Ja, das habe ich auch im Kopf. Auch, dass einige Kamerahersteller d/1000 verwendet hätten, wo die ca. 0,045mm vom 2.8/28 relativ nah dran liegt. Was verwendet wird kann man relativ leicht rückrechnen, wenn man die Unendlichmarke auf den Strich der größten Blende auf der Schärfentiefenskala stellt und dann die so eingestellte Entfernung abliest. Dann kann man über die Formel für die hyperfokale Entfernung rückrechnen: Z=f^2/(k*d), wobei k die maximale Blende ist, d die eingestellte Entfernung. Eigentlich ist die Formel Z=f^2/(k*(d-f)) mit f der Brennweite. Die Brennweite ist aber bei der hyperfokalen Distanz in der Regel viel kleiner als d, weswegen man sie auch weglassen kann.
Wenn man beim Prakticar 2.8 28 eine Blendenstufe mehr abblendet als laut Skala notwendig, dann verwendet man defakto einen Zerstreuungskreis von ca. 0,031mm (also ca. d/1500) und nochmal eine Blende mehr Zerstreuungskreisduchmesser von in etwa 0,022mm. Allerdings wirkt bei großen Blendenwerten dann irgendwann mal die Beugungsunschärfe entgegen.
Wegen des Shannonschen Abtasttheorems wird ein Tiefpassfilter / Antialiasingfilter gebraucht, der ja normal irgendwo vor dem Sensor sitzt. Da kann man abschätzen, dass der die Auflösung bei ca. dreifacher Pixelgröße oder mehr abschneidet. Bei 24Mpx ist ein Pixel ca. 0,006mm groß und die dreifache Größe ist dann 0,018 (also ca. entsprechend Abblenden um zwei Stufen). Dass das oben bei den Beispielausschnitten mit 24MPx beim Abblenden um zwei Werte nur noch minimal besser wird wird an der Beugungsunschärfe liegen. Bei 10Px haben wir einen Pixeldurchmesser von ca. 0,0091mm und den dreifachen von 0,027mm (also wieder nah an d/1500); allerdings habe ich keine Ahnung wie das technisch in der Kamera gelöst ist; wahrscheinlich dass sie weiter mit 24MPx aufnehmen und dann mittels Mittelung runterrechnen.
Bei der ganzen Pixelrechnerei ist auch noch ein Aspekt, dass je kleiner man den Zerstreuungskreisdurchmesser fordert, man auch eingeschränkter in der Bildgestaltung ist. Das könnte auch ein Grund sein, warum man auf d/1000 gegangen ist, wohl wissend dass man das auch schon bei Filmen der 70er und 80er gesehen hat, dass es nicht mehr ganz scharf ist.
Heute ist für Landschafts- und Tierfotografen das Kleinbildformat alias "Vollformat" wohl wegen der mangelnden Schärfentiefe nicht mehr erstrebenswert. Besser APS-C oder sogar MFT, oder für die Landschaft gleich das Handy....
Viele Grüße
Andreas



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