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Thema: Canon FD 2/35mm Umbaudokumentation

  1. #1
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Standard Canon FD 2/35mm Umbaudokumentation

    Moin,

    aufbauend auf die Umbaudokumentation des Canon FD 1.2/55mm S.S.C., die hier zu lesen ist und dessen Studium der ersten Seiten ich zum besseren Verständnis anrate,

    http://www.digicamclub.de/showthread...SC-Umbaudoku..

    entschloss ich mich, eine weitere Doku zu starten, da gerade ein weiteres Canon FD 2/35mm auf der Werkbank liegt.


    Diesmal soll es um den Umbau des sehr guten und lichtstarken Canon 2/35mm in Bildern gehen.

    Beginnen wir mit der Übersicht, der zu verrichtenden Arbeiten. Hierzu habe ich ein Übersichtsbild aufgenommen, wo die zu fertigenden Einzelteile und Mods gezeigt werden..



    Hier die nähere Bedeutung der Teile:

    1. Canon 55mm Frontdeckel
    2. Gravurring, einschraubbar
    3. abgenommenes und vom Chromring befreite FD Auflagefläche mit Blendensteuerungsorganen
    4.a eingekürzter Objektivrumpf
    4.b abgetrennter Teil der Auflagefläche des Objektivrumpfes (1mm)
    4.b2 hintere Linsenverriegelung, noch ungeschwärzt, darunter der abgetrennte, 0,6mm starke Abtrag.. Pinsel und Farbe deuten auf die noch zu erfolgenden Schwärzung hin.
    4.c. alte Blendensteuerung, Schubfunktion, darunter das neu zu fertigende Teil für diese Funktion, darunter die Langfeder, welche die Zugfunktion zur Schließung der Blende übernimmt, und nun an den Blendenring geschraubt und verklebt wird (2K)
    5. neuer Canon EF Rückdeckel für das umgebaute Objektiv zum Versand an den Eigentümer
    6. neues EF Bajonett, gewonnen aus einem M42 zu EOS EF Adapter
    7. alter Canon FD Chromring, darunter der daraus gewonnene 4mm starke Ring zur Lichtdichtung und als Designelement (7.a)

    Die einzelnen Schritte erkläre ich Anhand der so gelisteten Nummern um zu zeigen, welche Tätigkeiten an welcher Stelle zu verrichten sind.
    Ich empfehle, sich das Bild in einen eigenen Browser-Tab zu legen und bei Bedarf hin und her zu "schalten" um das Bild vor Augen zu haben, beim Lesen des Beitrags.
    http://digicamclub.de/dunkelnetz.de/...r-schritte.jpg

    Bei der Abnahme des aus den Teilen 3 und 7 bestehenden alten Canon FD Bajonetts, geht es zunächst darum, dieses mit 3 Schrauben befestigte Bajonett mittels geeigneter Schraubendreher herunter zu bekommen. Dies ist manchmal nur sehr schwer möglich, da die Schrauben desöfteren und stellenweise schon so "festgefressen" sind, das auch der Umgang mit WD40 und starken Schraubendreher nur noch dazu führt, das die Kreuzschlitze der Schrauben "ausreißen". Hier hat sich dann bewährt, den Chromring zu allererst abzunehmen. Dies geschieht mittels zweier kleiner "Schräubchen" am Chromring selbst. Dabei wird ein innen hinter dem Ring geführter Hebel, von aussen nicht sichtbar, gelöst. Dieser hat die Funktion, den Blendenindikator für den Belichtungsmesser "zurückzusetzen" sobald der Chromring von der Kamera gedreht wird.
    Der Ring wird dann im Uhrzeigersinn aus seinem Gewinde gedreht. Hierbei stoppt er desöfteren, weil die Verriegelungslasche für das Ansetzen des Objektivs an die Kamera an einigen Stellen sperrt. Diese Lasche muss dann mit einem spitzen Gegenstand nur heruntergedrückt werden und der Ring kann weiter gedreht werden, bis er ganz herauskommt.

    Nachdem der unter Punkt 3. gezeigte, noch mit dem Rumpf verschraubte Bajonettanschluss frei vor uns liegt, läßt sich mit einem Schraubendreher noch ein wenig "probieren" ob man die Schrauben nun besser heraus bekommt. Sollte dies nicht zum Erfolg führen, so hilft hier nur, die Schraubenköpfe abzubohren/fräsen und die Verbindung durch "Druck" zu trennen. Wenn dies erfolgt ist, werden die verbliebenen Schraubenrümpfe mit einer Zange herausgedreht.

    Dies war die Schilderung des möglicherweise bei einigen Objektiven auftauchenden Problems.

    Nach dem Trennen des Objektivrumpfes liegt dieser unter Punkt 4.a gezeigte Rumpf nun frei vor uns. Auf dem Bild ist schon der nächste Bearbeitungsschritt gezeigt:

    Die erkennbar helle Auflagefläche mit den Löchern am Objektivrumpf wurde bereits gekürzt und zwar so, dass der unter Punkt 4.b1 gezeigte schwarze Teilring mit der Stärke von ca. 1mm nach dem Trennen mit der ebenfalls ca. 1mm starken Trennscheibe des Dremels abfällt. Damit sind also knapp 1.5- 2mm vom Objektiv gekürzt.
    Als Anhaltspunkt für den "Höhenabtrag" kann man sich den umlaufenden Blendenring zu Hilfe nehmen. Die Trennscheibe muss so positioniert werden, dass oberhalb des Blendenrings etwa 0,3mm als "Rand" stehen bleiben. Damit wird verhindert, das der Blendenring an der angebrachten Adapterplatte scheuert oder der Blendenring selbst beim Verschrauben der Adapterplatte blockiert, weil er selbst stellenweise höher als die Auflagefläche wäre. Die erreichbare Präzision des Werkzeuges ist hier der limitierende Faktor. Auf jeden Fall muss die Auflagefläche an jeder Stelle minimal höher stehen bleiben, als der Blendenring.

    Wer bis hierher folgen konnte, wird auch die nächste, vorbereitende Arbeit an dieser Stelle in Angriff nehmen können.

    Unter Punkt 4.b2 ist die Rücklinsenverschraubung zu sehen, welche die Rücklinse im optischen System verriegelt. Diese steht ca. 2 mm über, wenn sich das Objektiv in Unendlichkeitsstellung befindet, nachdem der neue Adapter angebracht wurde. Es gilt, also auch diese Verschraubung "einzukürzen".
    Diese Rücklinsenfassung muss extra für den Betrieb des Objektivs an einer EOS 5D ca. 1.6mm gekürzt werden (für Crop Kameras nicht erforderlich). Auch hier kam die Trennscheibe meines Dremel zum Einsatz. Die Fassung/Verschraubung hat zwei gegenüber liegende "Löcher" und kann dadurch mit einem geeigneten Werkzeug problemlos herausgedreht werden. Ich benutze hierfür eine sogenannte "Silberschmuck-Zange", mit der Silberdraht gebogen werden kann. Diese hat spitz zulaufende "stiftförmige Backen" und ist ideal um solche "Verriegelungen" zu öffnen, greifen diese Spitzen der Zange doch in die Löcher. Auch ein stabiler Zirkel sollte es tun.

    Nach der Trennscheibenbearbeitung muss also ein Rest von 0,6mm der Fassung/Verrigelung vor uns liegen. Unter Punkt 4.b2 sieht man den noch ungeschwärzten Verriegelungsteil und darunter den abgetrennten 0,6mm Rest der Fassung/Verriegelung nach dem Abtrennen.
    Pinsel und Lack sollen nur andeuten, das als nächster Arbeitsschritt das Schwärzen eben dieser Fassung/Verriegelung erfolgen sollte.

    Wenn das erledigt ist, geht es weiter mit Punkt 4.c.

    Hier geht es um die Wiederherstellung der Blendenfunktion, die ja vorher im abgenommenen FD Mount integriert war. Wir brauchen eine Schub und eine Zug Funktion für die Wiederherstellung der Blendenfunktion.

    Hierzu fertigen wir uns eine Lasche, die gegen den Blendenring verschraubt und geklebt wird, dort wo die unter Punkt 4.c oben gezeigte Lasche am Blendenring saß. Darunter ist das neue Werkstück zu sehen. Hier ist zur Teilegewinnung Kreativität angesagt. Darunter wiederum die Feder, welche die Zugfunktion übernimmt. Diese muss an geeigneter Stelle verschraubt und unter Spannung in eines der Löcher der Blendenscheibe im Objektivinneren durchgesteckt werden.

    Dann kann man schonmal testweise den Adapter auflegen und messen, wie stark die unter 7.a gezeigte Lichtdichtung aus dem Chromring (Punkt 7.) gefertigt werden muss. Eine Stärke des Ringes von 4mm hat sich als gut erwiesen (vielleicht noch ein wenig schleifen, je nachdem, wie genau beim Abtrennen des Objektivrumpfes gearbeitet wurde. Bei der Herstellung des Ringes ist darauf zu achten, das der untere Teil des Chromringes verwendet wird. Nur dieser ist an der Stelle breit genug, weil oberhalb von 4mm innen das Gewinde beginnt.

    Aussehen tut dies dann so..

    Name:  235er-design..jpg
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    Nachdem auch dieses Werkstück hergestellt und geschliffen wurde, ist das Objektiv bereit, den neuen Adapter aufzunehmen. Dies bedeutet wir gehen zu Punkt 6.

    Punkt 6 erfordert ein genaues anzeichnen der Bohrlöcher. Weil beim M42 Adapter die innere Weite es nicht gestattet, die Bohrlöcher direkt vom alten FD Mount zu übertragen, gibt es zwei Möglichkeiten:

    1. den alten FD Mount von allen Hebeln, Schrauben, Bolzen, Federn und Kugellagern zu befreien, um die Vorlage zu gewinnen

    oder

    2. Die Löcher "Freihand" zu übertragen.

    Ich mache inzwischen eine Mischung aus beidem. Es wird das Loch eingezeichnet, das dem EF Verriegelungsloch des Adapters am nächsten sitzt. Hierzu das Objektiv so ausrichten, das der Skalenindex nach Oben weißt, also 12 Uhr Stellung des Objektivs. Der Adapter muss dann an der Kamera bei 3 Uhr mit dem Langloch sitzen. Dies dann einzeichnen und die erste Bohrung herstellen.

    Beim FD 2/35mm sitzt die Bohrung auf dem "Berg" vor der dünnen 1,5mm Platte. Hier das erste Loch bohren mit einem Bohrer von 1mm oder kleiner.. (dies hat den Vorteil, man kann später, falls es doch nicht exakt passt, mit der nächsten Bohrergröße etwas korrigieren.
    Nachdem das erste Loch sitzt, nehme ich eine Stecknadel daher und fixiere den Adapter gegen das Schraubenloch, indem ich die durchgesteckte Nadel in den Gewindegang des Objektivs einführe.
    Danach zeichne ich die weiteren Löcher ein. Dabei muss die Nadel senkrecht bleiben und sich nicht in irgendeine Richtung "wegbiegen. Sollte sie diese nach der etwa mittigen Ausrichtung des Adapter trotzdem tun, so habe ich ein wenig mit der Bohrung daneben gelegen. Dies wird dann im nächsten Schritt, mit der nächsten Bohrung (leicht größerer Bohrer) durch Richtungsverschiebung des Bohrloches leicht korrigiert bis es denn passt.

    Der erste Schritt sieht dann so aus..

    Name:  235-schraubpunkte&.jpg
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    Nun werden die weiteren Löcher gebohrt und ebenfalls mit Stecknadeln "kontrolliert" und "richtungskorrigiert".

    Wenn die Schraubenlöcher dann passen und mit einem Senker dann korrektes Einschrauben und Versenken der Schraubenköpfe gestattet, geht es an den Zusammenbau und einen ersten Test.

    FORTSETZUNG FOLGT... mit Bildern der Einzelschritte. Auch werde ich weitere, verdeutlichende Bilder hier einfügen.

    LG
    Henry
    Geändert von hinnerker (17.12.2010 um 13:00 Uhr)

  2. #2
    Kennt sich aus
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    Standard AW: Canon FD 2/35mm Umbaudokumentation

    Super Henry,
    danke für die Einblicke in deine Arbeit!

  3. #3
    Ist oft mit dabei
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    Standard AW: Canon FD 2/35mm Umbaudokumentation

    Hallo Henry,

    danke für die ausführliche Beschreibung. Das wird mir bei meinen Anfänger-Versuchen einen ganzes Stück weiterhelfen.

    Gruß Manfred

  4. #4
    Hardcore-Poster
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    Standard AW: Canon FD 2/35mm Umbaudokumentation

    Ich habe jetzt auch das Canon FD 35mm f/2.0 S.S.C. hier und werde einen Umbau wagen.
    Da Henrys Bericht bereits viele Details abdeckt, beschränke ich mich voraussichtlich auf einige Ergänzungen bzw. andere Umbaumethoden.

    Als erste Notiz: die 3 Gewinde im Gehäuserückteil, in die vorher das Bajonett verschraubt war, sind voraussichtlich M1,6.

    (M1,6 ist eine bei Kameraherstellern offenbar sehr gern gewählte Schraubengröße. Für die Befestigung des EF-Turms braucht man also min. 3 x M1,6-Schrauben mit Senkkopf, die auf eine spezielle Länge gekürzt werden müssen, wenn man die Originalschrauben nicht verwendet)

  5. #5
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Standard AW: Canon FD 2/35mm Umbaudokumentation

    Nimm die Originalschrauben.... die passen doch und so gehen sie auch nicht verloren in der "Bastelkiste"..

    Wenn Du es nach der Anleitung machst, sollte alles klappen.. Mit einem EF-Turm ohne Auflageplatte brauchst Du gar nicht erst probieren. Du musst schon 1:1 den M42 Adapter nutzen und die Löcher an den vorgesehenen Verbindungspunkten zum Objektivrumpf bohren. Die ganze Geschichte geht bei Canon FD nochmal eine Ecke "knapper" zu, denn beim 2/28mm, dem 2/35mm, dem 1.4/50mm kommst Du um das Abtragen von 1-2mm, so wie ich es beschrieben habe, nicht herum. Entweder nimmst Du das Objektiv auseinander vor dem "Abschneiden" mit der Trennscheibe oder dichtest alle Ritzen des Objektivs sorgfältig ab, damit keine Späne und Staub vom "Flexen" eindringen kann.

    Der Blendenring sollte als "Höhenindikator" für den Trennschnitt auf dem Objektiv verbleiben. So kannst Du immer sehen, ob Dein Schnitt korrekt und gerade ausgeführt ist. Es muss ein minimaler Rand stehenbleiben, weil die Adapterplatte nachher diesen Abstand vom Blendenring braucht, sonst setzt ein Anziehen der Schrauben des neuen Mounts, den Blendenring fest und er ließe sich nicht mehr betätigen.

    Beim Wiederzusammenbau nach der Reinigung achte darauf, das die beiden Kugeln für die Blendenrastung in geordneter Folge eingebaut werden. Es sind bei den FD Chromobjektiven derer zwei, einer für die vollen Stopps und eine für die halben Stopps. Dazu den mit zwei Schrauben gesicherten "chrom-Steg= Steuerkurve", der den winzigen Pin für die A - Stellung des Blendenringes zum Vorschein bringt abbauen. Wenn Du nun am Blendenring von f1.4 in Richtung der 50mm Gravur drehst ACHTUNG !!!
    Dann kommt die erste Kugel angeflogen !.... Deshalb in einem durchsichtigen Plastikbeutel arbeiten..
    Kugel bergen..
    Drehst Du den Blendenring weiter in die Richtung, so kommt nach einer Strecke von weiteren 3 cm die nächste Kugel geflogen.

    Dies zu wissen ist wichtig, weil Du Dir ansonsten "einen Wolf" probierst, um die Kugeln da wieder rein zu bekommen. Also genau die umgekehrte Reihenfolge beim Wiederzusammenbau:

    Blendenring auflegen, das erste der beiden Löcher mit der Rastkugel einbringen.. Blendenrig weiterdrehen zum zweiten Loch, das bei korrekter Ausrichtung im Bereich der 1.4 Markierung sitzt.. danach dann den "silbernen Bügel" für den A-Indikator PIN wieder aufschrauben und dann hält es..

    Dieser "silberne Bügel oder Schieber" hat nicht nur die Funktion, diesen Pin heraus zu drücken und der Kamera zu signalisieren, dass das Objektiv nun bereit ist für die Automatiksteuerung, sondern wirkt auch als Blendenringanschlag.

    Wenn Fragen auftauchen.. hier stellen.

    LG
    Henry
    Canon EOS 5D MKII, 5D MKI, Leica M8, Sony A7, Sony NEX 7.. und viele, viele feine Objektive aus dem Altglas-Container..

    Bitte denkt bei geplanten Anschaffungen daran, dass Foto-Einkäufe in unserem Shop


  6. #6
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    Standard AW: Canon FD 2/35mm Umbaudokumentation

    Danke Henry, aber ich habe das Objektiv bereits auseinander, beide Kugeln gerettet, das zu kürzende Bauteil 'isoliert' und Markierungen für die Bohrungen auf dem M42-Adapter gemacht, den ich wie immer so wenig wie möglich schleifen will.

    Deswegen auch der Check mit den M1,6-Schrauben, da habe ich ja von Minolta her schon etwas Übung. Ich nehme da lieber Senkkopf-Schrauben, weil die irgendwie besser sitzen.

    Der Helicoid wird innen noch abgeklebt, aber zuerst will ich die Bohrungen im Chip-M42-Adapter vollenden, damit ich das Objektiv schrittweise testen kann.

    Für die genauen Wiedereinbau-Anweisungen der beiden Kugeln bin ich sehr dankbar, beim nFD 200/4 gab es ja ein anderes System, und den Automatik-Bügel habe ich durch einen eingeklebten Begrenzer ersetzt. Das Doppelkugel-System wurde mit den nFD-Konstruktionen abgeschafft, oder?


    [Update]
    Ich muss mich korrigieren, es scheint sich nicht genau um M1,6-Schrauben zu handeln, sondern um irgend etwas zwischen M1,6 und M2,0 - die Originalschrauben sind minimal größer, auch wenn M1,6-Schrauben im Gewinde noch 'greifen'. Ist M1,7 oder M1,8 gebräuchlich?

    Das Objektivrückteil ist jetzt ~0,8mm abgeschliffen und die Schraubenlöcher im M42-Adapter mit einem M1,8-Bohrer gebohrt (M1,6 ist eben minimal zu klein), d.h. ich teste erst einmal die momentane Situation, bevor ich weiterschleife.

    Ein sauberes 'Abkleben' irgendwelcher Teile ist übrigens durch den feinen Metallstaub kaum möglich, ich rate jedem dazu, das Objektiv für die Schleifarbeiten auseinander zu bauen und vor jedem Zusammenbau wieder gründlich zu reinigen.
    Geändert von CChris (13.05.2011 um 19:01 Uhr)

  7. #7
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Standard AW: Canon FD 2/35mm Umbaudokumentation

    Zitat Zitat von CChris Beitrag anzeigen
    Danke Henry, aber ich habe das Objektiv bereits auseinander, beide Kugeln gerettet, das zu kürzende Bauteil 'isoliert' und Markierungen für die Bohrungen auf dem M42-Adapter gemacht, den ich wie immer so wenig wie möglich schleifen will.
    Kann da mal wieder nicht folgen.. der M42 Adapter wird überhaupt nicht geschliffen.. das ist absolut unnötig und Quatsch.

    Deswegen auch der Check mit den M1,6-Schrauben, da habe ich ja von Minolta her schon etwas Übung. Ich nehme da lieber Senkkopf-Schrauben, weil die irgendwie besser sitzen.
    Was für ein Check? Nimm einen Mess-Schieber und dann weißt Du den exakten Durchmesser der Schrauben doch. Sollten 1.8er sein. Frage stellt sich mir kaum, da ich die originalen eben meist weiter nutze..
    Der Helicoid wird innen noch abgeklebt, aber zuerst will ich die Bohrungen im Chip-M42-Adapter vollenden, damit ich das Objektiv schrittweise testen kann.

    Für die genauen Wiedereinbau-Anweisungen der beiden Kugeln bin ich sehr dankbar, beim nFD 200/4 gab es ja ein anderes System, und den Automatik-Bügel habe ich durch einen eingeklebten Begrenzer ersetzt. Das Doppelkugel-System wurde mit den nFD-Konstruktionen abgeschafft, oder?
    Gern geschehen.. Ja, bei den meisten nFD Objektiven wird nur eine auf der Auflagefläche in Rillen laufende kleine Metallrolle genutzt, die Feder für den Andruck sitzt in einem kleinen "Gehäuse-Viereck" im Blendenring..

    Aber den Automatik-Bügel setzt Du bitte wieder ein
    , denn der sorgt auch dafür, dass Dir später der Blendenring auf dem Vertikal-Niveau gehalten wird, damit Dir die Kugeln für die Rastungen nicht "abhauen" und der Blendenring nicht "abhebt... dafür ist er nämlich auch da.. er senkt/blockiert auch den Blendenring in der vertikalen Ebene und begrenzt nicht nur den Anschlag in horizontaler Richtung bei Drehung des Blendenringes!! Kurzum, er sorgt dafür, das Dir der Blendenring nicht "nach oben" abhaut !

    Ohne das Teil kannst Du stundenlang Kugeln suchen gehen, wenn sich der Blendenring versehentlich hebt !!

    ..
    Ein sauberes 'Abkleben' irgendwelcher Teile ist übrigens durch den feinen Metallstaub kaum möglich, ich rate jedem dazu, das Objektiv für die Schleifarbeiten auseinander zu bauen und vor jedem Zusammenbau wieder gründlich zu reinigen.
    Geht einwandfrei.. musst den Innenraum nur entsprechend "ausstopfen" oder abdichten, das Objektiv gegen Unendlich drehen (dann kann da nix in die Gewindesteigung des Helicoid eindringen, weil dieser am oberen Anschlag sitzt. Ich nutze hierfür zumeist geschnittene Streifen eines gewaschenen und nicht fusselnden Leinen-T-Shirt, die in den Innenraum eingedreht und gestopft werden. Oben drauf folgt dann noch eine Lage "Gaffa Tape", das mit den Klebeseiten nach oben weisend an die Innenwände des Objektivs angedrückt wird. Von aussen dann den Bereich des Fokusringes und des Blendenringes mit Tesa bzw. ebenfalls mit Gaffastreifen abdichten und schon kannst du gefahrlos trennen, weil sich der Metallstaub am Kleber festsetzt.. Quasi wie beidseitiges Klebeband.... geht wunderbar.

    Nach dem Trennvorgang muss nur kopfüber der ganze Kram wieder entfernt werden, Blendenring runter und mit Druckluft oder einer entsprechenden Anzahl an Wattestäbchen der eventuell doch in die Ritzen des Blendenringes eingedrungener Staub entfernt werden und zum Schluß die Innenraumabdeckung wieder raus.. Alles easy going..
    Canon EOS 5D MKII, 5D MKI, Leica M8, Sony A7, Sony NEX 7.. und viele, viele feine Objektive aus dem Altglas-Container..

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  8. #8
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    Standard AW: Canon FD 2/35mm Umbaudokumentation

    @Henry:
    'So wenig wie möglich' war eher als Grundsatz bei allen meinen Konvertierungen gedacht, und garnix schleifen ist eben der beste Weg, weshalb ich da natürlich auch nichts machen werde
    Das 2.0/35 ist ja sehr leicht justierbar, das hilft auch weiter. Klar, die Floating Elements mögen keine übertriebene Justierung, aber das hat man ja auch bei Zooms und Innenfokus-Konstruktionen.

    Der Rastermechanismus im nFD hat mich überrascht, weil hier ja Plastik an einem Verschleißteil verwendet wird, aber die Ingenieure von Canon werden das schon mit einem Grund so gebaut haben.

    Der Blendenring am nFD 200/4 sitzt ziemlich gut und hat kein Spiel - ich werde mir das noch einmal ansehen, aber vielleicht gab es da bei nFDs auch eine Konstruktionsänderung.
    Beim 2.0/35 werde ich den Automatikbügel wieder einbauen, logisch.

    Ein Abkleben des Objektives kam mir schon allein deshalb kontraproduktiv vor, weil man nach dem Zerlegen den zu schleifenden Teil besser einspannen und bearbeiten kann, ohne in die Nähe der Linse zu kommen.
    Ich bin noch am überlegen, ob ich die Fassung der Hinterlinse kürzen soll - habe ja keine 5D, mit der das ein Problem sein könnte, also eher nein.

    Ich habe das Objektiv ohne Blendenfunktion und mit bisherigem 'Schleifzustand' gerade an die 1000D gehängt und getestet - Fokus bei Offenblende auf ~2m, auf den ersten Blick sind keine Anomalien zu erkennen.
    Gut, beim 100% Crop bemerkt man bei f/2.0 die Vignettierung, aber das ist ja nicht überraschend

  9. #9
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    Standard AW: Canon FD 2/35mm Umbaudokumentation

    Einige kurze Notizen:
    Die Blendenfunktion lässt sich mit einem einzelnen Bauteil wieder herstellen. (Ohne Rasterkugeln getestet)
    Dieses ist jedoch etwas komplizierter und muss gebogen werden, damit es im Nahfokusbereich nicht aus der Blendengabel herausspringt.

    Die Bajonettschrauben haben einen Durchmesser von 1,63mm .. seltsam schmale M1,7 oder eher breite M1,6-Schrauben? M1,8er sind es jedenfalls nicht - vielleicht Canon-Spezial.

    Das Kürzen der Rücklinsenfassung ist für APS-C-Kameras nicht notwendig. (darauf gebe ich keine Garantie, aber an der 1000D / 50D gab es keine Probleme)


    Das Objektiv verzeiht einem wirklich keine Ungenauigkeiten beim Schleifen - hier muss perfekt gearbeitet werden, schon das falsche Anziehen der Schrauben sorgt für Ärger. Eine digitale Schieblehre ist Pflicht.

    50 Mikrometer wurden mal als 'gerade noch akzeptierte' Fertigungsungenauigkeit von Canon genannt - jetzt weiß ich auch, wieso
    Das Schleifen ist definitiv der aufwändigste und schwierigste Teil des Umbaus und ich kann den Umbau deshalb keinem Anfänger weiterempfehlen.

    Trotz des ansonsten einfachen Aufbaus und problemlosen Umgangs (z.B. leicht 'einfädelbarer' Schneckengang, einfach lösbare Schrauben, einfache Justierung) mit dem Objektiv würde ich den Umbau deshalb als 3-4 auf der neuen Umbau-Skala einschätzen.

    Mein erster Eindruck vom Objektiv: wirklich klasse!
    Die Bildqualität bei f/2.0 ist eindeutig brauchbar und ab f/4 fast perfekt. (Canon EOS 50D / 15MP APS-C Sensor)
    Geändert von CChris (15.05.2011 um 22:05 Uhr)

  10. #10
    Kennt sich aus
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    Gibt es auch einen Link zu den ersten Testschüssen, bzw einen Vergleich zum 35/2.0EF?

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