Hallo,
wie ich schon einmal erwähnte habe ich zwei Wohnsitze. Dadurch bedingt habe ich meine Fotoausrüstung aufgeteilt um nicht immer alles von A nach B und wieder zurück schleppen zu müssen. Am Ort B habe ich nun eine Notausrüstung für Nahaufnahmen. Eine Nikon D300 und das alte Nikon AF 2,8/105 mm micro. Normalerweise benutze ich ein modernes 2,8/90 mm auf einer spiegellosen Systemkamera (Kleinbild) sowie meine beiden Lieblinge Olympus OM 4,5/135 mm und 4,0/80 mm. Damit sind aus technischer Sicht extrem hochwertige Nahaufnahmen möglich.
Und hier nun mein Problem: seit letzter Woche habe ich einige kleine grüne Mitbewohner welche ich gerne ablichten möchte. Sie sind ca. 2 mm groß und sollen demnächst gekillt werden. Mein erster Versuch ging mit der Nikon voll in die Hose. Eigentlich bin ich hinsichtlich Nah- und Makrofotografie sehr erfahren. Das Nikon Makroobjektiv habe ich schon lange, benutze es aber so gut wie nie, weil es eine regelrechte Fehlkonstruktion ist, Im Bereich Unendlich ist es super stark, je näher man damit kommt, umso schwächer wird es (Farbsäume, Schärfe). Und jetzt kommt es, ich meine nach mehr als 30 Jahren erkannt zu haben, daß es eine massive Schärfeverschiebung bei 1:1 hat. Wenn ich mit dem live-view bei offener Blende einstelle und dann leicht abblende (1 bis 2 Blenden) sind alle Fotos unscharf. Ich glaube nicht, dass ich Fehler machte bzw. die Blumen mit den Blattläusen während der Aufnahmen leicht wackelte. Auch dass die Beugung so stark schon sichtbar ist verneine ich.
Ich bin mir nicht sicher, neuerdings habe ich – weil ich wie gesagt nicht immer alles von A nach B schleppen möchte – einen zweiten Einstellschlitten gekauft. Dieser ist nicht das Gelbe vom Ei. Ich habe an der falschen Stelle gespart. Der neue Schlitten von Sirui ist allenfalls zweite Wahl. Sobald man ihn feststellt verzieht er die Schärfe. Folglich habe ich ihn nie ganz festgestellt. Vielleicht liegt mein Ergebnis daran? Ich glaube das nicht, möchte es aber auch nicht ausschließen. Zwischenfazit: wer beim Kauf eines Einstellschlittens geizt spart am falschen Ende. Gute Einstellschlitten sind extrem teuer, aber ihr Geld in der Praxis wert. Sie erleichtern die Einstellarbeit ungemein.
Fazit: alle meine Fotos zeigen bei offener Blende dass ich exakt einstellte. Alle Bilder, bei welchen ich leicht abgeblendet habe, sind unscharf. Ich habe den Eindruck, die Schärfe liegt hinter dem Motiv. Wer hat ähnliche Erfahrung mit dem alten Nikon AF 2,8/105 mm micro gemacht? Wie gesagt, mit meinen drei anderen Objektiven, welche ich seit Jahrzehnten verwende, kenne ich diese Erscheinungen nicht. Das Nikon habe ich vom ersten Tag an nicht gemocht und deshalb so gut wie nie benutzt; zumindest nicht für Nahaufnahmen. Es mitzunehmen war ein Fehler – ich sollte es still und leise entsorgen.

