Das Biotar ist ein sechslinsiges Objektiv für Film- und Fotokameras. Seine Grundkonstruktion folgt dem Gaussschen Doppelobjektiv. Biotar-Konstruktionen erreichten schon in den 1920er Jahren eine hohe Lichtstärke.
Genau wie beim Planar werden beim Biotar die vier Linsen des Gaussschen Doppelobjektivs auf jeder Seite um eine weitere äußere Linse erweitert. Die inneren zwei Linsenpaare sind wie beim Planar verkittet. Dem 1925 von A. W. Tronnier für Schneider-Kreuznach entwickelten Xenon-Objektiv folgte der Zeiss-Konstrukteur Willi Merté in der Einführung einer wichtigen Asymmetrie: Die feldseitige (vordere) dreiteilige Linsengruppe wurde insgesamt größer ausgeführt als die hinter der
Blende
befindliche Gruppe. Weiterhin sind die beiden äußeren Sammellinsen jeweils von größerem Durchmesser als die beiden inneren Linsenpaare. Die ersten Schritte in dieser Richtung war H.W. Lee der Tylor-Hobson Company gegangen.
Das Biotar wurde von Zeiss jahrzehntelang angeboten, oft mit einer beachtlichen Anfangslichtstärke von 1:2 bei einer Brennweite von 58 mm (eine Berechnung von 1936 für
KB
-Spiegelreflexkameras). Für noch höhere Lichtstärken, wie sie für Filmaufnahme erforderlich sind (1:1,5 oder 1:1,4), konnten diese Objektive jedoch nur ausnahmsweise eingesetzt werden (z.B. für Portraitaufnahmen: Biotar 1:1,5/75 mm (1938)). Zeiss brachte dann ein überarbeitetes Biotar 1:1,4/25 mm für 16 mm-Filme heraus und um 1930 ein Biotar 1:1,4/50 mm für 35 mm-Filmkameras.
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