Eine ausgesprochen handliche Kamera, besonders wenn man sie mit Motorhandgriff und Prisma hat, wenig größer als eine heutigeDSLR (FF), dazu sehr robust. Mir ist sie (M645 1000S) einmal in Hüfthöhe aus der Hand auf den Boden gefallen - nichts defekt, gar nichts!
Von den Filmeinsätzen konnte man mehrere in der Tasche haben, so ging der Filmwechsel blitzschnell.
Die Gläser dazu waren sehr scharf. Es gab für diese Serie (nicht die automatischen Nachfolgemodelle) zwei Objektivserien, nämlich zunächst die mit "C" bezeichneten, dann die mit "N". Die N-Objektive sollen noch besser sein, was ich nicht beurteilen kann, denn ich habe nur die C-Serie. Diese werde ich demnächst an meine 5D2 adaptieren (1,9/80, 2,8/45, 4/210). Es sind ausgesprochen solide Linsen mit langen Einstellwegen (Blende und Focus), vergleichbar mit der Qualität der Leica-R-Objektive, nur etwas voluminöser und etwas schwerer (Metallkörper).
Ich habe damals dass ganze Set gekauft, Kamera, AE-Prisma, Motorhandgriff, alles im Koffer. Mamiya wollte das Mittelformat gegenüber Kleinbild verstärkt propagieren und warb mit dem Slogan "Mehr Negativ ist positiv", was ich noch heute unterschreiben würde, denn die Handlichkeit der Mamiya stand der einer gutenKB -Kamera nicht nach. Und beim Vergrößern war der Staub ein nicht so großer Feind wie beim
KB -Negativ.
Die Dichtungen konnte man leicht selbst erneuern, indem man schmale Streifen aus Moosgummi schnitt und einklebte.
Die Mamiya 645 1000S hat bei mir einen Ehrenplatz. Sie wurde allerdings irgendwann bei mir in der Praxis abgelöst durch eine Mamiya RZ, die ich sowohl mit 6x7 Magazin wie auch mit dem sehr seltenen 6x6 Magazin benutzte, was eine Hasselblad bei mir völlig aus dem Wunschdenken verscheuchte. Und das quadratische Format finde ich immer noch fantastisch und schneide oft meine digitalen Formate auf quadratisch zu.



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