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Thema: Tokina AT-X SD 2.8/300mm

  1. #1
    Spitzenkommentierer Avatar von joeweng
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    Standard Tokina AT-X SD 2.8/300mm

    Moin,

    vor ein paar Wochen konnte ich ein sehr beanspruchtes Tokina AT-X SD 2.8/300mm mit Nikon F Mount erwerben, leider ohne Streulichtblende, die irgendwo in den Alpen verschollen ist.
    Eine solche ist auf dem freien Markt nicht aufzutreiben und so habe ich für die Testaufnahmen erstmal "etwas" provisorisch gebastelt, um zu viel Licht von der großen Frontlinse fernzuhalten.

    Das Objektiv ist groß und schwer!

    Gewicht 2,184 Kg inkl. Nikon/Canon EF-Adapter
    Länge ca. 22 cm
    Durchmesser 116 mm
    Frontfilter 112 mm
    Einsteckfilter 35,5 mm
    7 Blendenlamellen
    Blendenstufen 2.8 - 4 - 5.6 - ... - 32, von 4-22 in halben Blenden rastend
    rotierbare Stativschelle
    Innenfokussierung
    Naheinstellgrenze ist 2,4 m
    von 2,4 bis unendlich sind ca. 170° Drehwinkel
    Steulichtblende MH112

    Die Verwendung eines Stativs oder Einbeins ist fast Pflicht, ansonsten erspart man sich das Hanteltraining...

    So sieht es aus:

    Name:  Tok300_1.jpg
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Größe:  125,4 KB

    Name:  Tok300_2.jpg
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Größe:  124,6 KB

    Name:  Tok300_3.jpg
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Größe:  144,1 KB


    Hier meine Bewertung:

    Bei Offenblende ist mein Exemplar kontrastarm und mäßig scharf (vor allem bei entfernten Motiven), neigt zum Überstrahlen und zeigt CAs an harten Kontrastkanten.
    Blendet man auf 4 oder 5.6 ab, so erhält man gute bis sehr gute Schärfe und ein weitgehend farbfehlerfreies, kontrastreiches Bild.
    Gegenlicht mag es nicht und es straft mit Kontrastverlust. Man sollte eher knapp belichten.

    Das klingt erst einmal ernüchternd, oder?

    Auf der Haben-Seite ermöglicht das Tokina vor allem bei Offenblende ein cremiges Bokeh und hat durch die extrem geringe Schärfentiefe ein sehr hohes Freistellungspotential.

    Hier sollen ein paar Bilder - aufgenommen mit der Canon 6D - sprechen
    (aus Raw mit Faststone Image Viewer, verkleinert, Offenblende ohne Bearbeitung, außer wenn beim Bild angegeben):

    Name:  Tauben_1a.jpg
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Größe:  24,5 KB

    Gut zu sehen die Vignettierung bei Offenblende, etwas zu reichlich belichtet.

    Name:  Tauben_1_crop.jpg
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Größe:  35,6 KB

    Ein 100% Crop daraus - CAs und "geringe" Schärfe sichtbar, wobei das eine Freihand Aufnahme schnell fliegender Tauben ist!

    Der gleiche Ausschnitt, um den CAs den Schrecken zu nehmen mit DXO korrigiert

    Name:  IMG_5240_DxO.jpg
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Größe:  109,9 KB


    Name:  Spielgerät_3.jpg
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Größe:  60,3 KB

    Kontrastverlust rechts unten durch Gegenlicht, Kontrast und Schärfe bereits leicht angehoben


    Name:  Sattel_1.jpg
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    Kontrast und Schärfe leicht angehoben.


    Name:  Spielgerät_1.jpg
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Größe:  49,1 KB

    ohne weitere Korrektur


    Name:  Blüten-Ende.jpg
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    ist schon schön zu sehen, wie eine Backsteinhauswand im Bokeh verschmilzt

    Name:  Blüten-Ende_crop.jpg
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    Ein100% Crop daraus - man würde sich einen besseren Kontrast und mehr Details wünschen.


    Name:  Fernsehturm.jpg
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    Gegen unendlich wirkt das Bild bei Offenblende eher flau und unscharf

    Name:  Fernsehturm_crop.jpg
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    Daraus der 100% Crop ist ernüchternd - für Fernaufnahmen ist dieses Exemplar nicht geschaffen!

    Als spezielles Portrait Objektiv ist es eher gut geeignet, hier mal an der Nikon D300 - wobei ich dieses Bild eher in Schwarzweiß entwickeln würde...

    Name:  Lippenstift.jpg
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    Eine Anmerkung hierzu sei noch, dass der harte Spiegelschlag der Nikon eine spürbare Erschütterung durch das gesamte Objektiv jagt - bei der Canon ist davon fast nichts zu spüren.
    Der Charakter des Objektivs kommt an der "Vollformat" Kamera besser zur Geltung und man kann mit der Canon deutlich länger verwacklungsfrei belichten.

    Zum Abschluss, weil Herbst ist... für solche Motive ist das Objektiv sehr gut geeignet!

    Name:  Herbst.jpg
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    Name:  Distel_1.jpg
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    LG Jörn
    Geändert von joeweng (24.09.2017 um 21:53 Uhr) Grund: Schreibfehler
    Digital und Analog unterwegs...

  2. 9 Benutzer sagen "Danke", joeweng :


  3. #2
    Kennt sich aus Avatar von turbofoen
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    Wie groß war die Entfernung bei der Fernaufname in etwa?
    Das es bei Offenblende so aussieht, wundert mich ehrlich gesagt auch kaum.

  4. #3
    Spitzenkommentierer Avatar von joeweng
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    ...das waren so ungefähr 3 Kilometer - und ohne Stativ. Es sollte nur als Beispiel dienen, dass zumindest mit meinem Objektiv Fernaufnahmen bei Offenblende nicht sinnvoll sind.
    Abgeblendet auf 5.6 ist das Ergebnis deutlich besser und eher auf dem Niveau, das man von heutigen Zooms mit 300mm Endbrennweite bei gleicher Blende erwartet.
    Dafür schleppt man aber kein 2.8/300mm in der Gegend herum, oder?

    Natürlich würde mich interessieren, ob diese "Schwäche" im Fernbereich nur für mein sehr "gebrauchtes" Exemplar gilt, oder ob andere Nutzer das auch beobachten.

    LG Jörn
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