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		<title><![CDATA[DigicamClub - Digitalfotografie neu erleben - "Café Manuell" - Hier wird geplaudert..]]></title>
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			<title><![CDATA[DigicamClub - Digitalfotografie neu erleben - "Café Manuell" - Hier wird geplaudert..]]></title>
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		<item>
			<title>noch ein Text</title>
			<link>https://www.digicamclub.de/showthread.php?t=27502&amp;goto=newpost</link>
			<pubDate>Thu, 06 Aug 2026 19:37:29 GMT</pubDate>
			<description>Leica oder die Schule der fotografischen Selbsttäuschung 
 
Warum mir die Leicareife vermutlich verborgen bleiben wird 
 
Es gibt in der Fotografie offenbar Entwicklungsstufen, deren Existenz mir lange verborgen geblieben sind. Ich war tatsächlich so naiv zu glauben, dass die entscheidende...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>Leica oder die Schule der fotografischen Selbsttäuschung<br />
<br />
Warum mir die Leicareife vermutlich verborgen bleiben wird<br />
<br />
Es gibt in der Fotografie offenbar Entwicklungsstufen, deren Existenz mir lange verborgen geblieben sind. Ich war tatsächlich so naiv zu glauben, dass die entscheidende Fähigkeit eines Fotografen darin besteht, etwas zu sehen, einen Augenblick zu erkennen und aus der unüberschaubaren Menge alltäglicher Eindrücke jene wenigen herauszufiltern, die eine Bedeutung besitzen. Eine geradezu primitive Vorstellung, wie ich inzwischen einsehen musste. Denn neben dieser alten Idee des Fotografen, der mit offenen Augen durch die Welt geht und versucht, eine eigene Sichtweise zu entwickeln, existiert offenbar eine weitaus höhere Form fotografischer Bildung: die Leicareife.<br />
<br />
Ich muss gestehen, dass ich diesen Begriff lange unterschätzt habe. Zunächst hielt ich ihn für eine augenzwinkernde Bezeichnung jener besonderen Begeisterung, die Menschen für ein hochwertiges Werkzeug entwickeln können. Ich dachte, es gehe um die Freude an präziser Mechanik, um die Wertschätzung einer langen Tradition und um die verständliche Begeisterung für ein außergewöhnlich gefertigtes Produkt. Doch je länger ich die Sprache, die Rituale und die Selbstbeschreibungen dieser Welt beobachtete, desto deutlicher wurde mir, dass es sich um weit mehr handeln muss. Die Leicareife ist kein gewöhnlicher Zustand der Zufriedenheit mit einer Kameramarke. Sie scheint vielmehr eine Art fotografische Erleuchtung zu sein, eine höhere Stufe der Erkenntnis, die den Menschen über das bloße Fotografieren hinausführt und ihn in jene Sphäre erhebt, in der die Kamera nicht mehr nur Werkzeug ist, sondern Ausdruck einer bereits erreichten geistigen und ästhetischen Entwicklung.<br />
<br />
Leider ist mir dieser Aufstieg bisher nicht gelungen.<br />
<br />
Ich bin bedauerlicherweise auf einer sehr einfachen Stufe stehen geblieben. Ich sehe eine Kamera noch immer als Kamera. Ich betrachte sie als ein Werkzeug, das mir helfen soll, etwas festzuhalten, eine Beobachtung sichtbar zu machen oder eine Idee in eine Form zu bringen, die über den Moment hinaus Bestand haben kann. Eine ausgesprochen begrenzte Sichtweise, denn der gereifte Leica-Anwender hat längst erkannt, dass die eigentliche Bedeutung eines fotografischen Werkzeugs nicht unbedingt in dem liegt, was damit entsteht, sondern in dem, was der Besitz dieses Werkzeugs über seinen Besitzer aussagt.<br />
<br />
Hier beginnt meine Unreife.<br />
<br />
Während ich mich noch mit der völlig nebensächlichen Frage beschäftige, ob ein Bild interessant ist, ob es eine Atmosphäre besitzt oder ob es einen Gedanken vermittelt, haben andere längst entscheidende Ebenen der Fotografie erreicht. Sie beschäftigen sich mit der subtilen Zeichnung verschiedener Objektive, mit den Eigenheiten bestimmter Baujahre und mit den historischen Besonderheiten einzelner Modelle. Sie wissen, welche Linse welchen Charakter besitzt, welche Fertigungsperiode besonders begehrt ist und welche technische Entscheidung angeblich Rückschlüsse auf die geistige Haltung des Fotografen erlaubt.<br />
<br />
Ich hingegen stehe weiterhin ratlos vor einem Bild und frage mich, warum es mich berührt oder warum es mich völlig kalt lässt.<br />
<br />
Ein bedauerlicher Mangel an Entwicklung.<br />
<br />
Vielleicht liegt mein größtes Problem darin, dass ich Fotografie noch immer für eine Angelegenheit des Sehens halte. Ich habe nie vollständig verstanden, warum eine tiefgehende Kenntnis der technischen Voraussetzungen automatisch zu einer tiefgehenden Kenntnis des fotografischen Ausdrucks führen sollte. Natürlich ist Wissen über Werkzeuge wertvoll. Natürlich kann ein Fotograf von einem guten Werkzeug profitieren. Aber irgendwo zwischen dem Verständnis für ein Werkzeug und der Überzeugung, durch dieses Werkzeug selbst eine besondere fotografische Identität erworben zu haben, liegt eine Grenze, die erstaunlich leicht überschritten wird.<br />
<br />
Dort beginnt die eigentliche Schule der fotografischen Selbsttäuschung.<br />
<br />
Es ist eine bemerkenswerte Erscheinung: Menschen können sich jahrelang mit der Geschichte einer Marke beschäftigen, jede technische Besonderheit eines Objektivs erklären und die Unterschiede zwischen einzelnen Modellen mit einer Genauigkeit darstellen, die bei einem Ingenieur Bewunderung hervorrufen würde. Gleichzeitig bleibt die unangenehme Frage nach dem eigenen fotografischen Ausdruck erstaunlich oft unbeantwortet. Man kennt die Historie des Objektivs, aber nicht die Herkunft der eigenen Bildideen. Man kennt die Charakteristik eines Sensors oder Films, aber nicht den Charakter der eigenen Fotografie.<br />
<br />
Vielleicht ist das kein Zufall.<br />
<br />
Denn technische Dinge besitzen einen entscheidenden Vorteil gegenüber künstlerischen Fähigkeiten: Sie lassen sich erwerben. Man kann sie kaufen, vergleichen, sammeln und besitzen. Kreativität hingegen ist ein wesentlich widerspenstigerer Begleiter. Sie lässt sich nicht bestellen, nicht gravieren und nicht durch eine traditionsreiche Marke ersetzen.<br />
<br />
Es gibt kein Objektiv, das einem einen eigenen Blick liefert. Es gibt keine Kamera, die aus einem Menschen jemanden macht, der tatsächlich etwas zu sagen hat.<br />
<br />
Aber man kann eine Leica kaufen.<br />
<br />
Und genau darin liegt ihre besondere Faszination. Sie bietet nicht nur ein Werkzeug, sondern eine Geschichte, in die man eintreten kann. Sie liefert eine Vorstellung davon, wer man als Fotograf sein möchte. Sie verwandelt technische Entscheidungen in persönliche Eigenschaften. Aus einer Einschränkung wird Konsequenz. Aus fehlender Bequemlichkeit wird bewusste Reduktion. Aus dem Verzicht auf moderne Möglichkeiten wird eine Erklärung über die eigene Ernsthaftigkeit.<br />
<br />
Die Leica ist damit weit mehr als ein Fotoapparat. Sie ist ein ausgesprochen elegantes Versprechen.<br />
<br />
Sie verspricht ihrem Besitzer, dass er anders arbeitet als die Masse. Dass er bewusster sieht. Dass er nicht einfach nur auslöst, sondern gestaltet. Dass er sich der Oberflächlichkeit moderner Fotografie entzieht.<br />
<br />
Und dieses Versprechen ist besonders attraktiv, weil es eine unangenehme Wahrheit umgeht: Dass der entscheidende Unterschied zwischen einem bedeutenden Fotografen und einem beliebigen Bildproduzenten nicht im Werkzeug liegt, sondern in der Fähigkeit, etwas Eigenes wahrzunehmen.<br />
<br />
Denn genau dort wird es schwierig.<br />
<br />
Sehen ist eine unbequeme Angelegenheit. Sehen bedeutet, sich selbst infrage stellen zu müssen. Es bedeutet, die Möglichkeit auszuhalten, dass ein teures Werkzeug keine Garantie für einen interessanten Blick bietet. Es bedeutet, zu akzeptieren, dass nach Jahren der Beschäftigung mit Fotografie vielleicht nicht die Kamera, sondern die eigene Vorstellungskraft die größte Begrenzung darstellt.<br />
<br />
Diese Erkenntnis ist schwerer zu ertragen als jede technische Diskussion.<br />
<br />
Vielleicht ist es deshalb so verführerisch, sich auf das Messbare zu konzentrieren. Objektive haben Eigenschaften. Kameras haben Daten. Seriennummern haben Ordnung. Historien lassen sich recherchieren. Die eigene kreative Fähigkeit hingegen entzieht sich jeder sicheren Bewertung. Ein Bild kann nicht mit einer Tabelle verteidigt werden. Es kann nicht durch technische Argumente besser gemacht werden. Es steht einfach da und muss bestehen.<br />
<br />
Oder eben nicht.<br />
<br />
Vielleicht liegt darin auch die eigentliche Tragik dieser besonderen Form fotografischer Leidenschaft: Man verfügt über eine beeindruckende Kenntnis der Bedingungen der Fotografie, ohne sich der unangenehmen Prüfung des Ergebnisses auszusetzen. Man weiß alles über das Werkzeug der Kunst und erstaunlich wenig über die Kunst selbst. Man kann über Mikrokontrast, optische Signaturen und Fertigungsdetails sprechen, während das eigene Bild am Ende vor allem eines bleibt: eine technisch sauber ausgeführte Aufnahme ohne zwingenden Grund, warum sie überhaupt existieren sollte.<br />
<br />
Das ist der Moment, in dem aus Leidenschaft eine Ersatzhandlung werden kann.<br />
<br />
Die Leica wird zur fotografischen Potenzprothese.<br />
<br />
Nicht weil sie schlecht wäre. Im Gegenteil. Gerade weil sie ein hervorragendes Werkzeug ist, kann sie so wirkungsvoll jene Lücke verdecken, die eigentlich nur durch eigenes Sehen, eigenes Denken und eigene Arbeit geschlossen werden kann. Sie vermittelt Sicherheit dort, wo Unsicherheit notwendig wäre. Sie erzeugt das Gefühl von Kompetenz, bevor die eigentliche Arbeit geleistet wurde. Sie gibt ihrem Besitzer die beruhigende Gewissheit, auf dem richtigen Weg zu sein, selbst wenn dieser Weg manchmal vor allem aus Gesprächen über das richtige Werkzeug besteht.<br />
<br />
Natürlich wird niemand diesen Gedanken gerne hören. Niemand möchte glauben, dass sein sorgfältig gewähltes, hochwertiges und traditionsreiches Werkzeug vielleicht auch eine Funktion erfüllt, die über die reine Fotografie hinausgeht. Viel angenehmer ist es, die eigene Ausrüstung als Ausdruck einer bereits vorhandenen fotografischen Reife zu betrachten.<br />
<br />
Vielleicht werde ich deshalb die Leicareife niemals erreichen.<br />
<br />
Mir fehlt offenbar die notwendige Fähigkeit, in einer Leica mehr zu sehen als einen Gegenstand. Ich bin nicht in der Lage, aus einer Kamera aus Wetzlar eine künstlerische Haltung abzuleiten. Ich bleibe bei der vermutlich überholten Vorstellung, dass ein Fotograf nicht durch das Werkzeug definiert wird, sondern durch das, was er damit sichtbar macht.<br />
<br />
Eine erschreckend unreife Haltung.<br />
<br />
Ich werde also weiterhin versuchen, Bilder zu machen, anstatt eine Geschichte über meine Ausrüstung zu erzählen. Ich werde weiterhin den mühsamen Weg gehen, auf dem nicht die Kamera für mich spricht, sondern ich selbst für meine Bilder verantwortlich bin. Ich werde weiterhin mit der unangenehmen Tatsache leben müssen, dass kein Objektiv der Welt<br />
  fehlende Vorstellungskraft ersetzt und keine Mechanik einen eigenen Blick erzeugt.<br />
<br />
Vielleicht ist das mein persönliches Versagen.<br />
<br />
Vielleicht werde ich die Leicareife tatsächlich niemals erreichen.<br />
<br />
Aber solange ich noch glaube, dass am Ende nicht die Kamera beurteilt wird, sondern das Bild, das durch sie entstanden ist, bleibt mir zumindest ein kleiner Trost:<br />
<br />
Ich bin vielleicht nicht weit genug entwickelt, um die höhere Wahrheit des roten Punktes zu verstehen.<br />
<br />
Ich bin dann wohl weiterhin nur Fotograf geblieben.<br />
<br />
Und habe viel Geld gespart.</div>

]]></content:encoded>
			<category domain="https://www.digicamclub.de/forumdisplay.php?f=223"><![CDATA["Café Manuell" - Hier wird geplaudert..]]></category>
			<dc:creator>Hans Dampf</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">https://www.digicamclub.de/showthread.php?t=27502</guid>
		</item>
		<item>
			<title>das fand ich in einem blog</title>
			<link>https://www.digicamclub.de/showthread.php?t=27501&amp;goto=newpost</link>
			<pubDate>Thu, 06 Aug 2026 04:34:02 GMT</pubDate>
			<description>Warum ausgerechnet dieses Bild?   
  Heute Morgen surfte ich mal wieder durchs Netz und blieb auf der Seite der APHOG beim Bild des Monats Juli 2026 hängen. Solche Überschriften haben eine unangenehme Eigenschaft: Sie erzeugen Erwartungen. Nicht deshalb, weil ich glaube, dort müsse das geniale Bild...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>Warum ausgerechnet dieses Bild?  <br />
  Heute Morgen surfte ich mal wieder durchs Netz und blieb auf der Seite der APHOG beim Bild des Monats Juli 2026 hängen. Solche Überschriften haben eine unangenehme Eigenschaft: Sie erzeugen Erwartungen. Nicht deshalb, weil ich glaube, dort müsse das geniale Bild des Monats hängen – Geschmäcker sind bekanntlich so verschieden wie Objektivsammlungen – sondern weil ich hoffe, einem Bild zu begegnen, das mich für einen Augenblick aus meinem fotografischen Alltag herausreißt. Ein Bild, das einen Ort nicht einfach nur zeigt, sondern ihn spürbar macht. Ein Bild, bei dem ich nach wenigen Sekunden denke: Genau deshalb musste jemand auf den Auslöser drücken.<br />
  Also mache ich das, was man bei einem Foto tun sollte: Ich schaue zunächst das Bild an und lese bewusst noch nicht den Begleittext. Schließlich sollte ein Bild zuerst für sich selbst sprechen dürfen, bevor der Fotograf als Dolmetscher eingreifen muss. Ich lasse meinen Blick über die Fassade wandern, folge den Linien nach oben, registriere die Laterne im Vordergrund, die geometrische Strenge der Architektur und die sauber herausgearbeitete Struktur der Glasflächen. Technisch gibt es daran wenig auszusetzen. Es ist ordentlich fotografiert, sauber belichtet und handwerklich völlig unauffällig – im besten wie im schwierigsten Sinne dieses Wortes.<br />
  Erst danach lese ich die Beschreibung und stelle fest, dass sie mit den Worten beginnt, die in der Hobbyfotografenszene inzwischen fast den Rang einer liturgischen Eröffnung erreicht haben: Leica M6. Summicron 2/35 Version IV. Kodak Ektar. Nikon Coolscan V ED. Es ist erstaunlich, wie selbstverständlich Hobbyfotografen zuerst ihre Ausrüstung vorstellen und erst danach ihr Bild. Man könnte fast meinen, die Kamera habe den Auslöser selbst gedrückt und der Fotograf sei lediglich als Transportmittel zwischen Objektiv und Motiv anwesend gewesen. Das Werkzeug erhält eine ausführlichere Einleitung als die eigentliche Bildidee, als könne man fotografische Bedeutung in Millimetern Brennweite oder in den Eigenschaften einer Emulsion messen.<br />
  Dabei ist dieses Bild ausgerechnet der schönste Beweis dafür, dass selbst eine Leica keine Wunder vollbringen kann. Sie kann Licht mit beeindruckender Präzision sammeln, feinste Tonwerte auf Film bannen und eine Glasfassade mit einer Eleganz wiedergeben, die jedem Ingenieur ein zufriedenes Lächeln entlocken dürfte. Was sie jedoch nicht kann, ist einem Motiv Bedeutung verleihen. Denn ich stelle mir unweigerlich die Frage, ob dieses Foto mit einer anderen Kamera tatsächlich schlechter geworden wäre. Ehrlicherweise lautet die Antwort: vermutlich nicht. Vielleicht hätte eine andere Kamera den Kontrast etwas anders interpretiert oder die Farben minimal verändert. Aber keine dieser Veränderungen hätte den eigentlichen Kern des Bildes berührt. Denn der liegt nicht in seiner technischen Qualität, sondern in seiner Aussage.<br />
  Und genau hier beginnt für mich die eigentliche Ironie. Unter dem Bild steht Hongkong, doch ohne diese Information wäre ich kaum auf die Idee gekommen, dass genau diese Stadt gemeint ist. Ich hätte ebenso bereitwillig Frankfurt akzeptiert, Singapur, Toronto, Dubai, Wanne-Eickel oder jede andere Stadt, deren Architekten beschlossen haben, Glas und Stahl möglichst effizient senkrecht zu verbauen. Das Gebäude besitzt keine fotografische Staatsangehörigkeit mehr. Es gehört zu jener globalen Architektursprache, die überall verstanden wird und deshalb fast nirgendwo mehr etwas Eigenes erzählt. Der Ort wird nicht durch das Bild sichtbar, sondern erst durch die Bildunterschrift. Die gewählte Perspektive von unten nach oben ist zwar gefällig, bleibt aber innerhalb einer vertrauten, fast schon banalen Bildsprache, die man von unzähligen Aufnahmen moderner Metropolen kennt. Selbst die Laterne im Vordergrund, die als kompositorisches Gegengewicht hätte dienen können, bleibt ohne echte erzählerische Funktion. Sie strukturiert das Bild, ohne ihm eine zusätzliche Ebene zu schenken.<br />
  Deshalb ist für mich paradoxerweise nicht das Foto der interessanteste Teil des Beitrags, sondern der Text darunter. Dort erfahre ich von der Dienstreise, den drei privaten Tagen, der Wartezeit an der Peak Tram und der spontanen Entscheidung, genau dieses Gebäude zu fotografieren. All das macht den Moment für den Fotografen nachvollziehbar. Nur wird dabei etwas deutlich: Oft erzählt nicht das Bild die Geschichte, sondern der Fotograf. Das Foto dient als Anlass, die Erinnerung zu schildern. Es wird zum Beleg dafür, dass man dort gewesen ist, nicht unbedingt dafür, dass man dort etwas gesehen hat, was ohne dieses Bild verloren gegangen wäre. Als einzelne, private Erinnerung mag das durchaus funktionieren. Als ausgewähltes „Bild des Monats“ überzeugt es nur schwer.<br />
  Vielleicht liegt genau darin das Missverständnis, dem Hobbyfotografen so gern aufsitzen. Sie investieren enorme Summen in Kameras, Objektive und Filme und hoffen insgeheim, dass ein außergewöhnliches Werkzeug irgendwann außergewöhnliche Bilder fast zwangsläufig hervorbringt. Doch eine Leica besitzt keine eingebaute Idee. Sie kennt weder Originalität noch Bedeutung. Sie unterscheidet nicht zwischen einem Motiv, das überall stehen könnte, und einem, das untrennbar mit einem bestimmten Ort verbunden ist. Sie macht lediglich sichtbar, was vor ihr steht. Die eigentliche fotografische Leistung beginnt erst dort, wo der Fotograf entscheidet, warum genau dieses Motiv eine Aufnahme wert ist und nicht die tausend anderen Fassaden, an denen er auf dem Weg dorthin vorbeigelaufen ist.<br />
  Am Ende blieb mir deshalb weniger das Bild in Erinnerung als seine technische Vita und seine Entstehungsgeschichte. Das ist keine Kritik an Leica, nicht einmal an diesem konkreten Foto. Es ist vielmehr eine Beobachtung über die Art, Fotografie zu betreiben. Hobbyfotografen sprechen mit bewundernswerter Leidenschaft über Kameras, Filme und Objektive, weil sie greifbar sind. Über Bildideen sprechen sie weit seltener, weil sie sich weder kaufen noch messen lassen.<br />
  Meine abschließende Bewertung fällt deshalb ernüchternd aus: Dieses Foto ist nicht misslungen, aber es bleibt im Kern belanglos und austauschbar. Es besitzt keinen visuellen Gedanken, der über das Motiv selbst hinausweist. Und vielleicht ist genau das die größte Ironie dieses Hobbys: Je teurer die Ausrüstung wird, desto größer scheint die Hoffnung zu sein, sie könne die Frage beantworten, die sie als Einzige niemals beantworten kann – warum ausgerechnet dieses Bild.</div>

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			<category domain="https://www.digicamclub.de/forumdisplay.php?f=223"><![CDATA["Café Manuell" - Hier wird geplaudert..]]></category>
			<dc:creator>Hans Dampf</dc:creator>
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		</item>
		<item>
			<title>Was würdet ihr tun an meiner Stelle?</title>
			<link>https://www.digicamclub.de/showthread.php?t=27496&amp;goto=newpost</link>
			<pubDate>Tue, 28 Jul 2026 22:28:07 GMT</pubDate>
			<description>Was würdet ihr tun? 
 
 Ich habe seit ca. einem Jahr neben meiner alten CANON EOS 6 eine neue CANON EOS R 6 II und bin mit der Kamera super zufrieden. Mein Objektivpark ist bis dato  Altglas und nur EOS EF. Ein originäres EOS R habe ich noch nicht und das aktuelle Angebot in EOS R begeistert mich...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>Was würdet ihr tun?<br />
<br />
 Ich habe seit ca. einem Jahr neben meiner alten CANON EOS 6 eine neue CANON EOS R 6 II und bin mit der Kamera super zufrieden. Mein Objektivpark ist bis dato  Altglas und nur EOS EF. Ein originäres EOS R habe ich noch nicht und das aktuelle Angebot in EOS R begeistert mich nicht so recht, zumal die Linsen, die ich gerne als R hätte viel, viel zu teuer mir erscheinen.<br />
<br />
Nun lese ich zu meiner Begeisterung aktuell hier im Forum den Hinweis, dass da ein Händler ein sehr gutes Superweitwinkel 4,0/14mm anbietet, und diese Linse auch noch mit AF unvorstellbar günstig ist und die Vorstellung eines Foren Kollegen hier, ist lesenswert mit vielen Bildern, auch noch eine super Bildqualität bescheinigt. Der einzigste Fehler an der Sache für mich ist, diese Linse gibt es  wohl nur für Sony E und halt nicht für Canon EOS R. Das ärgert mich schon sehr, dass sich CANON da nicht bemüht auch dabei zu sein!<br />
<br />
Ich meine nun die EOS R 6II war soweit ein Fehlkauf von mir! und ich besser mich für eine Sony hätte entscheiden sollen. Auch bei Ebay ist das Angebot von gebrauchten Sony Linsen ein vielfaches der Mitbewerber, sind die Sony so schlecht, dass alle diese verkaufen wollen, das würde ich nicht an nehmen wollen.<br />
<br />
Ich überlege nun tatsächlich mir auch noch eine neue Sony aus dem unteren Preissegment also Sony 7 III oder Sony 7IV zu kaufen. Die ca.24 MP entsprechen meinen Vorstellungen und die Sony 7 III wäre natürlich in meinem Budget einfacher unterzubringen. Gebraucht sollte die Kamera nicht sein und einen Adapter für EOS EF gibt es wohl auch. Wie seht ihr die Unterschiede zwischen der III und der IV in der Abbildungsqualität, Haltbarkeit etc?<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Vorab schon meinen besten Dank! und<br />
<br />
VG Ulrich</div>

]]></content:encoded>
			<category domain="https://www.digicamclub.de/forumdisplay.php?f=223"><![CDATA["Café Manuell" - Hier wird geplaudert..]]></category>
			<dc:creator>CanRoda</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">https://www.digicamclub.de/showthread.php?t=27496</guid>
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