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Volker,
ich habe von der Pentax 67 (II) nahezu keine Ahnung. Ein Bekannter hat mal Gewicht und Spiegelschlag moniert, ich weiß nicht, wann ich mal durchgeguckt habe. Und ich weiß nicht, ob ich nun Mansplaning betreibe und Fred Astaire was vom Tanzen erkläre:
Das Thema "Helleinstellscheibe nachrüsten" ist bei Rolleiflex (Zweiäugig) ein Dauerbrenner, und in jungen Jahren, als Minolta mit der Mikrowabenlinsenscheibe rauskam, habe ich auch für Rollei Kleinbild mal geguckt (Beattie Intenscreeen für 200,-DM Neupreis vom Fotohändler geliehen bekommen und ausprobiert - als Schüler oder Student mit schmalem Budget).
Die "ganz alten" Rolleiflexe haben eine mattierte (geschliffen, also mit stochastisch verteilten Streuelementen) Glasscheibe mit planer Oberseite, da kann man auf der Fläche gut die Schärfe sehen - aber die Ecken sind zappenduster. Dagegen hat Rollei einst die "Rolleigrid" erfunden, eine sammelnde Bildfeldlinse als Fresnellinse (Kunststoff), die macht die Ecken heller, dafür bekommt man die Ringe der Fresnellinse geschenkt. Exaktas (KB-SLR) und Pentacon Six hatten die Bildfeldlinse "in Glas", also einen fetten Briefbeschwerer.
Um 1960 herum (Markteinführung der Rolleiflex T) hat Rollei dann eine Helleinstellscheibe erfunden, das war "echt Hi-Tech". Eine Maschine führt einen Stichel in genau berechneter Kreisbahn und genau berechnetem Winkel und der sticht in eine Matrize ein, die dann zum "Abguß" (bzw. Warm-Stempel) genutzt wird wie einst bei der Schallplattenproduktion. Der Stichel mit seiner Neigung sorgte für Mattierung und Bildfeldlinse aber ohne die Ringe einer Fresnellinse. Auch diese Einstellscheibe wird von vielen Benutzern als zu dunkel moniert.
Grundsätzlich kämpft man bei der Einstellscheibe um einen Kompromiss aus Helligkeit (möglichst viel Licht gen Auge lenken, wie z.B. bei Endoskopie- oder Astro-Einstellscheiben mit Fadenkreuz) und "Möglichkeit in der Fläche scharf zu stellen" (dazu muß das Licht Luftbild des Objektivs auf einer Fläche gefangen und gestreut werden, "Mattglas" oder Butterbrotpapier).
Als Hilfe bei der Einstellung kommen dann in der Mitte der Scheibe Schnittbildindikator, Zylinderlinse und Mirkropriosmenraster zum Einsatz und die nutzen die "Noniussehschärfe".
"Übersicht mit KI
Die Noniussehschärfe (Vernier-Sehschärfe) ist die höchste Form des visuellen Auflösungsvermögens des menschlichen Auges, mit der minimale seitliche Verschiebungen oder Unterbrechungen zweier Linien (Noniusanordnung) erkannt werden. Sie ist 3- bis 10-mal empfindlicher als die normale anguläre Sehschärfe (Minimum separabile) und liegt bei etwa 10 Winkelsekunden"
Das Auge kann eine scharfe unterbrochene Linie besser "zusammenschieben" als bei einer Linie "scharf und unscharf" zu unterscheiden.
So, und dann kommt der Mensch, der Fotograf ins Spiel. Einer "kann" nicht mit Mikroprosmenraster arbeiten (ich weiß nicht, ob das an den Augen oder Gehirnen der Leute liegt, aber solche Leute soll es geben), der andere schon. Schnittbilindikatoren sind waagerecht oder senkrecht oder horizontal (immer gerade falsch, aber Diagonal ist schon ganz gut). Kompositionshilfslinien stören den einen, der andere schwört darauf.
Das war alles noch nicht gelöst, ich weiß nicht, was Beattie einst gemacht hat oder was Maxwell macht oder was die modernen Chinesen machen, aber Minolta kam ungefähr zur Zeit der XG-M mit einer revolutionären Mikrowabeneinstellscheibe auf den Markt. Nikon sprach bei dern F-301 (evtl. auch schon früher) von "laserstrukturiert", da wurde der Stahlstichel also durch einen Laser ersetzt. Lesetip: https://www.mikroskopie-forum.de/ind...?topic=11421.0 auf Seite 2 kommt ein Mikroprismenraster
Wenn man so eine Einstellscheibe hat, werden Punktlichquellen in Unschärfebereichen zu sechseckigen Strukturen inkl. Regenbögen.
Wenn man dann eine Rolleiflex 6008 mit so einer Hi-Tech Einstellscheibe und 2,0/80 i Wechsel zu einer Rolleicord mit 3,2er Sucherobjektiv und Asbach Einstellscheibe betrachtet, dann ist da
So, und dann kommt die Frage "Was gibt es denn für die Pentax 67 an Optionen?" und "Und was für eine Einstellscheibe kommt Dir entgegen?" und dann "Was kostet das?"
Wenn eine 67 II schon (fasst) alle Sorgen löst und günstiger zu bekommen ist als eine Maxwell Einstellscheibe, dann kann man evtl. einen Kompromiss schließen.
Wenn die 67 II eine tolle Einstellscheibe hat und man die in die 67 _ reinbekommt und man ein bezahlbares Exemplar findet: "Warum nicht?"
Wenn ich 400,-€ lese: https://www.ebay.de/itm/257096203597 dann kann ich mich wohl zusammenreißen.
Manchmal ist das Leben eine Pralinenschachtel und man weiß nicht was drin ist: https://www.ebay.de/itm/187822271072
Und dann sind da die "Chinesen" ...
Am Ende: Versuch' mal bei anderen Leuten durch eine 67 II zu gucken und ergründe wie das mit der Kompatibilität ist (kann man sicher schnell googeln oder im Pentax-Forum erfahren), und ergründe für Dich, welche Einstellhilfen Du gut findest und welche nicht.
Mir wurde schon manche "toll helle" China-Scheibe in einer Rollei gezeigt, wo ich dann Regenbögen in den Ecken sah oder vor Fresnellinsenringen das Motiv kaum noch erkennen konnte (leichte Übertreibung). Viele von den "tollen" Einstellscheiben überzeugen mich weniger als das Original von 1960.
Gitterlinien sind bei Lichtschacht (seitenverkehrtes Bild!) oftmals nett, bei Prismabenutzung brauche ich die nicht.
Schnittbild + Mikroprismenkreis finde ich universell und richtig gut (andere Leute nicht).
Sichtbare Fresenelringe nerven mich (andere Leute sehen drüber hinweg).
Guck in Dein Portemonnaie.
Danach wird sich eine Lösung für Einbau und Justage finden.
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