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Canon FD Chromring/Breechlock und nFD - Blendenfunktion überprüfen
Da die Frage schon mehrfach an mich herangetragen wurde, hier eine kleine Darstellung, wie man die Blende des FD Objektivs überhaupt entkoppelt, um die Blendenlamellen sicht- und prüfbar zu machen:
Anhang 16823
Im Bild ist zu erkennen, das sich unter dem Chromring in der Nähe der roten Ansetzmarkierung eine Blechlasche befindet, die verhindert das der Chromring sich wie beim Ansetzen und Verriegeln des Objektivs an die Kamera drehen lässt.
Das spiegelt in etwa auch das wieder, was sich beim Ansetzen des Objektivs an einer Kamera mit FD Aussenbajonett unterhalb des Chromrings "abspielt"
Diese Lasche ist dort angebracht worden, um den Chromring in einer definierten Position zu halten, wenn diese FD Objektive an die Kamera angebracht werden sollen. Er hält quasi alle Hebel in einer definierten Position zu den in der Kamera vorhandenen, korrespondierenden Gegenstücken. Mechanisch eine sehr aufwändige und wohl durchdachte Sache !
Nur wenn diese im Bild gezeigte Lasche nach unten/innen gedrückt wird, läßt sich der Ring drehen. Genau das passiert auch, wenn der Rückdeckel aufgesetzt oder das Objektiv an der Kamera angesetzt wird.
Gleichzeit erledigt der Chromring aber noch etwas anderes...
Am Chromring sind zwei in die Riffelung eingelassen Schräubchen zu sehen.. diese halten einen Hebel, der dafür sorgt, das der im linken Teil des Bildes zu sehende, mit den Kurzpfeilen markierte Blendenübertragungshebel ebenfalls in einer festen Position in die Kamera eingeführt wird. Über diesen Blendenübertragungshebel wird nämlich der später am Blendenring eingestellte Wert an die Kamera übertragen.
Es leuchtet ein, das dieser Hebel immer einen Anfangsposition haben muss, denn in der Kamera existiert ja das "Gegenstück" dazu.. ein Hebel mit dem das abgetastet wird. Würde dieser Hebel "frei laufen" könnte es sein, dass er oberhalb des mechanischen "Abtasters" in der Kamera angesetzt wird und infolge dessen nicht mit dem Belichtungsmesser korrespndiert.
Also den PIN mit einem spitzen Gegenstand runterdrücken und den Chromring drehen, dann sollte alles klarer werden und die drei Pfeile zeigen, wie sich der Blendenübertragungshebel jetzt mit der Blenden einstellung mitdreht.
Dann kann der Blendenwert am Blendenring eingestellt werden und mit dem zweiten, großen Hebel (ist der Schliesser für die Blende bei Auslösung der Kamera = Kameraschlagwerk) der Zustand der Lamellen überprüft werden.
Wird der große Hebel für das Kamera - Schlagwerk ganz nach oben gedrückt (arretiert), rastet er auch in eine feste Position und man hat dann die "Arbeitsblende". In der Position ist dann jede Veränderung der Blende bei Änderung am Blendenring sofort sichtbar.
Mechanisch sind diese FD Objektive echte Meisterleistungen, die sich aber nur schwer erschließen, wenn man sich in Ermangelung einer Kamera dazu klarmachen kann, was da wie ineinander greift.
LG
Henry
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Zu den FD --> SONY NEX Adaptern noch ein kleiner Hinweis.. weil es auch desöfteren vorkam.
Die aus fernöstlicher Fertigung stammenden Billig-Adapter zeichnen sich nicht durch extreme Maßhaltigkeit aus.
So kommt es speziell bei den FD Adaptern immer wieder dazu, dass diese "wacklig" auf dem Adapter sitzen. Schuld daran sind die falschen Steigungsmaß-Berechnungen der asiatischen Billigproduzenten im Hinblich auf die Funktion der "Haltekrallen"..
Der Chromring läuft auf einem Gewinde mit einem definierten Steigungsmaß und soll das Objektiv beim Verriegeln "anpressen" an die Auflagefläche.
Dadurch das die Steigung des Chromringgewindes einen definierten Abstand der Haltekrallen für die Viertelumdrehung der Verriegelung voraussetzt, müssen diese "Krallen" -Abstände oft "von Hand" nachgearbeitet werden um einen festen Sitz ohne zu wackeln zu erreichen.
Im nachfolgenden Bild sind die Haltekrallen mit einer Zange weiter nach oben / nach vorn / zu sich hin "gezogen" worden.
Wenn man also diese Krallen minimal nach vorne verbiegt (womit auch immer), so erreicht man einen festen Sitz des Objektivs auf dem Adapter..
Anhang 16824
LG
Henry
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Zitat:
Zitat von
LeBleuBeau
Der tip mit dem Adapter ist Gold wert, da so auch nFD Objektive geprüft werden können!
Bei denen funktioniert der obige Tip leider nicht mehr.
Grüße
Michael
Deshalb stand im Titel ja auch erstmal nur was von FD Chromring Objektiven... grins.
Bei der Umgestaltung des FD Mounts hin zum nFD Mount hatte man dann festgestellt, das es mechanisch vorteilhafter und weniger Aufwändig ist, wenn man statt des drehbaren Chromringes, den gesamten inneren Teil quasi wie bei einem Innenbajonett drehbar macht. So stand dann beim neuen FD Mount der äußere Teil bei Ansetzen des Objektivs "fest" in der Kamera - Halterung (Kamerabajonett) und der gesamte Tubus mit allen Einstellorganen und Hebeln wurde drehbar ausgeführt.
Wenn man ein nFD Objektiv an eine Kamera ansetzt, so wurde nun erstmalig das Objektiv selbst gedreht, wo vorher nur das Objektiv quasi nur durch den drehbaren Chromring angepresst wurde.
DAmit umging man die Notwendigkeit, diese sehr aufwändige Mechanik mit massenweise Federn und kleinen Zusatzhebeln bei den unterschiedlichen Objektivtypen jeweils neu "erfinden" zu müssen. Mal war mechanisch hier etwas im Wege, mal an anderer Stelle. So hatte letztlich bis auf das Auflagemaß jedes Objektiv so seine kleinen Änderungen in der Chromringvariante.
Das nFD war daher die logische Konsequenz, hier Einsparungen durch die Nutzung gleicher Teile vorzunehmen und die Dinge teilweise zu vereinfachen. Wo früher für die Objektivtypen jeweils ein Chromring mit eigenem Durchmesser für das 24er oder das 55er etc.. gefertigt werden musste, konnten nun die Teile miteinander kombiniert werden, weil die äußeren Dinge wie die gleich im Bild gezeigte Blechlasche, die Auflagefläche etc.. gleich verwendet werden konnten. Zwar war und ist auch hier die Mechanik immer noch ziemlich abgefahren, aber die Dinge wurden in der Fertigung einfach günstiger als die noch sehr aufwändig zu fertigenden FD Mounts.
Aber auch hier ist eine mechanische Möglichkeit gegeben, die nFD Objektive zu prüfen. Allerdings setzt dies 3 Hände voraus oder eine auf Verständnis beruhende Herangehensweise.
Der nFD Mount hat unter seiner umlaufenden Blechlasche die gesamte drehbare Mechanik.
Hier mal der Anschluss..
Anhang 16825
Unter dieser Blechlasche kann man eine Zahl von "Erhebungen" erkennen.. diese regeln das weitere vorgehen. Ich zeige deshalb ein weiteres Bild mit
abgenommener Blechlasche ... und den Punkten wo der innere Teil nun verriegelt ist in dem neuen Anschluss. Dies Punkte müssen gefunden und niedergedrückt und dabei gleichzeitig der gesamte Innenteil verdreht werden. Auch dann kann man die Geschichte prüfen..
Anhang 16826
Wie man hier sehen kann, sind an den zwei markierten Punkten kleine "Zungen" angebracht, die beim Niederdrücken dieser PINs die gesamte Auflageplatte mitsamt dem normal daran befestigten Objetiv freigeben.. durch drehen im Uhrzeigersinn werden dann die Geschehnisse beim Ansetzen an eine Kamera "simuliert"..
Sehr aufwändig und mit zwei Händen kaum zu schaffen.
Deshalb empfehle ich jedem, der sich für FD Objektive, egal ob FD oder nFD interessiert und die Funktion der Blende überprüfen will, sich einen alten Canon FD Rückdeckel zuzulegen, ihn hinten abzutrennen, so das quasi ein von hinten "durchsichtiger Deckel" entsteht. Dann gibt es kein Problem bei der Prüfung der nFD Objektive und man braucht keine "3 Hände".
Ideal, wenn man auf den Flohmarkt geht oder eine Fotobörse besucht und schnell mal so ein Objektiv prüfen will.
LG
Henry
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...
hallo Henry
ups, da war ich wohl zu langsam, aber trotzdem. Da scheine ich ja eine richtige Marktlücke per PN an Henry getroffen zu haben, ...
Zitat :
"Wird der große Hebel für das Kamera - Schlagwerk ganz nach oben gedrückt (arretiert), rastet er auch in eine feste Position und man hat dann die "Arbeitsblende". In der Position ist dann jede Veränderung der Blende bei Änderung am Blendenring sofort sichtbar."
das war der Knackpunkt, vielen Dank
Bei mir sieht die FD-Linse allerdings etwas anders aus :
Anhang 16827
Wie dem auch sei, wenn ich jetzt die originale hintere Verschlusskappe aufsetze, dann funktioniert die wie ein FD-Body und nimmt alle beweglichen Teile im FD-Bajonett mit. Die Blendenfunktion kann durch die Optik von vorne kontrolliert werden.
Ein FD /EOS-Adapter müsste doch gleiches bewerkstelligen ?
Wolfgang
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....hier eine kleine Visualisierung mit meiner alten, zerbeulten und verstaubten Canon EF. Die hier gerade noch liegt, weil ich damit letzte Woche erfolgreich einen Film belichtet habe - allerdings nur manuell wegen Wackelkontakt.
Anhang 123523
Gruß
Gorvah