maier absolut indiskutabel. Keinen Cent für Tindendrucker-Output (auch nicht für Gursky).

    2. Sprengel Museum geht ... mir am Sitzfleisch vorbei. Alles, was ich jemals dort gesehen habe war Spinnkram. Aber ich lese den Artikel später mal ;-)
    Zu 1. Pigmentdrucke auf entsprechend gutem Papier sind sehr langlebig, da haben es Silbergelatine Prints schwer mitzuhalten, wie Erik schon schrieb kommen nicht getonte Abzüge da nicht mehr mit. Ausbelichtungen auf Colorfotopapier sind für Erinnerungsfotos ok aber nichts für echte Werke die viele Jahrzehnte überdauern sollen. Diese Fotos fangen mit dem Sterben bereits bei ihrer Herstellung an.
    Das die Arbeiten von Vivian Meyer unautorisiert gescannt und gedruckt wurden, also ohne das die Bildautorin hinzugezogen wurde, lag nun mal daran das sie nicht mehr am Leben war. Ich sehe das ebenfalls kritisch und die hergestellten Drucke von Ihren Negativen sehe ich auch nicht als Originale an sondern es sind Reprints von ihren originalen Negativen.
    Es ist aber aus meine Sicht legitim wenn Fotoschaffende sich Printer suchen die diese Arbeit für sie erledigen. Das war schon immer so, vieler der berühmtesten Fotografien wurden von Kontraktoren abgezogen, der Bildautor oder die Autorin hat sie dann entsprechend abgesegnet oder auch verworfen.
    Wir können das heute einfacher haben, ich erstelle aus meiner RAW Datei die fertig bearbeitete Bilddatei und lasse sie vom Dienstleister meines Vertrauens ausdrucken.
    Ich war auch mal der Meinung das nichts über einen echten Handabzug geht aber die Zeit ist nicht stehen geblieben und es stimmt halt nicht mehr.


    Zu 2. Dann vermute ich mal das Du nicht wirklich viel gesehen hast was es dort an Ausstellungen gab, anders kann ich mir eine solch sinnfreie Verallgemeinerung nicht erklären.
    Mir gefällt bei weitem auch nicht alles was dort ausgestellt wird, muss es auch nicht und soll es auch nicht aber ich würde es niemals als Spinnkram bezeichnen.

  5. 2 Benutzer sagen "Danke", arri :


  6. #5
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    Zitat Zitat von arri Beitrag anzeigen
    ... Zu 2. Dann vermute ich mal das Du nicht wirklich viel gesehen hast was es dort an Ausstellungen gab, anders kann ich mir eine solch sinnfreie Verallgemeinerung nicht erklären.
    Mir gefällt bei weitem auch nicht alles was dort ausgestellt wird, muss es auch nicht und soll es auch nicht aber ich würde es niemals als Spinnkram bezeichnen.
    Ich war 'ne Zeit lang öfter in Hannover und wurde mehrmals ins Sprengel Museum gezerrt. Es ist nicht hängengeblieben welche speziellen Ausstellungen das alles waren, aber das war schlimm, ganz schlimm. Um Haaresbreite verkneife ich mir noch, öffentlichkeitswirksam so zu tun als gefielen mir die Plastiken an der Löwenbastion oder der Fackelträger besser ;-) (ich weiß, daß man das nicht sagen darf) Den Fischreiter könnte ich mir allerdings auch als Deko in meinem Garten vorstellen. Wenn die in den letzten 10-20 Jahren den Laden auf Links gedreht haben, behalte ich mir vor, meine Einschätzung zu revidieren.

    Beim Tintenstrahldruck fehlt mir jeglicher Unikatcharakter, beliebig wiederholbar. Das ist ja der Fortschritt durch die Digialtechnik. Einst gab es Meisterwerkstätten, dann Manufakturen, dann industrielle Massenproduktion mit minimalsten Abweichungen und nun absolut verlustfreie Vervielfältigung von Dateien.

    Beim Bromsilbergelatine Print (oder Platindruck oder dergl.) könnte man den Unikatcharakter in Zweifel ziehen, wenn bekannt ist bzw. wäre, daß es Massenware ist und nicht einzeln mit Abwedeln, Einbrennen, Farmerschem Abschwächer oder wenigstens Splitgrade geprinted wurde. Die Haltbarkeit ist mir da erstmal egal, auch wenn ich über so manches braungrüne Porst-Königsbild aus den 70ern jammern kann.

    Man kann streiten wann etwas Kunst ist, von "Wenn's gut bezahlt wird, dann ist es Kunst!" über "Man muß erstmal auf die Idee kommen!" bis zur Erklärung einer Siebenhährigen "Kunst ist, wenn das nicht jeder einfach machen kann.". Den Tintenstrahldrucker, Tinte und Papier und die Datei vorausgesetzt, kann jeder den Print machen und der Künstler könnte wenn man ihm einen "autorisierten" Print und den Print des siebenjährigen Mädchens zum Signieren vorlegt nicht den Unterschied benennen. Beim "echten" Bromsilbergelatine Print mit "Ausarbeitung" gäbe es für den Künstler die Chance, den "autorisierten" Print anzuerkennen und einen anders oder "schlechter" ausgeführten Print nicht zu signieren.

    Was die Haltbarkeit anbelangt, könnte man die Mona Lisa heute evtl. auch reproduzieren und mit lichtechteren Pigmenten (beliebig oft) aus dem Tintenstrahldrucker (oder inkl. Pinselstrichen aus dem 3D-Drucker mit eingefärbten Plastikwürsten) kommen lassen und den Leuten erklären "Die Zeiten haben sich gewandelt, das ist viel haltbarer!" und wenn das nicht reicht noch einen Eintrag in eine Blockchain machen und schwupps hat man ein paar tausend "Unikate". Oder ich mal dem Esel streifen auf und erzähl allen, es sei ein Zebra. Kann man machenund wenn's gut bezahlt wird, ist es gute Kunst ;-)

  7. #6
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    PS: Und dann soetwas:
    "An ihr nahmen gleich sechs Personen teil. Moderiert von Pablo Larios, dem „Berlin-based international editor“ des Magazins, haben am runden Tisch die prominenten Kurator*innen Roxana Marcoci (MoMA, New York) und Florian Ebner (Centre Pompidou), der Restaurator Christian Scheidemann sowie die drei Künstler*innen Ketuta Alexi-Meskhishvili, Thomas Demand und Jeff Wall teilgenommen. Was anhand dieser Aufzählung bereits auffällt, ist zumindest Dreierlei: die Künstler*innen sind in der Mehrzahl, eine männliche Dominanz ist kaum übersehbar und zudem hat die überwiegende Zahl der Diskutant*innen einen Bezug zu Deutschland (Ausnahmen sind allein Marcoci und Wall)."

    Obwohl wir doch alle wissen, daß das Quatsch ist mit den Geschlechtern. Gibt's doch gar nicht! (Sprengel Museum, eben in einer gewissen Kontinuität der Sockenschüssigkeit, verirrte Seelen)

  8. #7
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    Also muss ein Prozess nur kompliziert genug sein dann geht es für Dich in Richtung Kunst.
    Was im Sprengel Museum gezeigt wird ist alles links versifft und diese Figuren aus den 1930ern am Maschsee sind das was Dir gefällt, magst es nur nicht ehrlich zugeben.
    Ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern ist für Dich erwiesenermaßen Quatsch.

    Eine schöne kleine Welt in der Du lebst, ich hätte wirklich mehr von Dir erwartet, so kann man sich täuschen.

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