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Thema: Panoramakamera

  1. #1
    Kennt sich aus
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    Standard Panoramakamera

    Ein kundiger Spitzenkommentierer im Forum, mit dem ich in einem angenehmen und interessanten Austausch stehe, teilte mir mit, dass er die russische Panoramakamera Horizon(t) nicht kenne. Ich habe sie dreimal besessen und will mich auch deshalb darüber auslassen, um von evtl. Erfahrungen anderer Nutzer zu hören.
    Das Panoramaformat hat auch in der Malerei immer schon eine Rolle gespielt, in der Photographie sogar bereits im ersten Jahrhundert ihrer Einführung, also dem 19.
    Bei der Diaprojektion haben wir uns früher damit beholfen, einzelne Bildteile abzukleben. bei Papierbildern wurden eben nur die gewünschten Inhalte vergrößert, um einen Breitbildeffekt zu erhalten oder der Abzug beschnitten.



    Ende der sechziger Jahre las ich erstmals in einer englischen Fotozeitschrift von der in den Zenitwerken hergestellten Panoramakamera Horizont. Sie verwendet normalen Kleinbildfilm, dessen Einlegen eine vertrackte Sache ist. In der Kamera ist der Film nicht plan sondern halbrund zylindrisch geführt - korrespondierend dazu, dass das Objektiv mittels Federwerk von links nach rechts rotiert. Das 2,8/28 Objektiv kann abgeblendet werden, hat aber keine Entfernungseinstellung- die Schärfentiefe muss es richten (wohl bei ca. 8 m justiert); da man aus Qualitätsgründen ohnehin abblenden wird, kommt das in der Praxis ganz gut hin.Die Belichtungszeiten (ursprünglich 1/30 bis 250)werden bei gleichbleibenderRotation durch Veränderung des senkrechten geöffneten Spaltes gebildet, der über den Film hinwegstreicht und ihn nach und nach belichtet. Ein in gleicher Richtung passierendes Auto wird ggf. verzerrt, was zu interessanten Effekten (nicht nur bei Fahrzeugen, Läufern o.ä.) führen kann. Das Negativformat ist 24x56, so dass ein Mittelformatvergrößerer oder -projektor benötigt würde. Ein japanisches, mechanisch wahrscheinlich höherwertigeres, teureres Gegenstück war die "Widelux". Ungleicher Lauf des Federwerks und seitlicher Lichteinfall galten als Hauptproblem der Horizont.


    Bei uns wurde das Modell durch Foto-Quelle vertrieben,war aber ein kommerzieller Flop, der bald verramscht wurde . Mein nach Anfangsproblemen gut arbeitendes Exemplar wurde mir gestohlen, und ich war genötigt den damals auf Fotobörsen gängigen Preis von 500 DM für die Ersatzbeschaffung hinzulegen .Es wareine Gurke, an der ich jahrelang herumgeschraubt habe. Bei ebay wird jede Menge (150-200 Euro) angeboten - man vereinbare auf jeden Fall ein Rückgaberecht. Bei Fremdentwicklung muss man Sorge tragen, den Film gerollt zu erhalten - da er sonst oft kleinbildmäßig zerschnitten wird.
    Die originale Ganzmetallausführung wurde später in Zusammenarbeit mit westeuropäischen Vertriebsfirmen durch ein Plastikmodell (202) ersetzt, das bei gleichem Konstruktionsprinzip sogar lange Zeiten - durch eine zweite, langsame Rotationsstufe - ermöglicht. Natürlich nur vom Stativ zu handhaben.Wer mit chemischer ("analoger") Fotografie weitermacht, sollte das in Erwägung ziehen - bevorzugt das neuere Modell.
    Für weitere Informationen muss ich auf Google und ebay verweisen, da mir die Technik des verlinkens fremd ist. Etwas ganz anderes sind natürlich die Konstruktionen mit festem Objektiv wie von Linhof, Fuji und Hasselblad. Von höhnischen Beiträgen, dass man das heute digital mit Mausklick macht, kann abgesehen werden -das wissen wir doch alle; wir sind hier aber doch in der Rubrik für alte Kameras.
     

  2. 5 Benutzer sagen "Danke", degreeceheim :


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