Zitat Zitat von CameraRick Beitrag anzeigen
Hallo liebe Leute,

habe da mal eine Frage.
Ich hab neulich in einem hiesigen Geschäft ein Vivitar Series 1 35-85mm f/2.8 für Nikon AI gesehen. Ich habe es gleich mal drauf genommen und ein wenig fotografiert - auffällig war ein sehr "softes" Bild bei bei Offenblende, ein wenig "Bloom" quasi. Nichts erschütterndes, aber schon schwierig im Alltag zu gebrauchen. Aber auch ein wunderschönes Bokeh!
Bei f/4 ging es schon recht klar, bestimmt nicht der übertriebene Knaller, aber brauchbar (ich habe auch nur im Geschäft aus der Hand fotografiert, mit meinem Mini-Sucher ist das nicht so leicht)

Nun war es recht ersichtlich, dass manche der Linsen im Objektiv etwas trüb zu sein scheinen. Also, wirklich nicht viel (wie etwa ein beschlagenes Fenster oder meine Brille wenn ich vergesse den Kopf weg zu drehen wenn ich den Backofen öffne), aber so ein wenig schon. Ich behaupte, dass es nicht die Front-Linse, sondern die dahinter ist. Vielleicht auch eine andere, weiter drin. Ich denke es wird kein Fungus sein, aber beweisen kann ich es auch nicht
Ich traue mir nun zu, das Ding aufzubauen und an die Linsen ran zu kommen (in so einem Zoom sind das zwar ein paar mehr, aber dennoch).


Nun die Frage: kann man solche Linsen noch reinigen, oder hat man da keine Chance? Ich würde es dann kaufen und sauber machen, damit man es besser nutzen kann. Das Ding kostet knapp 59€ was nicht die Welt ist, aber auch ärgerlich wenn es nicht klappt. Und was für Reinigungsmittel nimmt man da?

Liebe Grüße
Hallo Camera Rick,

ist die Fokussierung bei dem Objektiv weich und geschmeidig oder eher schwergängig?

Manchmal bildet sich auch bei der Austrocknung des Fettes ein leichter, feiner Nebel in der Nähe der letzten Position, an welcher der Helicoid stand, als das Objektiv dann weggelegt und lange nicht mehr benutzt wurden.

Denkbar wäre auch Feuchtigkeit durch Keller, Aufenthalt in Feuchtgebieten.. die Liste der Möglichkeiten ist lang. Man kann es etwas eingrenzen. Wenn die Fokussierung leichtgängig ist, die Blende auch nichverölt, dann würde ich auf Feuchtigkeit tippen.

Das Öffnen eines Zooms sollte man nur in Angriff nehmen, wenn man unerschrocken ist und einen Komplettverlust nicht scheut. Bei sorgfältiger und ruhiger Arbeitsweise, bei der Schrittweise jeder Handgriff dokumentiert und bebildert wird, die Teilen nacheinander in zusammenhängenden Gruppen abgelegt werden auf dem Arbeitstisch, kann es aber durchaus gelingen, auch ein Zoom wieder "flott" zu bekommen.

Für einen ungeübten würde ich das aber als Erstlingswerk auf keinen Fall empfehlen, so lecker sich auch die f2.8 und der Brennweitenbereich zunächst anhören.

Also darauf nur einlassen, wenn Du den Verlust lächelnd verschmerzen kannst. Dies ist die eiserne Prämisse, die man sich bei der Arbeit an Objektiven selbst setzen sollte. Nix ist nerviger, als Geld in die Hand zu nehmen um ihm dann nachzuweinen.

LG
Henry