AW: Geheimbotschaften in Objektiven
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CChris
Hat noch jemand mysteriöse Zahlen oder Notizen zu bieten, die in Objektiven versteckt waren? Die Idee der versteckten Botschaften z.B. der Entwickler gibt es ja als "Easteregg" schon lange, nur ist das eben ein Objektiv besonders subtil ;)
das ist jetzt kein Witz, das war real:
Lt. Herrn Olbrich ist ein einzelnes P in einem Zeiss-Objektiv der Hinweis, dass es ein Objektiv aus einer Fertigung unter dem Namen Pentacon ist, irgendwo gibt es dann noch eine Nummer. So konnten die Servicedienste feststellen, was sie ggf. mal in der Hand hatten oder mal haben werden. Andersherum wurde aber niemals ein Zeiss als Pentacon gelabelt, so dass es in einem Pentacon kein Z zu finden gibt.
Alles was Pentacon hieß kam z.B. nicht nur aus Weixdorf bei Dresden, aus Freital oder aus dem Stammhaus Dresden oder aus Görlitz, sondern zu meiner allergrößten Überraschung kam z.B. der Nachfolger des Orestegor 4/200, das Pentacon MC 4/200 aus Rumänien und das mit allen Problemen und Fertigungsmängeln. Ich wußte das bis vor ein paar Minuten auch nicht, aber nachdem ich ein Pentacon MC 4/200 Nr. 3153017 wegen einer scheinbaren Schwergängigkeit durch verharztes Fett dort zum Service hatte, mußte ich erfahren dass dieses Objektiv in Rumänien wie etliche andere aus der Serie eine leicht gekrümmte Einstellfassung eingebaut bekommen hatte. Der Schneckengang hat quasi einen kleinen Buckel, den es zu überwinden gilt. Ein Fehler, den man zu DDR-Zeiten nicht als Fehler erkennen wollte und den man heute nicht mehr verändern kann, ohne das Objektiv zu 80 Prozent aus Neuteilen neu aufzubauen, was aber Unsinn wäre. Ich muß mit dem "Klemmer" leben. Er ist ein sozialistisches "Muß sein" quasi "innerhalb der Fertigungstoleranz", wie es bei manchen heutigen DSLR-Herstellern immer so schön heißt.
Ein anderes wesentlich älteres Pentacon 4/200 Nr.8561678 von meinem Vater stammte vorher aus deutscher Fertigung in Görlitz und läuft seidenweich hat eben nun keine MC-Vergütung, die gab es damals noch nicht. Aber technisch und verarbeitungsseitig ist es Lichtjahre besser!
Ergänzung um 15:14:
Der Fairness halber sei hinzugefügt:
Heute nachmittag getestet: Die optische Leistung des MC-Objektivs ist exzellent und deutlich besser als die des älteren Objektivs. Da muß man sich mit den technischen Unzulänglichkeiten eben abfinden.
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AW: Geheimbotschaften in Objektiven
Wieder eine seltsame Fabrikationsnummer - ich frage mich, wieso man nicht einfach die Seriennummer genommen hat, Listen musste man doch so oder so führen, falls Materialfehler auftreten ..
Minolta MD Rokkor 24 f/2.8
Anhang 12588
AW: Geheimbotschaften in Objektiven
Na, dann schreib ich euch hier auch noch mal was zur Unterstützung meiner Theorie:
Dr. Huber Nasse von Zeiss, da für Kamera-Optik zuständig irgendwie erklärte beim Interview mit Hasselblad für das Magazin Hasselblad Forum 3/2004 in etwa folgendes in Bezug auf die Veränderungen beim Biogon 38: Die Optikfertigung wäre vor 50 Jahren, als die ersten 38er gebaut wurden, noch nicht so exakt was die Dicke der Bauelemente anbelangt. Dies wurde dann über die passende Zusammenstellung von den Einzellinsen oder Gruppen ausgeglichen.
Das ist zum Einen für mich verständlich: Beim Schleifen und Polieren von Linsen erreicht man irgendwann die optimale Kurvenform - aber da sit nicht einfach der selbe Zeitpunkt zu dem man die optimale Dicke erreicht. Ich habe mich mal mit dem Selbst-Schleifen von Kugel. bzw. Parabolspiegeln befaßt, und da wars auch ganz klar, dass man halt irgendwann die gewünschte Form erreichen kann, aber dafür kann man durchaus verschieden viel Material abnehmen - also unterschieldiche Dicken. Bei Astronomiespiegeln ist das sehr unkritisch, da wir ja nut eine Seite bearbeitet, und ob da jetzt 1/10 mm mehr oder minder viel weggeschliffen wird, macht sich hauptsächlich in der Arbeitsdauer bemerkbar.
Zum Anderen paßt das ganz gut zu diesen Zahlen. Das werden schon oftmals Dicken, Abstände zur Fokusebene, Radien oder sowas sein. Und dann schaut man bei der Montage was zueinander paßt.
AW: Geheimbotschaften in Objektiven
Die selbe Zahl ist übrigens noch in den auf dem Bild im Schatten liegenden Linsentubus eingraviert - durchaus möglich, dass deine Theorie stimmt.