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Thema: Steinheil Triplar 2,8/50mm

  1. #1
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    Standard Steinheil Triplar 2,8/50mm

    Das Steinheil Triplar ist ein vier Linsen Objektiv in drei Gruppen, allerdings ist hier die verkittete Linsengruppe vor der Blende platziert und die beiden freistehenden Linsen dahinter.
    Es wurde Ende des 19. Jahrhunderts auf den Markt gebracht und es sieht so aus das die Firma Steinheil hier ein neues Objektiv gerechnet hat das wie etwas das zwischen dem Petzval Objektiv und dem Aplanaten liegt.
    Ich besitze auch noch ein recht frühes Triplar 3,5/210mm von 1912 das den Charme einer echten Antiquität versprüht weil es noch in einer wunderschönen Messingfassung mit Rack & Pinoin Verstellung montiert ist.

    Das Objektiv das ich hier zeige habe ich vor einigen Jahren in die Hand bekommen und die Linsenhälften aus der Rohrfassung in eine Einstellfassung eine AKA Objektives gesetzt.
    Das Triplar hatte bereits die Standard Gewindemaße die auch in den 1950ern noch üblich waren.
    Nach meinen Recherchen wurde dieses Objektiv nur für die extrem seltene Rothschloss Kameras gefertigt, eine KB Kamera mit 18x24mm Bildformat.
    Diese Kamera tauchen meist nur bei Versteigerungen auf und dann häufig mit dem Rothschloss Anastigmat 3/5omm.
    Mit dem Triplar ist sie nur extrem selten zu finden.

    Dieses Triplar hat eine Seriennummer die es auf 1947 datiert. Ich nehme aber an das es aus der Produktion für die oben genannte Firma stammt und die übrig gebliebenen z.T. vergütet wurden und eine neue Seriennummer bekamen.
    Steinheil hatte zu dieser Zeit bereits sehr gute Tessar Kopien in ihrem Sortiment. Vermutlich nur aus der Nor heraus, weil die Produktion noch arg lahmte, haben sie diese alten Konstruktionen noch verkauft.

    Das Objektiv habe ich dann an einen Kollegen nach Italien abgegeben der es an eine sehr seltene Gamma Messsucher Kamera gesetzt hat. Eine tolle Kombination, wie ich finde.

    Ich habe mit dem Objektiv vorher natürlich auch einige Aufnahmen gemacht, mit der Sony ILCE 7.
    Die Aufnahmen sollten mir in verschiedenen Einstellungen zeigen wie es qualitativ ist und ich war sehr überrascht zu was diese sehr alte Konstruktion in der Lage ist.

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  2. #2
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    Wer ein solches Triplar sucht sollte wissen das es auch welche gibt die nur einfache Dreilinser sind oder Kopien des Tessar. Es ist daher nicht einfach das Richtige zu finden.
    Ich habe z.B. ein 4,5/60 und 4,5/105mm die beide Tessar Typen sind, ein 4,5/90mm hatte ich ebenfalls.
    Warum Steinheil diese Durchmischung gemacht hat erschließt sich mir nicht.

    Im Linhof Katalog von 1938 sind diese Objektive aber in der ursprünglichen Variante gelistet, neben dem Dreilinser Cassar und dem Dialyt Unofocal.

  3. 6 Benutzer sagen "Danke", arri :


  4. #3
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    Ich finde gerade die vermeintlich einfach aufgebauten 3, oder 4 linsigen 50er hoch interessant. Gerade im Nahbereich liefern diese Optiken auch nach heutigen Maßstäben top Ergebnisse.

    Ein wenig off topic: der kleine Einmannbetrieb aus Japan, MS-OPTICS hat sich nach langer Pause mit einem 3,5/50mm zurück gemeldet. Es ist ein erweiterter Tessar Typ, in welchem die hintere verkittete Linsengruppe durch ein verkittetes Triplett ersetzt wurde. Es hat damit ein 5/3 Schema, bestehend aus modernen hochbrechenden Gläsern mit Mehrschichtvergütung.

    Werde es nicht kaufen, finde es aber höchst interessant.


    LG, Christian

  5. 2 Benutzer sagen "Danke", gladstone :


  6. #4
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    Zitat Zitat von gladstone Beitrag anzeigen
    Ich finde gerade die vermeintlich einfach aufgebauten 3, oder 4 linsigen 50er hoch interessant. Gerade im Nahbereich liefern diese Optiken auch nach heutigen Maßstäben top Ergebnisse.

    Ein wenig off topic: der kleine Einmannbetrieb aus Japan, MS-OPTICS hat sich nach langer Pause mit einem 3,5/50mm zurück gemeldet. Es ist ein erweiterter Tessar Typ, in welchem die hintere verkittete Linsengruppe durch ein verkittetes Triplett ersetzt wurde. Es hat damit ein 5/3 Schema, bestehend aus modernen hochbrechenden Gläsern mit Mehrschichtvergütung.

    Werde es nicht kaufen, finde es aber höchst interessant.


    LG, Christian
    Viele Mikro Objektive sind nach dem Prinzip gebaut. Im Nahbereich wird nur noch ein kleinerer Bereich des Bildkreises genutzt und in der Bildmitte hat jedes Objektiv seine Stärken.
    Die Luminare von Zeiss sind z.B. sehr einfach gebaute Objektive aber wegen ihres Einsatzgebietes mussten sie extrem genau gefertigt sein. Das 16mm ist ein Fünflinser, das 25mm ein Tessar Typ und das 40mm müsste sogar nur ein Dreilinser sein.
    Sie haben bei voller Öffnung schon die höchste Auflösung, abblenden ist nur nötig um die Schärfentiefe zu vergrößern.
    Das Oylmpus Makro 3,5/50mm hat ebenfalls nur fünf Linsen, das 3,5/38 ist genauso gebaut nur um 180° gedreht, das 3,5/20mm ist eine Tessar Variante.
    Erst mit den Nachfolgern hat sich das Design geändert was aber daran lag das sie alle Objektive lichtstärker gemacht haben. Trotzdem ist das 3,5/50mm für mich ein echtes Sahnestück, in Retrostellung bis 2:1 einsetzbar mit sehr hoher Auflösung.

    Wenn keine hohe Lichtstärke benötigt wird und der Bildwinkel bescheiden bleibt braucht es nicht mehr als vier Linsen. Bei den heutigen digitalen Sensoren sieht es u.U. etwas anders aus, chromatische Fehler fallen deutlicher auf als auf analogem Film, daher liefern einige Tessar Objektive hier keine optimalen Ergebnisse. Z.B. die Zeiss Tessare aus Jena haben mich nie so wirklich überzeugt, bei offener Blende sind sie eher mau. Ich meine die Versionen die nach dem Krieg herauskamen.
    Dagegen sind die Voigtländer Color Skopare erstklassige Objektive die ich immer wieder mal nutze, analog und auch digital. Unglaublich günstig und wie es der Konstrukteur Tronnier sagte, nahe apochromatisch korrigiert.

    Das MS Optics jetzt einen erweiterten Tessartypen mit fünf Linsen baut finde ich sehr gut, für mich ist das zwar auch nichts aber ich begrüße es immer wenn noch gute mechanische Objektive hergestellt werden, egal wo und von wem.
    Günstig werden die bestimmt nicht sein aber ihren Preis sind sie sicher wert.
    Geändert von arri (09.06.2025 um 11:10 Uhr)

  7. 3 Benutzer sagen "Danke", arri :


  8. #5
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    Ein Update zu dem 50mm Triplar.
    Nach weitergehenden Recherchen bin ich mir inzwischen sicher das Steinheil 1947 eine Kleinstserie dieser Objektive aufgelegt hat.
    Für die erwähnte Rothschloss Kamera war das Objektiv nie vorgesehen und es gibt auch kein Exemplar in dem ein 50mm Triplar mit passender Seriennummer aus den 1930er Jahren.
    Die Kamera, welche vor Jahren bei Breker für weit über 3000 Euronen verkauft wurde war eine Fälschung, zumindest das Objektiv gehörte definitiv nicht zu der Kamera weil das Steinheil Objektiv eine Seriennummer aus dem Jahr 1947 hatte und ebenfalls das Kürzel "VL" in der Gravur trägt.
    Die potentiellen Interessenten bei der Versteigerung hat es wohl nicht interessiert oder hatten keinen Ahnung davon welche Seriennummer zu der Kamera passen würde.
    So ist aber das Gerücht entstanden das diese Kameras auch mit einer Steinheil Triplar ausgestattet waren.
    Ich behaupte jetzt dass das nicht stimmt und ein typisches Beispiel dafür ist das im Netz nur einer etwas behaupten muss und bei nächsten der es zitiert ist es bereits eine Tatsache.

    Mir war es wichtig das hier in aller Deutlichkeit zu schreiben.

    In der Rothschloss Kamera war noch der alte Dial Set Compur Verschluss verbaut und noch nicht der Compur in der Rim Set Ausführung.
    Die Gewinde sind verschieden, daher muss das Objektiv in der versteigerten Kamera bei Breker sogar geändert worden sein.
    Also ein ganz übler Beschiss und ein erfolgreicher obendrein.

    https://www.gazette-drouot.com/en/lo...s-1930-rothgie
    Geändert von arri (10.05.2026 um 12:43 Uhr)

  9. 4 Benutzer sagen "Danke", arri :


  10. #6
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    Standard

    Zitat Zitat von arri Beitrag anzeigen
    Ein Update zu dem 50mm Triplar.
    Nach weitergehenden Recherchen bin ich mir inzwischen sicher das Steinheil 1947 eine Kleinstserie dieser Objektive aufgelegt hat.
    Für die erwähnte Rothschloss Kamera war das Objektiv nie vorgesehen und es gibt auch kein Exemplar in dem ein 50mm Triplar mit passender Seriennummer aus den 1930er Jahren.
    Die Kamera, welche vor Jahren bei Breker für weit über 3000 Euronen verkauft wurde war eine Fälschung, zumindest das Objektiv gehörte definitiv nicht zu der Kamera weil das Steinheil Objektiv eine Seriennummer aus dem Jahr 1947 hatte und ebenfalls das Kürzel "VL" in der Gravur trägt.
    Die potentiellen Interessenten bei der Versteigerung hat es wohl nicht interessiert oder hatten keinen Ahnung davon welche Seriennummer zu der Kamera passen würde.
    So ist aber das Gerücht entstanden das diese Kameras auch mit einer Steinheil Triplar ausgestattet waren.
    Ich behaupte jetzt dass das nicht stimmt und ein typisches Beispiel dafür ist das im Netz nur einer etwas behaupten muss und bei nächsten der es zitiert ist es bereits eine Tatsache.

    Mir war es wichtig das hier in aller Deutlichkeit zu schreiben.

    In der Rothschloss Kamera war noch der alte Dial Set Compur Verschluss verbaut und noch nicht der Compur in der Rim Set Ausführung.
    Die Gewinde sind verschieden, daher muss das Objektiv in der versteigerten Kamera bei Breker sogar geändert worden sein.
    Also ein ganz übler Beschiss und ein erfolgreicher obendrein.

    https://www.gazette-drouot.com/en/lo...s-1930-rothgie
    Vielen Dank für die Richtigstellung! Auch wenn mittlerweile wohl die KI unzählige solche Falschinformationen schon zuhauf weiterverbreitet hat, finde ich es persönlich auch immer wichtig so etwas richtigzustellen, wenn möglich. Leider sind viele Foren so aufgebaut, dass es nach einer gewissen Zeit nicht mehr möglich ist Beiträge zu editieren... das ist sehr frustrierend, weil es dadurch eben genau möglich wäre auch ursprüngliche Beiträge entsprechend anzupassen. Mithilfe von Hinweisen auf solche Edits is es auch nachvollziehbar was wann passiert ist, ohne dass die falsche Information weiter zu stark verbreitet wird.

    Nachweislich wurde eine Triplar-Variante auf der "Tourist Multiple Camera" von Herbert & Huesgen, New York verwendet. Vermutlich auch eine 50 mm Variante, allerdings lichtstärker mit f/2.5. Leider scheint die Kamera mit diesem Objektiv aber so selten, dass der Preis von der erwähnten Versteigerung noch eher niedrig angesetzt ist. Ich hab kürzlich ein sehr interessantes und recht altes Booklet von Steinheil gefunden mit einigen Informationen, über die ich davor nur spekulieren konnte. Ein wirklich interessanter Hersteller und schade, dass mit der vielversprechenden Triplar-Konstruktion nicht mehr experimentiert, sowohl bei Steinheil als auch von anderen Herstellern.

  11. 2 Benutzer sagen "Danke", simple.joy :


  12. #7
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    Zitat Zitat von simple.joy Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für die Richtigstellung! Auch wenn mittlerweile wohl die KI unzählige solche Falschinformationen schon zuhauf weiterverbreitet hat, finde ich es persönlich auch immer wichtig so etwas richtigzustellen, wenn möglich. Leider sind viele Foren so aufgebaut, dass es nach einer gewissen Zeit nicht mehr möglich ist Beiträge zu editieren... das ist sehr frustrierend, weil es dadurch eben genau möglich wäre auch ursprüngliche Beiträge entsprechend anzupassen. Mithilfe von Hinweisen auf solche Edits is es auch nachvollziehbar was wann passiert ist, ohne dass die falsche Information weiter zu stark verbreitet wird.

    Nachweislich wurde eine Triplar-Variante auf der "Tourist Multiple Camera" von Herbert & Huesgen, New York verwendet. Vermutlich auch eine 50 mm Variante, allerdings lichtstärker mit f/2.5. Leider scheint die Kamera mit diesem Objektiv aber so selten, dass der Preis von der erwähnten Versteigerung noch eher niedrig angesetzt ist. Ich hab kürzlich ein sehr interessantes und recht altes Booklet von Steinheil gefunden mit einigen Informationen, über die ich davor nur spekulieren konnte. Ein wirklich interessanter Hersteller und schade, dass mit der vielversprechenden Triplar-Konstruktion nicht mehr experimentiert, sowohl bei Steinheil als auch von anderen Herstellern.
    Das 50mm Triplar gab es auch bereits vor 1947. Auf Facebook zeigt jemand einen Prototypen mit Leica M39 Anschluss. Die Seriennummer ist eindeutig aus den 1930er Jahren und die Gravur hat noch die etwas Gotisch anmutenden Buchstaben. Bin mir nicht zu 100% sicher aber ich glaube das der Besitze es bei der Boris J. Apotheke für fast 3000 Euros gekauft hat. Ich meine das ich es dort zuerst gesehen habe.

    Ich freue mich das ich wieder ein Triplar aus der Serie 1947/48 bei Ebay kaufen konnte, vielleicht hat jemand von Euch auch das Angebot gesehen.
    Es fehlt die Angabe der Brennweite. Der Graveur des Ringes hat nicht aufgepasst und die Brennweite, also die Zahl "5" würde ziemlich genau dort sitzen wo die Nute zum Verschrauben des Ringes sitzt. Darunter war für die Zahl kein Platz mehr. Der faule Hund hat den Ring trotzdem weitergegeben und die Qualitätskontrolle hat es auch übersehen.
    Ein wirkliches Stück Glück, das macht das seltene Objektiv nun wirklich einmalig.
    Interessanter Weise war das Objektiv in einem passenden Prontor Verschluss eingesetzt, mit passender Blendenskala.
    Das lässt darauf schließen das es sich wohl tatsächlich um eine Bestellung gehandelt hat.
    Vielleicht hat jemand das Steinheil Produktionshandbuch zur Hand, mit unter stehen die Firmen die eine Bestellung aufgegeben haben mit dabei.
    Ich wollte es mit jetzt nicht extra dafür kaufen.
    Das erwähnte Triplar habe ich inzwischen für meine Leica IIIb auf M39 umgerüstet, natürlich ohne etwas dauerhaft daran zu ändern aber auch mit Kupplung für den E-Messer.
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  14. #8
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    Zitat Zitat von arri Beitrag anzeigen
    Das 50mm Triplar gab es auch bereits vor 1947. Auf Facebook zeigt jemand einen Prototypen mit Leica M39 Anschluss. Die Seriennummer ist eindeutig aus den 1930er Jahren und die Gravur hat noch die etwas Gotisch anmutenden Buchstaben. Bin mir nicht zu 100% sicher aber ich glaube das der Besitze es bei der Boris J. Apotheke für fast 3000 Euros gekauft hat. Ich meine das ich es dort zuerst gesehen habe.
    Das ist gut möglich. Das Triplar gab es laut Steinheil ab 1897, also tatsächlich noch vor dem Tessar. Mein Steinheil Booklet hat sogar Hinweise darauf, dass es bereits einige Jahre nach 1881 eine 50 mm f/3.1 für Kleinbild gegeben hat - allerdings ist unklar ob (und ab wann) mit der Beschriftung "Triplar". Ab 1911 gab es das äußerst lichtstarke Triplar f/2.5 und später wurde die Konstruktion bekanntermaßen noch einmal für manche Exemplare der Culminar Serie aufgegriffen.

    Zitat Zitat von arri Beitrag anzeigen
    Ich freue mich das ich wieder ein Triplar aus der Serie 1947/48 bei Ebay kaufen konnte, vielleicht hat jemand von Euch auch das Angebot gesehen.
    Es fehlt die Angabe der Brennweite. Der Graveur des Ringes hat nicht aufgepasst und die Brennweite, also die Zahl "5" würde ziemlich genau dort sitzen wo die Nute zum Verschrauben des Ringes sitzt. Darunter war für die Zahl kein Platz mehr. Der faule Hund hat den Ring trotzdem weitergegeben und die Qualitätskontrolle hat es auch übersehen.
    Ein wirkliches Stück Glück, das macht das seltene Objektiv nun wirklich einmalig.
    Interessanter Weise war das Objektiv in einem passenden Prontor Verschluss eingesetzt, mit passender Blendenskala.
    Das lässt darauf schließen das es sich wohl tatsächlich um eine Bestellung gehandelt hat.
    Vielleicht hat jemand das Steinheil Produktionshandbuch zur Hand, mit unter stehen die Firmen die eine Bestellung aufgegeben haben mit dabei.
    Ich wollte es mit jetzt nicht extra dafür kaufen.
    Das erwähnte Triplar habe ich inzwischen für meine Leica IIIb auf M39 umgerüstet, natürlich ohne etwas dauerhaft daran zu ändern aber auch mit Kupplung für den E-Messer.
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    Gratulation! Das Angebot hab ich tatsächlich gesehen. Ist immer interessant, wenn Objektive solche Fehler in der Beschriftung haben. Das Objektiv wurde - laut Fabrikationsbuch - für den Kunden "Schadewitz/Richter" gefertigt und es handelt sich danach tatsächlich um eine Serie mit 5 cm Brennweite. Wenn man regelmäßig mit alten Objektiven zu tun hat, zahlt es sich meiner Ansicht nach auf alle Fälle aus ein paar ausgewählte Werke von Thiele zu erwerben! Ich hab aber natürlich auch nur einen Teil und kann es mir nicht leisten Exemplare für Einzelinformationen zu kaufen. Hatte aber doch einen Großteil davon jetzt schon mehrmals im Einsatz - also sehr empfehlenswert!

    Das 2.8/50 Triplar ist bestimmt ein feines Objektiv. Viel Spaß damit!

  15. #9
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    Zitat Zitat von simple.joy Beitrag anzeigen
    Das ist gut möglich. Das Triplar gab es laut Steinheil ab 1897, also tatsächlich noch vor dem Tessar. Mein Steinheil Booklet hat sogar Hinweise darauf, dass es bereits einige Jahre nach 1881 eine 50 mm f/3.1 für Kleinbild gegeben hat - allerdings ist unklar ob (und ab wann) mit der Beschriftung "Triplar". Ab 1911 gab es das äußerst lichtstarke Triplar f/2.5 und später wurde die Konstruktion bekanntermaßen noch einmal für manche Exemplare der Culminar Serie aufgegriffen.



    Gratulation! Das Angebot hab ich tatsächlich gesehen. Ist immer interessant, wenn Objektive solche Fehler in der Beschriftung haben. Das Objektiv wurde - laut Fabrikationsbuch - für den Kunden "Schadewitz/Richter" gefertigt und es handelt sich danach tatsächlich um eine Serie mit 5 cm Brennweite. Wenn man regelmäßig mit alten Objektiven zu tun hat, zahlt es sich meiner Ansicht nach auf alle Fälle aus ein paar ausgewählte Werke von Thiele zu erwerben! Ich hab aber natürlich auch nur einen Teil und kann es mir nicht leisten Exemplare für Einzelinformationen zu kaufen. Hatte aber doch einen Großteil davon jetzt schon mehrmals im Einsatz - also sehr empfehlenswert!

    Das 2.8/50 Triplar ist bestimmt ein feines Objektiv. Viel Spaß damit!
    Vielen Dank für die zusätzlichen Informationen.
    Über das genaue Alter der Konstruktion weiß ich leider auch nichts Konkretes, denke das man dafür das Archiv des Patentamtes durchsuchen müsste. Wenn die Unterlagen denn noch existieren. Das Lens Makers Vademecum erwähnt das das F/2,8 für die Kinematographie gebaut wurde. Um das Jahr 1900 erschienen die ersten lichtstarken Konstruktionen für das Kinoformat, also 16x21mm. Da wird Steinheil sicher auch mitgemischt haben. Ich hatte auch ein RÜO Anastigmat 2,5/50mm und noch ein paar mehr mit diesen Daten von anderen Herstellern. Für das recht kleine Format durchaus geeignet.
    Ich habe diese Objektive gerne für das volle KB Format genutzt, mir gefällt nach wie vor das die Bildmitten scharf sind und zum Rand hin mehr oder weniger in Unschärfe zerfließen. Wer die alten Filme aus der Zeit anschaut wird das aber selbst in den Bildern sehen.
    Ein sehr interessantes Feld.

    Das es das Culminar auch als Triplar Konstruktion gegeben hat war mir neu. Ich weiß nur das es dieses Objektiv als 2,8/50mm als "Hektor" Design gab. Also zwei außen stehende einzelne Linsen und ein verkittetes Mittelglied.
    Die Culminare 2,8/85mm und 4,5/135mm sind reine "Tessar" Designs, wurden in den Steinheil Prospekten so angepriesen mit Zeichnung.
    Wie ich ganz oben schon geschrieben haben gab es die Triplare aber auch als Tessar Varianten.

    Ein ziemliches Durcheinander das die Münchner uns da hinterlassen haben, Luja sog I, Himmel sakra!

  16. #10
    Ist oft mit dabei Avatar von simple.joy
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    Zitat Zitat von arri Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für die zusätzlichen Informationen.
    Über das genaue Alter der Konstruktion weiß ich leider auch nichts Konkretes, denke das man dafür das Archiv des Patentamtes durchsuchen müsste. Wenn die Unterlagen denn noch existieren. Das Lens Makers Vademecum erwähnt das das F/2,8 für die Kinematographie gebaut wurde. Um das Jahr 1900 erschienen die ersten lichtstarken Konstruktionen für das Kinoformat, also 16x21mm. Da wird Steinheil sicher auch mitgemischt haben. Ich hatte auch ein RÜO Anastigmat 2,5/50mm und noch ein paar mehr mit diesen Daten von anderen Herstellern. Für das recht kleine Format durchaus geeignet.
    Ich habe diese Objektive gerne für das volle KB Format genutzt, mir gefällt nach wie vor das die Bildmitten scharf sind und zum Rand hin mehr oder weniger in Unschärfe zerfließen. Wer die alten Filme aus der Zeit anschaut wird das aber selbst in den Bildern sehen.
    Ein sehr interessantes Feld.
    Vielen Dank für die Infos. Der Rüo Anastigmat ist sehr interessant. Aber soweit ich weiß ein Triplet, oder? Kann aber auch sein, dass es da ebenso verschiedene Typen gab.

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    Zitat Zitat von arri Beitrag anzeigen
    Das es das Culminar auch als Triplar Konstruktion gegeben hat war mir neu. Ich weiß nur das es dieses Objektiv als 2,8/50mm als "Hektor" Design gab. Also zwei außen stehende einzelne Linsen und ein verkittetes Mittelglied.
    Die Culminare 2,8/85mm und 4,5/135mm sind reine "Tessar" Designs, wurden in den Steinheil Prospekten so angepriesen mit Zeichnung.
    Wie ich ganz oben schon geschrieben haben gab es die Triplare aber auch als Tessar Varianten.

    Ein ziemliches Durcheinander das die Münchner uns da hinterlassen haben, Luja sog I, Himmel sakra!
    Sehr interessant! Mir war umgekehrt nicht bewusst, dass es das 2.8/85 Culminar auch als Tessar Konstruktion gab... muss mal nachschauen welches Design mein Exemplar hat. Hier wird es jedenfalls mit einer Triplar-ähnlichen Konstruktion gezeigt:
    https://photobutmore.de/exakta/steinheil/

    An anderen Stellen ebenfalls. Aber wird wohl beides gegeben haben.

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