Kurzer Vergleich Zeiss Jena Tessar 2/50mm und 2,8/50mm
Durch einen Zufall konnte ich einen der Prototypen des Carl Zeiss Jena Tessar 2/50mm erwerben, der Preis war aus meiner Sicht auch fair im Anbetracht der Seltenheit des Objektives.
Genaue Stückzahlen gibt es es nicht. Zeiss in Jena hatte versucht das Konzept des recht einfachen Tessar Typen mit der hohen Lichtstärke zu kombinieren. Die ersten Versuche gehen noch auf die Ende der 1930er zurück auf Wandersleb und etwas später auch auf Vorschläge von Merthé. Diese Konstrukteure schlugen vor vor die hintere Linse asphärisch auszuführen. Wegen der damals noch nicht genügenden Genauigkeit sollte diese Fläche dann mit verkittet werden.
Ob davon jemals welche gebaut wurden weiß wohl keiner mit Genauigkeit zu sagen.
Dieses hier gezeigte Tessar f/2.0 stammt aus den 1950er Jahren, ob eine der Kittflächen auch hier asphärisch ist kann ich nicht beurteilen, es kann sich auch um ein drei Linsen Hinterglied handeln, davon gibt es auch Prototypen.
Der UV Lichttest hat ergeben das die vordere Linse Lanthanglas ist, es blockt das kurzwellige Licht komplett.
In der hinteren Gruppe ist es nicht so eindeutig aber es scheint auch dort eine ähnliche Linse verbaut zu sein.
Auffällig ist das die Fassung genauso klein ist wie die des 2,8/50mm Tessar. Die lichtstärkere Variante ist allerdings schwarz lackiert was sehr ungewöhnlich ist, die anderen Prototypen dieses Objektives sind silbern.
Anschluss ist Exakta, kürzeste Einstellentfernung ist 0,7m.
Ich habe jetzt lediglich ein paar Aufnahmen mit der Sony A7R III gemacht, dafür musste ich zwei Adapter hintereinander setzen. Ob die Unschärfe auf unendlich durch meine fehlerhafte Einstellung, die Adapter oder durch das Objektiv alleine kommen habe ich nicht nicht untersucht.
Es sind je eine Aufnahme bei voller Öffnung und eine bei f/5,6 und eine vom f/2 Tessar bei voller Öffnung im Nahbereich.
Wie alle sicher wissen wurde das Tessar nie mit dieser großen Blende in Serie gebaut weil die Leistung nicht an das Biotar heranreichte. Auch wenn es einige Vorteile gehabt hätte war hier allein die optische Qualität ausschlaggebend.
Es war möglich hiermit ein 50mm Objektiv mit f/2 an einer Reflexkamera zu verwenden, mit dem Biotar war das nicht möglich, daher hatte es die 58mm Brennweite. Erst mit dem Pancolar wurde dieses Problem gelöst.
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f/2 & f/2,8
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f/2 auf f/5,6 & f/2,8 auf f/5,6
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f/2
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Großartig! Hab das Objektiv auch gesehen und das ist natürlich ein sehr interessanter Prototyp. Zu der exakten Nummer konnte ich leider nichts finden, ab er das wäre meine Vermutung gewesen:
Anhang 159856
Könnte das hinkommen was das Verhältnis von Front- und Rücklinse angeht? Oder ist es doch eher auf einem anderen Tessar Prototypen basierend? Bei diesem scheint jedenfalls die Frontlinse asphärisch... zumindest deuten die Hinweise bei der Zeichnung das an.
Ein Bekannter von mir hat festgestellt, dass das Gehäuse aussieht wie das vom Biotar 5.8 cm f/2 aussieht - könnte das sein?
Vielen Dank jedenfalls fürs Zeigen. So etwas ist auf alle Fälle immer besonders interessant.
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Hier zwei technische Zeichnungen aus der Serie, sie zeigen V49 und V93. Zwischen diesen beiden gibt es gravierende Unterschiede.
Das von mir vorgestellte ist die Nr. V63
Die ersten Versuchsobjektive wurden wohl schon 1948 hergestellt. V93 somit wohl 1950. Kurz danach kam dann auch das Pancolar auf den Markt, damit hatten sie diese Versuche erübrigt.
Anhang 159857
Anhang 159858
Hier die Zeichnungen des DDR Patentes für die asphärischen Varianten, dabei auch das mit der deformierten Frontlinse. Allerdings wusste damals keiner wie man eine solche Linse in nennenswerter Stückzahl und zu einem vertretbaren Preis herstellen konnte. Gezeichnet und auch gerechnet ist so etwas dagegen recht schnell.
Viel Raum für Spekulation.
Anhang 159859